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Eigentlich eher ein 'Merkheft' an einem Ort der nicht durch plötzliche Missgeschicke von mir selbst zerstört werden kann. Aber als selbst-bekennende Plaudertasche, plappere ich hier auch fröhlich vor mich hin. NB: Es sei denn, eine Deutsche Quelle ist angegeben, sind alle Übersetzungen von mir und dementsprechend ohne Gewähr.
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The Lady and the Highwayman (1989)

Veröffentlicht: 30.09.2011 um 01:42 von Saint-Simone
Aktualisiert: 30.09.2011 um 15:23 von Saint-Simone

"The Lady and the Highwayman" (Die Dame und der Straßenräuber) spielt Mitte des 17. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte einer Dame und, äh, eines Straßenräubers, wobei freilich nichts so ist wie es scheint, und, ach...

*Titelkarte: Nach einem Roman von Barbara Cartland*

Ach, du heiliges...was'n...muß das sein?

*mit einem jungen und unbekannten Hugh Grant*

Ich wette dafür schämt er sich mehr als für alle nachfolgenden Skandale.

*Entkörperte weibliche Stimme erklärt kurz, daß England von Cromwell regiert wird, dem die Armee untersteht, und das Republiken böse sind.*

Nur nochmal, damit das deutlich ist: Böö-öhse! Alles klar, gut? Warum ist der Himmel so rot? Wo soll das überhaupt sein? Sieht aus wie Cornwall. Na, ist ja auch egal. Oh, schau', die drei Musktiere reiten über ziemlich abgelutsche Schafwiesen. Warum ist der Himmel so rot?

*Michael York, inklusive schwarzer Allongeperücke gibt sich als Karl II zu erkennen, und freut sich, daß man ihn davon überzeugt hat doch nach England zurückzukommen*

Klar. Da könnte man fast meinen, daß Karl II sich geziert hat, weil in Frankreich das Essen besser ist? Oder die Rentenversorgung? Oder vielleicht hat's ihm in Holland so gut gefallen? Oder vielleicht hat er sich gedacht, daß König von England sein viel zu gefährlich ist.

*Michael York wird weiterhin von schlechtem Dialog geplagt, und doziert darüber, daß die Engländer ja so froh, nein wirklich außer sich sind vor Freude, daß er wieder da ist.*

Nur für den Fall, daß irgendjemand es verpasst hat: Republiken sind bööö-öhse! Deswegen freuen sich die Engländer genauso wie ihr König, daß er wieder da ist, weil jetzt alles besser wird. Nach dem Commonwealth hätte ich mich auch gefreut, daß ich wieder Weihnachten feiern darf, und bunte Farben und wäre wahrscheinlich so froh gewesen, daß ich einen Regenbogen gepupst hätte.

*Ein sehr junger, sehr unbekannter und bisher namenloser Hugh Grant wird ebenso von schlechtem Dialog geplagt, und tauscht dann seinen Hut mit dem König*

Die Verkleidung ist sowas von genial! Darauf kommt nie einer! Nie!

*Unbekannter und wahrscheinlich nicht sonderlich belangvoller Schauspieler erinnert Hugh Grant daran, daß Hugh Grant sein Erbe ist, ein Herzogtum erben wird und er solle doch bitte auf die unschuldige Schwester Lady Panthea aufpassen, sollte ihm etwas passieren*

Kann man noch mehr mit dem gesamten Zaunpfahl winken? Die Uhr zeigt 3:03 Minuten an, ich weiß, daß du sterben wirst, Hugh Grant wird Herzog, und Panthea (die Arme) wird sich auf irgendwelchen Umwegen mit ihm zusammentun. Wir können davon ausgehen, daß Hugh Grant Straßenräuber wird, und alles wird gut. Und was soll dieser blöde rote Himmel? Abenddämmerung über der Republik? Warum tue ich mir das eigentlich an?

*Vermummte Parlamentarische Truppen haben die Verfolgung aufgenommen, der Himmel ist nicht mehr rot, Schafe werden auf einer Weide beim grasen gestört*

Ich hab' hier doch noch irgendwo eine Flasche Wein. Aus dem Filmchen kann man sicher ein Trinkspiel machen. Jedesmal wenn Schafe gestört werden und die Republik für böööö-öhse erklärt wird sollte ich einen trinken.

*Verfolgungsszene. Hugh Grant, noch immer clever als Karl II verkleidet, entkommt seinen Verfolger in einem Steinbruch und verabschiedet sich von ihnen mit gezogenem Hut*

Gut gemacht, Junge, jetzt haben sie bestimmt gesehen, daß es nur eine Verkleidung war! Du Hammel! Hätte die New Model Army nur aus solchen blinden Deppen bestanden wie jene die dir Rindvieh gefolgt sind, dann hätte der Rommee-Club meiner Oma sie besiegen können – ohne Hut!

*Eine blonde Dame und ein ältlicher Diener reiten durch die Landschaft, mehr Schafe werden verstört, die Kamera zeigt auf ein Plakat. Lady Panthea (die Arme) liest das Plakat, welches besagt, daß ihr Bruder wegen Hochverrats gesucht wird. Seit einem Jahr. Der Arme. Lady Panthea findet das furchtbar. Lady Pan: waaaaah, mein armer Bruder*

Sorry, Pan, wenn ich die letzten paar Minuten richtig verstanden habe, dann hat's ihn schon gekostet, und wenn er Glück hatte, ist sein Name nicht auf den Abspann gekommen. Niemand braucht jemals zu wissen, daß dieser Schauspieler hier mitgewirkt hat.

*Auf einem weiteren Plakat wird eine Belohnung angeboten, für die Ergreifung des Straßenbräubers "Silver Blade", also die "Silberklinge"*

Weinflasche, Flaschenöffner, Glas. Für jede Erwähnung des Namens ein Schluck. Sollte Lady Pan tatsächlich irgendwann in seine Arme sinken und dabei "Oh Silberklinge" hauchen, gibt's die ganze Flasche auf Ex.

*In einem weiteren unglaublichen Manöver der Verkleidungskunst hat Hugh Grant eine schwarze Maske erworben*

Jede schmerzhafte neue Verkleidung: Zwei Schluck. Ich bin bei sechs Minuten angelangt und schon beim trinken. Das hier wird gar nicht gut enden.

*Lady Pan und ihr ältliches Faktotum kehren zu ihrer Burg zurück. Der Steuereintreiber Drysdale wartet. Lady Pan: "waaah"*

Und damit wäre dann klar, daß sie ihn heiraten wird. Irgendwoher muß ja die romantische Spannung kommen, oder? Ich würde ja für jeden so offensichtlichen Plothinweis ein Glas trinken, aber dann bin ich in zehn Minuten hackedicht. Also: Jeder offensichtliche Hinweis: zwei Schluck und ein ein Zähneknirschen.

*Der lüsterne Drysdale wartet in der Halle, aufgemacht in puritanischer Kleidung, deutlich erkennbar am Hut. Lady Pan ist widerwillig. Drysdale will Lady Pan heiraten. Lady Pan will nicht, weil er Steuereintreiber ist und Royalistenfamilien ausnimmt.
Drysdale: Mann, ist die Alte scharf!*

Wir haben es ja begriffen: Republiken sind böööö-öhse! Ich trinke ja schon. Aber nur so unter uns, ist es meines Wissens nach schon so gewesen, daß nicht nur Royalistenfamilien Steuern zahlen mussten. Oder denkt Lady Pan vielleicht, daß nur Republikaner welche zahlen sollten, weil Republiken bekanntlich Böööö-öhse sind? Warum genau möchte Drysdale diese Schnepfe heiraten?

*Lady Pan: Wäre mein Papa noch am Leben, wäre das alles nie passiert.
Drysdale: Übrigens, dein Bruder wurde gefangengenommen. Heirate mich, dann rette ich ihn, weil ich als Steuereintreiber problemlos Hochverrat ungeschehen machen kann, und ich dich so scharf finde. Daran merkt man auch schön, wie korrupt, und deswegen bööööö-öhse Republiken sind. Küss mich!
Lady Pan: waaah...
*

Kann man das vielleicht einfach als Untertitel einblenden? "Republiken sind böse", in Barbara-Cartland-Pink? Und was soll eigentlich der Hinweis, daß Papa ihn mit der Peitsche vom Gut gejagt hätte? Pan, Mädel, ihr seid alleine, schieb‘ ihn doch einfach die Treppe runter, wenn’s so akut ist.

*Hochzeit. Drysdale macht dem Priester Frechheiten. Lady Pan ist stoisch*

Ist ja schon gut! Nicht nur sind Republiken böse, nein Republikaner sind auch noch schlechte Menschen, die nicht nur gesetzmäßige Steuern eintreiben, sondern auch noch fies und gemein zu kleinen alten Priestern sind, die ihnen nur das Beste wünschen. Als nächstes bringt er noch kleine Hunde um, und schlägt alte Damen!


*Drysdale ist lüstern.
Lady Pan: waaaah gemein…eklig…waaah…
Schoßhund: Wauwauwau
Drysdale tritt Hündchen zusammen*

Mein Glas ist leer.

*Es rasselt die Büchse, es knattert das Schrot. Brilliant verkleidet, mit Perrücke, Maske und Hut (!) reitet Hugh Grant heran und hält einen leeren Vorderlader an Drysdales Kopf.
Drysdale: Silberklinge!*

Wir können nur schließen, daß die Silberklinge, angelockt durch die Schmerzensschreie eines Welpen, auf sein Einhorn gestiegen ist, und über eine Regenbogenbrücke sofort zur Hunderettung geeilt ist. Mit der Kraft der Glücksbärchen...vielleicht sollte ich wieder aufhören zu trinken.

*Drysdale: Du schon wieder?
Hugh Grant: Bei unserem letzten Treffen war ich zu blöd zu merken, daß du die Steuern und dein gesamtes Vermögen immer mit dir herumschleppst, aber weil du einen kleinen Hund umgebracht hast werde ich dich bestrafen.
Drysdale: Verdammt.
Lady Pan: waaaah
Hugh Grant: Meine Dame...boah, scharf!
Lady Pan: waaah...? Hündchen...begraben...waaah
Hugh Grant: Als der Held dieses Rührstückes ist es meine Pflicht den Hund zu begraben, statt Drysdale seinem Schicksal zuzuführen, da wir ihn vermutlich noch als Bösewicht brauchen werden!*

Team Drysdale! Ich weiß, daß es unsinnig ist sich auf Drysdales Seite zu schlagen, aber der Mann hat immerhin mal einen Beruf, Ziele und so wie er mit dem Hund umgegangen ist, hätte er meines Erachtens nach mal zumindest bessere Vorraussetzungen für die erfolgreiche Ausübung des Berufes eines Straßenräubers. Ein paar meiner Vorfahren waren Straßenräuber, und wie mein Mangel an Vermögen aufweist, ähnlich erfolgreich wie Hugh Grant als "Silberklinge", also weiß ich wovon ich rede. Und Hündchen mochten meine Vorfahren wahrscheinlich auch noch. Das konnte ja nie was mit meinem Erbe werden!

*Hundebeerdigung. Lady Pan weint, Drysdale schaut grimmig drein, Hugh Grant findet Lady Pan weiterhin scharf.
Lady Pan: waaah...der böse Republikaner hat gesagt, daß er meinen Bruder rettet...
Hugh Grant: Scheiße, der ist aber schon seit zwei Wochen tot.
Lady Pan: waaah-waaah-waaah
Hugh Grant: Mann, ist die Alte scharf! Lehn‘ dich an meine männliche Hühnerbrust und ignoriere den kieferortophädischen Mißstand meiner Zähne, der durch die Maske ganz besonders ungünstig hervorgehoben wird. *

Lieber Herr Doktor [Name vergessen], danke, daß Sie über viele Jahre hinweg Draht an mein Gebiß geheftet haben. Sollte ich jemals mit einer Maske und einem leeren Vorderlader in der englischen Landschaft Schafe aufreiben, wird wenigstens kein solcher Schlaumeier wie ich, gemeine Bemerkungen über meine Zähne machen. Falls doch hätte meine Krankenkasse gerne ihr Geld zurück.



Ende Teil 1
Kategorie: Kategorielos
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Kommentare 3

Kommentare

  1. Alter Kommentar

    Fossiler Adam

    Sehr schön. Armer Hugh.

    Deine Beschreibung ist nur leider soviel unterhaltsamer als der Film selbst.

    Er tauscht auch den Umhang! Das macht die Verkleidung erst so perfekt!

    Was heißt eigentlich Perücke? Gab es damals schon Perücken in der Art wie Allongeperücken?
    permalink
    Veröffentlicht: 30.09.2011 um 15:44 von Brissotin Brissotin ist offline
    Aktualisiert: 05.10.2011 um 10:09 von Brissotin
  2. Alter Kommentar
    Mitgliederbild von FoxP2gen
    Ich kann nicht mehr dazu sagen als... DANKE!!

    Ich habe selten so sehr gelacht
    permalink
    Veröffentlicht: 13.10.2011 um 23:02 von FoxP2gen FoxP2gen ist offline
  3. Alter Kommentar
    Mitgliederbild von Saint-Simone
    Brissotin:

    Nach nur zweimonatiger Verspätung habe ich deine Frage gesehen. Perücken gab es damals schon, in der Form der Allongeperücken, und das extrem, extrem altmodische Wort dafür wäre "periwig". Daher kommt der heutige Name "wig".
    permalink
    Veröffentlicht: 31.12.2011 um 00:33 von Saint-Simone Saint-Simone ist offline
 

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