Nochmal kurz zu den Szenarien der Kriegsspiele zurück. Ich hab nochmal einiges nachgelesen und eine Vermischung meinerseits festgestellt.
* In einem Szenario wurde von den die US-Seite spielenden jap.Offzieren die US-Trägerbewegungen in der linken Flanke der KB angenommen. Resultat waren erhebliche Verluste. Dieses Szenario trat dann in der Realität ein.
Ugaki, Stabschef Yamamotos widersprach dieser Flankenbewegung (und dem Resultat) da die USA so nicht agieren würden. Stattdessen wurden die US-Bewegungen wie in der Yamamotos Version angenommen.
* In einem anderen Szenario wurde ein Gegenangriff der US-Flugzeuge von Midway auf die KB simuliert. Nach den Zufallsprinzip (Würfelwürfe) welche die Schadenbezifferung anzeigen sollten wären Kaga und Akagi versenkt worden. Ugak persönlich intervenierte und senkte die Würfelzahl derart ab das nur Kaga versenkt worden wäre und ließ diese dazu noch im weiterlaufenden Szenario in einer anderen Schlacht teilnehmen.
@silesia
http://www.geschichtsforum.de/525582-post22.html
zu 1.) Die zeitliche Festlegung der Midway-Operation stand in Beziehung mit den Operationen in den Aleuten. Die Midway-Landungop. benötigte einen Zeitraum vom ca. 1 Monat, sollte die Landung nicht vor dem 8.Juni stattfinden wäre eine Verschiebung um einen Monat nötig gewesen (Parshall / Tully)
zu 2.+3,) Die fehlerhafte Umsetzung von Kriegserfahrungen kann man nmA durchaus unter der Rubrik der immer noch andauernden Überschätzung der eigenen und Unterschätzung der US-Kampfkraft einordnen.
Letztlich war schon die Verlegung und Teilnahme der 5.Trägerdiv (Shokaku / Zuikaku) bei den der Op. MO strategisch / operativ nicht wirklich durchdacht. Wenn, wovon ja die jap. Führung ausging, keine US-Träger in diesem Raum operieren warum wurden überhaupt Träger verlegt. Wenn aber mit US-Trägern gerechnet wurde wäre es nötig gewesen, auch im Sinne der jap. Trägereinsatzdoktrin, alle einsatzbereiten Träger dort zu massieren.
„Bettelte“ nicht der jap. Marineattache in Berlin nach deutschen Offensivplanungen in den Nahen Osten um diese mit möglichen jap. Planungen abzustimmen? Ich meine etwas derartiges gelesen zu haben, das würde allerdings bedeuten das die jap. Vorstellungen nicht so festgelegt waren.
@Thanepower
Es gab auch letztlich keine Abstimmung zwischen dem jap. Heer und Marine. Stattdessen konkurrierten beide miteinander bis hinein in Irrationalitäten.
Ähnlich die „Zusammenarbeit“ europäische Achsenmächte und Japan. Diese bestand mehr in Abgrenzung voneinander als in wirklicher Zusammenarbeit, das gilt für das 3.Reich <-> Italien und 3.Reich <-> Japan.
Und ja, eine Zusammenarbeit in Richtung indischer Ozean hätte die britische Machtstellung aus den Angeln gehoben mit erheblichen strategischen und logistischen Auswirkungen, und nicht nur auf die Sowjetunion.
Zitat:
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Und erst in der Folge der abgesagten Orientierung in Richtung Indischer Ozean wurden die Flottenträger frei für die Operation in Richtung Midway und es kam zu dieser Operation mit lediglich 4 , anstatt der ursprünglich 6 geplanten Flottenträger.
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Hm. Die Operationen im indischen Ozean haben nun ja nichts mit der Operation MO und der damit verbunden Trägerschlacht im Korallenmeer zu tun. Ich verstehe daher diesen Absatz nicht.
Die jap. Landungdoktrin ging von Landungen in nicht- (oder kaum) verteidigten Räumen aus. Man kann aus den Landungsplanungen nmA ablesen das die Aufklärung nicht genügend war und / oder die jap. Offiziere von einer weiteren Luftunterstützung während der KB ausgingen.