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Alt 24.09.2009, 20:41   #1
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Metallproduktion im kaiserzeitlichen Rom

Hallo Zusammen

Bin gerade bei roemer-online.de auf die Herstellung von Roheisen im Kaiserzeitlichen Rom gestossen.
Danach frage ich mich wie die großen Mengen Material im alten Rom erzeugt worden sind? Durch kleine Handwerker, oder eher in Manufkturen, wie in der Renaisance oder gar Industriell?

Bis Neulich

Apvar
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Alt 24.09.2009, 21:06   #2
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Alt 24.09.2009, 22:45   #3
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Alt 25.09.2009, 19:37   #4
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Hallo Zusammen

Ich versuche es mal mit der Adresse.

www.die-roemer-online.de --- Das Forum rund um die "Rmer"

Auf der Linken Seite im Menu ist der Punkt Eisenherstellung.
Leider findet sich keine genauere Adresse in der Adresszeiöe des Browsers.

Zur Eisenherstellung wird ja Erz benötigt. Das wurde wie ich gelesen habe in Bergwerken gewonnen. Wem haben die gehört? Privatleuten oder dem Staat?

Ebenso wurde ja riesige Mengen Holzkohle benötigt. Wurde sie in der Nähe der Erzgruben hergestellt? Oder wurde das Erz zu den Kohlemeiler transportiert, wie es im Ruhrpott üblich ist, da die Kohle in der Nähe vom Pütt verkokst wird?

Ich weiß Fragen über Fragen.

Bis Neulich

Apvar
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Alt 25.09.2009, 22:54   #5
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Da es wahrscheinlich aufgrund des Gewichtes einfacher war,die Kohle zutransportieren kann man wohl davon ausgehen,daß die Kohle dort gewonnen wurde ,wo es Holz gab und dann zum Erz transportiert wurde.
Möglicherweise wurden auch sowohl Kohle als auch Erz zu Metallverarbeitungszentren und Schmieden transportiert, da viele Metallhandwerker Schmiede und Verhüttungsfachleute in Personalunion gewesen sein dürften.
Die Bergwerke dürften im Staatsbesitz gewesen und an Privatleute vergeben worden sein. Zumindest fußen m.W. die mittelalterlichen Bergbauregalien ,die der Landesherrverg ab auf römischem Recht und damit römischer Tradition
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Alt 26.09.2009, 13:36   #6
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Zitat:
zaphodB. Beitrag anzeigen
Die Bergwerke dürften im Staatsbesitz gewesen und an Privatleute vergeben worden sein. Zumindest fußen m.W. die mittelalterlichen Bergbauregalien ,die der Landesherrverg ab auf römischem Recht und damit römischer Tradition
Sehe ich auch so, nur würde ich hier noch etwas differenzieren.
Sicherlich richtig wird Dein Lösungsversuch hinsichtlich der Rohverarbeitung des Erzes sein. Die Antike hatte ein starkes "Holzproblem". Mir persönlich ist das aus Schottland bekannt, wo in der Antike noch deutlich weniger Holzbestand existiert haben soll als heute. Die Rohverarbeitung des Erzes wird im Umfeld der Gruben stattgefunden haben. War ja dann auch leichter zu transportieren, besonders eine Überlegungsfaktor für eine Zeit, die nicht über unsere Transportmöglichkeiten verfügte. Allerdings denke ich nicht, dass dort zugleich die Weiterverarbeitung stattgefunden haben wird. Die Endproduktion wird anderenorts und wohl auch dezentralisierter stattgefunden haben, i.S.v. "Rüstungszentren" etc.
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Alt 26.09.2009, 13:54   #7
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Das Problem ist dabei allerdings,daß die Zahl der Metallurgen (Schmiede,Verhüttungsfachleute,Legierer) begrenzt war und bereits bei der Verhüttung darüber entschieden wird welche Sorte und Qualität des Eisens erzeugt wird. daher wäre es logisch und zweckmäßig ,wenn Verarbeitung und Verhüttung relativ nahe beieinander liegen bzw. idealer Weise in einer Hand verbleiben.
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Alt 26.09.2009, 19:02   #8
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Hallo Zusammen

Man könnte also sagen das das Eisenerz vor Ort verarbeitet wird, bis zum Rohbaren. Die Baren sind dann leichter zu Transportieren als das Erz.

Glaube die Überlegung, das die Hiolzkohle zur Grube gebracht wurde logisch ist, da die Köhler ja jedes mal wenn sie Kohle machen einen neuen Meiler aufbauen müßen. So könnten sie mit dem Wald "gewandert" sein. Wobei auch hier wieder der Transport ein Problem gewesen sein dürfte, da für ein Kg Eisen ja mehrere Kg Kohle benötigt werden und wurden.

Wie sah es mit Kupfer, Silber und den anderen Metallen aus?
Wurden sie auch vor Ort, also in der nähe der Grube verhüttet?

Wenn ich das so sehe, könnte man fast sagen, das damals alles auf den Transport ankam. Quasi Globalisierte Welt in der Antike schon.

Bis Neulich

Apvar
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Alt 26.09.2009, 21:45   #9
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nun ja,der Globus war schon immer globalisiert...man denke nur an die chinesischen Waren im römischen Imperium

Aber bei der Verhüttungsfrage sollte man bedenken,daß gerade Eisen nicht gleich Eisen und Stahl erst recht nicht gleich Stahl ist. Ein Schmied braucht für ein gutes Schwert 2 bis 5 verschiedene Sorten Eisen und Stahl und da ist es schon praktisch wenn man entweder selbst verhüttet oder zumindest den Metallurgen gleich in der Nachbarschaft hat um den Bedarf kurzfristig decken zu können.Vom know-how-Transfer mal ganz abgesehen.
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Alt 27.09.2009, 10:12   #10
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Im Sauerland haben die Römer - bei Brilon - Blei abgebaut. Bleibarren aus dem Sauerland hat man sowohl vor Ort gefunden, als auch im Bereich des Römerlagers Haltern, aber auch an der Rhônemündung und vor Korsika. Sie sind also vor Ort gegossen worden.
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Alt 27.09.2009, 16:33   #11
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Normalerweise sollte die Eisengewinnung nahe an den Mienen stattgefunden haben um kurze Transportwege zu haben. Das Sauerland war in römischer Zeit wohl noch recht stark bewaldet...
Man sollte aber auch daran denken, dass bei ergiebigen Lagerstätten die umliegenden Wälder wohl kaum ausgereicht haben können. Dann war es besser das Erz zu nahe gelegenen, möglichst schiffbaren Flüssen zu verbringen und dort zu verhütten. Erz ist zwar schwerer als Holz aber man braucht bei guter Vorarbeit (Waschen, brechen, Vorsortieren e.t.c.) nicht derartige Volumen an Holz oder Holzkohle in womöglich schwieriges Gelände zu transportieren. Das ist wie noch vor 100 Jahren, als Lothringer Erze lieber zu den Kohlegruben im Ruhrgebiet transportiert wurden als anders herum. Nach dem 1. Weltkrieg versuchte Frankreich aus politisch/strategischen Überlegungen den umgekehrten Weg und scheiterte auch an den enormen Kosten der erhöhten Transportanforderungen. Man braucht zum verhütten ungleich mehr Ladungen an Kohle/Holzkohle als an Erzen
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Alt 27.09.2009, 16:53   #12
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Nun haben wir gerade im Sauerland in erster Linie Bleiabbau, was eine sehr viel geringere Schmelztemperatur hat (Pb 327°, Fe 1539°), entsprechen weniger energieaufwändig dürfte auch die Verhüttung von Blei sein.
Ein offenes Feuer (gelbe Flamme) hat eine Temperatur von ca. 600°.
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Alt 02.10.2009, 00:15   #13
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Die Kelten als auch die Germanen verwendeten auf dem Gebiet des heutigen Deutschlandes eher Raseneisenstein als das bergmännisch gewonnene Eisenerz. Auch nach der Ankunft der Römer spielte das Raseneisenerz eine bedeutsame Rolle. Im Schwarzwald fanden sich zum Beispiel Lagerstätten von Raseneisenerz. Da dort auch die vorhandenen Wälder zu Holzkohle verarbeitet wurden, konnte es in Rennöfen gleich vor Ort verhüttet werden.

Raseneisenstein ? Wikipedia
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Alt 03.03.2017, 11:03   #14
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Archäologische Untersuchungen in Munigua/Spanien haben jetzt ergeben, dass die dortigen Kupferminen in größerem Ausmaß als bisher angenommen betrieben wurden.

Es soll ausgefeilte Belüftungssysteme gegeben haben, so dass auch die Stollenführungen wesentlich tiefer als bisher für möglich gehalten (Wasserhaltung, Belüftung) vorgetrieben worden sind.

Archaeologists uncover vast ancient Roman mining operation in Spain - Archaeology - Haaretz.com
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In der Theorie sind Theorie und Praxis das Gleiche. In der Praxis sind sie es nicht (Yogi Berra). Der Unterschied ist Unsicherheit (Stephen Ross).
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Alt 03.03.2017, 11:04   #15
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In Munigua arbeitet auch das DAI, Außenstelle Madrid.
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Alt 03.03.2017, 11:40   #16
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Ist da sonstwo etwas publiziert. Außer der manchmal etwas dubiosen Haaretz habe ich nichts gefunden.

Das klang sehr interessant, insbesondere wegen möglicher Rückschlüsse auf Technologien und Fertigkeiten.
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Alt 03.03.2017, 12:08   #17
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Die Abteilung des DAI Madrid hat mehrere Publikationsreihen:
Madrider Mitteilungen

Madrider Beiträge
Madrider Forschungen
Iberia Archaeologica
Hispania Antiqua
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