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Alt 13.04.2012, 16:43   #3
ketzer97
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ketzer97 wird schon bald berühmt werden
Man verehrte die Antike durchaus, obwohl sicher weniger als etwa in Renaissance oder Aufklärung.

Aus geistlicher Sicht waren die klassischen Römer und Griechen erstmal Heiden. Trotzdem wurde die Zeit der Cäsaren als große Epoche gesehen, denn warum hätte Jesus sonst ausgerechnet damals auftauchen sollen? Er musste einen passenden Zeitpunkt, ein "Goldenes Zeitalter" gewählt haben. Zudem orientierte man sich bzw. verbesserte man die Architektur der Römer: die Romanik ist im Grunde nur eine Variation des klassischen römischen Stils. Das römische Cäsarentum galt als Tradition und Richtschnur für die teutonischen Kaiser, und römische Taktiken bildeten die Basis für mittelalterliche Kriegsführung.

Die Mönche und darauf aufbauend die Philosophen der Scholastik beschäftigten sich intensiv mit römischen und griechischen Schriften und gaben sich Mühe, sie passend zum christlichen Dogma zu interpretieren. Hier fand man eine raffinierte Rechtfertigung für das Studium heidnischen Wissens: Man behauptete, dass nach den angeblichen Botschaften der antiken Meister diese wohl Christen geworden wären, hätte Jesus damals schon gelebt! Auf diese Weise konnten Platon, Aristoteles usw. bequem zu potentiellen Christen umgedeutet und ihre Werke nach damaliger Meinung "ernsthaft" diskutiert werden.
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Besorgt mir ein schönes Gebüsch!
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