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Alt 17.12.2016, 18:49   #1
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Adoptivkaiser (humanitäres Kaisertum)? antoninische Dynastie

Aus einem älteren Thread:

Zitat:
Judas Phatre Auch seine (Marc Aurels) Entscheidung, das Adoptivkaisertum abzuschaffen, könnte man als Kapitulation vor diesen Zuständen interpretiert werden.
Zitat:
Ravenik Die Abschaffung des Adoptivkaisertums hatte nicht das Geringste mit dem Christentum zu tun. Sie war lediglich der Tatsache geschuldet, das Marc Aurel einen Sohn hatte. Hätte Hadrian einen Sohn gehabt, hätte er mit ziemlicher Sicherheit den zu seinem Nachfolger ernannt.
Zitat:
Möglich, es fällt aber die Serie auf. Wieviele Adoptionen gab es denn in der übrigen Kaiserzeit.

In der Julisch-Claudischen Dynastie gab es einige Adoptionen:

1. Gaius Iulius Caesar adoptierte seinen Großneffen Gaius Octavius.

2. Gaius Iulius Caesar Octavianus, dem vom Senat der Titel Augustus (Der Erhabene)verliehen wurde, adoptierte schließlich, als alle seine gewünschten Thronnachfolger weggestorben waren seinen Stiefsohn Tiberius, der von der claudischen in die julische Familie aufgenommen wurde. Gleichzeitig zwang Augustus den Tiberius, seinen Neffen Germanicus zu adoptieren, obwohl Tiberius einen eigenen Sohn, den jüngeren Drusus hatte.

3. (Angabe ohne Gewähr)
Zuvor hatte Augustus seine Enkel Gaius und Lucius Agrippa adoptiert und damit zu Thronprätendenten ernannt.

4. Tiberius adoptierte schließlich den Sohn des Germanicus, der sich danach Gaius Iulius Caesar Germanicus nannte, aber unter seinem Spitznamen Caligula in die Geschichte einging.

5.Nach Caligulas Ermordung traten die Prätorianer erstmals als Kaisermacher auf und Caligulas Nachfolger wurde sein Onkel Claudius, der in dieser schrecklichen Familie als Sonderling und "Aschenputtel" behandelt wurde.

6. Claudius, ein durchaus tüchtiger Kaiser hatte mit Frauen Pech. Seine 3. Gattin Messalina war eine berüchtigte Nymphomanin. Nach ihrer Exekution wandte sich Claudius einer noch gefährlicheren Dame zu, der jüngeren Agrippina. Um sich mit der Tochter des Germanicus zu verheiraten, seiner leiblichen Nichte, ließ er sich vom Senat diese inzestiöse Verbindung absegnen. Von Messalina hatte Claudius einen Sohn, Britannicus. Agrippina brachte Claudius soweit, ihren eigenen Sohn, Lucius Domitius zu adoptieren, womit dieser, der als Nero (Claudius Caesar)in die Geschichte einging, statt Britannicus Claudius Nachfolger wurde. Eine Entscheidung, die schließlich sowohl Claudius wie Britannicus das Leben kostete.


Die Adoption von Thronkandidaten war im kaiserzeitlichen Rom also eher die Regel, als die Ausnahme. Die Periode, die als Zeit der "Adoptivkaiser" oder humanitäres Kaisertum in die Geschichte einging, zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass Übergänge ohne blutige Bürgerkriege vonstatten gingen und sich die Kaiser (Nerva), Trajan, Hadrian, Antoninus Pius und Marc Aurel in der Erinnerungskultur positiv von ihrem Vorgänger Domitian und ihren Nachfolgern Commodus und den Severern abhoben. Cassius Dio sprach davon, die goldene Zeit der humanitären Kaiser habe sich in Eisen und Rost verwandelt.

Der Tod Marc Aurels war schon eine gewisse Zäsur oder wurde jedenfalls von einigen Zeitgenossen so wahrgenommen. Dass während des humanitären Kaisertums Rom von Bürgerkriegen wie nach dem Ableben Neros und schlimmer noch nach Commodus Ermordung verschont blieb, war aber auch ein glückliche Wendung der Geschichte. Nerva hatte mehr Glück, als Helvius Pertinax, sonst hätte ein Anschlag der Prätorianer ihn das Leben kosten können. Hadrians Designierung war durchaus zweifelhaft. Die Gattin Trajans Pompeia Plotina warf ihre Autorität für Hadrian in die Waagschale. Die Exekution einiger Generale Trajans durch Hadrian kam bei Zeitgenossen nicht gut an. In seinen letzten Lebensjahren ließ er einige frondierende Senatoren exekutieren, und nur der Einfluss von Antoninus verhinderte, dass der Senat über ihn die Damnatio memoriae verhängte.

Unter den Adoptivkaisern gab es bereits verwandschaftliche Verflechtungen, und man könnte durchaus von einer Art "antoninischer Dynastie" sprechen zu der Antoninus Pius, Marc Aurel, Lucius Verus und Commodus zählen.

Selten ist ein Thronfolger sorgfältiger aufgebaut worden, als Marc Aurel, den bereits Hadrian gewünscht hatte. Antoninus Pius war ursprünglich als Übergangskandidat gedacht, ähnlich wie Nerva, Antoninus lebte dann aber wesentlich länger, als erwartet. Marc Aurel war in der aufgeklärten Atmosphäre aufgewachsen und sorgfältig von besten Lehrern auf seine Aufgabe vorbereitet worden.

Commodus war der erste "im Purpur geborene" Kaiser/ Kronprinz. Faustina hatte im Laufe der Jahre mehr als ein Dutzend Schwangerschaften durchgemacht. Von seiner Kinderschar hatten nur Commodus und Lucilla das Erwachsenenalter erreicht. Sein Vater wartete seine Entwicklung nicht ab, sondern ernannte ihn zum Caesar.

Andererseits gab es sonst keine Thronprätendenten, wenn Marc Aurel statt Commodus einen tüchtigen Kommandeur wie seinen Schwiegersohn Claudius Pompeianus adoptiert und Commodus übergangen hätte, wäre das ein ungeheurer Affront gewesen, der fast zwangsläufig dazu geführt hätte, dass Commodus ermordet worden wäre.

.....Oder vielleicht doch nicht..., was meint ihr?
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Alt 17.12.2016, 22:37   #2
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Zitat:
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Sein Vater wartete seine Entwicklung nicht ab, sondern ernannte ihn zum Caesar.
Andererseits gab es sonst keine Thronprätendenten, wenn Marc Aurel statt Commodus einen tüchtigen Kommandeur wie seinen Schwiegersohn Claudius Pompeianus adoptiert und Commodus übergangen hätte, wäre das ein ungeheurer Affront gewesen, der fast zwangsläufig dazu geführt hätte, dass Commodus ermordet worden wäre.
.....Oder vielleicht doch nicht..., was meint ihr?
Im Hintergrund Deiner Frage steht vermutlich (auch) die Diskussion um die Neubewertung des Adoptivkaisertums. [1]

Ich beteilige mich gern an Spekulationen. Aber zunächst zwei Rückfragen: Bezieht sich der "ungeheure Affront" auf Commodus, Lucilla und Faustina oder auf den Senat/die Aristokratie oder auf sonstige? Woraus resultiert die erwähnte Zwangsläufigkeit?


[1] Zuletzt: Oliver Schipp, Die Adoptivkaiser, Darmstadt 2011
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Alt 17.12.2016, 23:42   #3
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Ein Gegensatz oder zwei Seiten einer "Medallie"?

Spekulationen sind immer reizvoll. Außer Frage steht, dass die Suche nach dem richtigen Nachfolger gerade in der frühen Kaiserzeit als eine ständige Herausforderung begriffen werden kann. Augustus hat in seinem langen Leben mehrfach "umgruppieren" müssen. Ihm schwebte ziemlich sicher als Ideal ein leiblicher Nachfahre vor, sonst hätte er bei den vielen Adoptionen eine Einbindung seiner Verwandtschaft gleichgültig sein können. Selbst die wichtigste Stütze für den Aufstieg des Augustus, der fast gleichaltrige Marcus Vipsanius Agrippa wurde zeitweilig als Nachfolgekandidat gehandelt. Augustus war es, der Agrippa zur Scheidung von seiner zweiten Ehefrau drängte, damit er die Julia, die Tochter des Augustus heiraten konnte. Die ersten beiden Söhne aus dieser Ehe adoptiere Augustus (womit Abstammung und Auswahl gleichermaßen gegeben waren). Beide starben jedoch im hoffnungsvollsten Alter. Letztlich wurde mit Tiberius ein anderer Adoptivsohn des Augustus zum neuen Kaiser. Er war ursprünglich mit einer Tochter des Agrippa aus erster Ehe verheiratet. Aus dynastischen Gründen zwang Augustus den Tiberius sich scheiden zu lassen und Julia, die Tochter des Augustus zu ehelichen - seine Stiefschwester also! Diese war damit durch ihren Vater zu einer dritter Ehe gezwungen worden. Auch die Stellung des Tiberius blieb unsicher, so lange Augustus noch lebte, Augustus adoptierte sehr viele Kinder und zwang die Menschen der julischen und der claudischen Familien sich vielfach miteinander zu verheiraten, so dass man von einer "Doppeldynastie" des Julisch-Claudischen Hauses sprechen kann.
Als Augustus schließlich starb, wurde der gleichzeitig mit Tiberius von diesem adoptierte, inzwischen aber in Ungnade gefallene Agrippa Postumus (geborener Sohn des Agrippa mit der Augustustochter Julia) sofort ermordet. Es ist nicht ganz klar, ob dies noch auf Befehl des Augustus, oder bereits auf Befehl des Tiberius geschehen war.... Und das alles sind nur sehr unvollständige, eher willkürliche Auszüge der Maßnahmen, mit denen Augustus seine Nachfolge sicherstellen wollte...

Auch die Kaiser der "Adoptivkaiserzeit" nutzten nicht nur die Möglichkeiten der Adoption, sondern auch der Verheiratung. Eine weitere Möglichkeit die eigene Familie stärker als Führungsfamilie zu festigen war es, eigene Vorfahren durch eine "Vergöttlichung" (Divinisierung) zu erhöhen. Alles das macht keinen Sinn, wenn nicht auch dynastische Überlegungen im sogenannten "Adoptivkaisertum" eine wichtige Rolle gespielt hätte. Trajan lies im Jahre 112 und im Jahre 113/114 zuerst seine Schwester, dann seinen Vater "Vergöttlichen". Da er bereits im Jahre 98 Nachfolger seines Adoptiv-Vaters, Kaiser Nerva geworden war (Adoption wohl im Jahre 97), diente es wohl kaum zur Absicherung seines persönlichen Herrschaftsanspruchs.

Essenz: Von Beginn der frühen Kaiserzeit an waren Adoption und Verheiratung nahezu gleich gewichtete, integrale Bestandteile der Nachfolgeregelung. Potentiellen Nachfolgekandidaten, die nicht zum Zuge kamen drohte ein plötzliches Ableben. Ich finde es daher schwer zwischen einer "Dynastischen" oder einer "Adoptiv-Auslese" als einem Gegensatz zur Nachfolgeregelung wirklich unterscheiden zu wollen? Ist das nicht eher eine Diskussion, die für damalige Zeitgenossen eher unverständlich wäre?
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Alt 17.12.2016, 23:44   #4
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Zumal es ja auch, zumindest traditionell, Praxis in der Oberschicht war.
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Alt 18.12.2016, 02:54   #5
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Ich denke nicht, dass man die Adoptionen des Augustus mit den Adoptivkaisern gleichsetzen kann. Tiberius und Drusus waren durch die Ehe des Augustus, mit deren Mutter Livia ohnehin schon Stiefsöhne des Kaisers und durch den Mangel an eigenen Söhnen lag es nahe, diese zu adoptieren. Bei den Adoptivkaisern ging es hauptsächlich darum einen fähigen Nachfolger auszusuchen und ihn deshalb in die Familie aufzunehmen.
Dass Augustus den Tiberius nicht für einen würdigen Nachfolger betrachtete, sieht man daran, dass er ihn erst, als alle anderen, in Frage kommenden, männlichen Thronanwärter verstorben waren,zu seinem Nachfolger erkor. Wenn sein Ausspruch, dass ihm das römische Volk leid tue, welches zwischen diese, langsam mahlenden Zähne geriete stimmt, so kann man daraus erkennen, dass er den ungeliebten Stiefsohn nur mit größten Unbehagen zu seinem Nachfolger bestimmte.
Die Adoption des Nero, durch Claudius ist auch die Adoption eines nahen Angehörigen. Er war nicht nur sein Stiefsohn sondern über Agrippina direkt mit dem Kaiser verwandt, da er der Enkel des Bruders (Germanicus) des Claudius war. Eine Fremdadoption, wie bei den Antoninen war auch das nicht.
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Alt 18.12.2016, 03:11   #6
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Andererseits gab es sonst keine Thronprätendenten, wenn Marc Aurel statt Commodus einen tüchtigen Kommandeur wie seinen Schwiegersohn Claudius Pompeianus adoptiert und Commodus übergangen hätte, wäre das ein ungeheurer Affront gewesen, der fast zwangsläufig dazu geführt hätte, dass Commodus ermordet worden wäre.
.....Oder vielleicht doch nicht..., was meint ihr?
Es ist natürlich sehr spekulativ anzunehmen, dass Marc Aurel seinen Sohn für unfähig hielt. Es deutet nichts darauf hin, auch wenn Filme wie "Der Untergang des röm. Reiches" oder "Gladiator" das so darstellen. Er hat ihn frühzeitig zum Mitregenten erhoben und war offenbar etwas blind ,was die üblen Eigenschaften seines einzig verbliebenen Sohnes betraf (auch heute verziehen kluge Menschen ihre Kinder und schaffen damit kleine Monster ohne das selbst zu sehen). Falls der junge Commodus beim Volk beliebt war, wäre es wohl auf wenig Verständnis gestoßen, wenn dieser bei der Thronfolge übergangen worden wäre und Marc Aurel war sicher auch nicht nur Vernunftsmensch. Blut ist halt dicker als Wasser und der eigene Sohn stand sicher dem Vater sicher näher als ein Fremder, auch wenn dieser fähiger war.
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Alt 18.12.2016, 15:57   #7
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Doch auch falls Mark Aurel seinen Sohn realistisch eingeschätzt hat: Was hätte er denn machen sollen? Wie Scorpio im Eingangsbeitrag bin auch ich der Meinung, dass es wohl nicht lange gut gegangen wäre, wenn er seinen Sohn übergangen und einen anderen Nachfolger bestimmt hätte. Commodus hätte sich das wohl kaum so einfach gefallen lassen; entweder wäre einer der beiden ermordet worden oder es wäre zum Bürgerkrieg gekommen. Um das definitiv zu verhindern, hätte Mark Aurel wohl seinen eigenen Sohn beseitigen lassen müssen.
Man kann ihm also wohl nicht verargen, wenn er - auch falls er Commodus realistisch einschätzte - einfach das Beste hoffte.
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Alt 18.12.2016, 19:51   #8
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Zitat:
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Man kann ihm also wohl nicht verargen, wenn er - auch falls er Commodus realistisch einschätzte - einfach das Beste hoffte.
Wie viele Fälle gab es in der Geschichte Europas, bei denen ein Herrscher einen Fremden, statt des eigenen, wenig fähigen Sohnes zum Nachfolger machte? Mir fällt da spontan keiner ein. Selbst Don Carlos wäre, wenn er nicht so offen gegen den Vater opponiert und länger gelebt hätte, trotz seiner Auffälligkeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit Phillips Nachfolger geworden.
Nur weil Marc Aurel ein Gelehrter war, ist das kein Grund dafür anzunehmen, dass er kein Interesse an der Gründung einer eigenen Dynastie hatte.
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Alt 18.12.2016, 21:43   #9
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tejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblick
Adoptivkaisertum, eine maßgeschneiderte Ideologie für den Senatorenstand

Die Adoptionspolitik des Augustus vereinte zwei Grundprinzipien:
1.) Einen geeigneten Nachfolger zu finden und zu bestimmen
2.) Einen Nachfolger zu finden, der mit ihm verwandt war. Auch über eine Adoption, die für einen Römer den gleichen Stellenwert hatte.

Bei Augustus fällt auf, dass er seine Nachfolger aus seinem engeren, möglichst familiären Umfeld aufzubauen versuchte. Agrippa war ihm durch besondere Treue verbunden, auch wenn dieser ihm von seiner Abstammung her eigentlich nicht verbunden war. Er sorgte durch dessen Vermählung mit seiner Tochter Julia dafür, dass Agrippas persönliche Nachkommenschaft Enkel des Augustus selbst würden. Damit wäre letztlich seine direkte Blutlinie wieder als Erbe für die folgende Generation wieder auf dem "Thron" zu erwarten.
Tiberius war eigentlich nur ein "angeheirateter Stiefsohn", der letztlich die Nachfolge antrat. Um aber wieder seine eigene Blutlinie als "natürliche Nachfolgerschaft" für die auf Tiberius folgende Generation in Position zu bringen, reichte ihm dies nicht. Er adoptierte Tiberius UND er verheiratete ihn mit seiner Tochter Julia. Augustus ging also mehrgleisig vor. Überhaupt hielt er sich fast immer mehr als eine Option offen um eine Wahl zu haben.

Obwohl Augustus die "neue römische Staatsverfassung" erst begründete, konnte er durch seine einzigartige Machtstellung als Sieger in einem umfassenden Bürgerkrieg und seine sehr lange Regierungszeit Fakten schaffen, die seine Regelung kaum Anfechtbar machten. Vor diesem Hintergrund ist seine dynastische Politik als besonders intensiv zu verstehen. Dabei war eine Auswahl in der Nachfolgesuche für die mächtigen Senatorenfamilien schon in der ausgehenden Republik üblich geworden. Dazu gehörten neben "dynastischen Hochzeiten" auch Adoptionen als gleichberechtigtes Mittel der Politik. Es bleibt also eine relatives Grundmuster dieser "Nachfolgeregelungen" über die Republik und den Maßnahmen des Augustus bis hin zu den Adoptivkaisern festzuhalten.

Den "Adoptivkaisern" fehlte schlicht bis zu Marc Aurel der leibliche Sohn um auf ihn zurückgreifen zu können als Option der Nachfolgeregelung. Alle übrigen Maßnahmen stehen in senatorischer Tradition bis hin zu den Vorgängen in der Julisch-Claudischen Dynastie. Mit der - bereits antiken - Postulierung eines "Adoptivkaisertums allein als Auswahl des Besten" gelang ein Propagandatrick in bewusster Abgrenzung zu den als Exzessen empfundenen Begleiterscheinungen gegen Ende der beiden vorhergehenden Dynastien. Das Julisch-Claudische Haus fand sein Ende mit Kaiser Nero. Nach ihm setzte sich die Flavische Dynastie durch, die mit Kaiser Domitian endete. Die Regierungen von Nero und Domitian forderten durch als ungerecht, selbstherrlich und autoritär empfundenen Regierungsstil ihren Sturz heraus. Eine "Auswahl der Besten" durch Adoption wurde als bewussten Gegensatz zu diesen Vorgängen propagandistisch herausgestellt. Diese, besonders durch Cassius Dio und Herodian bis heute erhaltene Interpretation, der sonst als klassisch dynastische Maßnahmen erkennbaren Improvisationen, wurde so als schon immer gewollte Nachfolgeauswahl hochstilisiert. Hinzu kommt, das die Bilanz der Herrschaft durch die "Adoptivkaiser" als positiv erkannt, oder zumindest empfunden werden konnte. Bei der erwarteten, reinen Erfolgsbilanz etwa eines Kaisers Trajan oder Hadrian fällt aus antiker Sicht der Verzicht auf bereits propagierte Gebietszuwächse auf, die man dabei unter den Tisch fallen ließ. So berechtigt die Maßnahmen gewesen sein mögen, wären sie aus klassisch römischer Sicht normalerweise als negativ verbucht worden. Damit wird erkennbar, das erfolgreiche Propaganda in römischer Zeit ein wichtiges Mittel der Memoria war. Im Falle der "Adoptivkaiser" wurde deren persönliches Dilemma zu einem Konzept hochstilisiert. Mit Marc Aurel fand diese Praxis ein unspektakuläres Ende, indem er einen natürlichen Sohn als Nachfolger vorweisen konnte.
Die Idee eines "Adoptivkaisertums" konnte sich nur entwickeln, durch die erwähnte Vorgeschichte (Nero & Domitian) und den turbulenten Zeiten des "Nachspiels" mit einem Bürgerkrieg (wie bei Nero) als Gegenentwurf. Entscheidender jedoch war, dass einflussreiche Geschichtsschreiber diese Idee propagierten. Warum auch nicht? Sie schrieben in erster Linie für den Senatorenstand und denen war diese Idee doch geradezu auf den ideologischen Leib maßgeschneidert worden.
tejason ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.12.2016, 20:11   #10
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Zitat:
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Im Hintergrund Deiner Frage steht vermutlich (auch) die Diskussion um die Neubewertung des Adoptivkaisertums. [1]

Ich beteilige mich gern an Spekulationen. Aber zunächst zwei Rückfragen: Bezieht sich der "ungeheure Affront" auf Commodus, Lucilla und Faustina oder auf den Senat/die Aristokratie oder auf sonstige? Woraus resultiert die erwähnte Zwangsläufigkeit?
Vor allem auf Commodus. Er war Marc Aurels Sohn, von hervorragenden Lehrern erzogen. Er war bereits 166 zum Caesar und damit designierten Thronfolger ernannt worden und erhielt 175 den Titel Germanicus und wurde wurde im gleichen Jahr in alle Priesterämter eingeweiht und princeps iuventutis. 176 wurde Commodus zum Imperator ernannt, er begleitete seinen Vater nach Germanien, Syrien und Ägypten und triumphierte 176 gemeinsam mit Marc Aurel. 177 bekleidete Commodus das erste Konsulat (CIL VI, 631) Noch vor seiner Ehe mit Bruttia Crispina 178 erhielt er die Titel Augustus und Pater Patriae (CIL XVI; 128 XIV 2856) und wurde durch Empfang der Tribunicia Potestas, die er später von November 176 an rechnete, auch offiziell Mitregent seines Vaters. Im Sommer 178 zog er mit Marc Aurel nach Germanien und bekleidete sein zweites Konsulat (CIL VI, 1979).

Commodus wurde von früher Jugend an, ähnlich wie Marc Aurel selbst, sorgfältig als Nachfolger aufgebaut und auf künftige Aufgaben in der Verwaltung vorbereitet. Marc Aurel hatte nach seinen eigenen Erfahrungen keinen Grund anzunehmen, dass diese Ausbildung und Erziehung ausgerechnet bei seinem eigenen Sohn versagen sollte. Nach allem was den Selbstbetrachtungen zu entnehmen ist, liebte Marc Aurel seine Kinder mit großer Sicherheit und seine Frau Faustina mit großer Wahrscheinlichkeit. In den Selbstbetrachtungen schreibt er dass er froh sei, dass Faustina so war wie sie war.

Die Tochter des Antoninus Pius muss mindestens 13 Schwangerschaften durchgemacht haben, ein Zwillingsbruder Commodus starb schon im Kindesalter, und wie schon gesagt erlebten nur Commodus und Lucilla das Erwachsenenalter. Der römische Klatsch dichtete Faustina dennoch zahlreiche Affären an. Die Historia Augusta fabelte u. a. von einem Gladiator mit dem sich Faustina amüsiert haben soll und der mutmaßlicher Vater Commodus gewesen sein soll. Das ist aber vermutlich nicht ernst zu nehmen.

Commodus war der designierte Nachfolger, einen anderen Kandidaten, der ähnliche Rechte geltend machen konnte, gab es nicht. Dass Commodus der Letzte der Antonine werden würde, war 180 noch nicht absehbar. Bei den Legionen, im Offizierskorps, im Ritterstand und auch bei der Plebs urbana dürfte Commodus über Rückhalt verfügt haben. Außenpolitisch war seine Regierungszeit durchaus eine Periode der Stabilität. Jeder Regierungswechsel trug in sich die Gefahr, dass es zu Usurpationen oder gar zu Bürgerkrieg kommen konnte. Nach Neros wenig rühmlichen Ableben und den Wirren der Revolutionskaiserzeit ging es noch verhältnismäßig gesittet zu, verglichen mit dem Bürgerkrieg nach dem 2. Vierkaiserjahr als sich Septimius Severus, Pescennius Niger und Clodius Albinus bekämpften.

Die Erfahrungen aus der Zeit der Severer zeigten, dass die Loyalität der Truppen für eine angestammte Herrscherdynastie noch am größten war.
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Alt 24.12.2016, 21:43   #11
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Vergessen wird gerne der "Prototyp" der Adoption außerhalb des eigenen Familienkreises zur Nachfolgeregelung: Bereits Kaiser Galba adoptierte Lucius Calpurnius Piso Frugi Licinianus und designierte ihn zum Nachfolger. Piso erhielt auch - ebenfalls zukunftsweisend - den Titel "Caesar". Gebracht hat es aber beiden nichts (Piso nur geschadet), da Piso politisch unbedeutend war und über keinerlei "Hausmacht" verfügte und daher dem politisch angeschlagenen Galba keine Stütze bieten konnte. (Das war der Unterschied zu Nerva, dessen Position ebenfalls fragil war, der sich aber für den mächtigen Armeebefehlshaber Traian entschied.) Nach fünf Tagen wurden beide ermordet.
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Alt 25.12.2016, 16:58   #12
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Zitat:
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Vor allem auf Commodus. Er war Marc Aurels Sohn, von hervorragenden Lehrern erzogen.
Das sagt nicht viel darüber aus, ob Commodus von seinen natürlichen Anlagen her, zum guten oder schlechten Schüler neigte. Außerdem befanden sich Erzieher und Lehrer, in der Regel im Sklavenstand und waren die Untergebenen Ihres Schülers, was ein eher wildes Kind kaum zur Raison bringen konnte.
Zitat:
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Nach allem was den Selbstbetrachtungen zu entnehmen ist, liebte Marc Aurel seine Kinder mit großer Sicherheit und seine Frau Faustina mit großer Wahrscheinlichkeit. In den Selbstbetrachtungen schreibt er dass er froh sei, dass Faustina so war wie sie war.
Auch wenn die Schrift des Kaisers "Selbstbetrachtung" heißt, so war diese nicht als eine Art Tagebuch für sich selbst bestimmt sondern für ein öffentliches Publikum verfasst worden. Es ist kaum anzunehmen, dass ein Kaiser, der eine Dynastie begründete seinen Nachfolger oder dessen Mutter schlecht dastehen ließe. Möglicherweise hat Marcus Aurelius vor lauter Selbstbetrachterei etwas vergessen seinen Sprössling und dessen Charakter und Fähigkeiten etwas genauer zu betrachten. Wobei er offenbar doch nicht vollkommen der Meinung war, dass der, noch viel zu junge Commodus allein regieren könnte . Cassius Dio schrieb dazu: " Commodus war von Natur aus nicht schlecht sondern ein äußerst gutmütiger Mensch. Wegen seiner großen Einfalt und Furchtsamkeit wurde er aber Sklave seiner Umgebung und von denselben zu Fehltritten verleitet, bis ihm nach und nach Schwelgerei und Mordsucht zur Gewohnheit wurde. Auch scheint mir Marcus Aurelius das richtig vorausgesehen zu haben. Er war 19 Jahre alt, als sein Vater starb, und dieser hatte ihm mehrere Senatoren als Vormünder beigegeben."
Zitat:
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Der römische Klatsch dichtete Faustina dennoch zahlreiche Affären an. Die Historia Augusta fabelte u. a. von einem Gladiator mit dem sich Faustina amüsiert haben soll und der mutmaßlicher Vater Commodus gewesen sein soll. Das ist aber vermutlich nicht ernst zu nehmen.
Wir können nicht alles, was uns an einer historischen Person nicht gefällt immer nur als Klatsch bezeichnen. Faustinas lockeren Lebensstil beschreibt nicht nur die "Historia Augusta" sondern auch Cassius Dio, der als Zeitzeuge gelten kann, da er in antoninischer Zeit ,als Spross eines Senatorenfamilie lebte und als Konsul sicher auch Zugang zu höchsten Hofkreisen besaß. Es war offenbar keine Seltenheit, dass Damen aus angesehenen Familien sich ganz gern mit echten Mannsbildern aus Gladiatorenkreisen über ihre etwas weichlichen Ehemänner hinwegtrösteten. Juvenal beschreibt dergleichen auch in seinen Satiren.
Es ist allerdings auch nicht verwunderlich, dass man an der Vaterschaft des Marcus zweifelte ,wenn sein Sohn ihm charakterlich derart unähnlich war und vollkommen andere Interessen als sein Vater hatte.
Man kann aber an Hand von erhaltenen Portraitbüsten von Marcus(Bild2 und3) und Commodus(Bild1) eine Familienähnlichkeit finden. Besonders die Augenpartie hat Übereinstimmungen. Bei beiden quellen die Augäpfel nach vorn und besitzen ein schweres Oberlid welches den sogenannten "Schlafzimmerblick" ergibt, bei dem die Iris vom Augenlid leicht bedeckt und unten aber in vollkommener Rundung zu sehen ist. Man könnte annehmen, dass diese Augengestaltung dem Zeitgeschmack entsprach aber bei Marc Aurels Mitregenten Lucius Verus (Bild 4 sind die Augen anders geformt, weshalb ich darauf schließen würde, dass Commodus das vom Vater hatte.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
commudus.jpg   marc-aurelius.jpg   marc-aurel.jpg  

lucius-verus.jpg  
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Geändert von Galeotto (25.12.2016 um 17:02 Uhr).
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Alt 25.12.2016, 21:53   #13
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Caro91 wird schon bald berühmt werden
Natürlich hast du völlig recht: Eine Quelle ist in einem konkreten Fall nicht unglaubwürdig, nur weil sie eine pikante oder eigenartige Information beinhaltet.

Hier gibt es aber schon auch weitere Hinweise:

- Commodus galt (wie von Euch ja bereits erläutert) als wenig fähiger Kaiser, der in seiner Persönlichkeit kaum Gemeinsamkeiten mit dem großen Vater zu zeigen schien.

- Er hatte völlig andere Interessen als Marc Aurel, die zudem eher einem Mann aus einer einfachen Schicht angestanden hätten. Insbesondere seine Neigung, sich selbst als Gladiator zu betätigen, scheint der senatorischen Schicht sehr missfallen zu haben.

- Er galt nach seinem Tod zumindest in diesen Kreisen als schlechter Kaiser, während seine Vorgänger seit Nerva als gute und sehr gute Herrscher dargestellt wurden.

Was lag also für eine Geschichtsschreibung in dieser Tradition näher, als dies alles dadurch zu erklären, dass Commodus ganz schlechte Erbanlagen - etwa die eines Gladiators und einer Ehebrecherin - mitgebracht hatte?

Das würde erklären, wie dieses Gerücht aufkam. Da wir in der heutigen Historiographie aber nicht mehr davon ausgehen, dass Neigungen (wie die zum Gladiatorenkampf, zur Grausamkeit, zur Sittenlosigkeit oder auch zur Philosophie und zum verantwortlichen Handeln) biologisch vererbt werden, gibt es eigentlich keinen Grund, Commodus nicht für Marc Aurels Sohn zu halten.

Dazu kommt dann noch, dass ein solcher Seitensprung entweder sehr undiskret und halböffentlich hätte ablaufen müssen, damit er den Zeitgenossen bekannt geworden wäre. Ob der Kaiser ihn dann wirklich so protegiert hätte?
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Alt 26.12.2016, 08:51   #14
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- Commodus galt (wie von Euch ja bereits erläutert) als wenig fähiger Kaiser, der in seiner Persönlichkeit kaum Gemeinsamkeiten mit dem großen Vater zu zeigen schien.
Gibt es denn - aus heutiger Sicht - irgendeinen objektiven Hinweis darauf, Commodus als "schlechten" Kaiser zu bewerten?
War nicht sein Hauptproblem, dass er sich gegen den Senat stellte, um auf Kosten der Senatoren die Staatsfinanzen zu sanieren? Dass aus diesem Grunde aus senatorischen Kreisen immer wieder Mordkomplotte gegen ihn gewoben wurden, die natürlich auch zu Reaktionen seinerseits führten?
Dass auch die wenigen Historienschreiber, die sich mit ihm befassten, senatorischen Kreisen zumindest nahestanden?
Selbst von diesen wird betont, dass er beim Volk und bei der Armee beliebt war.

Sein berühmter Vater wird als Herrscher positiv überhöht dargestellt, weniger wohlmeinend könnte man urteilen, dass Mark Aurel durch die unergiebigen und erfolglosen Markomannenkriege die Staatsfinanzen zerrüttete, und sein Sohn es ausbaden musste.
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Alt 26.12.2016, 15:23   #15
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Wobei wieder zu hinterfragen wäre, ob die Markomannenkriege nicht ihre Ursache in der Entwicklung des Römischen Reiches unter Marc Aurels Vorgängern gehabt haben.

Aus heutiger Sicht lässt sich wohl kaum mehr entscheiden, ob Marc Aurel überhaupt eine andere Wahl als die Kriege gehabt hat.
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Eine weitere Frage, die sich für mich in Bezug auf das Modell "Adoptivkaiser" stellt:

Die Einteilung der römischen Kaiser, wie wir sie heute kennen, ist doch erst später entstanden und keineswegs so fix in der geschichtlichen Betrachtung. Als ich aufgewachsen bin, waren die Severer z. B. bereits Soldatenkaiser, heute dagegen werden sie oft als eigene Dynastie (vergleichbar den Flaviern) eingestuft.

Ob bei den Adoptivkaisern tatsächlich ein politisches Programm ursprünglich dahinter gesteckt hat?

Fakt ist doch:
Nerva hatte keinen Sohn, also war die Adoption eines Nachfolgers die vermutlich naheliegendste Lösung, zudem das in der römischen Gesellschaft eine durchaus übliche Methode zur Nachfolgeregelung war, und dies nicht erst in der Kaiserzeit.

Dass er mit Trajan keinen nahen Verwandten adoptierte, war vielleicht das einzige wirkliche Neue an dieser Adoption, vielleicht auch, dass er mit ihm einen politischen Konkurrenten auswählte. Aus politischer Sicht lässt sich heute sagen, dass es wohl eine gute Entscheidung für ihn war.

Aber was wäre, wenn Nerva einen Sohn gehabt hätte? Hätte er dann Trajan auch adoptiert?

Ahnlich verhält sich die Lage bei Trajan, auch er hatte keinen Sohn, daneben scheint er Hadrian (der übrigens ein naher Verwandter war) auch relativ spät adoptiert und zu seinem Nachfolger gemacht zu haben. (Vielleicht erst, als klar war, dass er keine eigenen Söhne haben würde.)

Und bei Hadrian wiederholt sich der Fall. Er hat auch keine eigenen Kinder, die er als Nachfolger hätte aufbauen können und wählt die Adoption.

Dass mit dem "Adoptiv-Kaisern" dürfte wohl eher ein Zufall gewesen sein und kam nur zustanden, weil eben drei Kaiser die direkt aufeinanderfolgten, keine männlichen Nachkommen hatten und deswegen einen Nachfolger adoptieren mussten. F

ür spätere Generationen mag das dann, wie ein neues Herrschermodell gewirkt haben, nicht zuletzt, da sich die adoptierten Nachfolger als äußerst fähig erwiesen und sich da schon die Frage gestellt haben mag, ob es nicht letztlich die bessere Lösung als Söhne als Nachfolger war.

Marc Aurel mag daher vielleicht gar nicht die Idee eines adoptierten Nachfolgers in Betracht gezogen haben (was ihm in Filmen wie "Der Untergang des römischen Reiches" oder "Gladiator" unterstellt wird). Im Gegensatz zu seinen Vorgänger hatte er einen eigenen Sohn ...
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Die Wahrheit findet man nicht in irgendwelchen Berichten, sondern in den Rechnungsbüchern.
(Josephine Tey)

Geändert von Teresa C. (26.12.2016 um 15:32 Uhr). Grund: Durchsicht
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Alt 26.12.2016, 18:10   #16
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Gibt es denn - aus heutiger Sicht - irgendeinen objektiven Hinweis darauf, Commodus als "schlechten" Kaiser zu bewerten?
- übereilter Friedensschluss an der Nordgrenze
- Vernachlässigung der Regierungsgeschäfte
- Günstlingswirtschaft, insbesondere ließ er seinen Günstlingen freie Hand (was diese nicht gerade uneigennützig ausübten), um sich selbst dem Vergnügen zu widmen. Über seine eigene Herrschaft hinaus langfristig verheerend wirkte sich insbesondere auch aus, dass Commodus den Prätorianerpräfekten wieder viel Macht gewährte, nachdem sie zuvor seit Nero meist an einer relativ kurzen Leine gehalten worden waren.
- massiver Personenkult
- diverse Justizmorde, die obendrein keineswegs alle in Zusammenhang mit Verschwörungen standen

Zitat:
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War nicht sein Hauptproblem, dass er sich gegen den Senat stellte, um auf Kosten der Senatoren die Staatsfinanzen zu sanieren?
"Sanieren" ist eher relativ. Gleichzeitig gab er viel Geld für Volksbelustigungen aus.

Zitat:
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Dass auch die wenigen Historienschreiber, die sich mit ihm befassten, senatorischen Kreisen zumindest nahestanden?
So einfach kann man es sich nicht machen. Hadrian hatte (vor allem wegen diverser Hinrichtungen von Senatoren) auch ein schwieriges Verhältnis zum Senat, trotzdem kam er später in der Geschichtsschreibung (auch beim Senator Cassius Dio) relativ gut weg.

Zitat:
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Selbst von diesen wird betont, dass er beim Volk und bei der Armee beliebt war.
Natürlich ist beliebt, wer etwas springen lässt, das hat sich bis heute nicht geändert. Ob es gut für den Staat ist, ist eine andere Frage.

Zitat:
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Sein berühmter Vater wird als Herrscher positiv überhöht dargestellt, weniger wohlmeinend könnte man urteilen, dass Mark Aurel durch die unergiebigen und erfolglosen Markomannenkriege die Staatsfinanzen zerrüttete, und sein Sohn es ausbaden musste.
Mark Aurel hat die Markomannenkriege nicht aus Jux und Tollerei geführt. Die Donaugrenze war faktisch zusammengebrochen, die angrenzenden Provinzen standen den Germanen und sonstigen Invasoren offen, die Eindringlinge stießen bis nach Italien und Griechenland vor. Mark Aurel gelang die Wiederherstellung der Donaugrenze, insofern war sein Krieg weder unergiebig noch erfolglos.

Zitat:
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Aus heutiger Sicht lässt sich wohl kaum mehr entscheiden, ob Marc Aurel überhaupt eine andere Wahl als die Kriege gehabt hat.
Eine "Wahl" hat man immer. Im vorliegenden Fall wäre die Alternative allerdings gewesen, die Donauprovinzen und den Balkan faktisch aufzugeben, wobei allerdings die Germanen bereits bis nach Norditalien vordrangen.

Zitat:
Teresa C. Beitrag anzeigen
Die Einteilung der römischen Kaiser, wie wir sie heute kennen, ist doch erst später entstanden und keineswegs so fix in der geschichtlichen Betrachtung. Als ich aufgewachsen bin, waren die Severer z. B. bereits Soldatenkaiser, heute dagegen werden sie oft als eigene Dynastie (vergleichbar den Flaviern) eingestuft.
Weswegen ich von solchen Kategorisierungen ohnehin nichts halte.

Zitat:
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Ob bei den Adoptivkaisern tatsächlich ein politisches Programm ursprünglich dahinter gesteckt hat?
Meiner Meinung nach nein. Wie Du selbst herausarbeitest, handelte es sich um eine Verlegenheitslösung. Die meisten Kaiser versuchten eine Dynastie aus ihrer eigenen Familie oder zumindest Verwandtschaft heraus aufzubauen. Das Besondere an den "Adoptivkaisern" war, dass erstens mehrere Kaiser ohne natürliche Erben aufeinanderfolgten und zweitens mehrere adoptierte Kaiser tatsächlich erfolgreich die Nachfolge antreten konnten, ohne ermordet oder weggeputscht zu werden.

Zitat:
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Dass er mit Trajan keinen nahen Verwandten adoptierte, war vielleicht das einzige wirkliche Neue an dieser Adoption, vielleicht auch, dass er mit ihm einen politischen Konkurrenten auswählte.
Bereits Galba adoptierte mit Piso keinen nahen Verwandten.

Geändert von Ravenik (26.12.2016 um 18:33 Uhr).
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Alt 26.12.2016, 18:18   #17
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Wie zuverlässig sind eigentlich die Berichterstatter über Commodus?
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Alt 26.12.2016, 18:31   #18
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Ob bei den Adoptivkaisern tatsächlich ein politisches Programm ursprünglich dahinter gesteckt hat?

Fakt ist doch:
Nerva hatte keinen Sohn, also war die Adoption eines Nachfolgers die vermutlich naheliegendste Lösung, zudem das in der römischen Gesellschaft eine durchaus übliche Methode zur Nachfolgeregelung war, und dies nicht erst in der Kaiserzeit.

Dass er mit Trajan keinen nahen Verwandten adoptierte, war vielleicht das einzige wirkliche Neue an dieser Adoption, vielleicht auch, dass er mit ihm einen politischen Konkurrenten auswählte. Aus politischer Sicht lässt sich heute sagen, dass es wohl eine gute Entscheidung für ihn war.


Ahnlich verhält sich die Lage bei Trajan, auch er hatte keinen Sohn, daneben scheint er Hadrian (der übrigens ein naher Verwandter war) auch relativ spät adoptiert und zu seinem Nachfolger gemacht zu haben. (Vielleicht erst, als klar war, dass er keine eigenen Söhne haben würde.)

Und bei Hadrian wiederholt sich der Fall. Er hat auch keine eigenen Kinder, die er als Nachfolger hätte aufbauen können und wählt die Adoption.

Dass mit dem "Adoptiv-Kaisern" dürfte wohl eher ein Zufall gewesen sein und kam nur zustanden, weil eben drei Kaiser die direkt aufeinanderfolgten, keine männlichen Nachkommen hatten und deswegen einen Nachfolger adoptieren mussten.
Natürlich wird man nicht von einem Programm sprechen dürfen, welches alle Adoptivkaiser vereint verwirklichten, sondern muß eher immer je nach Situation entscheiden, welche Ambitionen dem Adoptierenden zugrundelagen. Sicher ist aber, daß nach erfolgreichen Beispielen dieses Modell als bewährte Handlungsoption bestand.

Nerva jedenfalls brauchte einen handlungsfähigen Militär an seiner seite, weil die Truppen wegen der Ermordung Domitians unzufrieden waren und eine starke Hand brauchten, um die Disziplin zu wahren.

Ob Trajan Hadrian adoptiert hat, war bereits in der Antike umstritten.

Daß Hadrian zumindestens ein personelles "Programm" hatte, zeigt ja, daß Antoninus Pius gleich Marc Aurel und Lucius Verus adoptieren mußte, die ja eigentlich noch viel zu jung waren, um zu gewährleisten, daß sie einmal "gute" Kaiser werden würden. Auch dafür gibt es bereits ein frühes Beispiel mit Augustus - Tiberius - Germanicus.

Es geht also meines Erachtens weniger um ein Programm als vielmehr um jeweilige Situationsreaktionen.
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Alt 26.12.2016, 21:50   #19
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Gibt es denn - aus heutiger Sicht - irgendeinen objektiven Hinweis darauf, Commodus als "schlechten" Kaiser zu bewerten?
War nicht sein Hauptproblem, dass er sich gegen den Senat stellte, um auf Kosten der Senatoren die Staatsfinanzen zu sanieren? Dass aus diesem Grunde aus senatorischen Kreisen immer wieder Mordkomplotte gegen ihn gewoben wurden, die natürlich auch zu Reaktionen seinerseits führten?
Dass auch die wenigen Historienschreiber, die sich mit ihm befassten, senatorischen Kreisen zumindest nahestanden?
Selbst von diesen wird betont, dass er beim Volk und bei der Armee beliebt war.
Man kann das sicher so sehen, auch wenn El Quijote einige Gegenargumente gegen diese Sichtweise angeführt hat.

Das ist aber eine ganz andere Frage als diejenige nach der Herkunft und Glaubwürdigkeit der Behauptung, Commodus sei nicht Marc Aurels Sohn.

Unstreitig ist ja, dass Commodus in senatorischen Kreisen als schlechter Kaiser und als ein seinem Vater sehr unähnlicher Sohn galt. Da lag es natürlich nahe, seine Herkunft in Zweifel zu ziehen und beispielsweise einen Gladiator als Vater zu "erfinden", zumal der Kaiser zu diesem Berufsstand eine deutliche Affinität besaß.

Es ging mir also nicht um die Bewertung des Commodus - dazu fühle ich mich nicht wirklich kompetent genug - sondern um eine begründete Vermutung darüber, ob die Geschichte von der unehelichen Geburt des Kaisers glaubwürdig ist.
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Alt 26.12.2016, 22:31   #20
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Ich will hier Gerüchten (und mehr als Gerüchte sind es auch in der Historia Augusta nicht) über Commodus' außereheliche Herkunft nicht das Wort reden (von der Schlussfolgerung, weil Commodus gladiatorenaffin war, sei es naheliegend, dass sein Vater Gladiator gewesen sei, halte ich nichts), nur darauf hinweisen, dass Untreue bei Männern wie bei Frauen in Rom nichts Ungewöhnliches war, auch nicht in der kaiserlichen Familie. Das muss natürlich nicht auch auf Faustina zutreffen, nur sollte man es auch nicht aus einem "quellenkritischen" Reflex heraus von Vornherein ausschließen. Mark Aurel und Faustina heirateten nicht aus Liebe, sondern arrangiert, und dass sich Mark Aurel nicht öffentlich negativ über seine Frau äußerte, sagt nicht zwingend etwas darüber aus, wie die beiden privat tatsächlich zueinander standen.
Im Übrigen wurde Faustina nicht nur mit Gladiatoren und Matrosen Affären nachgesagt, sondern auch mit Männern von Stand. Auch das wäre, wenn es wahr sein sollte, nichts Ungewöhnliches gewesen.

Zitat:
Teresa C. Beitrag anzeigen
Wie zuverlässig sind eigentlich die Berichterstatter über Commodus?
Genau das ist die umstrittene Frage. Wie Dir schon aufgefallen sein wird, wird heute "Quellenkritik" gerne so betrieben, dass in etwa das Gegenteil dessen, was in den Quellen steht, wahr sei.
Zumindest für seinen Personenkult gibt es aber durchaus auch andere Belege, insbesondere die bekannte Büste, die ihn als Hercules zeigt, was mit den Quellenberichten über sein Hercules-Getue übereinstimmt.

Geändert von Ravenik (26.12.2016 um 22:35 Uhr).
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