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Alt 10.02.2007, 13:37   #1
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Die Ausbreitung des Menschen

Ich habe ein paar Fragen zum Genographic Project. In der Süddeutschen war folgender Artikel zum Thema:

Spuren zu den Ahnen - Die Wanderkarte im Erbgut

Habe die Karten dort mal zusammengesetzt:

genom-project.jpg

So, jetzt meine Fragen.

1. Woher haben die die Zeit- und Raumangaben? Ist die Chronologie nach der statistischen Genveränderungsrate erstellt worden?

2. Wieso sind die Frauen zu unterschiedlichen Zeiten nach Amerika gekommen, wie die Männer? Bzw. was zeigt die Karte eigentlich?


Mehr Info:
https://www3.nationalgeographic.com/...hic/atlas.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Genographic_Project
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Alt 10.02.2007, 13:48   #2
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Hallo Pope,

wir hatten das schon mal letztes Jahr an anderer Stelle diskutiert:

Genprojekt verfolgt Spuren der Menschheit


Daneben ist alles auf der Genographic-Homepage zu finden, wobei ich zugeben muss, dass die Informationen dort recht umfangreich sind...
https://www3.nationalgeographic.com/genographic/
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Alt 10.02.2007, 15:00   #3
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Hatte ich im Hinterkopf, nur fand ich den Strang nicht über die Suche ...

Danke.
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Alt 10.02.2007, 20:08   #4
hyokkose
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Zitat:
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1. Woher haben die die Zeit- und Raumangaben? Ist die Chronologie nach der statistischen Genveränderungsrate erstellt worden?

Die aus den Genen zu gewinnenden Zeitangaben sind relativ; die Genveränderungsraten erlauben nur Schätzungen auf Grund von Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Diese Schätzungen lassen sich etwas plausibler machen, wenn sie mit den Aussagen zur Erstbesiedlung bestimmter Regionen in Übereinstimmung zu bringen sind, die auf archäologischen Daten beruhen.


Die relative Chronologie funktioniert nach einer relativ simplen Logik: Wenn an einer bestimmten Stelle eine Mutation A vorkommt, und diese entweder in Kombination mit einer Mutation B oder ebe nicht, während die Mutation B für sich allein nicht vorkommt, sondern nur in Kombination mit der Mutation A, läßt sich messerscharf schlußfolgern, daß die Mutation A zuerst entstanden sein muß und dann erst die Mutation B.

Daraus erklärt sich auch schon, wie man auf die Region kommt.

Ganz simples Beispiel: Angenommen, Mutation A auf einem Y-Chromosom tritt nicht (oder nur extrem selten) in Afrika auf, jedoch häufig in Indien und Australien, während Mutation B weder in Afrika noch in Indien auftritt, sondern fast nur in Australien, läßt sich die Schlußfolgerung ziehen, daß die Vorfahren der Australier (in rein väterlicher Linie) nicht direkt aus Afrika gekommen sein können, sondern den Weg über Indien genommen haben müssen.



Zitat:
2. Wieso sind die Frauen zu unterschiedlichen Zeiten nach Amerika gekommen, wie die Männer? Bzw. was zeigt die Karte eigentlich?

Muß ich das Dir wirklich erklären?

Die Karte zeigt den Weg, den bestimmte charakteristische Mutationen der mtDNA (die bekanntermaßen in rein weiblicher Linie weitervererbt werden) und des Y-Chromosoms (die bekanntermaßen in rein männlicher Linie weitervererbt werden) genommen haben.
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Alt 11.02.2007, 08:23   #5
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Danke.

Also wird erstmal NUR das rezente Erbgut herangezogen. Dann werden die jüngeren Wanderungen als Rauschen "herausgefiltert", um dann eine Altersbestimmung vorzunehmen. Dann werden diese Ergebnisse mit archäologischen Daten abgestimmt. Soweit richtig?

Aber zieht man denn "die Swahili" als junge Population ab, weil es dafür genetische Hinweise gibt, oder weil man "glaubt" zu wissen, dass sie keine 10.000 Jahre alt sein können? (Nur als Beispiel)

Zumal mir - wenn ich das richtig sehe - die Zahl 10.000 ein Wenig trügerisch vorkommt. Mit welcher Genauigkeit? +/- 5.000 Jahre?? Das ist fürs Paläolithikum akzeptabel, fürs Holozän wohl kaum. Da wird eine Gleichzeitigkeit von Wanderungen suggeriert, die einfach so nicht stimmenr kann.

Und zur Darstellung in der Karte: Es zeigt also genau genommen nicht die Wanderung der Menschen, sondern den Weg spezifischer Genmarker, die bis heute "überlebt" haben.
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Geändert von Pope (11.02.2007 um 08:30 Uhr).
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Alt 16.05.2017, 18:44   #6
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Zwei neue Studien zum Indischen Subkontinent:

Vahia et. al., A diffusion based study of population dynamics: Prehistoric migrations into South Asia, aus der PlusOne:
A diffusion based study of population dynamics: Prehistoric migrations into South Asia

Das/Upadhyai, Tracing the biogeographical origin of South Asian populations using DNA SatNav, aus biorxiv:
http://www.biorxiv.org/content/biorx...89466.full.pdf
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In der Theorie sind Theorie und Praxis das Gleiche. In der Praxis sind sie es nicht (Yogi Berra). Der Unterschied ist Unsicherheit (Stephen Ross).
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