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Alt 13.10.2009, 22:53   #1
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Zeckenteppich ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Fragen zur Aufkärung

Ich hätte gerne einige Fragen zur Aufklärung beantwortet gehabt, die mich interessieren:

1. Kann überhaupt jemand eine klipp und klare Definition zur Aufklärung geben?

2. Wieso fand die Aufklärung ausgerechnet im 18. Jahrhundert statt?

3. Was waren die politischen, wirtschaftlichen und religiösen Forderung der Aufklärer?

4. Kann jemand eine Definition zum aufgeklärten Absolutismus geben?

Ich freue mich über ausführliche und interessante Antworten.

EDIT:
Wie funktionierte das Staatssystem, das sich Montesquieu vorgestellt hat?

Geändert von Zeckenteppich (13.10.2009 um 23:22 Uhr).
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Alt 14.10.2009, 08:19   #2
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Zitat:
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3. Was waren die politischen, wirtschaftlichen und religiösen Forderung der Aufklärer?
3. Jeder hatte seine eigenen Forderungen.

Der wohl berühmteste Aufklärer, welcher sich mit religiösen Fragen beschäftigte war sicherlich Voltaire.
Im Unterschied zu ihm gab es aber auch fromme Aufklärer.

Zur Wirtschaft: Ein guter Freund des Aufklärers David Hume war Adam Smith.
Adam Smith ? Wikipedia

Neben den beiden Schotten gab es auch in Frankreich die großen Ökonomen Turgot und François Quesnay, welche die Partei der Physiokraten anführten.

Ich würde an Deiner Stelle ersteinmal die Wikipediaartikel zu den vier Herren durchgehen. Deren Grundsätze hier zusammenzufassen würde wohl ein bisschen zu weit führen.
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Alt 14.10.2009, 09:21   #3
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Also zur Definition von Aufklärung passt am besten das Zitat von Kant: "Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."
Durch den Buchdruck waren Bücher nun für alle Bevölkerungsschichten erwerbbar. Dadurch konnten sich Ideen schnell verbreiten. Es entstand ein neues Weltbild und die Vorstellungen wie im Mittelalter waren überholt.
Zur Wirtschaft brauchst du dir nur mal den Absolutimus in frankreich ansehen. die ganze Steuerlast lag auf dem Bürgertum und die Ständegesellschaft zwang sie in eine Ordnung rein aus der sie nicht entkommen konnten. Der Merkantilismus funktionierte nicht, der Staat war hochverschuldet und die Ausgaben des Königs enorm.
Die Bürger wollten mehr Mitbestimmung in der Politik. Es gab zwar schon so etwas ähnliches wie Ständeversammlungen, aber dort hatten die höheren Stände die größere Stimmgewalt, so dass sich praktisch nichts veränderte.
Beim aufgeklärten Absolutismus geht es darum, dass der König nicht mehr nach Gottes willen könig ist, sondern ein humanitärer König, der sich um das Wohl seines Volkes kümmern sollte, natürlich in einer demokratischen Staatsform.
Montesquieu favorisierte die parlamentarische Staatsform. Eine Gewaltenteilung in Judikative, Exekutive und Legislative, und er war wollte eine zusätzliche kontrolle durch Adlige, so das die Herrscher keine Tyrannei ausübten oder der Staat vom Pöbel gelenkt wird.
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Alt 14.10.2009, 09:31   #4
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Zitat:
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Zur Wirtschaft brauchst du dir nur mal den Absolutimus in frankreich ansehen. die ganze Steuerlast lag auf dem Bürgertum und die Ständegesellschaft zwang sie in eine Ordnung rein aus der sie nicht entkommen konnten. Der Merkantilismus funktionierte nicht, der Staat war hochverschuldet und die Ausgaben des Königs enorm.
Es geht um die Wirtschaftsvorstellungen der Aufklärer nicht der Merkantilisten. Smith beispielsweise griff die Merkantilisten an.

Schaut am besten in den Abschnitt zur Kritik am Merkantilismus: http://de.wikipedia.org/wiki/Merkantilismus
Locke, Hume und Smith sind da die wesentlichen Namen, wenngleich auch die französischen Physiokraten Kritik an den Merkantilisten übten.

Außerdem war die französische Wirschaft durchaus lange Zeit eine der führenden in Europa.

Die Verschuldung des Staates hat ja nicht unbedingt direkt etwas mit der Wirtschaft zu tun. Hauptgrund waren sicherlich die Kriege. So musste nach jedem Krieg ersteinmal eine Sanierung der Staatsfinanzen angefangen werden. Wie lange diese dauern musste, wenn Kriege so lang währten wie der Spanische Erbfolgekrieg oder der Österreichische Erbfolgekrieg kann man sich ja denken. Aber man sollte auch sagen, dass die Kriege die meisten Staaten ruinierten - Frankreich bisweilen am Stärksten vielleicht weil es wie im Spanischen Erbfolgekrieg quasi allein gegen eine große Zahl anderer Mächte kämpfte.

Zum Thema Verbreitung von Büchern ist empfehlenswert folgendes zu lesen:
Michael North: "Genuss und Glück des Lebens. Kulturkonsum im Zeitalter der Aufklärung." Köln u.a. 2003, Böhlau
North weist darin nach, dass in den allermeisten bürgerlichen Haushalten bis weit in das 18.Jh. nur wenige Bücher vorhanden waren und diese wenigen waren vor allem religiöser Natur.
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Geändert von Brissotin (14.10.2009 um 09:41 Uhr).
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Alt 14.10.2009, 10:01   #5
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Zitat:
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1. Kann überhaupt jemand eine klipp und klare Definition zur Aufklärung geben?
Die kurze Antwort: nein

Und die lange Antwort:
Aufklärung ist zunächst einmal ein Emanzipationsprozess. Je nach Zusammenhang der Verwendung des Begriffs Aufklärung gibt es dann allerdings die unterschiedlichsten detaillierten Definitionen.

Die Epoche der Aufklärung (le siècle des lumières) lässt sich in der Zeit von 1730 bis ca. 1800 ansiedeln. Einer der bedeutendsten Philosophen der Aufklärung, Immanuel Kant, beschäftigte sich eingehend mit der Frage „Was ist Aufklärung?“ Er definiert Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ In diesem Zusammenhang hervorzuheben wäre dabei auch der von Kant formulierte kategorische Imperativ „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte“, der insbesondere Einsicht und Moral jedes Einzelnen hervorhebt. Diese Definition von Kant zur Aufklärung ist in der Wahrnehmung der damaligen Zeit als sehr polarisierend aufgenommen worden, da Kant seine Definition von Aufklärung in einem Essay, erschienen in der Berliner Monatsschrift vom Dezember 1784,
durchaus provozierend erläutert. So schreibt er beispielsweise, dass ein Großteil der Menschen aus purer „Faulheit und Feigheit“ nicht selbst denken können und dies auch nicht wollen. Damit wird es aber wiederum anderen Menschen erleichtert, die Macht des Denkens an sich zu reißen. Durch die gleichzeitige Suggestion, dass Denken nicht nur mühsam, sondern auch gefährlich ist, kommt es so auch zu einer Ungleichverteilung der Macht und des Einflusses. Kant schließt daraus, dass sich aufgrund dieses Sachverhalts der Einzelne nur sehr schwer aus seiner Unmündigkeit befreien kann, weswegen er für die Aufklärung der Gesellschaft als Ganzes plädiert. Um aber die Gesellschaft als Ganzes aufklären zu können, wäre zunächst Freiheit erforderlich, wofür er wiederum Reformen fordert (eine Revolution lehnt Kant mit der Begründung, dass diese nie eine Reform der Denkungsart ermöglichen würde ab).

Die Literatur der Aufklärung lässt sich abweichend von den obigen Ausführungen zum Zeitalter der Aufklärung wie folgt kennzeichnen:
Die Zielgruppe der Dichter ändert sich; es wird vermehrt ein bürgerliches Publikum angesprochen, was neue literarische Formen hervorbringt aber auch alte Formen wieder Populär macht. So wurde beispielsweise die antike Fabel wieder populär. Insbesondere wurde hier auch der erzieherische Effekt im Hinblick auf die Verbreitung der Ideen der Aufklärung genutzt. Neben der hohen und niedrigen Gattung am Theater entsteht das Melodram als neues „Unterhaltungstheater“ (Lessing: „Emilia Galotti“). Aber auch neue und damals unkonventionelle Rollenverteilungen sind zu beobachten. Bei der „Hochzeit des Figaro“ spielen bspw. die Diener die Hauptrollen, was ein paar Jahrzehnte früher undenkbar gewesen wäre. Auch Romane etablieren sich immer mehr (Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“, Wieland „Geschichte des Agathon“).

Weiterhin abzugrenzen wäre dann noch die Aufklärungstheologie welche versuchte die christliche Lehre an die Ideen der Aufklärung anzupassen und so wesentlich zur Verbreitung der Ideen der Aufklärung beigetragen hat. Die katholische Aufklärung als Pendant zur protestantischen Aufklärungstheologie lässt sich vor allem durch Machtbeschneidungen und daraus teilweise resultierende Reformen in den unterschiedlichsten Bereichen kennzeichnen. Diese beiden religionshistorischen Definitionen zum Themenkomplex Aufklärung, sollten in diesem Zusammenhang insbesondere deshalb mit berücksichtigt werden (wenn auch nur am Rande), da sich die Aufklärung auch auf Fragen des Glaubens auswirkte.
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Alt 14.10.2009, 10:20   #6
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@ Lili

In der Tat steht Kant ja eher am Ende der Aufklärung.
Viele seiner Aussagen finde ich (ich hatte vor Kurzem auch bezüglich des Verstandes eigentlich fast denselben Satz schonmal von einem weit früheren Autor gelesen) weit früher. Aber da ich sehe grundsätzlich darin eine logische Entwicklung. Ob man nun die Ansichten verschiedener Vordenker sammelte und gemeinsam darstellte oder selber schlicht auf die selben Gedanken kam, weil sie im Zeitgeist begründet lagen, erscheint mir auch garnicht so erheblich.
Vielleicht konnte Kant die Aufklärung definieren, da er an ihrem Ende stand.

Was die Literatur und das Theater anbelangt:
Die Aufklärung ist sicherlich eine manigfaltige Erscheinung gewesen. Die Aufklärer selbst hatten ja unterschiedlichste soziale Hintergründe. Das feste Theater und der Wandel des Theaters spielte sicherlich keine geringe Rolle bei der Verbreitung von Ideen. Und das wurde obendrein bisweilen von oben gefördert. Die Theaterreformer wie Goldoni oder Gottsched wären zu nennen, auch wenn sie nun vielleicht keine Aufklärer waren.

Zum Zeitalter der Aufklärung:
Leibniz würde ich schon mit hineinnehmen. Meines Erachtens lässt sich die Aufklärungszeit tendenziel eher nach hinten (Richtung 17.Jh.) als nach vorn (19.Jh.) ausdehnen. 1730 hielte ich jedenfalls für zu spät.
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Geändert von Brissotin (14.10.2009 um 10:31 Uhr).
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Alt 14.10.2009, 10:41   #7
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Zitat:
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4. Kann jemand eine Definition zum aufgeklärten Absolutismus geben?
Wiki kann´s! Aufgeklärter Absolutismus ? Wikipedia
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hier entsteht in nicht absehbarer Kürze eine neue Signatur
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Alt 14.10.2009, 11:54   #8
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Zitat:
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@ Lili

In der Tat steht Kant ja eher am Ende der Aufklärung.
Viele seiner Aussagen finde ich (ich hatte vor Kurzem auch bezüglich des Verstandes eigentlich fast denselben Satz schonmal von einem weit früheren Autor gelesen) weit früher. Aber da ich sehe grundsätzlich darin eine logische Entwicklung. Ob man nun die Ansichten verschiedener Vordenker sammelte und gemeinsam darstellte oder selber schlicht auf die selben Gedanken kam, weil sie im Zeitgeist begründet lagen, erscheint mir auch garnicht so erheblich.
Vielleicht konnte Kant die Aufklärung definieren, da er an ihrem Ende stand.
Stimmt. Kant fühlte sich zu seinem Essay "Was ist Aufklärung?" insbesondere deshalb veranlasst, weil Zöllner in einem Aufsatz, der ebenfalls in der Berliner Monatsschrift erschien, darauf angespielt hat, dass es immer noch keine allgemeingültige Definition von "Aufklärung" gebe.

Zitat:
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Die Theaterreformer wie Goldoni oder Gottsched wären zu nennen, auch wenn sie nun vielleicht keine Aufklärer waren.
Also ich würde beide durchaus als Aufklärer bezeichnen, wenn auch auf ihrem Gebiet. Goldoni bspw. tut sich mit seinem Konflikt mit Gozzi hervor. Er verarbeitet aber auch den Zeitbezug in seinen Komödien. Gottsched - und zwar beide Louise und Johann - haben mit ihren Veröffentlichungen den Geist der Aufklärung verbreitet. Louise hauptsächlich mit ihren Romanen und den Übersetzungen des Spectators und natürlich auch mit der Tatsache, dass sie als Frau Bücher schreibt. Johann natürlich hauptsächlich durch seine Rolle im Sprachenstreit und insbesondere seiner Zeitschriften.

Zitat:
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Leibniz würde ich schon mit hineinnehmen. Meines Erachtens lässt sich die Aufklärungszeit tendenziel eher nach hinten (Richtung 17.Jh.) als nach vorn (19.Jh.) ausdehnen. 1730 hielte ich jedenfalls für zu spät.
Vom Grundsatz her ja, erste wichtige richtungslenkende Errungenschaften in bezug auf die Aufklärung erfolgten bereits während der Renaissance. Auch Descartes würde ich als einen der Wegbereiter der Aufklärung neben Leibniz mit anführen. Der Zeitpunkt 1730 lässt sich daher mit Sicherheit diskutieren (und wird meines Wissens nach auch nach wie vor diskutiert), allerdings spricht man ab dann auch von einer tatsächlichen Emazipationsbewegung im Bürgertum, davor wurde Aufklärung doch mehr oder weniger "nur" diskutiert.
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Alt 14.10.2009, 16:58   #9
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Wow, ihr seid genial, danke!

Liege ich so in etwa richtig?

Politisch: Die Menschen forderten ein politisches System, in dem sie auch etwas zu sagen haben und erkannten langsam aber sicher, dass der Herrscher doch nicht so absolut ist wie es bisher schien. Es drang durch dass der Herrscher gar kein „blaues Blut“ hatte, sondern völlig normal war, so wie der Bauer auf dem Feld.

Gesellschaftlich: Die Menschen beschäftigten sich mit Abhängigkeitsverhältnissen wie Sklaverei und Leibeigenschaft und begannen diese zu verstehen.

Religiös: Mit dem Ziel der Religionsfreiheit vor den Augen und der Anerkennung der Wissenschaft wandten sich immer mehr Menschen vom Christentum ab, oder wandten sich dagegen.

Wirtschaftlich: Die Bauernbefreiung wurde gefordert, nicht Geld und Handel sondern Grund und Boden mit ihren Erträgen waren die Quellen für Ertrag und dies begannen die Menschen zu begreifen.

Montesquieu:
Er wird als Begründer der Theorie der Gewaltentrennung angesehen. Nicht Wille und Willkür einzelner Personen, sondern die gesellschaftlichen und staatlichen Zustände entschieden über Wohl und Wehe eines Volkes. Nationales und internationales Recht: Montesquieu untersuchte und propagierte die Vereinbarkeit der verschiedenen nationalen Gesetze mit der Idee eines gemeinsamen, universalen Rechts.
Er wollte den Leuten Gesetze auferlegen, an die man sich zu halten hatte.
Forderte eine konstitutionelle Monarchie auf demokratischer Basis. Er fordert eine Hierarchie, in der nicht z. B. der Adel, sondern die Intelligenz, d. h. Professoren, Juristen, Kleriker etc. die Repräsentanten stellen. Er fordert die Gewaltenteilung in die ausführende (Exekutive), gesetzgebende (Legislative) und die richtende Gewalt (Judikative).

Geändert von Zeckenteppich (14.10.2009 um 17:18 Uhr).
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Alt 14.10.2009, 17:47   #10
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Zitat:
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Religiös: Mit dem Ziel der Religionsfreiheit vor den Augen und der Anerkennung der Wissenschaft wandten sich immer mehr Menschen vom Christentum ab, oder wandten sich dagegen.
Ist Aufklärung wirklich anti-religiös ?

Ich meine eher, dass man sich gegen die Instrumentalisierung der Religion für weltliche Machtansprüche zu wenden begann, also eher anti-klerikal. So gesehen kann man Luther als frühen Aufklärer verstehen, und die Übersetzung der Bibel als Mittel gegen die "selbstverschuldete Unmündigkeit".
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Auch der Versuch ist strafbar.
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Alt 14.10.2009, 17:51   #11
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Liege ich so in etwa richtig?

Politisch: Die Menschen forderten ein politisches System, in dem sie auch etwas zu sagen haben und erkannten langsam aber sicher, dass der Herrscher doch nicht so absolut ist wie es bisher schien. Es drang durch dass der Herrscher gar kein „blaues Blut“ hatte, sondern völlig normal war, so wie der Bauer auf dem Feld.

Gesellschaftlich: Die Menschen beschäftigten sich mit Abhängigkeitsverhältnissen wie Sklaverei und Leibeigenschaft und begannen diese zu verstehen.

Religiös: Mit dem Ziel der Religionsfreiheit vor den Augen und der Anerkennung der Wissenschaft wandten sich immer mehr Menschen vom Christentum ab, oder wandten sich dagegen.

Wirtschaftlich: Die Bauernbefreiung wurde gefordert, nicht Geld und Handel sondern Grund und Boden mit ihren Erträgen waren die Quellen für Ertrag und dies begannen die Menschen zu begreifen.

Montesquieu:
Er wird als Begründer der Theorie der Gewaltentrennung angesehen. Nicht Wille und Willkür einzelner Personen, sondern die gesellschaftlichen und staatlichen Zustände entschieden über Wohl und Wehe eines Volkes. Nationales und internationales Recht: Montesquieu untersuchte und propagierte die Vereinbarkeit der verschiedenen nationalen Gesetze mit der Idee eines gemeinsamen, universalen Rechts.
Er wollte den Leuten Gesetze auferlegen, an die man sich zu halten hatte.
Forderte eine konstitutionelle Monarchie auf demokratischer Basis. Er fordert eine Hierarchie, in der nicht z. B. der Adel, sondern die Intelligenz, d. h. Professoren, Juristen, Kleriker etc. die Repräsentanten stellen. Er fordert die Gewaltenteilung in die ausführende (Exekutive), gesetzgebende (Legislative) und die richtende Gewalt (Judikative).
Lies dir doch nochmal genau durch, was hier alles geschrieben wurde, so wie das zusammengefasst ist, ist das zumindest in meinen Augen zu 90% Müll. (Sorry, wegen der harten Worte, aber in Anbetracht des Inputs den du bekommen hast, ist es ja schon fast unverschämt was du daraus gemacht hast)
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Alt 14.10.2009, 20:46   #12
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Politisch: Die Menschen forderten ein politisches System, in dem sie auch etwas zu sagen haben und erkannten langsam aber sicher, dass der Herrscher doch nicht so absolut ist wie es bisher schien. Es drang durch dass der Herrscher gar kein „blaues Blut“ hatte, sondern völlig normal war, so wie der Bauer auf dem Feld.
Viele sahen das Volk als einen Pöbel an, den man unterdrücken müsse. Z.B. Johann Caspar Goethe (Vater des bekannteren Goethe) in "Reise durch Italien im Jahre 1740" über Neapel:
"Die hiesige Bevölkerung, die leicht zum Aufruhr neigt (...), wird dabei immer von der Hefe des Volkes angestachelt, weshalb die Obrigkeit dafür Sorge getragen hat, solche wilden Tiere zu zügeln."
In der Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts werden oft die Verhältnisse des Landes kritisiert, z.B. die katholische Kirche in Italien oder ein herrschendes Adelshaus, aber eine generelle Kritik am Adel ist relativ selten. Viele dachten nach dem aristotelischen Prinzip (Monarchie - Tyrannis, Aristokratie - Oligarchie, usw.). "Die Menschen" würde ich daher erstmal genauer unter die Lupe nehmen. Welche Teile der Gesellschaft setzen sich denn wirklich für die Aufklärung ein?

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Ich würde an Deiner Stelle ersteinmal die Wikipediaartikel zu den vier Herren durchgehen. Deren Grundsätze hier zusammenzufassen würde wohl ein bisschen zu weit führen.
Ich würde erstmal hiermit anfangen
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalt...ufkl%C3%A4rung

Geändert von AnDro (14.10.2009 um 20:49 Uhr).
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Alt 14.10.2009, 21:09   #13
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Zitat:
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Lies dir doch nochmal genau durch, was hier alles geschrieben wurde, so wie das zusammengefasst ist, ist das zumindest in meinen Augen zu 90% Müll. (Sorry, wegen der harten Worte, aber in Anbetracht des Inputs den du bekommen hast, ist es ja schon fast unverschämt was du daraus gemacht hast)
Hatte noch andere Notizen gebraucht, danke trotzdem für dein Feedback.
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Alt 15.10.2009, 08:53   #14
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1.
Politisch: Die Menschen forderten ein politisches System, in dem sie auch etwas zu sagen haben und erkannten langsam aber sicher, dass der Herrscher doch nicht so absolut ist wie es bisher schien. Es drang durch dass der Herrscher gar kein „blaues Blut“ hatte, sondern völlig normal war, so wie der Bauer auf dem Feld.

2.
Gesellschaftlich: Die Menschen beschäftigten sich mit Abhängigkeitsverhältnissen wie Sklaverei und Leibeigenschaft und begannen diese zu verstehen.

Religiös: Mit dem Ziel der Religionsfreiheit vor den Augen und der Anerkennung der Wissenschaft wandten sich immer mehr Menschen vom Christentum ab, oder wandten sich dagegen.

Wirtschaftlich: Die Bauernbefreiung wurde gefordert, nicht Geld und Handel sondern Grund und Boden mit ihren Erträgen waren die Quellen für Ertrag und dies begannen die Menschen zu begreifen.

Montesquieu:
Er wird als Begründer der Theorie der Gewaltentrennung angesehen. Nicht Wille und Willkür einzelner Personen, sondern die gesellschaftlichen und staatlichen Zustände entschieden über Wohl und Wehe eines Volkes. Nationales und internationales Recht: Montesquieu untersuchte und propagierte die Vereinbarkeit der verschiedenen nationalen Gesetze mit der Idee eines gemeinsamen, universalen Rechts.
Er wollte den Leuten Gesetze auferlegen, an die man sich zu halten hatte.
Forderte eine konstitutionelle Monarchie auf demokratischer Basis. Er fordert eine Hierarchie, in der nicht z. B. der Adel, sondern die Intelligenz, d. h. Professoren, Juristen, Kleriker etc. die Repräsentanten stellen. Er fordert die Gewaltenteilung in die ausführende (Exekutive), gesetzgebende (Legislative) und die richtende Gewalt (Judikative).
1.
Das drang eben nicht durch. Im Gegenteil! Schaut man die Polemik in den Jahren kurz vor der Revolution an, so fällt eben dabei auf, dass man den Herrscher in Frankreich für weitaus absoluter hielt, als er in Wirklichkeit war.
Die Kritik am Absolutismusbegriff ist meines Wissens in erster Linie eine Erscheinung der modernen Geschichtsforschung. In den letzten Jahrzehnten wird die Erscheinungsform "Absolutismus" zusehends hinterfragt und zumindest für einige Staaten ist man heute so weit zu sagen: Nein, es war kein Absolutismus. Der Herrscher regierte nicht absolut (z.B. im Falle von Kursachsen). Daneben gibt es eine generelle Untersuchung des Absolutismusbegriffes und ob er überhaupt zutreffend ist.

2.
Richtig.
In England bspw. entwickelte sich während des 18.Jh. schon eine bedeutende Partei von Abolitionisten.
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Alt 15.10.2009, 10:11   #15
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1.
Das drang eben nicht durch. Im Gegenteil! Schaut man die Polemik in den Jahren kurz vor der Revolution an, so fällt eben dabei auf, dass man den Herrscher in Frankreich für weitaus absoluter hielt, als er in Wirklichkeit war.
Das ist ja die Aussage? Die Menschen begannen per Flugblätter dank der Erfindung des Buchdrucks zu erkennen, dass an der Spitze der Macht auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut sass.
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Alt 15.10.2009, 11:41   #16
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Das ist ja die Aussage? Die Menschen begannen per Flugblätter dank der Erfindung des Buchdrucks zu erkennen, dass an der Spitze der Macht auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut sass.
Du meinst man glaubte nicht mehr an die sakrale Rolle des Königtums (Gottesgnadentum). Ich denke, in vielen Regionen war das so. Ausnahmen gab es natürlich auch - siehe die Vendée und Bretagne mit der Betonung der religiösen Note in der royalistischen Erhebung während der französischen Revolution.

Grundsätzlich muss man da von Staat zu Staat unterscheiden. Friedrich II. bemühte sicherlich mit seinem Religionsverständnis eine ganz andere Herrschaftslegitimation als sein Zeitgenosse Louis XVI, der zum frommen Katholiken erzogen worden war und wohl bis zu seinem Tod vom Gottesgnadentum überzeugt blieb.
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Alt 14.01.2010, 17:35   #17
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(Aufklärung)

Hallo liebe User!

Ich muss für Geschichte eine Facharbeit schreiben und habe leider ein Thema bekommen, womit ich leider gar nichts anfangen kann!

Könnte mir jemand evntl. Internetseiten posten oder vllt. ein paar Argumente nennen?

Thema: Mit welchen Ideen und Argumenten stellten sich die Philosophen der Aufklärung gegen die damaligen Fürsten und Könige?


Danke im Vorraus!
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Alt 14.01.2010, 17:39   #18
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Es wird doch sicher ein Geschichtsbuch geben. Sind darin denn keine Texte von Hobbes, Locke, Montesquieu, Rousseau enthalten?
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:urlaub:
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Alt 14.01.2010, 18:49   #19
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Hi erstmal danke für die schnelle antwort aber leider ist zu den argumenten selber rein gar nichts enthalten. Leider haben wir kein Buch sondern einen vom Lerher erstellten Reader -.- . (Klasse 11 Gym!)
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Alt 14.01.2010, 19:34   #20
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iamNex ist ein sehr geschätzer MenschiamNex ist ein sehr geschätzer Mensch
Naja die wichtigsten Namen hat dir El Quijote ja genannt: Hobbes, Locke, Montesquieu, Rousseau (gibt natürlich noch ein paar mehr)

Gib die Namen doch in wikipedia ein und wenn das als Quelle unerwünscht ist, gibt dir wiki trotzdem meist geeignete Literatur zu den betreffenden Personen an.

Hier im Forum findest du auch einiges dazu möchte ich behaupten..unter anderem:
-Kant "Was ist Aufklärung"
-Grundideen der Aufklärung
-Zeitalter der Aufklärung Zusammenfassung
-In einer Demokratie ist das Volk Monarch und Untertan zugleich - nach Montesquieu
-Aufklärung und Liberalismus
-Spannungen im absolutistischen System Frankreichs
-Kritik an der Aufklärung
-Absolutismus und Aufgeklärter Absolutismus unter Friedrich II.
-Voltaires Ziele
-Dringende Frage zu Locke, Rosseau und Montesquieu...
-Voltaire und das HRR
-Infos zur Aufklärung
-Haben die Aufklärer das Mittelalter schlecht geredet?
-Einführung in die Aufklärung
-Aufklärung vor Beginn der franz. Revolution
-http://www.geschichtsforum.de/f288/m...kl-rung-10114/
-http://www.geschichtsforum.de/f288/lessing-8254/

Und das sind nichtmal alle Themen dies dazu im GF gibt.
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