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Alt 04.01.2013, 15:46   #16
buschhons
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buschhons ist ein sehr geschätzer Menschbuschhons ist ein sehr geschätzer Mensch
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Ich will für meine Thesen keine absolute Gültigkeit verlangen, sie spiegeln aber meinen persönlichen Glauben wider und das, was man mir von kirchlicher Seite her beigebracht hat.
Okay. Dann entschuldige bitte meinen anfängl. Ton! Das meine ich ernst, denn ich habe vermutet, dass Du die offizielle Lehre der Kirche besser kennst, als Du aus "ideologischen Gründen" zugeben wolltest. Also so fies dachte ich.

Es gab im Laufe der Kirchengeschichte 21 sog. ökumenischen Konzilien, zu denen alle katholischen Bischöfe eingeladen waren (wenngleich meistens leider nicht Bischöfe aus aller Welt anwesend waren), um unter anderem über Lehrfragen zu entscheiden. Diese ökumen. Konzilien stellten Dogmen auf, die bis heute die offizielle Lehre der Kirche ausmachen, für den Katholiken also strenggenommen bindend sind. Auch was Synoden und Päpste in Sachen Glaubenslehre von sich gaben hat eine kirchliche Relevanz.
Es gibt z. B. - und das wäre ja vielleicht ganz interessant für Deine weiteren Studien - ein Werk namens "Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen" (griech.-lat.-dt.) von Heinrich Denzinger u. Peter Hünermann (verschiedene Aufl., Herder-Verlag), in dem man die Quellentexte, also den Wortlaut der kirchl. Lehrentscheidungen, nachlesen kann.
Was in einem Kirchenlexikon oder auf den von Dir angeführten Internetseiten steht, kann ohne jede Frage gut und richtig sein, aber es gibt nicht automatisch die Lehrmeinung der Kirche wieder.

In Bezug auf unser Beispiel mit der leibl. Auferstehung Christi zitiere ich aus dem Denzinger/ Hünermann nur mal das erste, was ich beim Durchblättern gefunden hab:
"Er hat, so bekennen wir, unter Pontius Pilatus aus freiem Willen für unser Heil gelitten im Fleisch, wurde gekreuzigt im Fleisch, ist gestorben im Fleisch, ist auferstanden am dritten Tage in demselben verherrlichten und unverweslichen Fleisch (carne) und ... ist hinaufgestiegen in die Himmel, um auch zur Rechten des Vaters zu sitzen".
Brief des Papstes Pelagius I. von 557 n. Chr. (Die drei Punkte … im Text stehen so in der 40. Aufl.; ich habe hier nichts ausgelassen).

Die 11. Synode von Toledo (672-676 n. Chr.) z. B. sagt:
„Gott, das Wort, hat nämlich nicht die Person des Menschen angenommen, sondern die Natur, und in die ewige Person der Gottheit hat er die zeitliche Substanz des Fleisches (substantiam carnis) aufgenommen“.
Auch das impliziert doch stark eine leibliche Auferstehung Jesu Christi.

Die beiden beispielhaft vorgebrachten Zitate stehen „rangmäßig“ freilich unter den Entscheidungen der ökumen. Konzilien, aber ich stelle einfach mal die freche Behauptung auf, dass auch die ökumen. Konzilien sich irgendwo in dieser Weise über die Auferstehung Christi ausgesprochen haben. Um es kurz zu machen: Ich hab jetzt keine Lust mehr noch weiter zu suchen (denn der Denzinger hat ungefähr 1575 Seiten mit Quellentexten).
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