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| | #1 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Protestantische Union und katholische Liga Hallo! Ich bin in der 12. Klasse eines Gymnasiums und wir behandeln in Geschichte gerade den 30jährigen Krieg. Als Hausaufgabe zu morgen haben wir folgende Fragen bekommen: Wer war in der katholischen Liga? Wer war in der protestantischen Union? Nun habe ich überall im Internet gesucht und leider nichts gefunden. Wäre toll, wen ihr mir weiterhelfen könntet. Und noch eine Frage: Könnt ihr ein Geschichtslexikon im Internet empfehlen? Danke! |
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| | #3 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Habe ich ja, doch leider steht dort nichts! |
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| | #4 | |
| unvergessen Registriert seit: 03.2004 Ort: Am Tor zum Spessart
Beiträge: 10.680
![]() | Zitat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Liga
__________________ Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, Das nicht die Vorwelt schon gedacht? Faust II, Vers 6809 f. | |
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| | #5 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Ich brauche ja die Stände/Städte, die dort Mitglieder waren und das steht da nicht! |
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| | #6 | |
| Mitglied Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 12.389
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Grüße Repo
__________________ Built and Tested in the Mountains. | |
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| | #7 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Das ist dann tatsächlich nicht so einfach. Beim Herumgoogeln finde ich folgende Mitglieder der Union: Anhalt Württemberg Baden-Durlach Ansbach Bayreuth Pfalz-Neuburg Kurpfalz Hessen-Kassel Ulm Straßburg Nürnberg Brandenburg Zur Liga gehörten "die meisten katholischen Reichsstände", namentlich gefunden habe ich auf die Schnelle: Bayern Köln Mainz Trier Würzburg Augsburg Passau Regensburg. Hierzu noch ein englischsprachiger Link: http://www.newadvent.org/cathen/09100a.htm | |
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| | #8 | |
| Mitglied Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 12.389
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Ausgburg in der Liga? Bist Du sicher? Augsburg war doch ein Hort der Refomation! Die freie Reichstadt glaube ich nicht. Vielleicht der Bischof? War doch ein ähnlicher Fall wie Kempten, Stadt evangelisch, Bischof bleibt natürlich katholisch. (Gibt in Kempten deshalb zwei ganz tolle Kirchen, keine 100 m voneinander entfernt) War das in Zwiefalten nicht ähnlich? Kloster bleibt kath., der evangelische Herzog von Württemberg bleibt aber der Schutzherr. Pflummern bei Riedlingen, württembergisch, deshalb evangelisch, das Kloster Heiligkreuztal hat aber für den baulichen zustand der evangelischen Kirche aufzukommen! Gab anscheinend nie nennenswerten Streit deshalb! Pragmatiker gab es anscheinend schon immer. Grüße Repo
__________________ Built and Tested in the Mountains. Geändert von Repo (24.08.2006 um 17:25 Uhr). | |
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| | #9 | |
| unvergessen Registriert seit: 03.2004 Ort: Am Tor zum Spessart
Beiträge: 10.680
![]() | Zitat:
Herold hat das hier doch mustergültig aufgelistet: http://www.geschichtsforum.de/showpo...33&postcount=8
__________________ Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, Das nicht die Vorwelt schon gedacht? Faust II, Vers 6809 f. | |
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| | #10 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
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| | #11 |
| Moderator Registriert seit: 01.2005 Ort: 09399 Niederwürschnitz (Sachsen/Erzgebirge/Schönburgische Lande)
Beiträge: 8.391
![]() ![]() ![]() ![]() | Hyokkoses Liste stimmt schon - auch, was Augsburg betrifft... Es handelte sich in einigen Fällen nämlich tatsächlich nicht um die Städte als solche, sondern vielmehr um die Hochstifte Augsburg, Konstanz, Passau, Regensburg und Würzburg sowie die Fürstpropstei Ellwangen und die Fürstabtei Kempten. Ich weise bzgl. des erwähnten Pragmatismus auch darauf hin, daß die konfessionellen Zugehörigkeiten bei dieser Lagerbildung nur vordergründig waren, es sich genaugenommen jedoch um politische Interessenbünde handelte. Dies zeigt u.a. das Verhalten des ev.-luth. Kursachsen, welches aus dem politischen Gegensatz zur ev.-ref. Kurpfalz u.a. calvinistischen Landen nicht der Union beitrat, sondern Rückhalt beim kath. Kaiser suchte. Auch die spätere Unterstützung der beiden Blöcke durch europäische Mächte macht dies deutlich, wenn man bedenkt, daß bspw. das kath. Frankreich - welches "zuhause" selbst fast zeitgleich mit den Calvinisten (Hugenotten) abrechnet - sich im Krieg dann auf die Seite der Union stellt... Andererseits habe ich mich wieder nicht geirrt, als es mir vorkam, als hätte ich über dieses Thema hier schon einmal etwas gelesen... Et voila: http://www.geschichtsforum.de/showpo...37&postcount=4 http://www.geschichtsforum.de/showpo...99&postcount=6 http://www.geschichtsforum.de/showpo...33&postcount=8 EDIT (Nachtrag): Oops, jetzt habe ich zu lange getippt, und inzwischen haben Mercy und Hyokkose schon reagiert. Ich lasse den Beitrag trotzdem so... ![]()
__________________ Das schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht! |
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| | #12 |
| Mitglied Registriert seit: 08.2006 Ort: Seit 30 Jahren im württembergischen Exil mit Wurzeln in Beute-Bayern
Beiträge: 28
![]() | Hallo Repo! Vielen Dank, daß Du kenntnisreich Werbung für meine Heimatstadt Kempten machst! Was Augsburg betrifft, sind die soviel ich weiß, wieder zum Katholizismus zurückgekehrt, aber geteilt waren sie nie! Die Fugger blieben ja auch katholisch. Und ein Tipp an den Gast: Habt ihr denn kein Schulbuch? Gruß, Galadriel |
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| | #13 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Danke für eure Antworten ![]() Übrigens: Wir besitzen schon ein Schulbuch, in dem aber nichts zum 30jährigen Krieg usw. drin steht. |
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| | #14 |
| Mitglied Registriert seit: 06.2006 Ort: Mark Brandenburg + geschichtsforum.de + Homepage: "Die Germanen" (schaut mal ins "Öffentliche Profil"! ;-)
Beiträge: 3.152
Blog-Einträge: 1 ![]() ![]() | Stimmt. In meinem schlauen Buch steht: 14. Mai 1608 protestantische "Union" wird auf Betreiben des kurpfälsischen Statthalters, Fürst Christian v. Anhalt-Bernburg, gegründet. Mitglieder sind zunächst die süddeutschen protestantischen Fürsten, die sich durch die Expasionspolitik Bayerns bedroht fühlten. Bis 1617 schlossen sich der Union unter Führung der Kurpfalz insgesamt 27 Mitglieder an, darunter 7 Fürsten und 18 Städte, u.a. auch Hessen-Kassel, Brandenburg, Ansbach-Bayreuth, Braunschweig-Wolfenbüttel und Baden-Durlach. Als "Ziel" der Union wurde die Verteidigung gegen jeden widerrechtlichen und gewaltsamen Akt bezeichnet, worunter auch nicht akzeptable Entscheidungen der Reichsgewalt fielen. DerBund wurde zunächst für 10 Jahre geschlossen, er erhielt klare juristische Gestalt und war mit Vollzugsgewalt ausgestattet. Nicht nur als Gegenbund, sondern angesichts der schwachen Reichsgewalt, auch um allgemeiner kollektiver Interessenvertretung willen bildete sich unter der Führung Bayerns im Juni 1609 die katholische "Liga". Sie wurde zunächst für 9 Jahre abgeschlossen und stellte eine Art Neugründung des alten Landsberger Bündnisses dar. Mitglieder waren außer Bayern noch die 3 rheinischen Kurfürsten Köln, Trier und Mainz, die Bischöfe von Würzburg, Augsburg, Passau, Regensburg und Konstanz, sowie der Äbte von Kempten und Ellwangen. Später schlossen sich noch die Bischöfe von Speyer, Worms und Straßburg an, ferner reichsfreie Grafen Oberdeutschlands und die Städte Rottweil, Überlingen und Wangen. Kaiser Rudolf II. und der kaisertreue Kurfürst Christian II. von Sachsen schlossen sich zunächst keine der beiden Bündnisse an.
__________________ "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann." |
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| | #15 | |
| Mitglied Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 12.389
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
ich hab mal ein bißchen gegoogelt, die Bevölkerung der Reichsstadt war wohl so 50/50, aber der Fürstbischof hat von der Reformation an in Dillingen residiert. Grüße Repo
__________________ Built and Tested in the Mountains. | |
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| | #16 |
| Premiummitglied Registriert seit: 03.2004 Ort: Köln
Beiträge: 2.559
![]() | Interessant finde ich die unterschiedliche Lesart zur Bildung der "Protestantischen Union " in Folge der Reichsexekution gegen die Stadt Donauwörth. Da wird in den hier zitierten Links von einer Störung einer kath. Prozession in Donauwörth durch die Protestanten gesprochen, diese also als Störenfriede ausgemacht. Meine Quelle liest sich in den Einzelheiten so, daß der Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen die provozierende Wiederaufnahme von Prozessionen durch die kleine kath. Gemeinde war. Dabei war die Fahne, die man der Prozession vorantrug nicht eingewickelt gewesen, sondern man hatte sie frei fliegen lassen. Eben diese Verletzung des bisherigen Status wollte der protestant. Rat nicht durchgehen lassen. Aus diesem Konflikt entwickelte sich schließlich eine große Auseinandersetzung , die das Verhältnis d. Konfessionsparteien vor dem Reichstag 1608 empfindlich störte. Doch mal ganz interessant, was die Befindlichkeiten in der damals konfessionell aufgeheizten Stimmung so hervorbrachten. Quelle : W. Schulze : "Dt. Geschichte im 16. Jahrh." Neue hist. Bibliothek/ Suhrkamp
__________________ Glücklich das Volk, dessen Geschichte langweilg ist ( Montesquieu) |
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| | #17 | |
| Mitglied Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 12.389
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Ich lebe in einer typischen Gegend Südwestdeutschlands. Bis 1805 alle 5 Kilometer andere Grundherrschaft, alles kath. bis auf auf die altwürtt. Gebiete. Über diese Konfessionsgrenzen hinweg gab es bis vor 40-50 Jahren keinerlei verwandschaftliche Beziehungen! Es wurde geredet, gehandelt, gearbeitet, gesoffen miteinander, aber einen Falschgläubigen heiraten? Nie, eher einen Selbstmord! Für die Herrschenden war die Konfession immer Politik, für die Untertanen immer Realität. Grüße Repo
__________________ Built and Tested in the Mountains. | |
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| | #18 | |
| unvergessen Registriert seit: 03.2004 Ort: Am Tor zum Spessart
Beiträge: 10.680
![]() | Zitat:
Aber selbst die Protestanten waren sich nicht grün. Als Mitte der fünfziger Jahre ein lutherischer Pastor eingesetzt werden sollte, gab es einen Aufstand. Die reformierte (vormals calvinistische) Gemeinde konnte keinen Lutheraner akzeptieren.
__________________ Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, Das nicht die Vorwelt schon gedacht? Faust II, Vers 6809 f. | |
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| | #19 | |
| Mitglied Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 12.389
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Die bei der "Prozession" gestörte Partei wandte sich Hilfesuchend an den Kaiser, der mit der Reichsexekution den bayerischen Herzog beauftragte. Was laut Schiller schon ein Rechtsbruch war, Donauwörth gehörte zum Schwäbischen Kreis, mit der Exekution hätte also dieser beauftragt werden müssen. Der Herzog besetzte Donauwörth, der protestantische Glaube wurde verboten, und Donauwörth wurde aus einer schwäbischen Reichsstadt zur bayerischen Landstadt. Da die protestantischen Reichsstände Süddeutschlands dies für das auch ihnen zugedachte Schicksal hielten, gründeten sie die Union. Grüße Repo
__________________ Built and Tested in the Mountains. | |
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| | #20 | |
| Mitglied Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 12.389
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Bei uns ist der DJK auch heute noch sehr aktiv. Mit dem 2. Vorsitzenden habe ich lange die Schulbank gedrückt, als er mal "zur Sitzung" ging, frozzelte ich ihn, "ihe werdet auch mehr Saufen als beschließen" konterte er, "woher denn, wir sind ja ein frommer Verein". Grüße Repo
__________________ Built and Tested in the Mountains. | |
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