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Alt 09.01.2017, 17:39   #43
Ravenik
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Ich will hier nicht auf alle Details eingehen, nur zwei Einzelheiten:

Zitat:
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Archelaus durfte auf eigenen, von Rom gewährten Wunsch den Königstitel führen
Es war genau andersherum: Herodes hatte seinen Sohn Archelaos zwar als König bestimmt, aber Augustus verweigerte ihm den Königstitel. Archelaos musste sich mit der Bezeichnung "Ethnarch" begnügen, die rangmäßig zwischen König und Tetrarch angesiedelt war.

Zitat:
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Ein anderer Bestandteil dieses Materials dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Vorfall um Lucius Quinctius Flaminius gewesen sein, der bei Livius, Cicero und Seneca nachzulesen ist und 184 BCE zu Flaminius´ Ausschluss aus dem Senat führte. Der Senator hatte auf einem Bankett dem Wunsch einer von ihm geliebten Kurtisane nachgegeben, an Ort und Stelle Zeugin einer Enthauptung zu sein, und einen verurteilten Gefangenen herbeibringen und vor den Augen der Kurtisane und der anderen Gäste köpfen lassen. Setzt man Antipas an die Stelle des Flaminius, Herodias bzw. die Tochter an die Stelle der Kurtisane, den Täufer an die Stelle des Gefangenen und die (fiktive) Verliebtheit des Antipas in die Tänzerin an die Stelle der Liebe des Flaminius zur Kurtisane, ergibt sich eine Analogie, die kaum zufällig ist.
"Hohe Wahrscheinlichkeit" wohl kaum, zumal der Vorfall in mehreren, deutlich voneinander abweichenden, Varianten geschildert ist:
Die älteste bekannte Quelle zu dem Vorfall ist Valerius Antias, der den Vorfall tatsächlich wie Du schilderte. Ebenso Cicero und Valerius Maximus.
Wesentlich anders stellte den Vorfall hingegen Livius dar, der sich dabei auf die Rede des Censors Cato, mit der dieser des Flamininus' Rauswurf begründete, stützte: Demzufolge nahm Flamininus einen männlichen Lustknaben namens Philipp nach Gallia Cisalpina mit. Philipp beschwerte sich, dass sie Rom vor irgendwelchen Gladiatorenspielen verlassen hätten, und als "Entschädigung" bot Flamininus ihm aktiv an, irgendeinen Boier, der gerade als Überläufer im Lager weilte, zu töten. Als Philipp zustimmte, tötete Flamininus den Boier eigenhändig, allerdings nicht durch Köpfen.
Plutarch bietet eine Art Mischung aus den beiden Versionen. Sie ähnelt der von Valerius Antias und Cicero, allerdings war es bei ihm ebenfalls ein männlicher Geliebter.

So oder so stellt sich die Frage, ob die Evangelisten Markus und Matthäus gerade bewandert in römischer Geschichte waren.
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