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Alt 27.03.2009, 01:04   #21
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Sehe ich richtig, dass sowohl das die Plakette als auch das Halsband aus Metall sind?
Was steht denn da drauf (übersetzt)?
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Alt 27.03.2009, 05:31   #22
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Zitat:
Legat Beitrag anzeigen
Sehe ich richtig, dass sowohl das die Plakette als auch das Halsband aus Metall sind?
Ja.

Zitat:
Legat Beitrag anzeigen
Was steht denn da drauf (übersetzt)?
Die linke Plakette ist die von Scorpio in Beitrag 17 zitierte. Dort steht auch die Übersetzung.

Die mittlere Plakette ist die in Beirag 16 von mir zitierte. (Ohne das Halsband).

Ich bin Asellus der Sklave des Praiectus, des Dieners des Versorgungspräfekten. Wenn Du mich außerhalb der Mauern antriffst, halt mich, damit ich nicht fliehe. Bring mich zu[m Tempel der] Flora, wo die Barbiere sind.

Die dritte Plakette kann ich bis zu Zeile drei entschlüsseln: "Tene me et reducame ad dominium - Halte mich und bring mich zurück in das Haus des"
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Alt 27.03.2009, 13:28   #23
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Molinarius wird schon bald berühmt werden
@Legat:
Ich zitiere jetzt mal "Vita Romana" von Ingemar König:

Adultera meretix (sum).Tene quia fugivi de Bulla R(e)g(ia).
Ich bin Adultera ,eine Dirne.Halte mich,da ich aus Bulla Regia geflohen bin.

Das ist der Text eines Sklavenhalsbandes aus Nordafrika.
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Hinter Mauern ist es leicht tapfer zu sein.
Im Kampf tut Wut so gut wie Mut.
(Walisische Sprichwörter)
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Alt 27.03.2009, 19:02   #24
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aquilifer sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Zitat:
El Quijote Beitrag anzeigen
J
Die dritte Plakette kann ich bis zu Zeile drei entschlüsseln: "Tene me et reducame ad dominium - Halte mich und bring mich zurück in das Haus des"
Beziehst du dich auf die mit dem gelben Hintergrund? Ich lese:
TENE ME NE
FVGIA(M) ET REVO-
CA ME AD DOM(I)NVM
EVVIVENTIVM IN
AR(E)A CALLISTI

Also etwa: Halt mich fest, damit ich nicht fliehen kann, und bring mich zu meinem Herrn Euviventius, (wohnhaft) im Gebiet des Callistus [ein Gebiet im heutigen Trastevere, benannt nach Papst Calixtus I., 217-222 n. Chr. ].
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Lord Byron, Childe Harold’s Pilgrimage II 73.
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Alt 27.03.2009, 21:37   #25
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Klingt alles so nach "Der Überbringer dieser Botschaft ist der Mörder des Gnaeus Pompeius Magnus"
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Alt 28.03.2009, 17:37   #26
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Zitat:
aquilifer Beitrag anzeigen
Beziehst du dich auf die mit dem gelben Hintergrund? Ich lese:
TENE ME NE
FVGIA(M) ET REVO-
CA ME AD DOM(I)NVM
EVVIVENTIVM IN
AR(E)A CALLISTI
Danke für die Korrektur!
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Alt 09.08.2009, 00:24   #27
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Hab grad was gelesen über die Erkennung von Sklaven. In "Geschichte der Spätantike" von Alexander Demandt steht, dass es eine Kleiderordnung für Rom von 382 gibt in der steht, dass Sklaven einen Überwurf ohne oder mit Kapuze zu tragen haben.
Kennt jemand diese Kleiderordnung? Was für ein Überwurf ist gemeint?
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Alt 10.08.2009, 12:01   #28
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Scorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekanntScorpio ist jedem bekannt
Zitat:
Legat Beitrag anzeigen
Hab grad was gelesen über die Erkennung von Sklaven. In "Geschichte der Spätantike" von Alexander Demandt steht, dass es eine Kleiderordnung für Rom von 382 gibt in der steht, dass Sklaven einen Überwurf ohne oder mit Kapuze zu tragen haben.
Kennt jemand diese Kleiderordnung? Was für ein Überwurf ist gemeint?

Ich kann deine Frage nicht beantworten, erinnere mich aber dunkel, dass Tacitus in seinen Annalen berichtet, ein Senator habe den Vorschlag gemacht, eine Kleiderordnung für Sklaven einzuführen, doch soll dieser Vorschlag abgelehnt worden sein, da man den Sklaven kein Indiz dafür geben wollte, wie viele von ihnen es in der Weltstadt Rom gab.


Mit dem Überwurf könnte die lacerna oder caracalla gemeint sein, ein keltischer Umhang mit oder ohne Kapuze, den Septimius Severus älterer Sohn gerne trug woher er den Spitznamen Caracalla erhielt.
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Alt 10.08.2009, 16:28   #29
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jschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblickjschmidt ist ein Lichtblick
Zitat:
Legat Beitrag anzeigen
Kennt jemand diese Kleiderordnung?
In der Erstauflage des Buches von Demandt ("Die Spätantike") ist die Quelle angegeben: Codex Theodosianus, liber XIV, 10, 1. (Den Band gibt es nur in wenigen Bibliotheken.)

Näheres könnte auch stehen in:
Arce, J. (2005), “Dress control in Late Antiquity: Codex Theodosianus 14. 10. 1 - 4” in: A. Köb/P. Riedel (Hg.), Kleidung und Repräsentation in Antike und Mittelalter, München, 33-44
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Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher. (Einstein)
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Alt 29.04.2017, 00:23   #30
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Nergal ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Frage Konnten Sklaven fliehen?

Soweit mir bekannt gab es viele römische Sklaven die sich zur Erbringung ihrer Leistungen ja relativ frei bewegen durften, und deshalb auch über finanzielle Mittel verfügen konnten. Nun frage ich mich ob es Sklaven gab die einfach eines Tages vom Einkaufen nicht mehr wieder zurück kehretn und versuchten sich zB in die Heimat durchzuschlagen und ein neues Leben zu beginnen.
Mir ist zwar klar das Jemand in einer solchen Position, etwa als Verwalter in der Villa eines wohlhabenden Römers, vielleicht besser leben konnte als in Freiheit, aber gab es da keine bekannten Versuche zu entkommen?

Und wie war das mit den zu erwartenden Strafen?
Wurden Sklaven die man auf der Flucht ergriff, von der Seite des Staates, schwer bestraft oder lag dies im ermessen des Besitzers?
Nergal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2017, 11:10   #31
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Lukullus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Mit konkreten Fluchtbeispielen kann ich, abgesehen von den sizilischen Sklavenaufständen und später dann Spartacus natürlich, nicht dienen.

Cato empfiehlt jedenfalls Sklaven in ihrer “Freizeit“ in Ketten zu legen wenn sie als gefährlich oder der Flucht verdächtig galten.

Es existieren einige Funde von metallenen Plaketten und Halsbändern auf denen eingraviert Name und Adresse des Besitzers hervorgeht sowie der Hinweis dass es sich bei dem Träger um einen Flüchtigen (fugitivus) handelt der festzuhalten und zurück zu bringen sei. Das galt wohl als gesetzlich festgelegte Pflicht.
Ob der Staat auch einen Strafenkatalog bot und vollzog weiß ich nicht, ich denke das dürfte weitestgehend eher Privatsache gewesen sein da ein Sklave juristisch als Sache galt.

In weiterer Fassung des Begriffes “Flucht“, es gab für Sklaven wohl die Möglichkeit zu (gewissen) Kaiserstatuen zu “fliehen“ und damit quasi eine Art staatliches Asyl zu erbitten, wenn man sich vom Herrn grundlos und willkürlich grausam behandelt fühlte.

Zum Thema findest Du sicher hier mehr:
H. Bellen (1971): Studien zur Sklavenflucht im römischen Kaiserreich.

EDIT:
Hier ein älterer Thread zu dieser Fragestellung aus unserem Forum:
Entflohene Sklaven
und eine Diplomarbeit zum “Asylrecht“ (aus dem Summary): “... Es ist naheliegend, dass die unwürdigen Lebensumstände eines Sklaven diesen oftmals dazu bewogen haben, das Heil in der Flucht zu suchen. Es stellt sich also die Frage, ob es für einen misshandelten und ausgebeuteten Sklaven eine Möglichkeit gab, sich dem Zugriff seines grausamen Herrn rechtmäßig zu entziehen. Suchten nämlich Sklaven bei konsekrierten Statuen oder Bildnissen Zuflucht, so wurden ihre Beschwerden von Beamten gehört und der Staat griff in ihre Beziehung zum Herrn ein. Wurde das Unrecht, das ihnen angetan wurde, als unerträglich erachtet, so wurden die Sklavenschinder gezwungen, sie zu verkaufen. Den kaiserlichen Statuen kam also in gewissen Fällen eine Asylfunktion zu, mit der ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit näher befassen möchte. Diese Arbeit wird sich bei der Erörterung dieses Themas auf die römische Prinzipatszeit (27 v. Chr. bis 235 n. Chr.) beschränken. ...“
http://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/c...tleinfo/222004
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Gedanken springen wie Flöhe von einem zum anderen, aber sie beißen nicht jeden. (George Bernard Shaw)

Geändert von Lukullus (29.04.2017 um 11:53 Uhr).
Lukullus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2017, 13:21   #32
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Beiträge: 243
Lukullus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Robert Knapp (2012) “Römer im Schatten der Geschichte“ greift beim Thema “Sklaven“ im Unterkapitel “Widerstand“ auch den Aspekt der Flucht auf.
Ein besonders bedrückender Gedanke im Sinne eines Sich-Entziehens:
“Suizide von Sklaven sind in Rechtstexten erwähnt, und fester Bestandteil der Beschreibung von Sklaven, die zum Verkauf standen, war offenbar die Erklärung, ob sie jemals versucht hatten sich zu töten.“ (S. 179)

Insgesamt resümiert Knapp:
“Vielleicht führte er [der Flüchtige] ein Leben voll Mühsal, und vielleicht wurde er schließlich doch aufgegriffen. Aber Phänomene wie das Dauerthema des flüchtigen Sklaven in der Literatur der Elite, die detaillierten Verweise auf ein starkes Interesse an der Flucht in den astrologischen Schriften und die Leichtigkeit, mit der ein entsprungener Sklave mit der Bevölkerung verschmelzen konnte, deuten in ihrer Gesamtheit darauf hin, dass die Flucht einem Sklaven, der unter harten Bedingungen lebte, eine echte Chance bot.“ (S. 181)
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Lukullus ist offline   Mit Zitat antworten
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