| Wir reden über zwei Dinge:
- Gegenstände als Waffen verwenden. Das tun Affen schon. Die Waffe wird hierbei nicht über den Gegenstand, sondern über den Prozess definiert.
- Gegenstände einteilen in Waffen und Nichtwaffen. Die Waffe wird hierbei als Objekt definiert, unabhängig von der Verwendung.
Wenn wir die Verwendung als Kriterium nehmen, können wir die Gegenstände nicht einteilen in Waffe und Nichtwaffe. Eine Kalaschnikow ist in diesem Sinne keine Waffe. Zur Waffe wird sie erst durch ihre tatsächliche Verwendung, darüber definiert dieser Ansatz die Waffe. Wenn ich eine Kalaschnikow in meinem Zimmer liegen habe und mir jemand sagt "Oh, du hast eine Waffe hier!", muss ich erwidern "Nein, das ist keine Waffe, ich schieße ja gerade auf keinen damit". Das ist mein Briefbeschwerer. Ein ungewöhnlicher, aber was solls, dieses Ding wird gerade als Briefbeschwerer verwendet, also ist es eins. Zu einem anderen Zeitpunkt ist es vielleicht eine Waffe und zu einem wieder anderen Zeitpunkt ein Türstopper usw.
Wenn wir das zweite Kriterium nehmen, können wir das Objekt selbst kategorisieren. Wir können sagen, ob ein Ding eine Waffe oder keine Waffe ist. Es ist eine Waffe, wenn es gezielt hergestellt/bearbeitet wurde, um Menschen/Tiere zu töten oder zu verletzen. Demnach ist eine Kalaschnikow eine Waffe. Ein Stein, den ich in der Natur finde, ist diesem Ansatz nach keine Waffe (auch wenn ich ihn zum Töten verwenden kann).
Ein anderes Beispiel mag die Beziehung von Objekt und Prozess verdeutlichen: Auto und fahren. Auto ist das Objekt, fahren ist der Prozess. Wir können das Auto über den Prozess definieren. Dann heißt es: Wenn es fährt, ist es ein Auto. Dann können wir nicht mehr zwischen Auto, Zug und Fahrrad unterscheiden, denn sie alle fahren.
Ich möchte hier keine Partei für die objekt- oder die prozessbezogene Definition ergreifen. Beide Ansätze sind für verschiedene Fragestellungen zu gebrauchen. Wir sollten sie nur sauber voneinander trennen, weil wir sonst ein Kommunikationsproblem haben, wie wir es hier haben. |