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Alt 28.06.2013, 18:54   #61
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Isleifson wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Arldwulf Beitrag anzeigen
Das ganze kann ja durchaus auch zusammenhängend betrachtet werden. Erst die ersten Siedlungen erforderten eine über Kleingärten hinausgehende Landwirtschaft - und diese in größerem Maßstab betriebene Landwirtschaft wiederum eine bessere Verwaltung und in der Folge dessen Schriftlichkeit.

Jeder Schritt befeuerte also den nächsten Schritt. Man muss insbesondere auch darauf achten Landwirtschaft nicht als Ja/Nein Frage zu verstehen, viele qualitativ und quantitativ wichtige Elemente (der Pflug z.B.) wurden erst später erfunden. Was wir wissen ist dass auch in Europa nicht nur Wild auf dem Speiseplan stand. Auch dass sich bestimmte Nutz-Pflanzen sehr schnell ausbreiteten (die Haselnuss z.B.) - mit der Spekulation dass Menschen dies bewußt oder unbewußt beförderten. Und an dieser Stelle hat man natürlich schon eine primitive Bewirtschaftung des Landes, allein durch das Sammeln bestimmter Früchte sorgt man schon für eine Veränderung des Ökosystems, verbreitet deren Kerne und Samen weiter.

Aber selbst wenn dort mal einer dafür sorgte dass am Lagerplatz des letzten Sommers nun ein kleiner Kirschbaum wächst wäre dies eben noch sehr weit entfernt von Landwirtschaft wie sie später mit Acker und Getreide betrieben wurde.

Und erforderte Fortschritte die offenbar andere machten.
Die Rolle der Haselnuss,sollte man für Europa nicht unterschätzen.Die wurde schon sehr früh gesammelt und durch Rösten haltbar gemacht.Manchmal ist die Röstvorrichtung verbrannt,die verkohlten Überreste findet man oft.
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Alt 13.08.2013, 18:24   #62
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Maglor Beitrag anzeigen
Für mich steht daher außer Frage, dass auch aus europäischen Wildpflanzen Kulturpflanzen gezüchtet werden könnten und eine unabhängige Landwirtschaft hätte entstehen können.
Das ist aber offensichtlich nicht passiert.
Stimmt und die, die man vor der Entdeckung Amerikas nutzte, sind inzwischen schon fast wieder vergessen, weil sie offensichtlich nicht so gerne verspeist werden oder andere Nachteile haben.
Liegt vielleicht auch daran, dass gerade krautiges Gemüse, was oberirdisch wächst, in freier Wildbahn Bitterstoffe entwickelt, um sich vor Fraßschädlingen zu schützen. Bei Früchten und Samen kommt das selten vor.
Zur Domestizierung gehört es daher auch, diese negativen Geschmacksstoffe wegzuzüchten. Bei vielen Gemüsepflanzen führte erst dieser Prozeß zur Genießbarkeit, gleichzeitig verloren die Pflanzen ihren natürlichen Schutz vor Fraßschädlingen und machte sie abhängig vom Bauern und Gärtner.
__________________
Zeitzeuge des Wembley-Tors, was nach dem 27.06.10 aus dem kommunikativen Gedächtnis verschwinden und vergessen wird.
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Alt 28.09.2013, 09:13   #63
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Kennt jemand diese Publikation zur frühen Landwirtschaft östlich des Rheins?

Corrie C. Bakels:
The Western European Loess Belt Agrarian History, 5300 BC - AD 1000
Leiden University, 2009
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Alt 02.10.2013, 02:06   #64
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Hans forscht wird schon bald berühmt werden
Wir diskutieren ja immer wieder, wie der Mensch entdeckt haben mag, das Früchte zugleich Samen für die sie tragenden Pflanzen sind. Dazu kommt mir gerade eine viel schlichtere Erklärung in den Sinn als Müllhaufen oder lange im Lager verweilende Gruppen: Bei einer ganzen Reihe von Samen gibt es ein Stadium in dem der Prozeß in dem aus dem Samen wieder eine Pflanze wird so ins Auge springt, dass man den Vorgang gar nicht übersehen kann, z.B.: Kastanien, Eichen, Hasel. Wo solche Pflanzen nennenswert vorkommen, müssen umherstreifende Jäger und Sammler das Austreiben bemerkt haben. Diese Nüsse sind noch gut erkennbar, wenn die Blätter bereits gut erkennen lassen, was für Bäume das werden. Da schließt sich der Kreis. Jäger und Sammler sich existentiell darauf angewiesen, die Natur sehr genau zu beobachten.
__________________
Humor sollte man schon ernst nehmen.
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Alt 28.03.2017, 08:58   #65
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Ein anderer Aspekt "verweilender Gruppen", bei ausreichend Ressourcen der Umgebung, und vor der Landwirtschaft:

Nach Untersuchungen zur Hausmaus wird eine längere Sesshaftigkeit etwa 15000 BP angenommen, jedenfalls eine Sesshaftigkeit und "Verweildauer", die Anpassungsfolgen auf die Tierwelt gehabt haben soll:

Aufsatz:
Origins of house mice in ecological niches created by settled hunter-gatherers in the Levant 15,000 y ago

Presse:
https://www.welt.de/wissenschaft/art...-Menschen.html
http://www.pasthorizonspr.com/index....gatherer-homes
__________________
In der Theorie sind Theorie und Praxis das Gleiche. In der Praxis sind sie es nicht (Yogi Berra). Der Unterschied ist Unsicherheit (Stephen Ross).
silesia ist offline   Mit Zitat antworten
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