| Das Festhalten der Amerikaner an Harvey-CA hat seine Gründe. Zum einen muß weniger Geld für Lizenzkosten bezahlt werden, zum anderen ist amerikanisches Harvey im Gegensatz zu kontinentaler Produktion anscheinend auch wirklich gut.
Der relative Schutzwert wurde mit einem De-Marre Koeffizienten bei senkrechtem Aufschlag in Relation zur Projektilgröße angegeben. Gegen kleinkalibrige Geschosse war Harvey nicht so gut, bei großkalibrigen hatte die dünnere Härtungsschicht allerdings eine bessere Zähigkeit zur Folge, was die relativen Unterschiede recht beschaubar erscheinen liess (K= 1.07 bei KEARSAGE, vgl. K=1.12 für den Kasemattpanzer der OSTFRIESLAND und K=1.08 beim Gürtelpanzer in amerikanischen Tests mit dem gleichen, 12" MIDVALE UNBREAKABLE Projektil).
Der Nachteil von Harvey lag in der sehr schlechten Beschußelastizität des Materials, bei Treffer brachen oft ganze Teile des sehr spröden Panzers weg, selbst wenn keine Teile des Geschosses durchgedrungen waren. Außerdem beschädigte Harvey kaum die Geschosse, d.h. durch zersprlittern konnte kein so großer Vorteil generiert werden wie bei KC, was dieses Material dann doch 20 bis 25% besser machte (gegen die damaligen Geschosse) als Harvey. Mit späteren, sehr robusten Geschossen war der Vorteil deutlich niedriger ausgefallen. |