Einfach beeindruckend Deine Schilderung der Zeit und Person des großen Ludwig.
Da aber auch er ein Sterblicher war ist er zu Einsichten gelangt, die er allerdings erst auf dem Sterbebett seinem fünfjährigen Urenkel mit auf den Weg gegeben hat :
" Du wirst einmal ein großer König werden. Aber tue es mir nicht gleich, lasse die Finger vom Bauen und vom Kriegführen....... versuche das Los Deines Volkes zu bessern, wie ich es unglücklicherweise nie tun konnte....... "
Sicherlich entsprang z.B der Unsummen verschlingende Bau von Versailles keiner privaten Bauwut Ludwig XIV. Sondern für ihn mußte es politische Notwendigkeit sein ,den absoluten Anspruch des Königtums für alle Untertanen und hier besonders des Hochadels zu demonstrieren. Der Bau hatte also wie alle zeremoniellen Handlungen eine politische Aussage die sich aber seit den 1690-er Jahren veränderte.
Die früheren Eroberungen + günstigen Friedensabkommen schlugen in Mißerfolge , Terretoriumsverlust und Einbußen an europ. Einfluß um.
Die veränderten politischen Verhältnisse brachten somit einen Funktionsverlust des Symbols
Versailles mit sich, dem sich Ludwig immer mehr entzog.
Als Rückzugsorte dienten ihm mehrere kleine Schlösser im Park von Versailles wie Trianon
und Marly.
Paris betrat der König zwischen 1700 und 1715 nur noch viermal.
Ob der Exodus von Hugenotten , abgesehen von den persönlichen Repressionen, meßbar wenig an Wirtschaftskrafteinbußen brachte würde mich im Detail mal interessieren. Die Tatsache, daß die zum Großteil spezialisierten
Handwerker und Bürger z.B im calvinistisch pragmatischen Brandenburg (15000-20000)des großen Kurfürsten höchst willkommen waren spricht eigentlich für sich.
Ich hoffe sehr Du siehst meine bisherigen Anmerkungen nicht als Majestätsbeleidigung an, aber ein wenig husten mußte ich schon bei so viel Weihrauch....
