Ja, ich laufe gerne in der Gegend herum und schaue sie mir an. Und das statistische Mittel zeigt, dass ich am meisten und am besten schreibe, wenn ich über die Erlebnisse entlang von Wanderungen zu, an oder entlang historischen Orten berichte. Seit Hape Kerkelings Durchbruch mit dem Jakobsweg ist ja jeder Heinz auf spiritueller Wanderschaft; was hält mich da zuhause? Ganze Tourismusbranchen leben mittlerweile davon, den spirituellen Wanderern alles außer ihrem Arsch hinterherzutragen, damit die Pilgerschaft stressfrei und erlebnisorientiert vorgenommen werden kann. Leider kann ich nicht von mir behaupten, vor dem allgemeinen Hype in die Hufe gekommen zu sein, wenngleich mich dessen mittlerweile erreichtes Ausmaß überrascht.
Wanderkarten und Wanderzeichen können in die Irre leiten, darauf lässt man sich ein, wenn man sich auf den Weg begibt. Selbst wenn man nicht vom Weg abkommen möchte, kann die versagende eigene Orientierung einen dorthin führen, wo man nicht hinwollte. Risiko eben. Aber ich schwöre bei Rosses Rumpf und Schiffes Kiel, dass ich, wo ich auch hingehe, mit leichtem Gepäck oder schwerbeladen, alles meine auf meinem eigenen Rücken trage. Und was ich hierhin mitbringe, habe ich selbst gesammelt und aufgelesen.
Die meisten Rätsel wollen gar keine sein, sondern sind einfach nur verschüttete, verlorene, schlecht konservierte Informationen. Im Gegensatz zum Mainstream heutiger Mystery-Thriller à la Dan Brown beantragen die Hüter alter Wissensschätze heute eher erfolglos Fördergelder bei Bildungsministerien, als dass sie ihre Tätigkeit als erfolgreichen Geheim-Nebenjob zum offiziellen Elitenstatus betreiben. Nichts würden sie lieber tun, als ihr verborgenes Wissen ans Tageslicht zu rücken. Aber dafür stehen...
"Rom und Karthago führten drei Kriege" … in den frühsten Jugenderinnerungen kleben wie Tapetenreste Bilder und Sätze von Geschichte büffelnden älteren Brüdern, Sammelbilderalben "Weltgeschichte" und die erste Erwähnung von Elefanten. Rom kannte ich. Die Saalburg war Ausflugsziel, Timpo-Figuren in Tonnenrüstung, mit schreiendem Mund, zum Reitersitz gegrätschten Beinen, "Asterix", "Sandalenfilme" – das war Rom.
Karthago und Rom führten drei Kriege, alle...
Markengeprägte Realität (schon wieder?). Nein, eher "immer noch". Oder "immer mehr". Anlass gibt mal wieder der gute alte Varus, mit seinem ohnehin einprägsamen Namen (wenn man mal von der Quinctilius-Quintilius-Frage absieht) eindeutig der Gewinner über den Arminius, den niemand mehr Hermann nennen mag, weil überhaupt niemand mehr Hermann heisst oder heissen sollte. Das Varusjahr nähert sich dem Ende, ab dem 25. Oktober werden die Ausstellungen geschlossen, die Parks winterfest...
Die Schönheit von Kunstwerken vergangener Epochen liegt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil darin, dass diese Epochen vorbei sind. In ihren eigenen Zeiten haben diese Kunstwerke einen Aspekt, den sie heute nicht haben – den der Aktualität. Aktualität ist nicht nur ein Ruhen im Augenblick des Jetzt, es ist auch ein Blick in die Zukunft – das Kunstwerk besticht dadurch, dass es zum Zeitpunkt seiner Vollendung das jeweils modernste, aktuellste, zeitgemäßeste ist, das der jeweilig Schaffende hervorbringen...
Angesichts einer Katastrophe vernünftig und besonnen zu handeln ist eine große Tugend, welche von den Organisatoren der "Schwerter, Brot und Spiele" im Archäologischen Park Xanten beim diesjährigen Römerfest unter Beweis gestellt wurde. Ein Blitzschlag verletzte 18 Menschen, mehrere davon schwer. Zwei Menschen mussten reanimiert werden. Trotzdem lief alles gut: die Rettungsdienste waren schnell und in ausreichender Anzahl zur Hand, die Evakuierung des Parks vollzog sich zügig und ohne...