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Alt 15.12.2014, 13:01   #1
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1815: Napoleons Sturz und der Wiener Kongress


1815: Napoleons Sturz und der Wiener Kongress

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  Nach Adam Zamoyskis grandiosem Bestseller 1812. Napoleons Feldzug in Russland folgt nun die Fortsetzung: 1815 - Napoleons Sturz und der Wiener Kongress. Der geschlagene Napoleon trifft am 18. Dezember 1812 nachts inkognito in den Tuilerien ein und nimmt sofort das Ringen um seine schwankende Machtbasis in Paris auf. Doch das Blatt hat sich gewendet. Von nun an ist er der Gejagte. Zwei Jahre später ziehen die Mächtigen in Wien neue Grenzlinien über die Karte Europas. Schon vorher hatten sie ihre Ansprüche angemeldet, als das Imperium des französischen Kaisers erste Risse zeigte. Nun, auf dem Wiener Kongress, kommt alles zum Einsatz. Selten in der Geschichte gab es gleichzeitig an einem Ort so viele Manöver und Intrigen, so viel Gier, Bestechung, Sex und Erpressung. Zamoyski entfaltet auf der Grundlage von Dokumenten, Briefen, Tagebüchern, Polizeiberichten in sechs Sprachen ein fulminantes historisches Panorama, das bestechende Analysen der Politik ebenso bietet wie intime Einblicke in das frivole Leben hinter den höfischen Kulissen.

Adam Zamoyski • 1815. Napoleons Sturz und der Wiener Kongress • C.H. Beck Verlag • 2014 • 720 Seiten

ISBN-Nr.: 3406671233

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Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit. Antoine de Saint-Exupery, 1900-1944
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Alt 15.12.2014, 16:12   #2
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excideuil ist ein Lichtblickexcideuil ist ein Lichtblickexcideuil ist ein Lichtblickexcideuil ist ein Lichtblickexcideuil ist ein Lichtblickexcideuil ist ein Lichtblick
Anders als Thierry Lentz oder auch David King spannt Zamoyski den Bogen weiter. Sein Buch beginnt mit der Rückkehr Napoleons aus Rußland im Dez. 1812 und endet mit dem 2. Pariser Frieden.
Dass der Schwerpunkt dennoch auf dem Wiener Kongress liegt wird dadurch deutlich, dass es in den Kapiteln bis zum Kongress etliche sachliche Fehler gibt.
Zum Beispiel wird Talleyrand für das Frühjahr 1814 als Großkammerherr eingeführt, es wird behauptet, dass er erst mit der Szene vom 28. Jan. 1809 sein Ministeramt verlor. Damit bleibt unklar, wieso eine Hofcharge die Macht besitzen sollte, eine Revolution des Senates zu inszenieren. Auch erscheinen die Intensionen des Senats und die Handlungen Ludwig XVIII. nicht deutlich, so bleibt die Restauration recht diffus.

Zu Metternich wird wieder einmal die Mär verkauft, dass er auf Napoleons Wusch Botschafter in Paris wurde, was schon seit den 60iger Jahren des 20. Jahrhundert widerlegt ist.

Gruselig empfinde ich, dass Vermutungen zu Tatsachen geschrieben werden. So wird die jüngste Tochter der Herzogin von Kurland, die spätere Gräfin von Périgord zu einer Tochter Batowskis er. Richtig ist, dass es Vermutungen dazu gibt. Offiziell - und nur das zählt - hat Herzog Peter von Kurland Dorothee als Tochter anerkannt. Damit ist und bleibt sie Prinzessin von Kurland und eine der reichsten Erbinnen der damaligen Zeit.

Was den Hauptschwerpunkt Wiener Kongress angeht, gibt sich Zamoyskis gewohnt quellensicher. Viel ungedrucktes und bislang nicht verwendetes Material findet Eingang in den Betrachtungen. Auch hier kommt die drohende Kriegsgefahr deutlicher zum tragen als bei früheren Betrachtungen. Hauptperson ist bei ihm Kaiser Alexander I., der in allen Facetten betrachtet wird und mir ein klein wenig zu schlecht "davonkommt". Das mag sicher subjektiv sein.

Völlig neu sind die Ausführungen zur Einigkeit der Großmächte nach dem Wiedererscheinen Napoleons auf der Bildfläche. Hier wird differenziert betrachtet, dass es durchaus von der einen oder anderen Seite Überlegungen gab. So war der erneute Krieg gegen den Mann von Elba in England völlig unpopulär, weil dieser nach seiner Rückkehr die Abschaffung des Sklavenhandels dekretiert hatte, was ihm viele Sympathien in der engl. Öffentlichkeit brachte.
Zudem brachte die heillose Flucht der Bourbonen wieder das Thema auf den Tisch, wer denn Frankreich regieren sollte.

Sehr gut dann wieder die Ausführungen zum 2. Pariser Frieden. Klar werden die Gründe aufgezeigt, warum Talleyrand die Friedensbedingungen nicht akzeptieren konnte und welche Hintergründe letzlich zu seinem Sturz führten.

Insgesamt ein gutes Buch. Ich nehme hier allerdings die im Vorwort und in der Nachbetrachtung getroffenen Schlussfolgerungen heraus, denn einen Zusammenhang zwischen Wiener Kongress und den barbarischen Kriegen des 20. Jahrhundert ziehen zu wollen, geht mir deutlich zu weit.

Grüße
excideuil
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Wenn der Staat am verdorbensten ist, gibt es die meisten Gesetze. Tacitus, Annales, 3,17,3
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