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Alt 11.01.2017, 17:32   #44
Ravenik
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Scorpio Beitrag anzeigen
Dennoch muss man eigentlich froh darüber sein, über diese Quelle verfügen zu können, manche Kaiser und Usurpatoren der Soldatenkaiserzeit sind nur in der HA überliefert, und manche Ausgrabungen haben Details der HA bestätigt. So bei Ausgrabungen bei Kremna in Pisidien. Zur Zeit des Kaisers Probus setzte sich ein isaurischer Lokaldynast namens Lydios in der Stadt Krema fest und nahm die Bevölkerung als Geisel bis die Römer unter Probus die Stadt belagerten und zurückeroberten. Diese Episode ist nur in der Historia Augusta und im Geschichtswerk des byzantinischen Historiographen Zosimus überliefert, und die Berichte galten als unsicher, bis archäologische Ausgrabungen in Kremna eine römische Belagerung samt aufwändigem Belagerungswall in genau diesem Zeitraum bestätigten.

Die HA erwähnt Strafexpeditionen des Maxminus Thrax in Germanien. Bevor das Schlachtfeld am Harzhorn entdeckt wurde, hätten wohl die wenigsten Historiker der römischen Armee in der beginnenden Reichskrise des 3. Jhds einen Feldzug so tief in die Germania libera zugetraut.

Daher sollte man, auch wenn die HA streckenweise sicher zweifelhaft ist, doch froh sein, dass es diese schriftliche Quelle gibt.
Ein weiteres Beispiel:
In der HA-Biographie von Kaiser Valerianus steht (8. Kap.), sein jüngerer Sohn Valerianus sei von einer anderen Mutter gewesen als sein älterer Sohn und Mitkaiser Gallienus. Diese Angabe wurde lange Zeit aus mir unbekannten Gründen als fiktiv verworfen (so wie viele Angaben zu Eltern in der HA); Valerianus habe nur eine Ehefrau gehabt. Eine 2004 publizierte Inschrift belegt allerdings zumindest, dass Kaiser Valerianus tatsächlich noch ein zweites Mal verheiratet war (mit einer Cornelia Gallonia).

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Stilicho Beitrag anzeigen
Augustus hat, wie fast alle Kaiser nach ihm, und aus verständlichen Gründen, wichtige Posten mit Leuten besetzt, die ihm genehm waren. Im weniger genehme Leute hat er beseitigen lassen. Unter seiner Herrschaft gab es umfangreiche Subscriptionslisten, der Beginn seiner Herrschaft war äußerst blutig.

Warum werden ihm seine politischen - und privaten - Morde nicht vorgeworfen?
Werden sie doch - gerade auch in der antiken Geschichtsschreibung.

Zitat:
Stilicho Beitrag anzeigen
Warum nennt man seine willkürliche Besetzung wichtiger Ämter nicht "Günstlingswirtschaft"?
Dass ein Kaiser nicht alles selbst machen kann, ist eh klar. Der Unterschied zwischen Commodus und Augustus ist jedoch, dass Augustus die Zügel selbst in der Hand behielt und nicht seine Gehilfen nach deren Gutdünken schalten und walten ließ, während er selbst sich dem Vergnügen widmete.
Im Übrigen waren Augustus' Gehilfen doch würdigere Erscheinungen als etwa Commodus' Günstling Saoterus, sein Geliebter aus Nikomedia.

Zitat:
Stilicho Beitrag anzeigen
Es ist doch nur die Art der Berichterstattung, die hier den Unterschied macht.
Nein.
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