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Alt 05.11.2013, 22:16   #1
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Zurvanismus - Zoroastrismus

Welche Unterscheidungsmerkmale gibt es zwischen Zurvanismus und Zoroastrismus? Wie viele Unterscheidungsmerkmale gibt es ? Gibt es dazu auch überlieferte Texte und aus welcher Zeit sind diese?

Geändert von enrico (05.11.2013 um 22:29 Uhr).
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Alt 05.11.2013, 22:22   #2
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Zitat:
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Zurvanismus und Zoroastrismus
Da hatte ich mal nachgucken muessen, was das ueberhaupt ist.
Also sprach Zarathustra: "Guck mal in Wikipedia!"

Im Ernst, die Eintræge dort sind sehr ausfuehrlich. Vielleicht beantworten sie schon deine Fragen?

Gruss, muheijo
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"Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind, aber zu feige, es zu sagen." (Napoléon I.)
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Alt 11.11.2013, 17:19   #3
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Mithridates wird schon bald berühmt werden
Der Zurvanismus war ein persischer Synkretismus, es gab aufgrund der anderen Religionen ihrer Zeit, Christentum, Judentum einige Fragen, die ausblieben.

Ursprünglich war Ahura Mazda/Ohrmizd, der Schutzherr von allen "guten" Dingen und der Gott derer, welche ein reines Herz haben.
Quasi die dunkle Seite der Macht ist Ahriman, der ebenbürtig böse ist, aber nicht untergeordnet, wie z.B. ein gefallener Engel, der Teufel verfügt über mehr Macht, deshalb auch Dualismus.

Die abrahamitischen Religionen hingegen, stellen Gott sehr viel mächtiger da, als Herrscher über Schicksal und auch am Ende Herrscher über den Teufel, Ohrmizd wurden diese Eigenschaften nicht zugeschrieben, wenn zwar der Messias kommt, wird der Teufel bei Seite geschafft, aber ohne den Messias und ohne den Kampf passiert nichts, sicher bin ich mir jetzt nicht, aber ich hatte mal gelesen, dass in einer Passage der Avesta in der Gathas steht : "Nicht mal Ahura Mazda kann deinen Weg ändern".
Das ist nämlich der ganz große Unterschied, niemals würde Allah, Gott, YHWE, als nicht allmächtig dargestellt werden, es würde diesen ganzen Religionen den Sinn nehmen, was wäre Gott, wenn er nicht allmächtig wäre?

Der Zurvanismus bringt dann deutliche Einflüsse hinein, Gott wird doch allmächtig, nämlich Zurvan, der sogar über Ohrmizd und Ahriman steht, Zurvan ist Raum und Zeit und hier taucht der Begriff "Heiliger Vater" auf, Zurvan ist unendlich und ewig Herrscher über alle Zeiten und Ohrmizd und Ahriman sind seine Söhne, Schicksal wird auf einmal ein Begriff, welcher im Zoroastrismus nicht von Bedeutung war, auf das Leben im Jenseits warten war Strafbar im Zoroastrismus, im Zurvanismus nicht, da konnte man aufgrund des Schicksals keine Änderung in seinem Weg vornehmen. Orakalglaube, Zodiak usw. tauchten auf im Zurvanismus, auch alles Dinge, die im Zoroastrismus nicht existent waren.

Der Zurvanismus bildete allerdings aufgrund der Raum und Zeit Definition die Grundlage für weitere Debatten, wie der Materialismus Diskurs, kann etwas materielles ewig gültig sein und ist Gott Materie?

Das führte dazu, dass bestimmte philosophische Strömungen im Iran zum Schluss kamen, dass Gott nicht existent ist, weil "es" keine Materie ist.

Ich zitier mal aus wikipedia, die Passagen sind aus dem Shikand Vichar, die deutsche Übersetzung hatte ich aber bei Burchard Brentjes gelesen :

Zitat:
Ein anderer Trug (als die reinen Atheisten), sind die Atheisten, die die Nichtexistenz eines heiligen Wesens vertreten, die Dahris genannt werden. Sie geben ihre religiösen Pflichten auf und bemühen sich nicht, gute Taten zu vollbringen. Zu ihren unaufhörlichen Reden des Bösen, dem sie sich in endlosen Diskutierereien verschenken, beachte: Sie glauben, dass die unendliche Zeit die erste Ursache dieser Welt und aller verschiedener Veränderungen und (Re-)Gruppierungen, in die Mitglieder und Organe und Substanzen zusammengefasst (und auch beschrieben) werden, sei; wie auch (die erste Ursache) der verschiedenen Gegensätze, die zwischen dem einen und dem anderen bestehen und sich zwischen diesen und den Vermischungen des einen mit dem anderen (immer wieder) bilden. (Sie glauben auch,) Dass gute Taten nicht belohnt werden, dass keine Strafe auf die Sünde folgt, dass Himmel und Hölle nicht existieren und dass es niemanden gibt, der Gutes und Böses anrechnet (nach anderen Übersetzungen: übernatürlich verursacht). (Sie glauben auch,) Dass alle Dinge materiell sind und Spirituelles nicht existiert… Und diese weltliche Existenz nichts anderes, als eine Mischung konkurrierender Kräfte ist.
Die Passage ist aus zoroastrischer Sicht (9. Jhd.), retroperspektivisch auf die Bewegung aus der spätsassaniden Zeit.

Im Koran werden sie laut Brenjes vermutlich auch erwähnt :
Zitat:
"Und sie sagen: ""Es gibt nur unser diesseitiges Leben. Wir sterben und leben (in diesem Rahmen), und nur die Zeit (die allem, was existiert, den Stempel der Vergänglichkeit aufdrückt) (dahr) läßt uns zugrunde gehen. ""Sie haben aber kein Wissen darüber und stellen nur Mutmaßungen an."
Sure 45, 24

Zurvan bringt also in erster Linie die Dimension Zeit hinein, die viele Debatten angeregt hatte innerhalb des Zoroastrimus.

Ich hoffe es ist jetzt etwas klarer geworden, aber Achtung, das was ich hier so schön schreibe, gilt wahrscheinlich als ganz schön veraltet, es kann auch sein das einige Dinge nicht mehr so ganz stimmen, außer den Quellenangaben, ich würde dir dennoch empfehlen in der nicht C.H Beck Ausgabe von Wiesehöfer mal reinzugucken und eben bei Brentjers, der sehr ausführlich über den Zurvanismus schreibt.

P.S. geht eigentlich das neupersische Zaman auf Zurvan zurück, weiß das jemand sicher?
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Alt 11.11.2013, 21:24   #4
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Im Prinzip müsste doch Einstein auch ein später Survanist sein,denn er schrieb ja , dass Raum und Zeit sich unendlich, seit dem Urknall ausbreiten .
-siehe Zurvan: Zurvân (Survân) ist das indoiranische Synonym für "Chronos" (gr) = die Zeit. Und die Zeit, Zurvân, ist ohne Anfang und ohne Ende, also die unendliche Zeit!

Geändert von enrico (11.11.2013 um 21:32 Uhr).
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