| Aktuelle Nachrichten zur Geschichte | ||
| Macht des Geistes, List der Lust | ||
| Tagebuch des Hitler-Ideologen: Was Alfred Rosenberg niederschrieb | ||
| Ins Freie, ins Licht! | ||
| | #1 |
| Mitglied Registriert seit: 08.2007 Ort: in Rheinland-Pfalz
Beiträge: 168
![]() | Krankheit Caesars ? Hallo ihr Lieben ! Ich hatte letztens zufällig in die RTL2-Serie "Rom" gezappt und gehört, Caesar habe eine "geheime Krankheit"... ![]() Das wusste ich bislang gar nicht... leider konnte ich bislang auch nirgends finden, WELCHE Krankheit er denn hatte. Wäre bitte jemand so lieb, mich aufzuklären, was es mit dieser geheimnisvollen Krankheit auf sich hat ? Oder entstammt diese womöglich nur der Feder der Filmemacher ??? Bitte nicht hauen *in Deckung geh* -> , wenn das hier schonmal gefragt und geklärt wurde... unter der Suche im Forum gab es irgendwie keine Treffer (oder ich hab falsch gesucht).Ein Link zum passenden Thread würde mir da natürlich auch reichen. Vielen Dank schonmal ! Caitlin |
| | |
| | #2 |
| Mitglied Registriert seit: 09.2005 Ort: Nähe Frankfurt/nähe Wertheim/ nähe Wald
Beiträge: 151
![]() | Heyho ![]() Soweit ich mich gerade spontan und ohne große Nachforschungen entsinnen kann, handelte es sich bei Cäsars Krankheit um die sog. "Fallsucht" (medizinisch ein veralteter Begriff). Der Betroffene wird in unregelmäßigen Abständen von Schüttelkrämpfen und Schwindelanfällfen geplagt, vielleicht in der Wirkung vergleichbar mit einem Epileptischen Anfall. Zu Zeiten Cäsars, wie auch davor und danach, sahen viele die Fallsucht als ein Zeichen der Götter an, nur "Erwählte" litten unter dieser Krankheit, als Beispiel soll hier Hannibal angeführt werden, der ebenfalls angeblich unter einer solchen Krankheit leidete. ![]() MfG Wulfe Geändert von Wulfenkrieger (15.08.2007 um 19:57 Uhr). |
| | |
| | #3 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2007 Ort: Leipzig
Beiträge: 1.414
![]() ![]() | Epilepsie IST Fallsucht ![]()
__________________ Quid quid agis prudenter agas et respice finem. اطلبوا العلم من المهد إلى اللحد |
| | |
| | #4 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Und weiter zur Prominentengalerie der Epileptiker aus historischer Zeit mit Begleitext. Prominente Anfallkranke. Deutsches Epilepsiemuseum Kork. Berühmte Epileptiker |
|
| | #5 |
| Mitglied Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 588
![]() | Hemingway so feminin wie nie zuvor.^^ Wie dem auch sei, wurde Epilepsie zu Caesars Zeiten nicht doppeldeutig ausgelegt? Teils, wie beschrieben, als positives göttliches Zeichen, teils aber auch als negatives Zeichen? Als eine Art Strafe? |
| | |
| | #6 |
| Gesperrt Registriert seit: 01.2005 Ort: Aachen/Gallien
Beiträge: 1.595
![]() | Soweit mir bekannt ist, wollte Cäsar seine Krankheit verbergen; von daher würde ich sagen, dass das eher als ein negatives Zeichen (Schwäche?) betrachtet wurde. |
| | |
| | #7 |
| Mitglied Registriert seit: 08.2007 Ort: in Rheinland-Pfalz
Beiträge: 168
![]() | Ich danke euch für die prompte Aufklärung !!! ![]() |
| | |
| | #8 | |
| Mitglied Registriert seit: 04.2006 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.948
![]() | Zitat:
Caesar wollte sicherlich nicht dass seine Epilepsieerkrankung publik gemacht wird, sonst hätte er auch Probleme mit seinem Oberbefehl gehabt.
__________________ "Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub." Marcel Proust | |
| | |
| | #9 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Gibt es dazu eine Quelle? Schnell flackerndes Licht kann nur bei wenigen Epileptikern einen Anfall auslösen; als Diagnosemethode ist dieser "Test" ziemlich ungeeignet. | |
|
| | #10 |
| Mitglied Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 588
![]() | Schnell flackerndes Licht kann bei nicht wenigen Epileptikern einen Anfall auslösen. Nicht umsonst werden Computerprogrammen Epilepsiewarnungen mitgegeben. Aus eigener Erfahrung kann ich jedenfalls bestätigen, daß schnell flackerndes Licht zumindest ein belastendes Erleben sein kann. Jedoch habe ich ebenfalls noch nicht gehört, daß man in der Antike solche Verfahren verwendet hat. Setzt dies doch voraus, die Fallsucht als diagnostizierbare, nicht übersinnliche Erkrankung überhaupt erkannt und anerkannt zu haben. Dagegen sprechen die überlieferten Berichte, dieses Phänomen sei unnatürlich. Ganz gleich ob man es als göttliches Zeichen wertet oder als Besessenheit durch Dämonen. |
| | |
| | #11 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Bei 95% löst es keinen Anfall aus, soweit ich das richtig ergoogelt habe, und bei den restlichen 5% auch nicht automatisch. Zitat:
Deswegen hielt ich es auch für angebracht, nach der Quelle zu fragen. | |
|
| | #12 | |
| Mitglied Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 588
![]() | Zitat:
Wenn man allerdings hierzu neigt, sind Stroboskope oder das Blitzlichtgewitter wahlweise irrer Reporter oder asiatischer Reisegruppen sehr belastend. Kleine Geschichte hierzu:"Durch sehr schnelle Farb- und Hell-Dunkel-Wechsel löste 1997 in Japan die Kindersendung Pocket Monsters bei über 600 Zuschauern ohne epileptische Vorgeschichte, zumeist Kindern, epileptische Reaktionen aus, so dass 200 von ihnen im Krankenhaus übernachten mussten." Hier ist ein schöner Überblick, was alles Anfälle auslösen kann: Epilepsie Lehrerpaket: Anfallsauslöser Ich bin aber in der von Dir zitierten Quelle grade über etwas gestolpert: demnach gab es zumindest die Erkenntnis, daß Photosensibilität und Epilepsie zusammenhängen (Epilepsie. Deutsches Epilepsiemuseum Kork. Diagnostik) bezüglich des Lichtrades bezog sich der Kollege vielleicht auf diesen Artikel: Epilepsie - Wikipedia (Abschnitt Geschichte) Und hier noch zwei, meiner Meinung nach, einen einfachen Einstieg bietende Seiten: Epilepsie - Ursache Therapie Diagnose Epilepsie: Patienteninformationen | |
| | |
| | #13 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Hast Du andere Zahlen gefunden? Zitat:
| |
|
| | #14 | |
| Mitglied Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 588
![]() | Zitat:
Dieser Wert erscheint mir, nimmt man die Häufigkeit epileptischer Anfälle, die vielen unterschiedlichen Varianten epileptischer Erkrankungen, den Anteil an Epilepsie erkrankter Menschen mit einer Photosensibilität (5-6 auf 100.000), nicht überzeugend. Bei Kindern macht die Reflexepilepsie nicht mehr als 2% aus (wobei Photosensibilität nicht den gesamten Bereich der Reflexepilepsie ausmacht). 28. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie 4.-7. April 2002 Leitung: Prof. Dr. Rudolf Korinthenberg (P53) Dabei machen Kinder einen erheblichen Anteil aus. Epilepsie bei Kindern | |
| | |
| | #15 | |||||
| Gast
Beiträge: n/a
| Noch einmal kurz gegoogelt: Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Eine noch niedrigere Zahl finde ich hier: Tag der Epilepsie 2005 - Ein Fall für die Familie Zitat:
* * * Um es noch einmal zusammenzufassen und zu ergänzen: 1. Flackerndes Licht ruft nur bei wenigen Epileptikern (höchstens 5%) einen Anfall hervor. Der Test eignet sich also nur zur Erkennung des kleinen Prozentsatzes photosensibler Epileptiker, zur Erkennung von Epilepsie allgemein taugt er fast nichts. 2. Betroffen von Photosensibilität sind in erster Linie Kinder und Jugendliche, vor allem weiblichen Geschlechts. Bei Rekruten männlichen Geschlechts und gegen oder nach Ende der Pubertät wird der Test also noch fragwürdiger. 3. Schnell flackerndes Licht, wie wir es heute von defekten Neonröhren oder aus Diskotheken kennen, dürfte es im Altertum kaum gegeben haben. Wer schaut schon im römischen Alltag durch ein rotierendes Wagenrad aufs Feuer? 4. Mir scheint es somit recht unwahrscheinlich, daß der in Wikipedia beschriebene Test existiert hat. Eine Quelle ist auch dort nicht angegeben, den Literaturhinweisen möchte ich allerdings gern nachgehen. Geändert von hyokkose (18.08.2007 um 16:33 Uhr). | |||||
|
| | #16 |
| Mitglied Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 588
![]() | Ok. Einigen wir uns auf bis zu 5%. Die Angaben gehen offensichtlich auseinander. Ob das jetzt wenig seien, darüber kann man streiten. Immerhin reden wir von einer unter mehreren verschiedenen möglichen Formen. Geeignet wäre ein solches Verfahren nicht unbedingt. Alltäglich war es sicher nicht. Das Glitzern einer sich drehenden Töpferscheibe dagegen meiner Meinung nach schon. Völlig abwegig ist der Gedanke nicht, dieses Glitzern auf diese Weise zu simulieren. Immerhin reicht mitunter der Hell-Dunkel-Wechsel bei einer Autofahrt durch eine Allee. Ob dieses Verfahren existiert hat, lasse ich dahingestellt. Ob sich Marius wirklich auf Wiki stützte, kann nur er beantworten. |
| | |
| | #17 |
| Mitglied Registriert seit: 04.2006 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.948
![]() | Tut mir leid, keine die mir jetzt aus dem Kopf einfällt. Ich erinnere mich nur, dass ich von der Praxis des angesprochenen Prozederes vor Jahren gelesen habe. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, welche Quelle das war. ![]()
__________________ "Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub." Marcel Proust |
| | |
| | #18 |
| Mitglied Registriert seit: 08.2007
Beiträge: 35
![]() | Was es nun wirklich war, und welche Erkenntnisse heutige Mediziner zu diesem Thema haben ist doch eigentlich ohne Bedeutung. Oder ? Fest steht Gaius Julius hatte ein Problem mit seiner Gesundheit und hat versucht dies geheim zu halten. In einer Zeit in der militärisches Oberkommando und Truppe so eng zusammenlebten wie damals, hing die Aufrechterhaltung der Disziplin und der Kommandostruktur vor allem vom Vertrauen in die körperliche/geistige Gesundheit der Führung ab. Mit Fallsucht wurde im Übrigen bis in die Neuzeit jedes normabweichende Verhalten erklärt, welches in zertrümmerter Umgebung endete. Demnach hätten einige Rockstars der 60/70 iger unter dieser Krankheit gelitten. Die Lektüre antiker Literatur würde auch folgende Annahmen zulassen: 1.Gaius Julius hattet manisch depressive Schübe. Indiz, er war gelegentlich 48 Stunden nicht ansprechbar und sein Zelt war danach demoliert. 2.GJ hat im Feld Entzugserscheinungen, dafür würde sprechen, dass er als grosser Lebemann, Spieler und Weiberheld, geschildert wird. 3. Der Mann war kerngesund, und einfach Opfer einer vom Neid getragenen schlechten Presse. Dafür würden seine Erfolge und sein Ende sprechen. Selbst sein Name ist der Nachwelt schlecht überliefert, er hies Gaius(Vorname) Julius(aus dem Geschlecht der Julier, Familienname). Cäsar, ausgesprochen im alten Latein, Kaisar, war nur ein Nickname, aber mit gewaltiger Nachwirkung. Komisch, denn die Römer nannten das, was wir heute als Kaiser verstehen, Augustus.(der Erhabene) |
| | |
| | #19 | ||||
| Mitglied Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 588
![]() | Zitat:
Zitat:
Zitat:
Er war sicher ein Lebemann, doch weshalb sollte er im Feldlager deshalb gleich Entzugserscheinungen gehabt haben? Und "Gerüchte von einer Fallsucht" als "schlechte Presse" paßt offensichtlich nicht mit der durchaus positiven Bewertung dieses Phänomens in der Antike zusammen. Wie oben schon geschildert, galten solche Personen teils als Auserwählte der Götter...! Zitat:
Es ist auch nicht richtig, daß das, was wir als Kaiser verstehen, bei den Römern schon immer "augustus" geheißen hätte. Caesar (Titel) - Wikipedia Augustus (Titel) - Wikipedia Davon ab: was hat das mit Caesars Krankheit zu tun? | ||||
| | |
| Sponsored Links |
| | #20 | |||
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Und fest steht, daß antike Autoren wie Sueton oder Appianus die Krankheit Caesars als Epilepsie, als "Morbus comitialis" bezeichneten. Die Symptomatik des "Morbus comitialis" wird von Celsus wie folgt beschrieben: Zitat:
Zitat:
| |||
|
![]() |
| Themen-Optionen | Thema durchsuchen |
| Ansicht | |
| |
Ähnliche Themen | ||||
| Thema | Autor | Forum | Antworten | Letzter Beitrag |
| Was wäre wenn...? | Denni88 | Das Römische Reich | 36 | 11.04.2010 20:18 |
| Caesars Britannienexkursion | Backup | Das Römische Reich | 27 | 22.04.2009 15:43 |
| Was war das für eine Krankheit im Altertum ? | Guenther sen. | Sonstiges im Altertum | 11 | 21.03.2007 18:36 |
| Krankheit und Heilkunde in den Urgesellschaften | SRuehlow | Frühzeit des Menschen | 3 | 11.01.2006 19:15 |
| Echnatons Krankheit? | Gast | Das Alte Ägypten | 3 | 20.07.2004 21:32 |