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Alt 21.03.2007, 14:33   #1
Tilly
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Beiträge: n/a
Rotes Gesicht Miltärränge im Römischen Reich und Ursprünge heutiger Miltärränge

Liebe Historiker,

bin auf der Suche nach der Einteilung von Militärrängen im Römischen Reich und deren Verantwortungsbereiche.

Des weiteren interessieren mich die ursprünge heutiger Militärränge und deren zeitliche Entstehung.

Und wer kann mir die Entstehung und die Einstellung der Ränge Oberstfeldwebel und Generalfeldwebel erklären. Ich habe nur die Information, das es diese Ränge im 17. Jahrhundert gab.

Viele Grüße

Arminius
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Alt 21.03.2007, 14:36   #2
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Mitgliederbild von Gaius Marius
 
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Tilly Beitrag anzeigen
Liebe Historiker,

bin auf der Suche nach der Einteilung von Militärrängen im Römischen Reich und deren Verantwortungsbereiche.
Sieh dich mal im Unterforum "Römisches Reich" um, da findest du einiges zum römischen Militärwesen.
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"Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub."
Marcel Proust
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Alt 18.09.2007, 18:15   #3
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Marcus Aurelius befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
@Tilly: Das müsstest du schon ein wenig präzisieren: Epoche? Legionen oder Auxiliareinheiten?
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Alt 18.09.2007, 23:09   #4
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Secundus ist ein sehr geschätzer MenschSecundus ist ein sehr geschätzer Mensch
Fangen wir mal in der mittleren Republik an:
Das Heer war ein Milizheer, alle Posten waren nur auf Zeit vergeben.

Eine Legion wurde von sechs Tribunen befehligt, von denen sich jeweils zwei im Oberbefehl abwechselten.
Die 60 Zenturien einer Legion wurden jeweils von einem Zenturio kommandiert, als Stellvertreter hatte er einen Optio.
Der Legion zugeordnet waren 10 Turmae Reiterei. Eine Turma bestand aus 30 Reitern in 3 Dekurien zu 10 Mann, jeweils befehligt von einem Dekurio, der wieder einen Optio als Stellvertreter hatte. Einer der Dekurionen befehligte auch die ganze Turma.

Eine Legion der Bundesgenossen war genauso aufgebaut, allerdings hatten den Befehl nicht sechs Tribunen sondern drei Präfekten.

Größere Heere wurden entweder von Konsuln oder Prätoren kommandiert, auf dieser Ebene vermischten sich militärische und zivile Amtsgewalt.


Im kaiserzeitlichen Berufsheer des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. sieht es dann so aus:
Oberbefehlshaber des Heeres ist der Kaiser.
Alle Truppen innerhalb einer Provinz unterstehen dem Statthalter (legatus augusti pro praetore), auch hier wieder die Vermischung von militärischem und zivilem Amt.
Eine Legion wird von einem Legaten (legatus legionis) kommandiert, das Kommando ist auf etwa drei Jahre befristet. Der Legat ist in der Regel ein Senator. Sollte er sich bewähren stehen ihm weitere zivile oder militärische Posten offen.
Dem Legaten assistieren sechs Tribunen, aber ohne festen Aufgabenbereich, sie waren junge Männer aus senatorischem oder ritterlichem Adel und sollten Erfahrungen sammeln für spätere Aufgaben.
Der höchste Berufssoldat war der Lagerpräfekt (praefectus castrorum), ein hochgedienter Zenturio, offiziell der Stellvertreter des Legaten.

Darunter dann wie zuvor die Zenturionen, 60 (später 59) pro Legion.
Innerhalb einer der zehn Kohorten war die Rangfolge der sechs Zenturionen:
pilus posterior - pilus prior - princeps posterior - princeps prior - hastatus posterior - hastatus prior.
Der erste Zenturio der ersten Kohorte trug die Bezeichnung primus pilus und stand im Rang höher als alle anderen Zenturionen. Wer es bis dahin brachte war ein gemachter Mann, nicht nur der zwanzigfache Sold auch der Aufstieg in den Ritterstand versprachen auch nach Entlassung noch Privilegien.
Zenturionen wurden mitunter von Legion zu Legion versetzt, aus dem 2. Jhd. ist die Karriere eines Zenturios überliefert der nacheinander in 15 Legionen diente, der Hälfte aller Legionen!
Zenturio wurde man entweder durch Beförderung aus den Mannschaften oder man konnte als Angehöriger des Ritterstandes direkt als Zenturio einsteigen.
Unterhalb des Zenturio standen der Optio und der Tesserarius (es gab noch andere Unteroffiziersdienstgrade aber das würde hier den Rahmen sprengen). Eine Zenturie war aufgeteilt in 10 contubernia zu 8 Mann.

Die Standardeinheit der Kavallerie war die Ala, befehligt von einem Präfekten (praefectus alae), darunter 16 turmae mit jeweils einem Dekurio und einem Optio. Der Präfekt wurde vom Kaiser ernannt (aus dem Ritterstand), das Kommando war wieder befristet, meist auf drei Jahre.

Nach dem selben Muster waren die Auxiliarkohorten organisiert:
Ein ritterlicher praefectus cohortis, wieder mit befristetem Kommando.
Darunter die Berufssoldaten: Sechs Zenturionen mit jeweils einem Optio.


In der Spätantike wird es dann unübersichtlich, dazu vielleicht später mehr.
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Alt 19.09.2007, 10:01   #5
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Marcus Aurelius befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zu den Tribunen der Kaiserzeit ist noch zu sagen, dass sie unterteilt waren in 5 Tribuni Angusticlavii (ritterlichen Adels) und einen Tribunus Laticlavius (senatorischen Adels). Der Tribunus Laticlavius war der nominelle Stellvertreter des Legaten, in der Praxis war dies allerdings oft der Praefectus Castrorum.
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Alt 02.10.2007, 09:36   #6
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Secundus ist ein sehr geschätzer MenschSecundus ist ein sehr geschätzer Mensch
Jetzt zur Spätantike, dem Kaiser unterstellt ist der magister militum, der Oberbefehlshaber der gesamten Armee.
Darunter dann der magister equitum, als Befehlshaber der Reiterei, und der magister peditum, als Befehlshaber der Infanterie.
Wieweit diese Kompetenzen tatsächlich getrennt waren bleibt unklar, denn die nachgeordeneten Kommandeure verfügten ihrerseits jeweils über Kavallerie und Infanterie.
In den Provinzen war dann ein comes oder dux für die Truppen zuständig.
Die Begriffe werden auch nicht immer eindeutig verwendet, so bleibt es unklar ob das verschiedene Ränge waren.
Einen Grenzabschnitt befehligte ein praepositus limitis.
Die Kommandeure der einzelnen Truppeneinheiten (ob Legion, Vexillation oder Numerus etc.) hießen praepositi, tribuni oder praefecti. Als Stellvertreter ein vicarius.
Darunter gab es noch verschiedene Ränge wie den primicerius, den ducenarius, der 200 Mann befehligte, den centenarius, dem 100 Mann unterstanden, den biarchus oder den circitor. Die Funktionen sind nicht deutlich überliefert.

Der (spätere Heilige) Hieronymus vergleicht einmal in einer seiner Schriften den Abstand zwischen einem Dämonen und einem Engel mit den Dienstgraden der Kavallerie, die einen Rekruten vom Tribunen trennen:
tiro, eques, circitor, biarchus, centenarius, ducenarius, senator, primicerius, tribunus
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Alt 03.10.2007, 10:48   #7
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Alexandr K ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Hallo,
für die Rangordnung der Kaiserzeit (principat) sieh:

Domaszewski, A. von: Die Rangordnung des römischen Heeres, Bonn, 1908.
UofToronto Libraries: Books Online

Es ist schon ein Bisschen veraltet, aber immer noch grundsätzlich für dieses Thema.

Grüsst
Alexandr

Geändert von Alexandr K (03.10.2007 um 10:50 Uhr).
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Alt 03.10.2007, 21:15   #8
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tejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblick
Ergänzend zur Spätantike zu dem Beitrag von Secundus:

Zuerst einmal muss man sich von fast allen Vorstellungen über römisches Militär aus Filmen, Asterix und sogar aus der Kaiserzeit verabschieden. Legionen gab es noch, aber es waren keine derart großen Truppenkörper mehr wie sie einst Caesar kommandiert hatte. Statt das Heer in Legionen, Auxilien und lokale Truppen einzuteilen, gab es nun das mit regionalen Aufgaben betraute Grenzheer: Die Limitanei und das mobile Feldheer, welches dort einzugreifen hatte wo ein aktiver Krieg tobte. Das Feldheer, die Comtatensis, war nicht unbedingt grundlegend anders bewaffnet und ausgebildet als die Limitatenei, sie bildeten eben eine Eingreiftruppe. Oft unterstützt von Abordnungen aus Verbänden der Limitanei die mal als Vexillationes oder als Pseudocomitatenses bezeichnet wurden. Die Grenztruppen selbst zogen bei Bedarf lokale Aufgebote heran und wurden auch sonst von Milizen unterstützt.

Die Kaiser der Spätantike werden ab und an auch als Heerkaiser angesprochen. Sie residierten nicht mehr wie einst Augustus in Rom und starben gewöhnlich auch nicht im Bett. Wo sich der Kaiser befand, fand man auch zumindest einen Teil der Armee! Dieser Teil der Armee bestand immer aus der Garde und Teilen des Feldheeres. Der Kaiser war oberster Befehlshaber aller bewaffneten Streitkräfte.

Um das Verhältnis zwischen Dux und Comes zu verstehen muss man auch den übrigen Verwaltungsapparat der Spätantike verstehen. Die alten Provinzen waren aufgeteilt worden, die ihrerseits zu Diozösen zusammen gefasst worden waren. War früher der Statthalter einer Provinz (zu Zeiten des Augustus) auch militärischer Befehlshaber über die dortigen Truppen gewesen, brachte die Spätantike eine Teilung in zivile- und militärische Verwaltung.


Militärischer Befehlshaber einer der verkleinerten Provinzen war der Dux. Ihm unterstanden die Limitaei.
Das Feldheer, die Comitatensis unterstanden einem Comes. Seine Truppen standen wie einst die Legionen des Augustus meist weiter im Landesinneren. Ein Comes war üblicherweise für mehr als eine Provinz zuständig. Im Kriegsfalle war er weisungsberechtigt auch Truppen der Duces zu kommandieren oder dem Dux Befehle zu geben. Der Comes kommandierte somit kleinere Feldheere.
Viele Diozösen hatten einen eigenen Heermeister, etwa seit 350 den magister equitum per Gallias. Dieser Heermeister war für alle Provinzen der Diozöse zuständig, also gegenüber den Duces wie den Comites weisungsbefugt. Ursprünglich war es mit den Heermeistern noch etwas komplizierter, da es jeweils einen für die Kavallerie und einen für die Infanterie gab (magister equitum und magister peditum). Hier galt meist das der Heermeister der Fußtruppen oberster Kommandeur der Limitanei - und der Heermeister der Reiterei oberster Kommandeur der Comitatenis waren: Zu Kompliziert auf Dauer, weshalb es später nur noch einen Heermeister für Beides gab.

Über den regionalen Heermeistern standen die kaiserlichen Heermeister, die als enge Gefolgschaft der Kaiser angesehen werden können. Auch hier gab es ursprünglich für equitum und peditum zwei Heermeister, was sich auf Dauer nicht durchsetzen konnte. Diese kaiserlichen Heermeister kommandierten als unmittelbare Stellvertreter des Kaisers unmittelbar große römische Heere. Im Westlichen Römischen Reich errangen sie auf Dauer sogar so großen Einfluß, dass sie zu Kaisermachern und wirkliche Machthaber im Reich wurden, während im Oströmische Reich allzu eifrige Heermeister oft genug gestürzt wurden.

Um die oberste Militärstruktur der Spätantike noch unübersichtlicher zu machen gab es noch die Könige der römischen Föderaten auf Reichsboden wie vor allem der gotischen Völkerschaften und Andere... Um sie in die römische Ordnung einzubinden galten sie als Heermeister - meist regionale Heermeister und standen in der Hierarchie mit diesen Gleichauf - und umgekehrt!

Wer eine ähnlich klare und übersichtliche Gliederung der Militärspitze wie zur Zeit des Augustus erwartet hat ist bei diesem Wirrwar sicherlich enttäuscht. Vielleicht hilft es sich bei Lesen dieses Textes vor Augen zu halten, dass die spätrömischen Kaiser ihre Macht fast Ausschließlich durch ihr Militär ausüben konnten, denn die Macht des Senats und anderer Institutionen war zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Es ist logisch das die Kaiser niemals allzu viel Macht in eine Hand geben wollten und durch die Konkurrenz zwischen den Hierarchien bei Grenzheer und Feldheer besser auf gefährliche Entwicklungen Einfluss nehmen konnten. Man darf auch nicht die gar nicht so seltenen innerrömischen Konflikte zwischen diversen Kaiseranwärtern vergessen! Kein Wunder, dass bei solchen Bürgerkriegen gerne jede Partei durch Abschließen eines Foedus mit einem "Barbarischen Volk" sich dessen Armee persönlich zu unterstellen bestrebt waren. Innerhalb des römischen Reiches hatten diese Foederierten keine anderen Loyalitäten als nur gegenüber ihrem persönlichen Vertragspartner: Dem Kaiser in eigener Person!
Mit dem Tode eines Kaisers erlosch auch der Foedus, also der Vertrag zwischen dem Reich und dem fremden Volke. Reichsangehörige Foederaten wie die Goten hatten seit sie auf römischem Boden lebten dabei mehr zu verlieren oder zu gewinnen als "reichsfremde Foederaten", deren Völker außerhalb der Grenzen des Reiches lebten und nur mit einem Heer dort standen...

..sorry, schon wieder ein sehr langer Beitrag der über das Ziel hinaus geht.
tejason ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2007, 01:29   #9
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Tib. Gabinius ist ein sehr geschätzer MenschTib. Gabinius ist ein sehr geschätzer Mensch
Ohne mich zu sehr an diesem eigentlich viel zu umfangreichen Thema beteiligen zu wollen:
Zitat:
tejason Beitrag anzeigen
Die Kaiser der Spätantike werden ab und an auch als Heerkaiser angesprochen. Sie residierten nicht mehr wie einst Augustus in Rom und starben gewöhnlich auch nicht im Bett. Wo sich der Kaiser befand, fand man auch zumindest einen Teil der Armee! Dieser Teil der Armee bestand immer aus der Garde und Teilen des Feldheeres. Der Kaiser war oberster Befehlshaber aller bewaffneten Streitkräfte.

Auch da sollte man sich etwas von lösen. Die traditionelle "engere Verbindung" der Kaiser im späteren römischen Reich, ausgehend von der Abfolge der sog. Soldatenkaiser, ist so nicht zu begründen.
Auch die vorherigen Kaiser haben keineswegs alle wie der gute Augustus ihr Rom geliebt, und auch Augustus selbst war keineswegs permanent in seiner Hauptstadt.
Hadrian etwa, der Reisekaiser, befand sich permanent unterwegs, die Notwendigkeit der Heeresnähe und Abwesenheit im eigentlichen Rom wurde bereits unter Marcus Aurelius sichtbar (und unter dem späten Antoninus Pius berechenbar), dass ein "Nebenkaiser", der gute Lucius Verus, fast seine ganze "Dienstzeit" im Feld verbrachte, bei den Soldaten.
die nähe des Septimius zu den Soldaten wird ebenfalls deutlich, bedenkt man den fast verächtlichen Rat den er seinen Söhnen mitgab.
Gerade aufgrund der permanenten Nähe zum Heer aller Kaiser spätestens seit dem Ende der iulisch-claudischen Dynastie ist eine solche Benennung zumal im Zusammenhang mit der Begründung kaum zu halten. Diokletian hat kaum mehr Amtszeit im Krieg und Feld verbracht als Marc Aurel, die Nähe Konstantins zu seinem Heer war sicherlich nicht größer als jene Trajans.
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Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.
Theodor W. Adorno
Tib. Gabinius ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2007, 15:03   #10
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tejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblicktejason ist ein Lichtblick
Zitat:
Tib. Gabinius Beitrag anzeigen
Gerade aufgrund der permanenten Nähe zum Heer aller Kaiser spätestens seit dem Ende der iulisch-claudischen Dynastie ist eine solche Benennung zumal im Zusammenhang mit der Begründung kaum zu halten. Diokletian hat kaum mehr Amtszeit im Krieg und Feld verbracht als Marc Aurel, die Nähe Konstantins zu seinem Heer war sicherlich nicht größer als jene Trajans.
...wie du schon anmerkst spielte das Heer immer eine wichtige Rolle. Das ist aber nicht Alles. Man kann es damit jedoch gut auf den Punkt bringen, denn der römische Senat und die Bevölkerung Roms hatten in der Spätantike kaum noch einen nennenswerten Einfluß darauf WER der nächste Kaiser wurde. Dazu drei kurze Punkte:
1.) Der Stand der Senatoren, als der oberste römische "Adel" stellte in der Spätantike praktisch keinen Kaiser mehr, während im frühen Prinzipiat der Senat erheblichen Einfluß bei der Wahl - oder spätestens bei der Bestätigung eines Kaisers hatte!
2.) Zu den einst nur Mitgliedern senatorischer Familien vorbehaltenen wichtigen Staatsämtern gehörten einige hohe militärische Posten. Das obwohl ein Mitglied senatorischer Familien nicht unbedingt vorher eine soldatische Laufbahn hätte einschlagen müssen. Das kam hauptsächlich daher, weil das angestrebte politische Amt innerhalb des cursus honorum immer auch militärische Befehlsgewalt mit einschloss. Seit Kaiser Gallienus aber war den Senatoren jede angemessene militärische Laufbahn verwehrt!
3.) Fast (?) alle Kaiser der Spätantike kamen aus dem Soldatenstand heraus an die Macht. Sie entstammten bestenfalls noch ursprünglich Familien des "zweiten Standes" der Ritter/Equites. Senatoren blieben weiterhin höchste zivile Laufbahnen offen. Durch die spätantike Trennung der Verwaltung in militärischen und zivilen Bereich wurden Senatoren noch wirkungsvoller von militärischen Mitteln ausgeschlossen.

Ich versuche mit diesen Worten nur einige grundlegende Punke anzusprechen. Die Vorgänge waren noch weit komplizierter! Die Kaiser ermöglichten nämlich hohen Militärs, also bewährten Mitstreitern durchaus selbst senatorische Würden zu erlangen ohne das sie ihre Laufbahn aufgeben mussten. Das beweist das starke Misstrauen zwischen einer solchen kaiserlichen Gewalt und dem "Senat".... Wenn du das Thema vertiefen willst, sollten wir es besser "outsourcen".
tejason ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.10.2007, 16:16   #11
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Tib. Gabinius ist ein sehr geschätzer MenschTib. Gabinius ist ein sehr geschätzer Mensch
Wir müssen das wirklich nicht vertiefen, aber wie du vielleicht selbst bemerkst ist die Begründung jemanden als "Soldatenkaiser" (235 - ca. 285 n Chr.) zu bezeichnen weil er seine Macht nur durch das Heer legitimiert und seine Karriere auf unteren und untersten Stiegen begann doch etwas anderes, als die Benennung "Heereskaiser" im Zusammenhang mit dem Begriff Spätantike und somit der Bezugnahme auf die dem Dominat angehörenden Kaiser.
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Tib. Gabinius ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2007, 22:22   #12
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Tiborix ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Caesar und Dienstgrade

Jo hier is Tiborix,
meine Frage wäre:
Wie waren die Dienstgrade zur Zeit Caesers (mit denen er unter anderem Gallien eingenommen hat) ?
Tiborix ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2007, 00:41   #13
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Zunächst einmal gab es die Legionäre, dann gab es den Decurio, der führt zehn (decem) Männer an, dann den Zenturio, der hundert (centum) Männer führte, unterstützt durch den Optio. Der Legat ist der Anführer einer Legion gewesen, er wurde unterstützt von den Militärtribunen. Über allem stand der Dux.
Der Aquilifer trug das Feldzeichen der Legion, das häufig ein Tier war (aquilifer kommt von aquila, 'Adler'); unter ihm im Tang waren die Signiferi welche die Feldzeichen ihrer Zenturien, also der Hundertschaften trugen.

Verbesserungen willkommen.
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El Quijote ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2007, 09:10   #14
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Zitat:
El Quijote Beitrag anzeigen
Zunächst einmal gab es die Legionäre, dann gab es den Decurio, der führt zehn (decem) Männer an,
Vom Decurio hab ich bisher nur bei Asterix gelesen. Ansonsten fand ich immer nur die Zenturie (die aber nur 80 Mann umfasst) und das als kleinere Einheit die Zeltgemeinschaft von 8 Mann, die sich auch ein Maultier teilten.
wo finde ich etwas zum Dekurio?
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Themistokles ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2007, 09:34   #15
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Secundus ist ein sehr geschätzer MenschSecundus ist ein sehr geschätzer Mensch
Dekurio ist ein Rang bei der Kavallerie, die frühen Asterix-Hefte sind da nicht korrekt wenn sie ihn als Stellvertreter des Zenturio nennen, in den späteren Heften wird dann richtigerweise der Optio genannt.

Unterhalb des Zenturio gab es den Optio, als Stellvertreter, und den Tesserarius (von tessera, der Tafel auf der die Parole geschrieben wurde).
Der Signifer

Wir hatten das Thema schon mal ausführlicher behandelt:
http://www.geschichtsforum.de/f28/mi...rraenge-15066/
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Alt 02.11.2007, 09:59   #16
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Zitat:
Secundus Beitrag anzeigen
Wir hatten das Thema schon mal ausführlicher behandelt:
http://www.geschichtsforum.de/f28/mi...rraenge-15066/
Danke für den Hinweis.
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El Quijote ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2007, 11:08   #17
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Marcus Aurelius befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
In der früheren Römerzeit war der Decurio tatsächlich ein Mannschaftsdienstgrad, der ein conturbernium (Zeltgemeinschaft, 8 Mann)
leitete.

Später war es dann ein Kavallerieoffizier der eine Turma (30-40 Mann) führte und dem Centurio der Legion gleichgestellt war.
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Marcus Aurelius ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2007, 14:27   #18
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kerz0r ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
@secundus:
Zitat:
Eine Legion wurde von sechs Tribunen befehligt, von denen sich jeweils zwei im Oberbefehl abwechselten.
Die 60 Zenturien einer Legion wurden jeweils von einem Zenturio kommandiert, als Stellvertreter hatte er einen Optio.
Der Legion zugeordnet waren 10 Turmae Reiterei. Eine Turma bestand aus 30 Reitern in 3 Dekurien zu 10 Mann, jeweils befehligt von einem Dekurio, der wieder einen Optio als Stellvertreter hatte. Einer der Dekurionen befehligte auch die ganze Turma.

Eine Legion der Bundesgenossen war genauso aufgebaut, allerdings hatten den Befehl nicht sechs Tribunen sondern drei Präfekten.

Größere Heere wurden entweder von Konsuln oder Prätoren kommandiert, auf dieser Ebene vermischten sich militärische und zivile Amtsgewalt.
woher hast du dieses wissen? ich suche nämlich schon seit längerer Zeit etwas über die hierarchischen Strukturen zur Zeit der Republik für eine Arbeit von mir. Ich kann jetzt schlecht dich zitieren und unten in der Fußnote das geschichtsforum angeben. da würd mich der professor blöd anschauen
kerz0r ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 04.11.2007, 19:57   #19
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Steht zum Beispiel in "Die Römische Armee" von Peter Connolly.
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Alt 28.09.2012, 00:09   #20
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Beiträge: 2
Sahekek ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Dienstgradabzeichen

Mich würde interessieren, wie ein einfacher Legionär im Kampf bzw. Lagerleben eine Vorgesetzten erkenne konnte. Seinen Centurio und Optio kannte er ja, aber diese konnten ja im Kampf getötet werden bzw. im Lager konnten sie anderen Vorgesetzten begegnen.
Sahekek ist offline   Mit Zitat antworten
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