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die lieben Kollegen

Veröffentlicht: 27.05.2009 um 09:01 von tela

Oder wenigstens die eine neue. Sie kommt aus Russland. Sie lebt seit mittlerweile 9 Jahren in Deutschland. Sie hat 2 Kinder, die in die Schule gehen. Und sie kann fast kein Wort Deutsch.
Ihre Kinder müssen daheim russisch sprechen.

In Deutschland leben wollen, die Vorteile genießen, die ein Leben hier möglicherweise gegenüber Russland hat, aber Integration? Keine Spur, kein Wille, nicht einmal im Ansatz vorhanden.

Man muss doch wohl schon einen demonstrativen Nicht-Willen aufbringen, um in 9 Jahren (das ist doch wirklich verdamt lange!) sich nicht wenigstens rudimentäre Fähigkeiten anzueignen.

Wie die Kommunikation in der Arbeit laufen soll, ist mir noch ein Rätsel. Nicht jeden Tag ist ein deutsch und russisch sprechender Kollege anwesend. Müsste man nicht ab und zu arbeitstechnische Abläufe absprechen, sondern würden sich Gespräche auf small-talk beschränken, wäre es ja nicht so schlimm. Aber es müssen täglich durchaus wichtige Dinge besprochen werden. Nur wie, wenn sie kaum deutsch versteht und noch weniger spricht?

Das Beispiel zeigt mir: Ich bin klar für Sprachtests, wenn Leute auf Dauer in einem Land leben wollen - egal ob in Deutschland oder sonst wo.
Kategorie: Kategorielos
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Kommentare 4

Kommentare

  1. Alter Kommentar
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    Veröffentlicht: 27.05.2009 um 18:24 von Liborius Liborius ist offline
  2. Alter Kommentar
    Mitgliederbild von FoxP2gen
    Ich bin da ganz deiner Ansicht, tela - allerdings bewegen wir uns mit dieser Ansicht auf sehr dünnem Eis, gerne wird Verfechtern von obligatorischen Sprach- und ggf. Integrationskursen der "Rassismus"-Knüppel zwischen die Beine geworfen. Hier in Deutschland hemmt uns unsere Geschichte, etwas einzuführen, das in anderen Europäischen Ländern schon seit Jahrzehnten praktiziert wird: wer dauerhaft einwandern will, muss die Landessprache/Amtssprache beherrschen. In der Schweiz muss man sogar meines Wissens zwei der drei Amtssprachen (Schwijtzerdütsch, Französisch und Italienisch) beherrschen, sowie eine gewisse Zeit dort gelebt und gearbeitet haben, bevor man eingebürgert werden kann - einzig Deutschland scheint jeden aufzunehmen der an die Tür klopft. Kein Wunder, wird doch immer wieder erfolgreich auf den 12 Jahren herumgepocht, bis alle weich sind.

    Für mich gehört es jedoch eindeutig dazu, wenn ich in ein anderes Land gehe, die dortige Landessprache zumindest so weit zu beherrschen, dass ich mich verständigen kann. Meine Eltern sind auch aus Schlesien/Polen eingewandert und haben Kurse gemacht, um hier Fuß zu fassen und Arbeit zu finden und ich besuchte schon mit zweieinhalb den Kindergarten um nicht im Nachteil zu sein, wenn ich eingeschult werde. Zu meinem Glück haben meine Eltern auch zuhause Deutsch gesprochen, um zu üben und ich hatte daher auch als Kind ein Umfeld in dem ich problemlos die Sprache erlernen konnte.

    Das ist nämlich das größte Problem bei Einwandererfamilien, die sich nicht integrieren wollen - die Kinder, die hier dann zur Schule gehen haben einen riesigen Nachteil, weil sie außerhalb der Schule nur wenig Kontakt mit der deutschen Sprache haben. Gerade an den Grundschulen ist das Problem massiv, wie ich mit meinen eigenen Augen sehen konnte - es ist wirklich frustrierend für einen Lehrer, wenn er versucht, etwas zu erklären und die Hälfte der Klasse kann ihm nicht folgen, weil die Kids nur ein paar Brocken Deutsch können. Das führt dazu, dass man die Kinder stärker zu fördern versucht und am Ende steht der Teufelskreis dem wir heute gegenüberstehen: die Hauptschulen sind überlaufen von Jugendlichen, die Migrationshintergrund haben. Diese Kids sind ja nicht dumm oder so - Viele bringen das Problem in die Grundschule, dass sie kein Deutsch können, sind frustriert, weil sie zusätzliche Stunden machen müssen und üben müssen, das wirkt sich auch auf die Noten aus. Dazu kommen Hänseleien der anderen Kinder (Kinder sind grausam ehrlich) und das wirkt sich ebenfalls auf die Stimmung und einen gewissen Trotz aus.
    Dies lässt dann wieder die Leistungen sinken usw. usf. Natürlich gibts noch eine Reihe anderer Ursachen, aber ich denke, man unterschätzt diese Entwicklung.

    Natürlich kann man die Eltern nicht zwingen, zuhause Deutsch zu sprechen, aber wären sie gezwungen Deutsch zu lernen, würde sich irgendwann auch der Automatismus einstellen auf eine auf Deutsch gestellte Frage in derselben Sprache zu antworten - womit alle davon profitieren würden.

    Aber wie gesagt - sehr dünnes Eis, auf dem man sich da bewegt. Auch wenn "Käseblatt" noch ein Euphemismus für die Bildzeitung ist, muss ich leider zustimmen, dass die besagte Firma mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen haben wird, sollte sie wirklich Mitarbeiter aufgrund von Nutzung anderer Sprachen als Deutsch kündigen.

    Wie bereits oben beschrieben, wird oft und gerne mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit argumentiert, bei einer Angelegenheit, die in fast allen anderen Ländern selbstverständlich ist - und das liegt daran, dass die deutsche Geschichte immer wieder ein Aufhänger sein wird, wann immer etwas als Diskriminierung verstanden werden KÖNNTE (auch wenn es in Wahrheit keine ist).
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    Veröffentlicht: 27.05.2009 um 21:57 von FoxP2gen FoxP2gen ist offline
  3. Alter Kommentar
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    Veröffentlicht: 28.05.2009 um 00:59 von Liborius Liborius ist offline
  4. Alter Kommentar
    Mitgliederbild von Anish
    Natürlich bewegen wir uns auf dünnem Eis. Ich bin seit einiger Zeit als Dozentin tätig, vorrangig Bewerbungstraining und im Moment in einer Maßnahme, die immer 10 Arbeitstage (Montag bis Freitag) dauert und von der ARGE "bestückt" wird. Dabei ist mir in den vergangenen Monaten so einiges und so einige untergekommen. Auch in Deutschland lebende Menschen fremder Herkunft. Neben den üblichen Hemmnissen kommen bei ihnen Sprachhemmnisse dazu, mehr oder weniger. In einem Durchgang waren 6 von 16 Teilnehmer nicht deutsch: von 1 kam am zweiten Tag ein Krankenschein, 2 verstanden sehr gut deutsch und drei von garnicht bis miserabel.
    Letztere Gruppe genauer: 1 Nigerianerin, seit 2001 in Deutschland, seit 2006 mit Arbeitserlaubnis. Nach Deutschkurs (6 Monate) und zwei Kindern in der Zwischenzeit von einem deutschen Mann, der in einer anderen Stadt lebt, kann sie sich immer noch nicht auf Deutsch verständigen. Da sie über keinerlei Schulbildung verfügt, stehen die Chancen, Arbeit zu finden, schlecht. Die beiden anderen haben einen deutschen Pass (und Nachnamen), stammen aus Russland und haben weder Deutsch- noch PC-Kenntnisse, aber ursprünglich eine gute Ausbildung.
    Ein Herr, seit über 20 Jahren in Deutschland, immer in Arbeit, zuletzt einige Jahre selbständig, spricht und versteht gut deutsch, will sich auch wieder selbständig machen, hat ein tragfähiges Konzept. Die Dame, seit drei Jahren in Deutschland (durch Heirat mit einem viele Jahre in ihrem Heimatland lebenden Deutschen, dem der Job dort wegbrach), "Klassenbeste" im 6-monatigen Deutschkurs, spricht deutsch gut, arabisch und französisch perfekt sowie eine weitere Sprache, ist wissensdurstig.

    Was soll man da verallgemeinern? Klar, nicht immer trifft das so geballt in den Lehrgängen aufeinander, manchmal ist ein Ausländer dabei, mal mit guten Deutschkenntnissen, mal ähnlich drauf, wie tela es beschreibt.

    Wie soll man da argumentieren? Wie reagieren? Wie helfen oder integrieren?

    PS: Bisher haben alle meine ausländischen Teilnehmer mindestens 6 Monate einen Deutschkurs besucht.
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    Veröffentlicht: 31.05.2009 um 12:58 von Anish Anish ist offline
    Aktualisiert: 31.05.2009 um 13:05 von Anish
 

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