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| | #1 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2006 Ort: München
Beiträge: 217
![]() | Musik zur Zeit des dreißigjährigen Krieges? Welche Musik haben die Menschen zu jener Zeit besonders gerne gehört? |
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| | #2 |
| Mitglied | Was meinst Du? Unterschicht, Oberschicht? Ist Dir Froberger ein Begriff? Johann Jakob Froberger ? Wikipedia Daneben gab es noch einige weitere namenhafte Komponisten wie Erasmus Widmann, Heinrich Schütz und weitere. Es gibt auch mittlerweile ein paar Einspielungen mit Tanzmusik aus der Zeit.
__________________ "Jeder Schritt zur Erkenntnis bringt den Menschen seinem Schöpfer näher." Honoré Gabriel Riqueti Comte de Mirabeau (1749-91) |
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| | #3 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2006 Ort: München
Beiträge: 217
![]() | z.B. diese Tanzmusik, die im Wallenstein-Mehrteiler gespielt wurde als Friedrich von der Pfalz noch am böhmischen Hof verweilte. Geändert von Fulcher (23.01.2012 um 20:32 Uhr). |
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| | #4 | |
| Mitglied | Zitat:
Auf der DVD-Box wurden die zeitgenössischen Komponisten auch angegeben, welche Verwendung fanden. Ich glaube, das waren Schütz und Froberger. "Greensleeves" könnte ein Verweis auf die Zugehörigkeit der Köinigin aus England gewesen sein. Einmal wurde auf jeden Fall auch zu "Schiarazula Marazula" von Giorgio Mainerio (1530-1582) getanzt. Vor allem aus dem englischsprachigen Raum gibt es viele Komponisten, deren Musik noch heute gespielt wird. Da wäre Thomas Ravenscroft (1582 oder 93 - um 1635) oder natürlich John Dowland (1563-1626), wobei letzterer wohl einer der berühmtesten englischen Komponisten überhaupt sein dürfte. Von vielen Tänzen sind die Komponisten nicht mehr überliefert, aber man weiß, wer zu den ersten gehörte, welche sie aufzeichneten wie Fabrito Caroso (1525/35-1605/20) oder John Playford (1623-1686/87). Italienische Komponisten bzw. Sammler von Tanzmusik waren besagter Caroso, Cesare Negri (um 1535-1604), Antonio Valente (tätig zwischen 1565-85), Johannes Lupi (1506-1532), Giovanni Picchi (1571-1643) In Deutschland wären neben dem von mir bereits angeführten Erasmus Widmann (1582-1634) noch Johann Hermann Schein (1586-1630), Valentin Haussmann (um 1560 - um 1614) und auch vor allem Michael Praetorius (1571-1621) zu nennen. Wenn Du mal ein bisschen nach Tänzen oder Tanzmusik suchst, wirst Du auch einige Aufnahmen davon finden, welche sowieso mehr sagen als tausend Worte.
__________________ "Jeder Schritt zur Erkenntnis bringt den Menschen seinem Schöpfer näher." Honoré Gabriel Riqueti Comte de Mirabeau (1749-91) | |
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| | #5 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2005 Ort: Rhein-Main-Gebiet, viel zu dicht am Flughafen
Beiträge: 482
![]() | Daneben stellt sich wohl die Frage, bei welcher gelegenheit die Menschen Musik hörten? Wer keinen Zugang zu höfischen Tanzvergnügen hatte und zu hause kein Instrument spielte, dem blieb vermutlich nur die Kirchenmusik, wahlweise protestantisch oder katholisch zu Texten von Gerhardt bzw. Spee um nur je einen zu nennen. Kirchenmusik wurde neben Schütz, Schein und Scheidt (die drei großen "S") auch von Andreas Hammerschmidt komponiert, von dem auch die unvergleichliche "Kunst des Küssens" stammt. Ob sie das "gern" hörten weiß ich nicht, aber wie groß war die Auswahl? Regional war das auch sehr unterschiedlich. Italienische Musik klingt ganz anders als deutsche. Die Oper gab es zu dr Zeit auch shcon, wenngleich sie noch in den Kinderschuhen steckte. Monteverdis "Orfeo" ist uns erhalten, sogar als eine Art Partitur, "Ariadne" ist bis auf das Lamento verlorengegangen. Mythologische Stoffe waren beliebt, aber auch die Entdeckung und Eroberung Amerikas wurde von Anbeginn auf der Opernbühne dargestellt, das älteste Werk dieser Art stammt m.W. von 1615. Für manchen Kleriker war es ein netter Zeitvertreib, Opernlibretti zu dichten. Also wer es sich leisten konnte und Gelegenheit dazu hatte, suchte auch die Oper auf. Wo hier schon Froberger erwähnt wurde: Seine Kompositionen finden sich auch im Fitzwilliam Virginal Book, wenn du dich mit der Entstehung dieser Sammlung näher beschäftigst, findest du auch noch einiges dazu. England war zwar vom Krieg eher nicht betroffen, aber die konfessionellen Auseinandersetzungen dort haben sich auch auf die "Kulturpolitik" ausgewirkt. Die dort gesammelte Musik war eher für den privaten Hausgebrauch bestimmt. Gruß Kassia
__________________ Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum. |
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| | #6 | |
| Mitglied | Zitat:
Einige Lieder aus dem 16. und 17.Jh. haben sich ja erhalten. Sicherlich war es aber so, dass es für die Unterschicht und noch mehr für die Unterschicht auf dem Land unwahrscheinlich war an die "hohe" Musik zu kommen, also Werke wie den "Orfeo" zu hören.
__________________ "Jeder Schritt zur Erkenntnis bringt den Menschen seinem Schöpfer näher." Honoré Gabriel Riqueti Comte de Mirabeau (1749-91) | |
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| | #7 | ||
| Mitglied Registriert seit: 10.2008 Ort: Grafschaft Mark
Beiträge: 293
![]() ![]() | Zitat:
Zitat:
In Frankreich waren die Vaudevilles, populäre satirische Lieder, sehr beliebt, auch bei der Oberschicht. Die erste gedruckte Sammlung von Vaudevilles erschien 1717 als "La clef des chansonniers, ou recueil des vaudevilles depuis 100 ans et plus". Ich hätte hier als Beispiel für ein umgedichtetes Kirchenlied gerade eine Strophe aus "Man muß euch tapfre Preußen loben", vermutlich aus dem Siebenjährigen Krieg, auf die Melodie von "Wer nur den lieben Gott läßt walten" (-> Youtube): "Als aber diese Schlacht geschehen, Das Felt mit Blut gefärbet war; Viele todte Corper thätt man sehen, die in dem Blutte lagen dar; Hir lag ein Haupt und dort ein Arm, Das war zu sehen das Gott erbarm!" Geändert von AnDro (13.02.2012 um 09:55 Uhr). | ||
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