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| | #21 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.757
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Außerdem verging ohnehin noch ein Jahrhundert, bis Persien und der Nahe Osten islamisch wurden. | |
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| | #22 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.813
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war es nicht einer der Staufer, der arab. Gelehrte im 12. und 13. Jh. nach Sizilien holte? medizinische Fakultät in Palermo? - mir ist nicht nach googeln, ich kram nur in meiner Erinnerung an Schulgeschichte ![]() | |
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| | #23 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 04.2005 Ort: Gießen
Beiträge: 3.997
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__________________ It all started with a big bang! Geändert von Ashigaru (10.05.2012 um 19:20 Uhr). | |
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| | #24 |
| Premiummitglied Registriert seit: 04.2005 Ort: Gießen
Beiträge: 3.997
![]() ![]() ![]() ![]() | Als letzter "Römer" in der Historiografie gilt ja Gregor von Tours, der 594 starb. In die Zeit um 600 setzt man auch das Aussterben der römischen Senatorengeschlechter in Gallien bzw. die Übernahme der Bischofsämter - die bis dahin gewissermaßen noch eine "innerrömische" Angelegenheit waren - durch Germanen.
__________________ It all started with a big bang! |
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| | #25 | |
| Mitglied Registriert seit: 12.2011
Beiträge: 283
![]() | Zitat:
![]() Auch wenn es eine schlechte Angewohnheit von Mediävisten ist, im Zweifelsfalle alle Fortschritte des Abendlandes zu Kopien arabischer Originale zu erklären - ohne die freiwillige oder unfreiwillige Unterstützung durch die Moslems wäre die kulturelle Blüte des Hochmittelalters nur schwer denkbar gewesen, wo das Potenzial der Lateiner vor der Jahrtausendwende doch noch recht begrenzt erscheint. (Nun gut, man hätte die Philosophie des heiligen Thomas natürlich auch auf den Erkenntnissen des Häuptlings Denkmirnix aufbauen können.)
__________________ Besorgt mir ein schönes Gebüsch! | |
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| | #26 |
| Premiummitglied Registriert seit: 04.2005 Ort: Gießen
Beiträge: 3.997
![]() ![]() ![]() ![]() | Es gibt ja auch Historiker, die sich gegen die Sichtweise von "dark ages" wehren; da wäre vor allem an Georg Scheibelreiter zu denken, der sich in seinem Buch "Die barbarische Gesellschaft" - nicht zur Gänze überzeugend - gegen die vermeintliche Quellenarmut wendet. Immerhin fällt auf, dass Bild der "dark ages" doch in England und Deutschland sehr stark für die frühmittelalterlich-spätantiken Epochen bemüht wird. Rein auf die Quellensituation bezogen, gibt es über die provinzialrömische Epigrafik, die freilich und sehr deutlich wegfällt, hinaus in diesen Gebieten ohnehin nicht sehr viele historiografische Quellen aus der antiken Zeit.
__________________ It all started with a big bang! |
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| | #27 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2009
Beiträge: 1.180
![]() | Naja die Probleme die zum Untergang des römischen Reiches als eine mehr oder weniger zentrale Ordnung für große Teile Europas, des Nahen Ostens und Nordafrikans geführt haben. -Ständige Angriffe von Außen -Inflation -Verkleinerung der Städte -Dezentralisierung würde ich schon in die Zeit der Soldatenkaiser geben. Außerdem ist die meiste Literatur wahrscheinlich verloren gegangen weil private Bibliotheken verwahrlosten und die Luftfeuchtigkeit ihr übriges tat. |
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| | #28 | ||||||
| Mitglied Registriert seit: 12.2008 Ort: Duisburg (= Dispargum?)
Beiträge: 1.418
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Bei einem kürzlich erfolgten Besuch einem gallo-römischen Museum im (flämischen) Tongeren habe ich erfahren, dass die flämisch-wallonische Sprachgrenze in Belgien entlang einer mit Festungen ausgestatteten Römerstraße liegt. In die südlich dieser Straße gelegenen Gebiete flüchtete die romanische Bevölkerung, während nördlich davon die germanischen Stämme sich ansiedelten. Zitat:
Bibliothek von Alexandria ? Wikipedia Lt. Wiki wird die Überlieferung, dass die Bibliothek von Alexandria von den Arabern zur Beheizung der Thermen verwendet wurde, als eine im MA entstandene Legende angesehen. Zitat:
Zitat:
Zitat:
Der von mir oben schon erwähnte Bergmeier vertritt die These, dass das Christentum für die Zerstörung der Bibliotheken verantwortlich ist: Zitat:
Leider steht mir das Werk (Schatten über Europa: Der Untergang der antiken Kultur, 2011 ) von Bergmeier (noch) nicht zur Verfügung. Die Argumentation anhand der Quellen ist sicherlich interessant.
__________________ Butter statt Kanonen! | ||||||
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| | #29 | |
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.817
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Wohl eine Schule die Rhetorik nach dem alten Muster lehrte. Genaueres weiß ich auch nicht, sie wird aber wohl für einige Archaismen im Franzöischen verantwortlich gemacht, sie sich aus einer vulgärlateinischen Entwicklung nicht erklären lassen. Die Aufrechterhaltung einer Bibliothek kostet Geld. Es bedarf Nutzer und eines breiten Interesses. Hier sind wir auch wieder bei der wirtschaftlichen Depression: Bildung ist ein Luxus, der auf der Bedürfnispyramide (Maslow) sehr weit oben steht.
__________________ Chi vuku zik Ah xel roxa ru camay zak yuhuh. Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket! | |
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| | #30 |
| Gesperrt Registriert seit: 04.2012
Beiträge: 185
![]() | Ich habe nur eine ziemlich grobe Vorstellung von dieser Thematik, aber welchen Fortschritt sollte denn das christliche Dogma, wonach der Mensch qua Erbsünde sündig und verderbt sei, gegenüber den Erkenntnissen eines Epikur oder Lukrez dargestellt haben? Als ehemaliger Zwangskatholik könnte ich mir jedenfalls einen weitaus netteren Geschichtsverlauf vorstellen, wäre die Menschheit nur einigermassen immun gegenüber absurden Gottesvorstellungen gewesen :-)= |
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| | #31 | ||
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.817
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Man könnte daraus aber die Fragestellung entwickeln (und in einem anderen Thread diskutieren), ob die Menschheit in der Antike schon bereit war für materialistische Weltauffassungen und wenn die Frage mit Nein beantwortet werden müsste, warum nicht. Zitat:
Man könnte sogar die Frage stellen, ob die Menscheitsgeschichte ohne Religionen - die ja in gewisser Hinsicht auch ein Korrektiv darstellen, absurde Gottesvorstellungen hin oder her - nicht viel schlimmer verlaufen wäre.
__________________ Chi vuku zik Ah xel roxa ru camay zak yuhuh. Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket! | ||
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| | #32 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.813
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Gehen wir davon aus, dass die Spätantike mit dem Zerfall / der Transformation des weströmischen Reichs eine Krisenepoche war, gebeutelt von Misswirtschaft und Kriegen, so müsste der Luxus Bildung nahezu erloschen gewesen sein - aber offensichtlich hat sich doch so manche Nische für Bildung etabliert: Cassiodors Gründung des Klosters Monte Cassino, die Gelehrten bei den span. Goten, bei Karl dem Großen, bei den Franken Gregor von Tours und später der so genannte Fredegar, in Italien Paulus Diaconus - - - also gänzlich erloschen war die Bildung in den wechselhaften und kleinräumigeren Nachfolgestaaten des weström. Imperiums nicht. Zumal die jeweiligen Herrscher einerseits an die imperialen Traditionen anknüpfen wollten (Purpurmantel, Spiele, Renovierung von Aquaedukten usw.) und andererseits als Chefs einer vornehmlich militärischen, aber demografisch kleinen Oberschicht die noch vorhandenen römischen Verwaltungsstrukturen benötigten (Ausbildung der Notare usw) In manchen Gebieten des vormaligen weströmischen Reichs war die Herrschaft barbarischer Militärs nur eine Änderung der politischen Spitzenfunktionen: es war den Leuten egal, ob ein von Rom bestellter General oder ein gotischer oder fränkischer Warlord an der Spitze stand - jedenfalls dort, wo regional einigermaßen florierende wirtschaftliche und soziale Verhältnisse herrschten (z.B. die südfranzös. ehemaligen Provinzen) Interessant hierbei ist, dass die neuen barbarischen Herrscher durchaus versuchten, die Verwaltungsstrukturen der vormaligen röm. Provinzen aufrecht zu erhalten und sehr bedacht waren auf römische Akzeptanz, d.h. auf entsprechende Titel und Funktionen. So mussten die Merowingerkönige gegen ihre "Landsleute" das Steuersystem nach röm. Vorbild bzw. nach röm. Praxis durchsetzen (vgl. Scheibelreiter und Geary) Innerhalb dieser jeweils regional differierend ablaufenden Transformation scheint es doch genügend Refugien für Kultur und Bildung gegeben zu haben: sonst hätten wir ja die mannigfaltigen Schriftzeugnisse des 5.-9. Jhs. nicht. Zu fragen ist, ob und wie in der Zeit von Constantin bis Iustinian - und da sind wir in der Krisenepoche der Spätantike - Bildung, Cursus honorum etc funktionierten - und daran gemessen wäre zu vergleichen, ob die Autoren des 6.-8. Jhs. weniger als konnten als die des 4.-5. Jhs. --- einige, wie auch Gregor von Tours, verwenden ja die Floskel, dass sie nicht mehr so ganz über das klass. Latein verfügen würden: ich habe aber den Verdacht, dass das ein wenig rhetorisches Understatement ist. Wie auch immer: die Regulative christlich orientierter Administration (Theodosius, Iustinian) fielen in keinen bildungsfreien Raum, trotz aller Krisen. Mir scheint, dass im Bereich von "Bildung/Kultur" ebenfalls eine Transformation stattfand: der Lebenslauf des römisch-heidnisch gebildeten Augustinus scheint mir da typisch. Mit der Kenntnis der antiken Literatur die Entscheidung für die christliche Perspektive (contra Celsum und ähnliche Argumentationen) -- oder anders gesagt: es waren keine ungebildeten Barbaren, die sich in Spätantike/Frühmittelalter für eine christliche und gegen eine heidnische bzw. agnostische Perspektive entschieden. also ganz so dark sind die ages nicht ![]() Geändert von dekumatland (11.05.2012 um 02:08 Uhr). | |
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| | #33 | |
| Mitglied Registriert seit: 10.2010 Ort: Stadt Lahn
Beiträge: 1.133
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Es gab zwar einen Bruch, weil etwa technische Berufe und Ingenieurswesen nicht mehr entsprechend gefördert wurden und weil die neue Adelselite recht bildungsfremd blieb, aber so dunkel scheinen die Zeiten wirklich nicht gewesen zu sein. | |
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| | #34 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.757
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Nicht zustimmen kann ich auch der Aussage, dass im byzantinischen Reich nichts aus der Antike tradiert wurde. Ich verweise z. B. auf die Suda, für deren Erstellung eine Fülle antiker Autoren verwertet worden sein muss, oder auf die Arbeiten von Historikern wie Xiphilinos und Zonaras, die ebenfalls verschiedene antike Autoren verwerteten. Weiters wäre die "Griechische Anthologie" zu nennen, in der Gedichte zahlreicher antiker Dichter gesammelt wurden. Im 14. und 15. Jhdt. schließlich gelangten viele antike, vor allem griechische, Werke aus dem Byzantinischen Reich nach Italien, was also zeigt, dass sie im Osten erhalten geblieben waren und man sie dort auch noch kannte, da diese Schriften nicht zufällig in irgendwelchen alten Archiven entdeckt wurden, sondern mitunter gezielt an die Sammler aus dem Westen verkauft. Aber auch Byzanz selbst brachte bedeutende Gelehrte hervor wie den Arzt Alexander von Tralles (6. Jhdt.), den Mathematiker und Architekten Anthemios von Tralles (6. Jhdt.) und vor allem den Universalgelehrten (und Neuplatoniker!) Michael Psellos (11. Jhdt.). Es existierten auch angesehene Schulen wie die "Akademie von Mangana" in Konstantinopel, wo es auch eine Art Universität gab. Lugdunum war kein Einzelfall, auch in Vienne, Bordeaux und Clermont bestanden Grammatik- und Rhetorikschulen fort. | |
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| | #35 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.813
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Die byzanthinische Literaturgeschichte ist mir einigermaßen bekannt, ebenso die Sonderrolle des öströmischen (oder romäischen) Kaiserreichs - und freilich ist mir da auch bekannt, dass im 6. Jh. einiges an heidnisch-antiker Literatur und Kulturtradition verboten wurde. Mit der Durchsetzung des Christentums als Staatsreligion ging eine Schließung heidnischer Tempel einher (gelegentlich gewaltsam durchgesetzt), aber auch Diskussionen um den Erhalt von Kunstgütern. Die gelinde gesagt "Abschaffung" heidnischer Religionen und Philosophie im spätantiken imperialen Raum betraf anfangs freilich beide Reichsteile (nur dass der westliche davon recht bald nicht mehr handlungsfähig war und sich trotz der Iustinianschen Reconquista nicht wieder herstellen ließ) --- einigen wir uns so: das byzanthinische Reich und seine kulturellen Institutionen hatten den Erhalt antiker heidnischer Kulturtraditionen nicht unbedingt als höchste Priorität sondern überlieferten das, was ihnen im Rahmen der eigenen Perspektive nützlich erschien (und das war nun mal nicht der komplette technische und philosophische Bestand der Antike) | |
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| | #36 | |
| Mitglied Registriert seit: 09.2006 Ort: Hessen
Beiträge: 4.040
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__________________ Man muss das Grundgesetz vor seinen Vätern schützen und die Verfassung vor ihren Schützern | |
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| | #37 | ||
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.757
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Zitat:
Aber auch das Interesse an der eigenen Vergangenheit und ihren Schriften scheint schon vor dem Sieg des Christentums deutlich abgenommen zu haben. Ich denke da an die Beliebtheit von Kurzdarstellungen, auch Zusammenfassungen älterer Werke, ab dem 3. Jhdt. n. Chr. Statt vielbändige Werke wie einst von Livius, Pompeius Trogus oder Tacitus verfassten jetzt Autoren wie Iustinus, Eutropius, Aurelius Victor oder Rufius Festus Kurzdarstellungen römischer und sonstiger Geschichte. Ausführliche Werke wie das von Ammianus Marcellinus wurden eher selten. Dass man den (negativen) Einfluss des Christentums auf das Kulturleben auch nicht überbewerten sollte, sieht man schon daran, dass Zosimos noch zu Beginn des 6. Jhdts. ein ausgesprochen christenfeindliches Geschichtswerk veröffentlichen konnte - und es auch erhalten blieb. | ||
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| | #38 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.813
![]() ![]() ![]() | ...ich habe das auch nicht als typisch oder gar einzigartig bezeichnet... Tatsache ist, dass nicht wenige der christlichen Perspektive unliebsame Literatur im Lauf der Zeit erfolgreich beseitigt wurde - um nur ein Exempel zu nennen: wir kennen Celsus gegen das Christentum gerichtete Argumentation nur fragmentarisch aus ausgewählten Zitaten eines berühmten Celsusgegners ![]() Tatsache ist auch, dass man im frühen Mittelalter Mühe hatte, an zivilisatorische antike Architektur anzuknüpfen: kein Merowinger oder Karolinger war in der Lage, Gebäude wie die Palastaula in Trier zu bauen oder große Aquaedukte (Köln, Rom) zu errichten (frühmittelalterliche Stadtgründungen außerhalb des ehemaligen Imperiums hatten keine Aquaedukte) - - eine antike Großstadt unterschied sich doch erheblich von einer mittelalterlichen. Die Gründe hierfür sind sicher mannigfaltig und können nicht eindimensional -- z.B. nur den bösen Christen angehängt werden (warum hätten die bautechnische Literatur kicken sollen? die wollten doch große Gotteshäuser haben und funktionierten anfangs antike Profan- und Sakralbauten um, ehe sie die ersten großen romanischen Dome zu errichten in der Lage waren) -- oder den Barbaren (die waren doch eher daran interessiert, zu halten, was noch da war und funktionierte: z.B. Theoderich ließ die Wasserleitungen von Ravenna erneuern - das freilich war recht früh, etwas anders sieht es im 8. oder 9. Jh. aus: da war dann tatsächlich viel in Vergessenheit geraten bzw. verfallen) -- oder der verfallenen Wirtschaft (arm war der ostgotische Königsschatz nun wirklich nicht, oder gar der hunnische, der awarische) |
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| | #39 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2009
Beiträge: 1.180
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| | #40 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2009
Beiträge: 1.180
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Und diese ist klar gesunken was man schon daran sieht das Handwerk und Dienstleistungen doch verkümmerten. | |
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