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Alt 14.05.2016, 19:24   #19
Dieter
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Linguisten können klassifizieren so viel sie wollen. Damit habe ich kein Problem. Das kurdisch sein war aber immer außerhalb der Sprachwissenschaft definiert und festgelegt. Somit haben Linguisten nicht zu bestimmen welche Sprachen dem kurdischen zugehörig sind und welche nicht. Allenfalls die Eigenständigkeit der kurdischen Sprachen von einander können sie zum Ausdruck bringen.
Sprache hat eine zentrale Bedeutung bei der Bestimmung einer Ethnie. Dazu zählen aber auch Kultur, Abstammung, Religion u.a. Wer eine kurdische Identität ausgebildet hat und Kurdisch spricht, wird vermutlich ein Kurde sein.

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Ist auch nur meine Meinung, denn wenn die Parther irgendwo Spuren hinterlassen haben, dann in Kurdistan, wo der Schwerpunkt der nordwestiranischen Sprachen liegt.
Die Parther haben den Iran rund 400 Jahre beherrscht. Dass sie in diesem Zusammenhang auch im heutigen Kurdistan Spuren hinterließen, bedeutet nicht, dass das ihr zentrales Siedlungsgebiet war. Die Hauptstadt der Parther war Ktesiphon beim heutigen Bagdad mitten im Zweistromland. Da die Parther ursprünglich ein halbnomadisches Reitervolk waren, haben sie ihr Siedlungszentrum sicher nicht ins abgelegene kurdische Gebiergsland verlegt.

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Dies geschah aber meissten aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen die zur Zerschlagung ganzer Kulturen führte oder der Verdrängung durch besser entwickelter Kulturen und Sprachen. Wie wahrscheinlich ist es aber das Parthisch im eigenen ehemaligen Herrschafts und Siedlungsgebiet vollständig ausstirbt, während andere einfache und eng verwandte Sprachen wie das kurdische auch noch im selben Raum überleben konnten?
Man kann vermuten, dass der kleine Stamm der Parther bereits im Verlauf seiner 400-jährigen Herrschaft im Iran seine Identität weitgehend einbüßte und in der persischen Mehrheitsbevölkerung aufging. Nach dem Untergang der parthischen Herrschaft zu Beginn des 3. Jh. n. Chr. erlischt allmählich jede parthische Spur. Zu Beginn der islamischen Herrschaft im 7. Jh. finden sich keine Spuren mehr einer parthischen Identität. Wie zahlreiche andere Völker weltweit haben sich auch die Parther an ein anderes Volk assimiliert - hier die Perser - und sind als eigene Ethnie verschwunden.

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Ich habe auch nicht vom ursprünglichen Siedlungsgebiet gesprochen. In ihrer langen Herrschaftszeit hat sich ihr Siedlungsgebiet sicherlich nach Süden und Westen verschoben, wo Rom für die Westgrenzen immer eine Bedrohung war. Das ursprüngliche Gebiet der Kurden war im frühen Mittelalter ebenfalls weiter östlich und nördlich, Schwerpunkt vermutlich im Norden und Westen des heutigen Iran und dem Zagrosgebierge
Herrschafts- und Siedlungszentrum der Parther im Iran war das Zweistromöand und nicht das abgelegene Zagrosgebirge. Im Lexikon der Antike heißt es:

"Aufbauend auf blühenden bronnzezeitlichen Siedlungen entwickelte sich seit dem 6. Jh. v. Chr. in Nordostiran und Südturkmenistan eine eigenständige parthische Kultur, die nach den Eroberungen Mithridates I. (171-139/138 v. Chr.) nach Mesopotamien übergriff. Wichtige Zentren in Mittelasien waren Nisa, Geok-Tepe, Alexandria (heute Merw); in Iran Masjid, Bard e Neschandeh und Susa; in Mesopotamien Assur, Dura-Europos, Ktesiphon und Seleukia."
(Lexikon Alte Kulturen, Mannheim 1993, Bd. 3, S. 112)

Man kann vermuten, dass im 1. Jahrtausend v. Chr. Bevölkerungsgruppen mit nordwestiranischer Sprache ins Zagrosgebirge einwanderten, vielleicht über den Kaukasus. Mit den Parthern hat das allerdings nichts zu tun.
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