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Alt 09.08.2016, 14:10   #1
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Goldauge ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Wittelsbacher und Hexenverfolgung - Quellensuche

Hallo zusammen,
ich habe mir vorgenommen eine Hausarbeit über die Meinung eines Wittelsbachers zur Hexenverfolgung zu schreiben. Aber ich habe das Problem, dass ich keine passende editierte Quelle finde. Deshalb wollte ich euch fragen, ob ihr zufällig eine Quellenedition kennt, in der ein Wittelsbacher eine Aussage zu diesem Thema macht. Welcher ist eigentlich egal, da das Thema des Seminars ganz allgemein Wittelsbacher lautet.
Vielen Dank für eure Mühen
Goldauge
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Alt 09.08.2016, 16:57   #2
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Ralf.M ist ein sehr geschätzer MenschRalf.M ist ein sehr geschätzer Mensch
Da sollte man doch etwas finden.
Ich meine wenn man sich mit Ferdinand von Bayern (1577 – 1650) beschäftigt.
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Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben“.
Theodor Fontane 1819 - 1898
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Alt 10.08.2016, 12:56   #3
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Goldauge ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ja Ferdinand habe ich auch schon entdeckt, aber ich konnte leider keine Quellen persönlicher Art finden.
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Alt 10.08.2016, 14:57   #4
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Teresa C. wird schon bald berühmt werden
Muss es denn unbedingt ein Wittelsbacher sein?
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Die Wahrheit findet man nicht in irgendwelchen Berichten, sondern in den Rechnungsbüchern.
(Josephine Tey)
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Alt 10.08.2016, 15:03   #5
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El Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer AnblickEl Quijote ist ein wunderbarer Anblick
@Goldauge, hast du überhaupt einen konkreten Anlass zu glauben, dass es ein solches Zeugnis gibt?
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Alt 10.08.2016, 15:30   #6
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jschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblick
Zitat:
Goldauge Beitrag anzeigen
Ja Ferdinand habe ich auch schon entdeckt, aber ich konnte leider keine Quellen persönlicher Art finden.
Warum nimmst Du nicht einfach die Hexenprozessordung von 1607/1628, die von Ferdinand höchstpersönlich entworfen wurde?
https://books.google.de/books?id=GZk...page&q&f=false
Dazu gibt's viel Sekundärliteratur, worin vielleicht weitere Äußerungen Ferdinands zu finden sind.
__________________
Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher. (Einstein)
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Alt 10.08.2016, 16:07   #7
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Goldauge ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
@Theresa: ja, da dies das Thema des Seminars ist.
@El Quijote: Hoffnung Da der Umgang mit Hexerei ein Thema der frühen Neuzeit war, gehe ich mal davon aus, dass sich ein Wittelsbacher auch Gedanken darüber gemacht hat. Ob diese jedoch verschriftlicht wurden und überliefert sind ist eine gute Frage.
@jschmidt: cool danke, werde da mal reinschauen. Gerade hatte ich überlegt die Polizeiordnung Friedrich des Frommen von 1562 zu untersuchen, denn dort ist auch ein Teil über Zaubereidelikte enthalten, der vergleichsweise milde ist.
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Alt 10.08.2016, 16:33   #8
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Zitat:
Goldauge Beitrag anzeigen
@El Quijote: Hoffnung Da der Umgang mit Hexerei ein Thema der frühen Neuzeit war, gehe ich mal davon aus, dass sich ein Wittelsbacher auch Gedanken darüber gemacht hat. Ob diese jedoch verschriftlicht wurden und überliefert sind ist eine gute Frage.
Das ist allerdings - und ich meine das als guten Rat für dein Studium - keine sinnvolle Herangehensweise. Ihr werdet doch sicher im Rahmen eures Proseminars Quellensammlungen angesprochen haben, du solltest entweder als Ausdruck oder digital mittels eines Learnwebs/Moodles o.ä. eine Bibliographie vorliegen haben, in der du auch Quellenbände finden solltest.
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Alt 30.08.2016, 16:12   #9
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Peterchensmond ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Also, der große "Wittelsbacher" in der Zeit war Kurfürst Max I von Bayern. dazu die Biographie von Kraus und insbesondere die von Dieter Albrecht (1998). Die Biographie von Kurfürst Ferdinand von Köln stammt von einem Herrn Foerster aus den 70er Jahren.

Quelleneditionen zu Max I gibt es, einfach mal googeln. Spontan fällt mir "Die Politik Bayerns und seiner Verbündeten" ein, da geht es nicht nur um den 30jähr Krieg.

Hexenforschung war in den 90ern ein großes Thema, einfach mal googeln, was zB Sönke Lorenz und seine Schüler dazu geschrieben haben. Neuere Literatur und kulturgeschichtliche Ansätze in der Diss von Barbara Groß "Hexerei in Minden" (methodisch interessant!)

Minden war eine Hochburg der Hexenverfolgung. Fürstbistum Minden. Landesherr war dort kurz der harte "Gegenreformator" Franz Wilhelm von Wartenberg, 1648 fiel es an Brandenburg.

Zu Westfalen und Wittelsbach hier schauen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenv...gtum_Westfalen

Da gibt es Quellen und Literatur, teilweise digital, genau zu Deinem Thema.
Peterchensmond ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.08.2016, 16:50   #10
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Tannhaeuser ist ein sehr geschätzer MenschTannhaeuser ist ein sehr geschätzer Mensch
Ein Roman, bei dem es um Hexenverfolgung in Bayern geht, ist dieser hier:
https://www.amazon.de/Stra%C3%9Fe-Fe.../dp/3463008386
Hab ihn nicht gelesen, aber kann mir gut vorstellen daß es da Quellenhinweise gibt.
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Inbrunst im Herzen...
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Alt 31.08.2016, 07:43   #11
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Bliblablub befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ja, Ferdinand ist der Brenner Nr. 1.

Interessant wäre aber, wenn es schon "Wittelsbacher" heißt, verschiedene Herangehensweisen von Wittelsbachern in der selben Zeit:

3 Sachen sind für eine ausgewogene und umfassende Perspektive m.E. sinnvoll.

1.
Maßgeblich sind die Arbeiten von Wolfgang Behringer:
Die vergleicht die Herangehensweise bei den Hexenverfolgungen aller Wittelsbacher, auch z.B. im Herzogtum Pfalz-Neuburg, wo weniger verbrannt wurde als in Kurbayern und Kurköln (Ferdinand) und wo z.B. interessant ist, dass es nicht die Obrigkeiten waren, die die Initiative zur Verfolgung einleitete, sondern der Druck hysterisierter Landbevölkerungen usw.
https://books.google.de/books?id=jz0...=X&redir_esc=y

Zum Thema von geistiger Krankheit und Verbrennung ist auch

Lederer, Madness, Religion and State - der auch aus bayerischen Archiven geforscht hat


2.
Das ganz junge Handbuch von Jaumann (Hg.), Gelehrtendiskurse.
Da wird sichtbar, was denn überhaupt als Hexerei galt - auf versch. Ebenen - auch Hexerei unter "Akademikern" - also was als "Magia naturalis" verstanden wurde, und wie da z.B. auch Vielverbrenner wie Ferdinand darauf differenzierter eingingen, etwa am Beispiel von Paracelsus.


3.
als Quellen gelten ja mehrere, auch Traditionsquellen:
Friedrich von Spee hat ja gerade in Kurköln - wo die Prozesse ausgeufert sind - und da er auch Jurist und Strafverteidiger war, die Prozesse geführt und die Argumentationen abgeklopft. Das ist eine gute Traditionsquelle, die auch so vorhanden ist und Du Dir runterladen kannst ( https://books.google.de/books?id=wSp...inalis&f=false ); ich hoffe, der Link geht.

Sonst sehen, worauf v.a. der Beringer verweist - im Lit- Verzeichnis unter gedruckte Quellen.


Ach ja: Politik und Hexen ist an einem Punkt extrem spannend und da gibt's eine nette Quelle: nämlich die Fugger (das Bankhaus Europas) bezogen Position f den Katholizismus und ließen - was dann spektakulär verbreitet wurde - von Petrus Canisius in der Gnadenkapelle Altötting einen Exorzismus an einer Kammerzofe machen: Das wurde dann als der Sieg des Katholzismus über das Böse usw. verbreitet und gehört zu den politischsten Hexenprozessen der Zeit: Das ist so um S. 160 in den Mirakelberichten über Altötting von

Irsing ( https://books.google.de/books?id=KA9...fugger&f=false) ; da ist der "Exorzismus" "hautnah" geschildert und das wurde dann dazu benutzt, um den Mythos Altötting als bayerisches Staatsheiligtum zu verankern. ( http://epub.uni-regensburg.de/13408/1/Appl-Ausbau.pdf S 265f. )

Hier kann man schön sehen, wie auch die Konfessionalisierungen (nicht nur die katholsche) auch im Sinn von Sozialdisziplinierung mit Abschreckung gearbeitet hat - nach einer einfachen Strategie:
- negative Exempel zur Abschreckung statuieren;
- die Gruppe der unentschlossenen umwerben und
- die Gruppe der entschiedenen Katholiken loben (z.B. Maria Ward oder Ursulinenen usw. ).


Das ist im groben die seit den 1570ern entwickelte Rolle der "Hexen" im Konfessionalisierungsprozess, der danach beibehalten wird.

Interessant - um auch mal zu sehen wie sich das ins 18. Jh. zieht, ist die Perspektive um den Goethe rum; da gibt's im Netz eine schöne Arbeit: Goethes Faust I und die Magie - Thomas Arnt - die schön zeigt, dass das nicht nur eine Sache des 16-17.Jh. war, sondern auch der sog. Aufklärung...

Lg und viel Erfolg damit.

Geändert von Bliblablub (31.08.2016 um 08:00 Uhr).
Bliblablub ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.08.2016, 08:49   #12
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Bliblablub befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ach ja, der Brückenschlag von den Fuggers zu Wittelsbach war der, dass die de Kredite f den Aufkauf der protestantischen Grafschaft Haag gegeben haben und Albrecht V. dann die Fugger in seinen Geheimen Rat geholt hat. So ist der Konnex um den "Hexen-Exorzismus" als Abschreckungs- (hier vor Protestantismus) und Werbemaßnahme zu zwischen Wittelsbach bzgl. Konfessionalisierung im Herzogtum Bayern, den Fuggern und der Jesuiten von Ingolstadt, die sowas wie das Diskursmonopol bekamen und deshalb da zentral sind. Abstrakt der Konnex zw. Politik (hier v.a. Innenpolitik gg. prot. Landstände und katholisierende Homogenisierung des Landes), Finanzwirtschaft (Fugger finanzierte auch die öster. wie span. Habsburger) und Kirche.
Lg

Geändert von Bliblablub (31.08.2016 um 08:53 Uhr).
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