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Alt 22.01.2014, 20:03   #1481
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Hulda Beitrag anzeigen
Der Kynismus ist ausgelagert.

Nun gilt es einen Weg zurück zur Historizität des Jesus von Nazareth zu finden.
Das Christentum sowie das NT existierten zur Zeit Christi noch nicht – eine Binsenweisheit, klar.

So lade ich ein, den Weg zum Gedankengut des historischen Jesus nochmals über das jüdische Umfeld zu versuchen. Die verschiedenen Strömungen des damaligen Judentums und deren Sichtweisen über das Verhältnis zu Gott wären dabei ebenso interessant wie die üblichen Gebete.
Das Verständnis von Tod und Auferstehung im Pharisäertum und das Vaterunser in seiner geschichtlichen Entwicklung beispielsweise scheinen mir da lohnenswert zu sein.
Eben, die Wendung Jesu an die Armen in der "Berglehre" denen er die seligkeit verheißt, wird tatsächlich von einigen mit kynischem Einfluss in Verbindung gebracht, mir selbst erscheint allerdings ein Bezug auf die alttestamentlichen Propheten naheliegender.

Was ist die herausragende Botschaft Jesu? Das Reich Gottes, das auch zentrale Botschaft der synoptischen Evangelien ist. Der weit überwiegende Teil der Forschung zum NT geht davon aus, dass diese Botschaft Jesu historisch ist. Die drei synoptischen Evangelien veranschaulichen den Begriff durch Heilungen, Gleichnisse, Exorzismen und setzen den Begriff als unter Juden bekannt voraus, während Texte des NT, die sich an Heidenchristen wenden, diesen Begriff selten erwähnen.
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Alt 22.01.2014, 21:33   #1482
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Die drei synoptischen Evangelien veranschaulichen den Begriff durch Heilungen, Gleichnisse, Exorzismen und setzen den Begriff als unter Juden bekannt voraus, während Texte des NT, die sich an Heidenchristen wenden, diesen Begriff selten erwähnen.

Ich dachte immer, Markus und Lukas wenden sich an Heidenchristen?
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Alt 22.01.2014, 22:24   #1483
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Sepiola Beitrag anzeigen

Ich dachte immer, Markus und Lukas wenden sich an Heidenchristen?
Den Heidenchristen als Adressaten erklären ja Matthäus, Markus und Lukas prophetische Verheißungen des Messias im Deutero Jesaja und im Buch Daniel, die sie bei Judenchristen voraussetzen konnten. Markus fängt an mit der Voraussage Jesajas von der Ankunft des Messias und der Bedeutung Johannes des Täufers. Mathäus und Lukas legitimieren Jesus von der Abstammung auf König David und die Patriarchen, die wundersame Geburt, die Huldigung mit königlichen Geschenken. Bei Lukas sind Maria und Elisabeth Cousinen, und wenn die Geburt des Täufers schon wundersam war, setzt Lukas noch einen drauf, um zu betonen, dass dieser und nur der der Messias ist.
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Alt 22.01.2014, 23:25   #1484
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Scorpio Beitrag anzeigen
Den Heidenchristen als Adressaten erklären ja Matthäus, Markus und Lukas prophetische Verheißungen des Messias im Deutero Jesaja und im Buch Daniel, die sie bei Judenchristen voraussetzen konnten.
Einverstanden.
Du meintest also: "... während andere Texte des NT, die sich an Heidenchristen wenden..."?
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Alt 16.04.2017, 10:43   #1485
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Aber Diskutieren ist doch so schön.

Andererseits ein wenig mehr von "sine ira et studio" (ohne Zorn & Leidenschaft) täte diesem Forum gut.

Mir persönlich wäre es auch lieber, wenn wir von Jesus Christus folgendes hätten:
  • Geburtsurkunde
  • Personalausweis mit Lichtbild
  • DNA-Sequenz
  • Totenschein
  • Auferstehungsschein
  • Himmelfahrtsschein
  • Bericht einer Untersuchungskommission über seine Wunder, seinen Tod, anschließende Wiederauferstehung & Himmelfahrt
Haben wir leider alles nicht.
Als ich die Worte DNA von Jesus als Überschrift in SPON las, dachte ich mir: "Hat er also doch gelebt?"

Aber näher betrachtet, ist es mehr als spekulativ, dass wir die DNA von Jesus haben könnten.

hier der Link zum Film von Simcha Jacobovici auf SPON:

Doku-Serie "Geheimnisse der Kirche": Die Nägel von Golgatha - SPIEGEL ONLINE

Das sind allerdings keine ganz neuen Erkenntnisse (eher Spekulationen), sondern schon 2012 war in der Welt zu lesen:

Zitat:
Erst vor wenigen Monaten machte Jacobovici wieder von sich reden, als er zwei Nägel präsentierte, die aus dem Familiengrab des Hohenpriesters Kaiphas stammen sollen. Nach Jacobovici handelt es sich um Nägel, mit denen kein Geringerer als Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Danach hatte Kaiphas nach dessen Hinrichtung eine göttliche Erleuchtung und wurde gläubig. Seine Nachfahren legten ihm als Zeichen die beiden Nägel ins Grab.

Damals wie heute äußern wissenschaftliche Experten Skepsis, bestenfalls. Akademisch gilt Jacobovici als nicht satisfaktionsfähig . Was ihn nicht hindert, seine Thesen immer wieder zur Grundlage von sogenannten Dokumentarfilmen zu machen, die mehrfach mit dem amerikanischen TV-Preis Emmy ausgezeichnet wurden. Dafür sind seine Thesen auf jeden Fall gut.
https://www.welt.de/kultur/history/a...ilienhaus.html
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Alt 17.04.2017, 23:11   #1486
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Hm... es werden Kreuzigungs(?)-Nägel vorgestellt, die aus dem Grab des Kajaphas stammen sollen. Wenn ich das richtig sehe, ist der Ossuar aber nicht der des Kajaphas sondern der eines Sohnes eines Kajaphas. Dass dieser Kajaphas der Hohe Priester war, ist nicht wirklich belegt. Nun will man an diesen Nägeln durch Oxidationsprozesse zu Eisen gewordenes Zedernolz gefunden haben, das angeblich von einer Kreuzigung stammt. Nun stellt sich mir die Frage: Wenn ich in einem Ossuar Kreuzigungsnägel finde, dann sollte ich doch zunächst einmal annehmen, dass das Ossuar das des Gekreuzigten ist und nicht das seines Anklägers, oder nicht? Weil das ist ja die vertretene These, dass hier der Ankläger sich als Talisman o.ä. die Kreuzigungsnägel seines berühmtesten Opfers in den Ossuar hat legen lassen. Der Frage, wie der Hohepriester Kajaphas an die Nägel von der Kreuzigung Jesu gekommen sein soll, wird zwar im Film gestellt, sie wird aber im weiteren Verlauf nicht mehr aufgegriffen und keine plausible Antwort gegeben, welche eine Wahrscheinlichkeit dafür herleiten würde, dass Kajaphas sich mit Jesus Grabnägeln bestatten ließ.
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Chi vuku zik Ah xel roxa ru camay zak yuhuh.

Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket!
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Alt 18.04.2017, 07:47   #1487
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Zitat:
El Quijote Beitrag anzeigen
Hm... es werden Kreuzigungs(?)-Nägel vorgestellt, die aus dem Grab des Kajaphas stammen sollen. Wenn ich das richtig sehe, ist der Ossuar aber nicht der des Kajaphas sondern der eines Sohnes eines Kajaphas. Dass dieser Kajaphas der Hohe Priester war, ist nicht wirklich belegt. Nun will man an diesen Nägeln durch Oxidationsprozesse zu Eisen gewordenes Zedernolz gefunden haben, das angeblich von einer Kreuzigung stammt. Nun stellt sich mir die Frage: Wenn ich in einem Ossuar Kreuzigungsnägel finde, dann sollte ich doch zunächst einmal annehmen, dass das Ossuar das des Gekreuzigten ist und nicht das seines Anklägers, oder nicht? Weil das ist ja die vertretene These, dass hier der Ankläger sich als Talisman o.ä. die Kreuzigungsnägel seines berühmtesten Opfers in den Ossuar hat legen lassen. Der Frage, wie der Hohepriester Kajaphas an die Nägel von der Kreuzigung Jesu gekommen sein soll, wird zwar im Film gestellt, sie wird aber im weiteren Verlauf nicht mehr aufgegriffen und keine plausible Antwort gegeben, welche eine Wahrscheinlichkeit dafür herleiten würde, dass Kajaphas sich mit Jesus Grabnägeln bestatten ließ.
In der Tat, damit El Q. den Nagel sozusagen auf den Kopf getroffen.

Die Provenienz der Nägel ist fraglich. Natürlich könnte es sein, aber es könnte auch nicht sein...
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