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Alt 19.02.2017, 06:02   #1
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Nergal ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Fingernägel?

Längere Fingernägle stören ja bei vielen Arbeiten, wie also ist der Mensch der Steinzeit dieses Problem angegangen?

Ich kann mir vorstellen dass man die Nägel einfach abgekaut hat wenn nichts scharfes zum Schneiden zur verfügung stand, das wird aber (Erfahrung aus der Kindheit ) ziemlich lange gedauert haben und ein unregelmäßiges Ergebnis hinterlassen haben welches wohl dazu geführt haben muß dass man sich oft die Nägel eingerissen hat wenn man irgendwo hängen blieb.

Gibt es dazu Archäologische Untrersuchungen?
Wie lösen das die heute lebenden Jäger und Sammler die keinen Zugang zu modernen Schneidewerkzeugen haben?
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Alt 19.02.2017, 11:29   #2
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Lukullus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Archäologische Erkenntnisse zu dieser Frage würden mich überraschen, Anlehnungen an Körperpflegegepflogenheiten bei noch existierenden Jäger- und Sammlerkulturen scheinen mir da vielversprechender, vielleicht weiß dazu ja jemand was.
So albern es vielleicht klingen mag, ich würde auf Steine mit geeigneter Schleifkörnung tippen. Bin mal einem wandernden Aussteiger begegnet der sein Gepäck auf das Allernötigste reduziert hatte, der hat den nächstbesten Stein benutzt um die Nägel zu pflegen, für den Feinschliff dann die Nähte seiner Jeans.
Beanspruchungsspuren wie geschädigte Nagelbetten in deutlich höherem Maße halte ich für sehr wahrscheinlich, gänzlich ungepflegt zerfranste Nägel würde ich aber nicht vermuten. Sehr spekulativ, doch die Venus von Willendorf spricht ja auch gegen das weitverbreitete Bild verfilztverlotterter Haartracht bei Steinzeitlern.
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Gedanken springen wie Flöhe von einem zum anderen, aber sie beißen nicht jeden. (George Bernard Shaw)
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Alt 19.02.2017, 11:29   #3
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Tangbrand ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Durch die harte körperliche Arbeit, die die Menschen verrichten mussten, brachen die Nägel ab bzw. wurden regelrecht abgeschliffen. Vielleicht hat sich auch ein unebner Stein als Feile geeignet. Das gleiche galt für die Zehennägel.
Liebe Grüsse Tangbrand
EDIT: Wilma, die Frau von Fred Feuerstein, ging zur Maniküre
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Geschichte ist die lebendige Beziehung einer vergangenen Epoche zu einer ihr grundverschiedenen Gegenwart ~Martin Erdmann

Geändert von Tangbrand (19.02.2017 um 11:37 Uhr).
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Alt 19.02.2017, 11:35   #4
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Ich befürchte, die aktuelle Ethnologie kann darauf nur schwerlich Antworten geben, weil fast jede noch existente Jäger- und Sammlerkultur in irgendeiner Weise mittelbaren Kontakt mit der modernen Zivilisation hat.
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Chi vuku zik Ah xel roxa ru camay zak yuhuh.

Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket!

Geändert von El Quijote (19.02.2017 um 12:06 Uhr).
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Alt 19.02.2017, 11:49   #5
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Für steinzeitnahe und womöglich mit einmaligem Aufwand untersuchte Fingernägel fällt mir noch Ötzi ein. Wenn ich mich richtig erinnere, konnten Stresssymptome und allerlei Einlagerungen nachgewiesen werden, vielleicht findet sich ja dort auch was zur Maniküre.
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Alt 20.02.2017, 06:49   #6
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Nergal ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ich denke nicht das schwere Arbeit Fingernägel abschleifen kann, oder diese langsam Abnutzt.
Was ich nur erlebt habe ist das Fingernägel bei div. Arbeiten einreißen, also nicht ein stetiges abtragen sondern ein Riß oder ein Bruch der dann dazu führt dass ein großer Teil des Nagels abgeht, nicht sehr angenehm.

Neben dem Abkauen kann ich mir nur schwer vorstellen wie man mit nur einem Schneidewerkzeug Fingernägel schneiden kann, das wird nie sehr präzise, aber vieleicht sind die Steinzeitler ja auch auf etwas sehr einfaches und effektives gekommen, denn ich denke mir dass es in deren Alltag sehr schwer gewesen sein müßte mit sehr langen Fingernägeln zu leben, schon wegen dem Dreck der sich selbst unter kurzen Fingernägeln ansammelt.

(Interessieren würde mich ob längere Fingernägel möglicherweise einen Vorteil gehabt haben.)
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Alt 20.02.2017, 07:48   #7
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Riothamus ist ein sehr geschätzer MenschRiothamus ist ein sehr geschätzer Mensch
Hunden, die nicht genügend Auslauf haben, oder auf Teppichen leben, muss man die Krallen stutzen. Es gibt da auch etwas wie natürliche Abnutzung, aber die Schleifsteine, bzw. Feilensteine klingen doch erstmal gut.
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Alt 20.02.2017, 10:17   #8
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Zitat:
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Ich denke nicht das schwere Arbeit Fingernägel abschleifen kann, oder diese langsam Abnutzt.
Was ich nur erlebt habe ist das Fingernägel bei div. Arbeiten einreißen, also nicht ein stetiges abtragen ...
Das Risiko des Einreißens wird es zu jeder Zeit gegeben haben. Ich vermute im Gegensatz zu dir zudem Abschleifeffekte durch diverse alltägliche Tätigkeiten denen wir uns heute kaum noch aussetzen. Die saubersten wie allerdings auch kürzesten ebenmäßigen Fingernägel die ich jemals ohne bewusste Pflege hatte, entstanden im Rahmen eines mehrwöchigen Sandburgenbauwettbewebes.
Nach einigen Eigenversuchen bleibe ich bei meiner Hypothese von Schleif- bzw. Feilsteinen, sicher auch anderer Materialien wie Holz. Den Einsatz von Schneidewerkzeugen erachte ich für sehr unwahrscheinlich. Alles was nicht als Schere sondern nur mit einer Klinge daherkommt erweist sich als wenig effektiv, erzeugt unregelmäßige Kanten wie auch Einrisse, oder ist mir in Form der Rasierklinge schlicht zu riskant. Auch hinsichtlich Zeitaufwand bringen die Steine vorm Haus das mit Abstand beste Resultat, und das ist kein schlechtes. Auch das “Polieren“ mittels Jeans funktioniert.
Leider wird es aber wohl so bleiben, das steinzeitlich genutzte Maniküre-Sets und “Kratzbäume“ extrem schwer archäologisch nachzuweisen sein dürften.
Weiß jemand wie Nagelpflege in nicht ganz so weit zurückliegenden Epochen betrieben wurde?
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Alt 20.02.2017, 11:23   #9
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Nachdem ich gerade zwei Maurern auf die Finger geschaut habe, steigt mein Verdacht massiv, dass Steinzeitler selten Probleme mit zu lang werdenden Fingernägeln gehabt haben dürften, vielmehr dass der eine oder andere Fluch zu hören gewesen könnte wenn es darum ging etwas filigranes aufzuheben.
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Alt 21.02.2017, 05:49   #10
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Nergal ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Also eher ein Abschleifeffekt beim Arbeiten mit hartem Material wie Stein, Sand usw. (Steinbruch!?) aber ob der Steinzeitler so etwa täglich getan haben, und das nur beim Halten von Steinbeilen etc. funktioniert haben soll.
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Alt 21.02.2017, 10:27   #11
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Zitat:
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Leider wird es aber wohl so bleiben, das steinzeitlich genutzte Maniküre-Sets und “Kratzbäume“ extrem schwer archäologisch nachzuweisen sein dürften.
Weiß jemand wie Nagelpflege in nicht ganz so weit zurückliegenden Epochen betrieben wurde?
Könnt so ausgesehen haben.
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Alt 21.02.2017, 10:59   #12
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Großartig, besonders der gefiederte potentielle Profiteur ist klasse!

Pediküre war dann sicher der Gelenkigkeit und Körperspannung ganz besonders förderlich.
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Alt 21.02.2017, 17:40   #13
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Zitat:
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Pediküre war dann sicher der Gelenkigkeit und Körperspannung ganz besonders förderlich.

Die waren sicher genau so faul wie wir. Irgend ein Nagelknipser lag meist im Wege herum.
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Alt 21.02.2017, 20:06   #14
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@ Galeotto
Ich finde Du gehst zu hart mit unserer Spezies ins Gericht. Ich entdecke vielmehr das symbiotische Prinzip des Gebens und Nehmens - die Alarmanlagenfunktion des auf die hominiderseits freigekratzten Borkenkäfer lauernden Kleiberspechts im ersten Bild ist vollauf einleuchtend falls sich Höhlenteddy oder Säbelzahnkätzchen in das Wellnessidyll schleichen.

@ Nergal
Mein bisheriges rumgoogeln hat nichts eingebracht, auch in historischen Zeiten bis ins Mittelater scheint die Basis-Nagelpflege etwas zu alltägliches gewesen zu sein als dass es Berichte oder Zeugnisse darüber gäbe. Entlang von Moorleichen ist zu vermuten dass die Nägel irgendwie gepflegt wurden.
Einzig mit einem spekulativen Verweis ohne konkreten Beleg aus einem Beauty-Forums-Thread kann ich dienen: Schachtelhalm (auch Scheuerkraut oder Pfannebutzer) in getrockneter Form, der früher auch zum Polieren von Horn benutzt wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Acker-Schachtelhalm
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Geändert von Lukullus (21.02.2017 um 20:13 Uhr). Grund: Sadspau
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fingernagel, fingernägel

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