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Alt 17.10.2004, 14:12   #5
Louis le Grand
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@Arcimboldo

Aber ganz und gar nicht böse, im Gegenteil, vielen Dank. Das mit dem Zitat bezog sich übrigends auf die Folgen des Spanischen Erbfolgekriegs. Es kam neben der Kriegssteuer auch noch zu Ernteausfällen, worunter vor allem der Bauernstand litt und den König dazu animierte die großen Dîners endgültig abzuschaffen und stattdessen die öffentlichen Gratifikationen zu erhöhen. In der Zeit davor, konnten die Franzosen eher nicht von einem schlechten Los sprechen, waren die Franzosen doch neben den Holländern die wohlhabendeste Nation Europas.

Mit den Hugenotten haben sich insbesondere Klaus Malettke und Wolfgang Mager beschäftigt. Allgemein ist bei einem Volk von 21 Millionen, der Verlust von 120.000 leicht verkraftbar, zumal in dieser Zeit ein Überschuß an Handwerkern herrschte. Um einen wirtschaftlichen Schaden anzurichten ist diese Gruppe aber eher unwichtig, die Großhändler und Bankiers waren der ökonomisch bedeutende Faktor. Diese blieben aber alle in Frankreich. Ganz allgemein sind die hugenottischen Emmigranten aber ein guter Beleg für die sehr hohe Qualität und Erfahrung des frz. Handwerks. Die wirklichen Spezialisten verließen das Land aber nicht, denn dort zahlte man immer noch die mit Abstand höchten Löhne.

Das mit der Stadt Paris ist recht bezeichnend, obwohl er als einer der größten Bauherrn in der Geschichte dieser Stadt einging (dazu schreib ich mal später einen eigenen Beitrag, wenn ich Zeit haben sollte), vermied er es später aber eher dorthin zu fahren. Das aber nicht, weil er die Einwohner nicht gemocht hätte, sondern weil es mit so vielen Verpflichtungen verbunden war. Jedesmal musste er stundenlange Empfänge abhalten und dem einen oder anderen mussten Höflichkeitsbesuche abgestattet werden. Da ließ er es lieber gleich bleiben - wohlgemerkt erst zum Schluß seiner Regierung, als seine Kräfte nicht mehr ausreichten, um sich endlos fremde Personen vorstellen zu lassen.
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