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| | #61 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2010
Beiträge: 2.153
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PS: Vielleicht wäre hier ein neues Thema angebracht oder haben wir im GF schonmal solche Behauptungen aufgeführt?
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| | #62 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
![]() ![]() ![]() ![]() | Sie wurden vielleicht wie Ware behandelt, waren aber keine. Wären sie Sklaven gewesen, wären sie Eigentum der DDR gewesen und wären durch den Verkauf eigentlich Eigentum der BRD geworden, was aber unzulässig gewesen wäre. Letztlich erhielt die DDR einfach Geld dafür, dass sie politische Gefangene freiließ. "Gefangen" kann aber ohnehin nur eine Person sein, kein Sklave - ebenso wie man einen Sklaven genau genommen gar nicht wegen irgendwelcher politischen Delikte verurteilen könnte, da er als Sache nicht dem Strafrecht unterliegt, das tun nur Personen. |
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| | #63 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2010
Beiträge: 2.153
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| | #64 | |||
| Mitglied | Zitat:
Zitat:
Die Unterscheidung wie in der Frühen Neuzeit, um den Zeitschnitt soll es hier ja gehen, in Untertanen verschiedener Stände mit unterschiedlichen Privilegien gab es also in der DDR nicht. Von daher passt die DDR zum Vergleich nicht wirklich hier rein. Noch weniger passt es wahrscheinlich zum Thema Sklaverei in der Habsburger Monarchie. Wahrscheinlich handelte es sich m.E. bei dem Verschenken von Soliman an Lobkowitz um einen ähnlichen Akt wie dem Verschenken der bekannten Porzellandragoner von August dem Starken an Friedrich Wilhelm I.. Das Dragonerregiment von Wuthenow ging zwar im Tausch an Preußen über, scheint aber eher ein Übergang "freier" Soldaten von einem Geldgeber zum anderen gewesen zu sein. Zitat:
Es scheint mir also, als wäre es weniger ein Akt der Willkür als, sagen wir, ein freiwilliger Übertritt angesichts sächsischer Ausmusterung von den einen in die anderen Dienste gewesen zu sein. Weiß dazu jemand genaueres? Das "Verschenken eines Regimentes" würde ja sonst auch wieder eher nach mehr oder weniger Sklaverei klingen. Da die Soldaten bei den Sachsen überwiegend Inländer waren, bleibt aber das Geschmäckle, dass man Landeskinder freiwillig weggab. Freilich lässt sich das, wenn man die später konfliktträchtige Zeit zwischen beiden Staaten anschaut, auch schärfer beurteilen. * Quelle: Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 6. April 1968 in der Fassung vom 7. Oktober 1974 ** Kürassier-Regiment ?Herzog Friedrich Eugen von Württemberg? (Westpreußisches) Nr. 5 ? Wikipedia
__________________ "Jeder Schritt zur Erkenntnis bringt den Menschen seinem Schöpfer näher." Honoré Gabriel Riqueti Comte de Mirabeau (1749-91) | |||
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| | #65 |
| Gesperrt Registriert seit: 09.2011
Beiträge: 115
![]() | Mit "Sklaverei" kann ja eigentlich nur die Leibeigenschaft gemeint sein. Eine Fussnote: Der Prediger Abraham a Santa Clara gebürtig aus Kreenheinstetten über dem Tal der Oberen Donau, dürfte soweit bekannt sein. Sein Vater, Wirt der Traube in Kreenheinstetten (existiert heute noch) war zeitlebens Leibeigener der Grafen von Fürstenberg. Als Wirt (und einer der reichsten im Dorf) wäre ihm der relativ geringe Betrag für das "loskaufen" sicherlich nicht schwer gefallen. Deshalb meine These: Die Leibeigenschaft bot der Bevölkerung auf dem flachen Land einiges an Schutz, jedenfalls mehr als die Vorteile der "Freiheit" wogen. |
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| | #66 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2005 Ort: Berlino
Beiträge: 2.924
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Nein. Es wurde schon ausdrücklich zwischen Sklaverei und Leibeigenschaft unterschieden. Die Sklaverei reduzierte sich im Prinzip auf Nichtchristen, auch wenn dieses offensichtlich keine eiserne Regel war. Ich hatte oben schon etwas über die Sklaverei in Spanien geschrieben, wo diese sich entweder auf die Kolonien bzw. auf von dort mitgebrachte "Haussklaven" bezog oder auf Nichtchristen die als Kriegsgefangene genommen wurden (also zumeist Türken und Nordafrikaner). Im Sommer war ich in Cartagena. Dort wird z.Zt. in einer ehemaligen Kaserne ein Marinemuseum eingerichtet. Diese Kaserne hiess früher "Cuartel de presidiarios y esclavos" oder in anderer Version "Cuartel de presos y moros". Also Kaserne für Strafgefangene und Sklaven bzw. Mauren. Dieser Hafen diente einst der letzten spanischen Galeerenflotte als Standort, die 1805 aufgelöst wurde. Die Strafgefangenen dienten auf den Schiffen als Ruderer oder in der Werft als Arbeiter. Im Museum sind mehre Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert mit den Listen der Strafgefangenen und der Sklaven ausgestellt. Es wurde ausdrücklich und streng zwischen beiden Kategorien unterschieden. Bei den Strafgefangenen handelte es sich um Spanier die aus den verschiedentlichen Vergehen dorthin verurteilt wurde. Konkret wurde der Fall eines Verurteilten der Inquisition für Blasphemie aufgeführt so wie ein anderer der jemanden im Streit erschlagen hatte und von einem gewöhnlichen Richter (Regidor) verurteilt wurde. Bei den Büchern der Sklaven wurde der Name, meist eine grobe Beschreibung (Varon Negro, Moro etc.) und bei einigen wann gefangen genommen, geflohen oder gestorben. Als Bemerkenswert wurde aufgeführt, dass einige der Sklaven spanische Namen hatten. Von diesen nahm man an, dass es sich um Morisken oder um Renegaten handelte. Von den Morisken ist es überliefert, dass sie in die Sklaverei verkauft wurden wenn sie gefangen genommen wurden. Und Spanische Nachnamen findet man in Marokko und Tunis unter den Nachfahren der Vertriebenen bis heute. Renegaten sind aber m.W. der Inquisition überantwortet worden und wurden entweder hingerichtet oder sie wären bei den Strafgefangenen gelandet. M.W. wurde dieses in Frankreich, Venedig und auch auf Malta ähnlich gehandhabt. Malta soll zeitweilig der größte Sklavenumschlagsplatz der Christenheit gewesen sein. Mir fehlen jetzt jedoch konkrete Daten über die Österreichischen Habsburger und wie es in deren Machtbereich gehandhabt wurde. Geändert von Bdaian (28.09.2011 um 17:45 Uhr). |
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| | #67 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Leibeigenschaft und Sklaverei ähnelten sich zwar, aber der Leibeigene galt im Gegensatz zum Sklaven als Person. | |
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| | #68 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
![]() ![]() ![]() ![]() | Im "Wien Museum" in Wien findet übrigens vom 29.9.2010 bis zum 29.1.2012 eine Ausstellung über Angelo Soliman statt. In der ca. 250 Objekte umfassenden Ausstellung sollen auch die damals in Europa vorherrschenden Klischees über Afrika und die Nachwirkungen bis in die Gegenwart beleuchtet werden. |
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| | #69 | |
| Mitglied Registriert seit: 11.2008 Ort: Chemnitz
Beiträge: 1.067
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__________________ Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. Und ich lächelte und war froh - und es kam schlimmer! | |
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| | #70 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2005 Ort: Berlino
Beiträge: 2.924
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Danach gab es keine Aufstände mehr in Spanien, so dass auch keine größeren Kontingente an "Strafgefangenen" mehr gab und proportional mehr in Nordafrika oder auf See gefangene muslimische Sklaven. Geändert von Bdaian (07.02.2012 um 21:38 Uhr). | |
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| | #71 |
| Mitglied Registriert seit: 11.2008 Ort: Chemnitz
Beiträge: 1.067
![]() ![]() ![]() | Das war sicher auch ein Grund. Aber es gab auch noch andere Bevölkerungsgruppen ,wie die Gitanos ,Bettler, Taschendiebe und vor allem Ketzer, die zum Galeerendienst verurteilt wurden. Ab der Mitte des 17. Jh. wurde es auch immer häufiger zur Gewohnheit die Forzatos (Rudersträflinge) nach Verbüßung ihrer Strafe nicht zu entlssen sondern sie bis zu ihrem Lebensende auf der Ruderbank zu lassen. Trotzdem reichten sie noch immer nicht, sodass man immer häufiger auf Sklaven zurückgriff. Laut Gesetz sollten auf einer gewöhnlichen spanischen Galeere nicht über 40 Sklaven dienen, da diese immer die Gefahr der Meuterei im Kampf gegen ihre Landsleute in sich bargen. Diese Zahl wurde aber am Ende des 17. Jh. um das Dreifache überstiegen.
__________________ Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. Und ich lächelte und war froh - und es kam schlimmer! |
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