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Alt 28.02.2017, 11:04   #1
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Markus1907 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Der Fall Rhodesien(s)

Hallo Leute,

vor einigen Wochen bin ich in dem Kinofilm "Blood Diamond" mit dem Ländernamen "Rhodesien" konfrontiert worden und habe ein wenig recherchiert. Mich interessiert hauptsächlich die militärische Auseinandersetzung, der sog. Buschkrieg, zwischen der den rhodesischen Machthabern und den marxistischen Guerillatruppen der ZINA und ZAPU. Ich würde gerne erfahren, warum die ehemalige britische Kolonie von ihrem Mutterland so fallen gelassen wurde??
Warum haben die Briten die Rhodesier in diesem Krieg logistisch, militärisch und finanziell nicht unterstützt? Hing es alleine mit dem rebellischen Premier Ian Smith zusammen??
Warum haben sich die USA geheimdienstlich bzw. militärisch nicht beteiligt, obwohl der Kalte Krieg auf dem Höhepunkt war und die Guerillaorganisationen nachweislich von Russen, Chinesen und Kubanern unterstützt wurden. Die Sowjetunion und Kuba hatten sogar in den Nachbarländern reguläre Truppen stehen, bildeten die Aufständischen miltärisch aus und lieferten große Mengen an Waffen. Warum wurden Mugabe und Nkomo von der westlichen Welt so hofiert, obwohl ihre Organisationen bzw. deren militärische Ableger für viele Massaker an den Farmern bzw. Missioneren verantwortlich waren. Man erinnere sich z.B. an den Abschuß von Flug 825 der Air Rhodesia im September 1978 bzw. an das Massaker bei Umtali bei dem sogar wehrlose Kinder massakriert wurden. Warum hat das die westliche Welt in Kauf genommen?
Habt Ihr vielleicht auch eine oder mehrere Buchempfehlungen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen?
Ich freu mich schon auf Eure Beiträge.
MfG
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Alt 28.02.2017, 16:03   #2
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Rhodesien war Apparheid light und mit denen wollte niemand was zu tun haben.
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Alt 02.03.2017, 07:33   #3
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Markus1907 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zitat:
Zoki55 Beitrag anzeigen
Rhodesien war Apparheid light und mit denen wollte niemand was zu tun haben.
Danke. So ausführlich und detailliert wollte ich es aber nicht wissen.
Markus1907 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2017, 17:18   #4
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Zokis Hinweis ist schon korrekt. Rhodesien war ein Appartheid Staat. Das war einer der Gründe warum er keine Unterstützung erhielt, ausser eine Zeitlang von seinem Nachbarn Südafrika.

Bezüglich der Briten war natürlich der Hauptgrund die einseitige Erklärung der Unabhängigkeit. Das hatte der britischen Regierung überhaupt nicht geschmeckt und deshalb blockierte sie Rhodesien nicht nur in den eigenen Beziehungen sondern auch sonst wo sie Einfluss hatte (z.B. bei der Regierung der USA). Die Motivation hinter dieser einseitigen Erklärung war, dass man bei einer geregelten Dekolonialisierung durch die Briten nicht zu freien Wahlen und so zu einer Mehrheitsregierung gezwungen wurde, die unweigerlich von einer der schwarzen Parteien gebildet worden wäre.

Was den Buschkrieg betrifft, waren die Rhodesischen Streitkräfte auch nicht besser als ihre Gegner. Es gibt Hinweise dafür dass sie sogar Biologische Waffen verwendeten, namentlich Anthrax und Cholera, deren Erreger ihnen von Südafrika geliefert wurden.
__________________
Al cura y al Borbón, polvora y perdigón!

Geändert von Bdaian (02.03.2017 um 17:24 Uhr).
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Alt 02.03.2017, 18:52   #5
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Zu den biologischen Waffen, dem Anthrax-Ausbruch 1979/80 und den diversen Untersuchungsberichten:

Martinez, The History of the Use of Bacteriological and Chemical Agents during Zimbabwe's Liberation War of 1965-80 by Rhodesian Forces, TWQ 2002, S. 1159-79
__________________
In der Theorie sind Theorie und Praxis das Gleiche. In der Praxis sind sie es nicht (Yogi Berra). Der Unterschied ist Unsicherheit (Stephen Ross).

Geändert von silesia (02.03.2017 um 19:10 Uhr).
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Alt 02.03.2017, 19:18   #6
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Zitat:
Markus1907 Beitrag anzeigen
Danke. So ausführlich und detailliert wollte ich es aber nicht wissen.
Was willst wissen Rhodesien war Appartheit light, zwar hieß es dort nicht bist Schwarz hast nichts zu melden, sondern hast kein Geld hast nichts zu melden und Geld hatten vor allem die Weißen. Daneben war Rhodesien noch mit den Südafrikanern verbündet. Stell dir vor was die Studenten in den USA, Großbritannien gemacht hätten, hätte man so ein Regime unterstützt.

Es war alles nicht so ganz schlimm wie bei den Südafrikanern, es gab z.B schwarze Soldaten (aber keine Offiziere) und die meisten Schätzungen gehen davon aus das die reguläre Armee mehr Zivilisten auf dem Gewissen hat als die Rebellen.
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Alt 03.03.2017, 08:37   #7
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Wenn man sich das für die USA etwas fundierter vorstellen möchte, um Brüche+Kontinuitäten, Spontanitäten+Sachzwänge, und nicht zu unterschätzende persönliche Positionen zu fassen:

Nancy Mitchell
Tropes of the Cold War: Jimmy Carter and Rhodesia
Cold War History 2007, S. 263-283

Konklusion würde ich bei Bedarf einstellen.
__________________
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