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Ja, ich laufe gerne in der Gegend herum und schaue sie mir an. Und das statistische Mittel zeigt, dass ich am meisten und am besten schreibe, wenn ich über die Erlebnisse entlang von Wanderungen zu, an oder entlang historischen Orten berichte. Seit Hape Kerkelings Durchbruch mit dem Jakobsweg ist ja jeder Heinz auf spiritueller Wanderschaft; was hält mich da zuhause? Ganze Tourismusbranchen leben mittlerweile davon, den spirituellen Wanderern alles außer ihrem Arsch hinterherzutragen, damit die Pilgerschaft stressfrei und erlebnisorientiert vorgenommen werden kann. Leider kann ich nicht von mir behaupten, vor dem allgemeinen Hype in die Hufe gekommen zu sein, wenngleich mich dessen mittlerweile erreichtes Ausmaß überrascht.

Wanderkarten und Wanderzeichen können in die Irre leiten, darauf lässt man sich ein, wenn man sich auf den Weg begibt. Selbst wenn man nicht vom Weg abkommen möchte, kann die versagende eigene Orientierung einen dorthin führen, wo man nicht hinwollte. Risiko eben. Aber ich schwöre bei Rosses Rumpf und Schiffes Kiel, dass ich, wo ich auch hingehe, mit leichtem Gepäck oder schwerbeladen, alles meine auf meinem eigenen Rücken trage. Und was ich hierhin mitbringe, habe ich selbst gesammelt und aufgelesen.
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Das mit dem das mit dem

Veröffentlicht: 01.12.2009 um 09:09 von Mummius Picius
Aktualisiert: 01.12.2009 um 10:46 von Mummius Picius
Stichworte aufplustern

"Ich verstehe das mit dem Absolutismus nicht" heisst es in den Hilferufen, "Ich verstehe das mit der römischen Republik nicht". Was ist es, das scheinbar der ganzen Geschichte zueigen ist, was ist es, das nicht verstanden wird, gewissermaßen der omnipräsente Knochen der Geschichte, der im leckeren Hühnchen des historischen Wissens quersitzt und zu kognitiven Erstickungsanfällen führt.

Wenn ich das das mit dem nicht verstehe, verstehe ich ein Nichts nicht, denn ich verstehe nicht, was denn das das mit dem denn nun sein soll. Ist es ein "Problem"? Ist ein ein "Themenspektrum"? oder einfach nur ein "Ding"? Das einfache Einfüllen eines Wortes in das "das mit dem" bewirkt 100% Sinngewinn.

Und gleichzeitig klinge ich 100% klüger. "Ich verstehe das Problem des Merkantilismus nicht" klingt schon so, als würde ich den Merkantilismus selber eigentlich doch verstehen. Andere Worte sind noch zauberkräftiger. "Ich verstehe die Entwicklung der römischen Republik von Cato bis Sulla nicht" ist eine Aussage, der sich mit Freuden Heerscharen von weißbärtigen Professoren anschließen möchten, denn wer versteht die schon?

Beleidigt wendet sich der Fisch vom Haken, wenn der schmuck- und wurmlos vor ihm im Wasser hängt. Wer mit "das mit dem" nach Wissen fischt, fängt die kleinen Fische und die Wikilinks. Wer leckere Häppchen und Wörtchen dran tanzen lässt wie "Struktur", "Komplexität", "Phasengliederung", "soziokulturellen Aspekte", dem baumeln bald die fettesten Fische dran. Wer mit Worten ködert, wird Worte kriegen. So einfach ist das.


Lesen muss dann die dann aber auch …
Kategorie: Kategorielos
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