@ Scorpio
Von Mel Gibson sind meines Wissens antisemitische Ausrufe bekannt, wenn er betrunken war. Er scheint mir ein sehr religiös motivierter Mensch zu sein und ich habe den Eindruck, dass seine Ansichten nicht umsonst den allermeisten seiner Filme aufgedrückt sind. Es finden sich schon starke Parallelen, die auch durchaus von einem verflachten Weltbild künden, wir hatten das schon genug zu "Der Patriot" und "Braveheart" erläutert.
Bei der "Passion Christi" war ich mir nicht ganz sicher, was die Aussage des Films ist. Die Leiden Christi stehen in der Auffassung der katholischen Kirche recht weit oben und sind durchaus ein zentraler Bestandteil, der religiösen Überzeugung, denn sie sollen ja verdeutlichen, wie er für die Christen gelitten hat. Mich erinnerte der Film sehr an die mittelalterliche Vorstellung des Schmerzensmannes.
http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7999.html Dabei denke ich vor allem an jene Andachtsbilder, auf denen auch für unsere Vorstellung grausig, Christus das Blut besonders wirkungsvoll dargestellt aus den Wunden rinnt, die ihm die Dornenkrone brachte. Die Zelebrierung der Geißelung von Jesus fand ich daher eigentlich sehr interessant, da sie, vielleicht nicht immer ganz korrekt (kann ich aber nicht genau beurteilen) die Stationen seiner Leiden recht präzise und eindringlich darstellt. Diese Passion Christi, die über hunderte von Jahren in der Kunst auf den Altären der Kirchen etc., ein ganz zentrales Thema war und bezeichnender Weise weit umfangreicher Ausdruck fand als die anderen Stationen seines Lebens, fand in diesem Film eine Wiederbelebung. Sie mag abstoßend sein durch die Grausamkeit, vermessen fand ich sie nicht. Das heißt nicht, dass ich es mir noch einmal anschauen würde. Filmhistorisch ist der Streifen aber sicherlich bedeutend, weil das Thema in der Form noch nicht bearbeitet wurde und vor allem mit dem modernen Medium Kinofilm.