Zitat:
Liborius
Na, wenn das nicht politisch ist. |
Tja, Deine Beispiele zeigen recht gut, was passiert, wenn man drei für sich triviale Begriffe wie "Leben", "Reform" und "Bewegung" zusammenführt: Es entsteht ein "catch-all"-Begriff, dessen "Erklärungswert" sich asymptotisch der Nulllinie nähert...
Stichwort Bodenreform: In dem verlinkten Artikel wird darauf hingewiesen, dass der Verein unter anderem der Deutsch-sozialen Reformpartei nahestand. Müsste man nicht, schon ob des Wortbestandteils "Reform", diese antisemitische Partei auch der "Lebensreformbewegung" zurechnen? [1]
Es gab im Kaiserreich auch Vereinigungen, die eine Strafrechtsreform progagierten - ist das nicht auch "Lebensreform" im weiteren Sinne? Wenn nein, wo wird die Grenze gezogen?
Und wie soll man es bewerten, wenn ein Friedrich Wolf zugleich Arbeiter- und Soldatenrat, Parteipolitiker und Naturheilkundler ist? So gesehen, standen möglicherweise Millionen mit einem Bein im "Reformlager" und mit den beiden anderen sonstwo.
(Entschuldige, wenn das etwas polemisch klingt.

)
[1] Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie dieser "Reform"-Partei à la deMause per Hitlergruß ein "körpersprachliches Halt" geboten wird... (Für diesen Kalauer entschuldige ich mich gleich mit.)