Geschichtsforum.de
Die Community für Geschichtsinteressierte und Geschichtsfans


Alt 28.06.2011, 22:12   #21
Mitglied
 
Mitgliederbild von rena8
 
Registriert seit: 02.2008
Beiträge: 4.178
rena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblick
Zitat:
kwschaefer Beitrag anzeigen

Ich beziehe mich in meiner Fragestellung zum Thread und in meinen Ausführungen nicht auf die sicher an vielen Stellen der Erde vorgekommene Weitergabe der Kenntnisse früher Ackerbauer an weniger entwickelte Gesellschaften.

Es geht mir um die Entwicklung von Jäger/Sammlern einer geographisch und sozial abgegrenzten Gesellschaft durch die Domestizierung von zunächst gesammelten, später kultivierten Wildpflanzen hin zu Ackerbauern, eine Entwicklung, die unabhängig voneinander in allen Kontinenten außer Europa erfolgt ist. Es geht mir um den Auslöser und die Dauer dieser Entwicklung an den jeweiligen geographischen Orten.
Bei dieser Frage hilft uns Europa nicht weiter, da müssen wir schon die Wechselsteppen des Nahen Ostens und Nordafrikas betrachten.
Einen Trend zum gärtnerischen Eingriff entwickelt der erfolgreiche Sammler fast automatisch, von deswegen ist es nicht überraschend, dass die Domestizierung an verschiedenen, voneinander unabhängigen Orten stattgefunden hat. Irgendwo habe ich gelesen, dass es im nahen Osten/Nordafrika abhängig von den Eiszeiten ein Versteppungszeitfenster gab, dass das Wachstum der Gräser förderte. Da die Menschen schon vorher Grassamen sammelten und zu Mehl verarbeiteten, älteste Mahlsteinfunde sind ca 20000 Jahre alt, aus meiner Erinnerung.
Mehr Gras in jenem Zeitfenster, bedeutet mehr Nahrung und mehr Menschen. Als die Grassteppen zurückgingen, führte dieser Zwang zur stärkeren Förderung der geschätzten Gräser. Der Mensch hängt an seinen Lieblingsspeisen.
__________________
Zeitzeuge des Wembley-Tors, was nach dem 27.06.10 aus dem kommunikativen Gedächtnis verschwinden und vergessen wird.
rena8 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.06.2011, 08:47   #22
Mitglied
 
Mitgliederbild von Wsjr
 
Registriert seit: 06.2011
Ort: NRW
Beiträge: 571
Wsjr sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
Die Getreide wurden definitiv nicht in Mitteleuropa domestiziert. Die wichtigsten Pflanzen wurde alle aus anderen Weltgegenden übernommen.

Nur Haselnüsse, Bucheckern, Beeren, Wildäpfel sowie einige Gemüseurformen und evtl. Mohn waren in Mitteleuropa vorhanden und könnten theoretisch für erste Anbauversuche genutzt worden sein. Bei der Haselnuß z.B. kann ich mir das gut vorstellen, evtl. auch beim Holunder.
Wenn du meinst das für bestimmte Pflanzen die richtigen Bedingungen geschaffen wurden, gewissermaßen eine Art Waldgarten angelegt wurde kann ich mir das auch rechtgut vorstellen.
Das Wissen der Menschen über die Natur muss hoch genug gewesen sein, dass sie wussten wo und wie sie eingreifen mussten, z.B. durch Brandrodung, dass Lichtungen für die gewünschte Kraut und Strauchschicht entstehen konnte.
Wsjr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.06.2011, 23:31   #23
Mitglied
 
Mitgliederbild von rena8
 
Registriert seit: 02.2008
Beiträge: 4.178
rena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblick
Zitat:
Wsjr Beitrag anzeigen
Wenn du meinst das für bestimmte Pflanzen die richtigen Bedingungen geschaffen wurden, gewissermaßen eine Art Waldgarten angelegt wurde kann ich mir das auch rechtgut vorstellen.
Das Wissen der Menschen über die Natur muss hoch genug gewesen sein, dass sie wussten wo und wie sie eingreifen mussten, z.B. durch Brandrodung, dass Lichtungen für die gewünschte Kraut und Strauchschicht entstehen konnte.
Der erste gärtnerische Eingriff ist für mich das Jäten. Felder freischlagen oder freibrennen, um auf diesen Samen auszubringen, sehe ich erst danach. Dazu ist die Kenntnis der Zusammenhänge erforderlich und die Absicht die bevorzugten Nahrungspflanzen in der Nähe der bevorzugten Unterkunft zu haben. Also schon der halbe Schritt zur Seßhaftigkeit.
Das Wissen über die Natur und die Pflanzenkenntnisse schätze ich auch sehr hoch ein. Wenn man auf die Haselnüsse als Wintervorrat angewiesen ist, erkennt man einen Haselsämling sofort und hält ihm die Pflanzenkonkurrenz vom Leib.

Zitat:
kwschaefer Beitrag anzeigen
Yam wurde nicht in Indien, sondern wie Banane und Taro in Neuguinea zuerst domestiziert. Aber Yam ist auch in Afrika eine indigene Pflanze, sie musste nicht aus Neuguinea übernommen werden.
Meinst du, Yam wurde unabhängig von Asien auch in Afrika domestiziert. Ich kenne die Pflanze nicht, gibt es noch heute Wildformen in Afrika?
Überhaupt habe ich Verständnisprobleme bei den tropischen Nutzpflanzen.
Kann es sein, dass man die austronesischen Inseln als erstes Domestizierungsgebiet von wichtigen Nutzpflanzen ansieht, weil sie aktuell eifrig erforscht werden und sich dort Wildformen wegen der abgeschiedenen Lage gehalten haben. Es irritiert mich, dass im klimatisch ähnlichen Indien und Afrika nur die Standardpalette domestiziert worden sein soll.


Zitat:
kwschaefer Beitrag anzeigen
Bei der Interpretation der Karte ist zu beachten, dass sie die Gebiete und Zeitpunkte zeigt, wo eine Pflanze zum ersten Mal domestiziert wurde. Diese Pflanzen können durchaus auch in anderen Gebieten indigen sein und dort auch irgendwann später domestiziert worden sein.
Selbst domestiziert oder übernommen? Die Banane soll nach http://www.uni-kassel.de/upress/onli...ltext.frei.pdf bereits vor 3000 Jahren in Madagaskar bekannt gewesen sein und nur 500 Jahre später in Kamerun. Bei den Kontakten und Beziehungen über die südlichen Meere ist vieles grob geschätzt und vage Vermutung. Jedenfalls ist Yam und Kochbanane die klassische afrikanische Beilage, fragt sich nur seit wann. Bei uns ist die Kartoffel nicht mehr wegzudenken, dabei nutzen wir sie erst seit relativ kurzer Zeit.

Einige tropische Pflanzen sind sich recht ähnlich und stellen die gleichen Standortansprüche, wie die Gurken- Kalebassen- Kürbisgruppe, die ähnlich genutzt werden aber in 3 getrennten Zentren domestiziert wurden. Gedanklich suche ich dazu Parallelen bei den Tieren. Bei den Hunden hatten wir das mal diskutiert.
__________________
Zeitzeuge des Wembley-Tors, was nach dem 27.06.10 aus dem kommunikativen Gedächtnis verschwinden und vergessen wird.
rena8 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.06.2011, 10:47   #24
Mitglied
 
Mitgliederbild von kwschaefer
 
Registriert seit: 02.2006
Ort: Badischer Bodensee
Beiträge: 721
kwschaefer ist ein sehr geschätzer Menschkwschaefer ist ein sehr geschätzer Mensch
Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen

Meinst du, Yam wurde unabhängig von Asien auch in Afrika domestiziert. Ich kenne die Pflanze nicht, gibt es noch heute Wildformen in Afrika?
Überhaupt habe ich Verständnisprobleme bei den tropischen Nutzpflanzen.
Kann es sein, dass man die austronesischen Inseln als erstes Domestizierungsgebiet von wichtigen Nutzpflanzen ansieht, weil sie aktuell eifrig erforscht werden und sich dort Wildformen wegen der abgeschiedenen Lage gehalten haben. Es irritiert mich, dass im klimatisch ähnlichen Indien und Afrika nur die Standardpalette domestiziert worden sein soll.
Yam ist in vielen Wild-Arten sehr weit verbreitet in der Karibe, Südamerika und Afrika. In mehreren neuen Arbeiten über Yam-Anbau in Westafrika wird detailliert beschrieben und besonders hervorgehoben, dass die Domestizierung dort ein derzeit laufender Prozess ist. Es scheint mir so, da man wilden Yam kultiviert hat und erst seit einiger Zeit dabei ist, hieraus domestizierten Yam zu entwickeln

Was Indien angeht so habe ich auch in indischen Arbeiten außer den in der Karte genannten Beispielen nur Indische Jujube als in indien domestizierte Art gefunden. sicher kein Grundnahrungsmittel.
__________________
"Más vale malo conocido que bueno por conocer."
kwschaefer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.06.2011, 22:37   #25
Mitglied
 
Mitgliederbild von Maglor
 
Registriert seit: 10.2008
Ort: Teutschland
Beiträge: 1.092
Maglor ist einfach richtig nettMaglor ist einfach richtig nettMaglor ist einfach richtig nettMaglor ist einfach richtig nett
Ich möchte an der Stelle auf das Archäophyten-Problem oder besser ausgedrückt Hemerochorie hinweisen.
Es gibt augenscheinliche Wildformen, die eigentlich verwilderte Nutzpflanzen sind. In Europa ist die Sache aufgrund von Pollenanalysen teilweise geklärt. Viele heutige Wildpflanzen gaben erst mit den jungsteinzeitlichen Bauern oder erst mit den Römern nach Mitteleuropa und verwilderten dort. Die Wildpflanzen sind von den Kulturpflanzen phänotypisch zum Teil sehr stark verschieden.

Gerade bei der der Verbreitung von Wildformen heutiger Kulturpflanzen auf Inseln aller tropischen Meere, gemeint ist die wilde Yams-Wurzel, ist mit Archäophyten zu rechnen. Nur weil hier und dort heutzutage dies oder jenes wild wächst, heißt das noch lange nicht, dass das schon immer so war.
Mit der Domestizierung von Pflanzen und deren Ausbreitung hat der Mensch auch die wilde Flora für immer verändert.
__________________
אַ שפּראַך איז אַ דיאַלעקט מיט אַן אַרמיי און פֿלאָט
a schprach is a dialekt mit an armej un flot
Max Weinreich

Geändert von Maglor (30.06.2011 um 22:43 Uhr).
Maglor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2011, 14:05   #26
Mitglied
 
Mitgliederbild von Treibsand
 
Registriert seit: 07.2006
Beiträge: 749
Treibsand hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Interessant ist ja nicht nur die Genese der Gräser-Nutzpflanzen = Getreidearten.
Wie und wann gelangten wir in Mitteleuropa an Bohnen / Erbsen / Linsen ?
Auch ausgelesen aus Wildformen ?

Diese Pflanzen sind aufgrund von Proteingehalt und guter Lagerbarkeit
doch sehr lukrativ für eine Ackerbaugesellschaft , stelle ich mir vor .
Vielleicht sogar einfacher zu kultivieren und sogar noch Stickstoffproduzenten.

Gut - hierzulande war es nicht so einfach wie in Nordamerika , wo man
ja Mais , Bohne und Kürbis zusammen anbaute - geniales Konzept , falls
es tatsächlich so war

Ausserdem war ja Flachs wohl sehr früh in Kultur wegen seiner Bedeutung
als Faserlieferant = Leinenherstellung .
Was war mit Hanf , der ja hierzulande problemlos gedeiht und ebenfalls
Fasern liefert ?
Treibsand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2011, 19:29   #27
Premiummitglied
 
Mitgliederbild von Ingeborg
 
Registriert seit: 12.2005
Ort: kurz vorm Nordpol/ Schläfrig-Holzbein
Beiträge: 9.861
Ingeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein Lichtblick
Zitat:
Treibsand Beitrag anzeigen
Gut - hierzulande war es nicht so einfach wie in Nordamerika , wo man
ja Mais , Bohne und Kürbis zusammen anbaute - geniales Konzept , falls
es tatsächlich so war

Warum 'falls'?


Der gemeinsame Anbau von Mais, Bohnen und Kürbis ist in zb Nord- und Mesoamerika üblich gewesen; in Nordamerika sind diese drei Arten auch als die „drei Schwestern“ bekannt. Näheres zb hier:


http://en.wikipedia.org/wiki/Three_Sisters_(agriculture)


Auszug: Der Artikel beschreibt, daß bei einer Anbautechnik flache Hügel von ca. 30 cm Höhe und 50 cm Breite errichtet werden. Mehrere Maiskörner werden in der Mitte der Hügel zusammen gesetzt. Teilweise wurde im nordwestlichen Kulturareal als Düngung verrotteter Fisch dazugegeben. Wenn der Mais ca 15 cm hoch steht, kommen Bohnen und Kürbis dazu. Die drei Arten profitieren von diesem Anbau. Die Bohnen können am Mais hochranken und liefern Stickstoff für den Boden, den die anderen Pflanzen nutzen. Der Kürbis breitet sich am Boden aus und hält das Sonnenlicht ab, wodurch Unkraut verhindert wird. Die Kürbisblätter bilden eine Laubdecke, die das Mikroklima beeinflußt, da sie die Feuchtigkeit im Boden hält und Ungeziefer fernhalten.


Weiteres ist auch unter dem Stichwort „Milpa“ zu finden:
Milpa - Wikipedia, the free encyclopedia

__________________
... wie man revoluzzt und dabei noch Lampen putzt

Und in diesem Thread schreibe ich auch
Ingeborg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2011, 22:28   #28
Mitglied
 
Mitgliederbild von rena8
 
Registriert seit: 02.2008
Beiträge: 4.178
rena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblick
Zitat:
Treibsand Beitrag anzeigen
Interessant ist ja nicht nur die Genese der Gräser-Nutzpflanzen = Getreidearten.
Wie und wann gelangten wir in Mitteleuropa an Bohnen / Erbsen / Linsen ?
Auch ausgelesen aus Wildformen ?

Diese Pflanzen sind aufgrund von Proteingehalt und guter Lagerbarkeit
doch sehr lukrativ für eine Ackerbaugesellschaft , stelle ich mir vor .
Vielleicht sogar einfacher zu kultivieren und sogar noch Stickstoffproduzenten.
Da reden wir die ganze Zeit über den fruchtbaren Halbmond und die Domestizierung der Gräser und vergessen die wichtigen Proteinlieferanten Linse, Erbse und Ackerbohne. Die stammen auch aus der Gegend, waren evtl. sogar um das Mittelmeer heimisch und wurden mit dem Getreideanbau in Mitteleuropa übernommen. Theoretisch hätte etwas erbsenähnliches sogar aus noch heute hier vorkommenden Wildpflanzen, wie der Knollen-Platterbse ? Wikipedia domestiziert werden können. Diese wurde früher auch genutzt, daher könnte sie genauso ein @Maglorscher Archäophyt sein.

Zitat:
Treibsand Beitrag anzeigen
Gut - hierzulande war es nicht so einfach wie in Nordamerika , wo man
ja Mais , Bohne und Kürbis zusammen anbaute - geniales Konzept , falls
es tatsächlich so war
Die amerikanische Bohne ist eine ganz andere Pflanze als die alte Ackerbohne ? Wikipedia, die wegen der feineren Konkurrenz etwas in Vergessenheit geraten ist. Man aß Erbsen und Bohnen ja nicht grün, sondern ließ sie in der Schote reifen und trocknete die Körner.
Das kann man mit den amerikanischen Bohnen genauso machen.
Zitat:
Ingeborg Beitrag anzeigen
Warum 'falls'?


Der gemeinsame Anbau von Mais, Bohnen und Kürbis ist in zb Nord- und Mesoamerika üblich gewesen; in Nordamerika sind diese drei Arten auch als die „drei Schwestern“ bekannt. Näheres zb hier:


http://en.wikipedia.org/wiki/Three_Sisters_(agriculture)


Auszug: Der Artikel beschreibt, daß bei einer Anbautechnik flache Hügel von ca. 30 cm Höhe und 50 cm Breite errichtet werden. Mehrere Maiskörner werden in der Mitte der Hügel zusammen gesetzt. Teilweise wurde im nordwestlichen Kulturareal als Düngung verrotteter Fisch dazugegeben. Wenn der Mais ca 15 cm hoch steht, kommen Bohnen und Kürbis dazu. Die drei Arten profitieren von diesem Anbau. Die Bohnen können am Mais hochranken und liefern Stickstoff für den Boden, den die anderen Pflanzen nutzen. Der Kürbis breitet sich am Boden aus und hält das Sonnenlicht ab, wodurch Unkraut verhindert wird. Die Kürbisblätter bilden eine Laubdecke, die das Mikroklima beeinflußt, da sie die Feuchtigkeit im Boden hält und Ungeziefer fernhalten.


Weiteres ist auch unter dem Stichwort „Milpa“ zu finden:
Milpa - Wikipedia, the free encyclopedia
Mit den 3 Schwestern experimentiere ich noch. Mit Zuckermais hat es in den Vorjahren nicht funktioniert, der wurde nicht kräftig genug und hatte Mühe einen respektablen Vorsprung vor den Schnellwachsern Bohnen und Kürbis zu erlangen. Dieses Jahr habe ich Arterhaltungsmais gesät, leider zu spät. Vielleicht funktioniert die geniale Kombination bei uns wegen der kurzen frostfreien Periode nicht so gut. Ich werde die Versuche fortsetzen, wahrscheinlich brauche ich dazu noch einen zahmeren Kürbis, sonst kann von bodenschützender Laubschicht nicht die Rede sein, mein Kürbis würde den zarten Mais erwürgen. Wenn mein Arterhaltungsmais ordentliche Stengel bildet, kann ich die stehen lassen und nächstes Jahr die Bohnen da hoch schicken.
__________________
Zeitzeuge des Wembley-Tors, was nach dem 27.06.10 aus dem kommunikativen Gedächtnis verschwinden und vergessen wird.
rena8 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2011, 22:49   #29
Premiummitglied
 
Mitgliederbild von Ingeborg
 
Registriert seit: 12.2005
Ort: kurz vorm Nordpol/ Schläfrig-Holzbein
Beiträge: 9.861
Ingeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein Lichtblick
Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
Mit den 3 Schwestern experimentiere ich noch. Mit Zuckermais hat es in den Vorjahren nicht funktioniert, der wurde nicht kräftig genug und hatte Mühe einen respektablen Vorsprung vor den Schnellwachsern Bohnen und Kürbis zu erlangen.
Deswegen muß der Mais ja auch wohl erst eine entsprechende Höhe haben, bevor Bohnen und Kürbisse losgelassen werden können.


Zitat:
Vielleicht funktioniert die geniale Kombination bei uns wegen der kurzen frostfreien Periode nicht so gut.
Kann nicht sein - der Anbau der drei Schwestern wurde zb von den Haudenosaunee bis nach Südkanada hinein betrieben. Vergleich doch mal die Breitengrade. Ich könnte mir eher vorstellen, daß es zb mit den hier erhältlichen Maisarten zu tun hat. Es ist ja bei der Übernahme in Europa ähnlich gelaufen wie bei den Kartoffeln: von der verfügbaren Breite der Sorten wurde nur ein Bruchteil übernommen. Unter Umständen müßtest du geeignetes Saatgut tatsächlich in den USA beziehen.
__________________
... wie man revoluzzt und dabei noch Lampen putzt

Und in diesem Thread schreibe ich auch
Ingeborg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.07.2011, 09:06   #30
Ehemaliges Mitglied
 
Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.782
balticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblick
Zitat:
...von den Haudenosaunee
Ich kann es nicht übersetzen. Sind das die Irokesen?
balticbirdy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.07.2011, 13:59   #31
Premiummitglied
 
Mitgliederbild von Ingeborg
 
Registriert seit: 12.2005
Ort: kurz vorm Nordpol/ Schläfrig-Holzbein
Beiträge: 9.861
Ingeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein LichtblickIngeborg ist ein Lichtblick
Zitat:
balticbirdy Beitrag anzeigen
Ich kann es nicht übersetzen. Sind das die Irokesen?
Ja.




(Blöde 10-Zeichen-Regel)
__________________
... wie man revoluzzt und dabei noch Lampen putzt

Und in diesem Thread schreibe ich auch
Ingeborg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 13:52   #32
Mitglied
 
Mitgliederbild von Treibsand
 
Registriert seit: 07.2006
Beiträge: 749
Treibsand hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
Wenn mein Arterhaltungsmais ordentliche Stengel bildet, kann ich die stehen lassen und nächstes Jahr die Bohnen da hoch schicken.
Ich bin nicht sicher , ob das funktioniert ...
MW beginnt bereits nach der Ausreifung der Maiskolben sehr rasch
die Verwesung des Maiswurzelstocks .
Reifer Mais auf dem Feld scheint daher sehr windanfällig .

Omas Bohnenpflanzungs - System mit an den Spitzen gebundenen , schräg
gegenüber gestellten Stangen funktionierte auch gut
Übrigens zog Oma unten an den Stangen Gurken und in der Mitte Möhren
( richtig fette Dinger )
Auch so ne Art 3 Schwestern ....

Wissen wir was über Gewinnung/ Nutzung von Ölen nördlich der Alpen
und konnte das zeitlich bestimmt werden ?
Leinöl ? Mohnöl ? Gar Rapsöl ?
Die Geschichtsschreibung vermittelt ja den Eindruck , als ob erstmals
mit den Römern und deren Oliven-Öl -Konsum , der vollständig
importiert wurde, das Öl nördlich der Alpen bekannt wurde .
Treibsand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 13:58   #33
Ehemaliges Mitglied
 
Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.782
balticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblick
Zitat:
Wissen wir was über Gewinnung/ Nutzung von Ölen nördlich der Alpen
und konnte das zeitlich bestimmt werden ?
Leinöl ? Mohnöl ? Gar Rapsöl ?
Um Pflanzenöle zu gewinnen, braucht man die entsprechende Technologie zum Kaltpressen. Die gab es m.W. in unseren Breiten, also nördlich der Alpen, erst im Mittelalter.
balticbirdy ist offline   Mit Zitat antworten
Sponsored Links


Alt 04.07.2011, 14:42   #34
Mitglied
 
Registriert seit: 05.2011
Ort: Vogtland
Beiträge: 210
Dackelhasser befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
Meinst du, Yam wurde unabhängig von Asien auch in Afrika domestiziert. Ich kenne die Pflanze nicht, gibt es noch heute Wildformen in Afrika?
Ich möchte nur kurz darauf hinweisen, dass es viele verschiedene Arten von Yams gibt. Botanisch heißen die Pflanzen Dioscorea, und davon gibt es schwerpunktmäßig in den Tropen mehrere essbare Arten. Dazu noch viele nichtessbare, die aber teilweise medizinisch genutzt wurden/werden.
Dackelhasser ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 15:08   #35
Mitglied
 
Mitgliederbild von Klaus
 
Registriert seit: 01.2006
Ort: Bayern
Beiträge: 2.511
Blog-Einträge: 1
Klaus ist einfach richtig nettKlaus ist einfach richtig nettKlaus ist einfach richtig nett
Zitat:
rena8 Beitrag anzeigen
Der erste gärtnerische Eingriff ist für mich das Jäten. Felder freischlagen oder freibrennen, um auf diesen Samen auszubringen, sehe ich erst danach.
Ich davor.

Wenn man*) oft zu einer Stelle geht, wo viele essbare Pflanzen wachsen, kommt man vielleicht irgendwann auf die Idee, dem zufälligen Herabfallen der Samen ein wenig im gewünschten Sinne nachzuhelfen, so dass man beim nächsten Besuch etwas mehr findet.

Die störenden Schattenspender zu entfernen wäre dann der nächste Schritt.

*) "man" ist natürlich Frau, denn die sammelten die Feldfrüchte, während sich die Männer auf der Jagd herumtrieben.
__________________
Auch der Versuch ist strafbar.
Klaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 15:32   #36
Mitglied
 
Registriert seit: 06.2011
Beiträge: 20
Lonneman ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zitat:
Klaus Beitrag anzeigen
Ich davor.

Wenn man*) oft zu einer Stelle geht, wo viele essbare Pflanzen wachsen, kommt man vielleicht irgendwann auf die Idee, dem zufälligen Herabfallen der Samen ein wenig im gewünschten Sinne nachzuhelfen, so dass man beim nächsten Besuch etwas mehr findet.

Die störenden Schattenspender zu entfernen wäre dann der nächste Schritt.

*) "man" ist natürlich Frau, denn die sammelten die Feldfrüchte, während sich die Männer auf der Jagd herumtrieben.
Keineswegs,denn es waren die Männer die jedes Getreidekorn fleissig
auflasen.Um anschliessend Bier zu brauen.Der nächste Schritt war dann das
Unkraut zu entfernen um mehr saufen zu können.
(Diese witzige und schlüssige These ist von einem Herrn Reichholf)
Lonneman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 15:39   #37
Ehemaliges Mitglied
 
Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.782
balticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblickbalticbirdy ist ein Lichtblick
Zitat:
(Diese witzige und schlüssige These ist von einem Herrn Reichholf).
Darauf kann man auch nur als Bajuware kommen. Ob er das selbst ernst nimmt?
Josef H. Reichholf ? Wikipedia
balticbirdy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 18:41   #38
Mitglied
 
Mitgliederbild von Hans forscht
 
Registriert seit: 05.2008
Ort: Hannover
Beiträge: 625
Hans forscht wird schon bald berühmt werden
Als Beginn des Gartenbaus kann ich mir gut vorstellen, dass man irgendwo gesammelte Körner, Früchte, etc. hingeworfen hat, weil das Zeug ungenießbar geworden war. Oder einem ist auf der Flucht vor feindlichen Mitmenschen oder wilden Tieren etwas hingefallen. Im einen wie im anderen Fall: Irgendwann später kommt der Mensch wieder an den selben Ort und sieht, dass da nun das wächst, was er einst dort verloren hat. Da kann man schon ins Grübeln kommen.
Wenn man dann absichtlich sät und erkennen muss, dass die Pflänzchen zwar keimen, dann aber von anderen Pfanzen totgeschattet werden, mag das Jäten aufkommen. Das setzt aber den Schritt des Säens eher voraus. Auch werden nicht alle gesäten Pflanzen totgeschattet. Das hängt ja davon ab, wo man was sät.
Hans forscht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 19:54   #39
Mitglied
 
Mitgliederbild von rena8
 
Registriert seit: 02.2008
Beiträge: 4.178
rena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblickrena8 ist ein Lichtblick
Zitat:
Klaus Beitrag anzeigen
Die störenden Schattenspender zu entfernen wäre dann der nächste Schritt.
Zitat:
Hans forscht Beitrag anzeigen
Auch werden nicht alle gesäten Pflanzen totgeschattet. Das hängt ja davon ab, wo man was sät.
An der Stelle können wir alle nur unsere Meinung äußern.

"Totgeschattet" ist zwar eine hübsche Wortschöpfung, @Hans, beim Jäten geht es meist nicht um das Entfernen störender Schattenspender, sondern um das Zurückdrängen ungewollter Konkurrenzpflanzen.
Da sehe ich das enttäuschte Gesicht der Sammler vor mir, wenn sie nach Tagen an die Stelle zurückkehrten, wo sie letztes Mal so reichlich Samen von den Gräsern sammelten und nur noch wenige kümmerliche Stengel zwischen dem wuchernden Kräutern fanden. Da könnte der wütende Sammler handgreiflich geworden sein und das Unkraut herausgerissen haben. - Wir waren alle nicht dabei -

Domestizieren bedeutet auch, ein Wildtier oder eine Wildpflanze unter menschlichen Schutz zu nehmen, so dass diese sich immer weniger selbst anstrengen muß, sich gegen ihre natürlichen Feinde zu verteidigen.
__________________
Zeitzeuge des Wembley-Tors, was nach dem 27.06.10 aus dem kommunikativen Gedächtnis verschwinden und vergessen wird.
rena8 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2011, 20:14   #40
Mitglied
 
Registriert seit: 05.2011
Ort: Vogtland
Beiträge: 210
Dackelhasser befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich habe hier einen Link zur Linse.
Eigentlich ist es doch einfacher, Linsen anzubauen als Getreide. Linsen sind sehr nahrhaft und schon die Wildform ist recht groß. Sehr anspruchsvoll sind die Pflanzen auch nicht. Nur braucht man irgendein Gefäß, um sie drin zu kochen. Nur Bier kann man nicht draus brauen, was die obige These des Herrn Reichholf über den Haufen schmeißt.
Dackelhasser ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist aus.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are aus
Pingbacks are aus
Refbacks are aus


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Körpergröße der Menschen in der Renaissance oder früher William Wallace Sonstiges in der Neuzeit 33 28.09.2011 21:14
Aus welchen vorhergehenden Völkern setzten sich die Germanen zusammen? Backup Völkerwanderung und Germanen 14 22.11.2004 13:50


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 10:43 Uhr.


Powered by: vBulletin Version 3.8.9 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.3.2 ©2009, Crawlability, Inc.
Copyright © 2000-2016 Geschichtsforum.de