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| | #1 |
| Mitglied Registriert seit: 08.2008
Beiträge: 77
![]() | Michelangelos Deckenfresko Ich habe gerade etwas über die Entstehung des Deckenfreskos in der Sixtinischen Kapelle gelesen. Dabei stellt sich mir die Frage, warum Michelangelo Gott zu dieser Zeit, ausgerechnet in Italien "ungestraft" abbilden durfte. Er wurde für sein Werk meines Wissens nicht verfolgt, und gilt heute als großer Künstler der damaligen Zeit. Auch hat das Gemälde bis in die heutige Zeit überdauert... Wie vereinbart sich das mit dem christlichen Glauben, wo es doch in den zehn Geboten heisst, man dürfe sich kein Abbild von Gott machen... Vielleicht könnt ihr mir hier weiterhelfen. Danke schonmal im Voraus! |
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| | #2 | |
| unvergessen Registriert seit: 07.2004 Ort: Jerichower Land
Beiträge: 10.976
![]() ![]() ![]() | Zitat:
Das mit dem Abbild verwechselst du mit dem Islam, denke ich mal. In den 10 Geboten, die ich kenne, steht da nichts von drin.
__________________ Kritisches denken schützt vor Illusionen. Mitglied des Clubs des Ring- Zeigefingerproblems Geändert von florian17160 (07.08.2008 um 16:22 Uhr). | |
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| | #3 |
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.701
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | In den Zehn Geboten, die ich kenne, steht: "Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde."
__________________ :urlaub: |
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| | #4 | |
| unvergessen Registriert seit: 07.2004 Ort: Jerichower Land
Beiträge: 10.976
![]() ![]() ![]() | Zitat:
Ich seh schon, was aus diesem Thema wird. ![]()
__________________ Kritisches denken schützt vor Illusionen. Mitglied des Clubs des Ring- Zeigefingerproblems | |
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| | #5 | |
| Gesperrt Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 844
![]() | Flo, deine Seite erscheint mir merkwürdig. Quelle: Zehn Gebote ? Wikipedia Zitat:
Geändert von Balduin (07.08.2008 um 16:37 Uhr). | |
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| | #6 |
| unvergessen Registriert seit: 07.2004 Ort: Jerichower Land
Beiträge: 10.976
![]() ![]() ![]() | Ich weiss nicht, was an der Seite merkwürdig ist. ich habe das, glaube ich, auch mal so gelernt. 10 Gebote Gottes
__________________ Kritisches denken schützt vor Illusionen. Mitglied des Clubs des Ring- Zeigefingerproblems |
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| | #7 | |
| unvergessen Registriert seit: 03.2004 Ort: Am Tor zum Spessart
Beiträge: 10.680
![]() | Zitat:
__________________ Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, Das nicht die Vorwelt schon gedacht? Faust II, Vers 6809 f. | |
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| | #8 |
| Mitglied Registriert seit: 08.2008
Beiträge: 77
![]() | Ich glaube ich kann die Verwirrung um die zehn Gebote leicht aufklären, da ich mich einmal sehr intensiv mit den Bibelversionen und den daraus resultierenden Unterschieden auseinandergesetzt habe! Im Religionsunterricht werden wir alle einheitlich erzogen, aber es gibt zwei Bibelversionen: Die Lutherbibel und die orthodox reformierte Bibel. In beiden Bibeln finden sich unterschiedliche Gebotsfassungen: Bei der Lutherbibel sind erstes und zweites Gebot zusammengefasst, damit wird erst beim vollständigen Wortlaut, die Aussage mit dem Bildnis deutlich! Bei der anderen Bibelversion werden diese zwei Gebote einzeln betrachtet, dadurch ergibt sich eine Verschiebung, und die beiden letzten Gebote werden widerum zu einem zusammengefasst. Nichtsdestotrotz steht in der Bibel in allen Versionen diese Regel, und ich verstehe nicht, wie sich das mit der Kunst Michelangelos vereinbart... Selbst wenn dieses Gemälde eine Huldigung darstellt! Betrachten wir doch einmal andere Bibelstellen, in denen Gott erzürnt ist, weil sich die Bevölkerung Götzenbilder schafft. Die zehn Gebote sind DIE Richtlinie, besonders wenn man die Zeit und das Land betrachtet, in denen das Gemälde entstand! @ Mercy Der Ausschnitt zeigt aber nur, dass man sich über die Schamlosigkeit aufgeregt hat, nicht jedoch wegen des Bildnisses von Gott, was mir an dieser Stelle schleierhaft ist; müsste die Bevölkerung zu dieser Zeit doch nach allem was wir wissen noch erzkatholisch gewesen sein. Heutzutage regt sich niemand mehr über die Darstellung Gottes auf ( Bruce Allmächtig oÄ) aber zu der damaligen Zeit müsste das Bildnis einen Skandal ausgelöst haben... |
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| | #9 |
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.701
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Ein paar Aspekte sind aber zu berücksichtigen: Das Bilderverbot betrifft nicht nur Gott sondern auch jede "Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde." Schon die alten Judäer haben dieses Gebot unter dem Einfluss des Hellenismus nicht immer beachtet (im Islam im Übrigen auch nicht ganz unbekannt). Klar, sobald der Tempel in irgendeiner Form angegriffen wurde, gab es Aufstände. Es gibt aber einige Synagogen, welche durchaus gegenständliche Fresken aufweisen können (z.B. Dura Europos, Syrien). Und auch im Christentum als zunächst jüdischer Sekte findet man dementsprechend Bilder. Zumal im Neuen Testament ja einige Gebote des AT aufgehoben oder neu interpretiert werden.
__________________ :urlaub: |
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| | #10 |
| Mitglied Registriert seit: 03.2008
Beiträge: 2.000
![]() | @Dido Ja, so lernt man das in der Schule, offenbar haben Flo und EQ da einfach nur nicht aufgepasst. Unser Religionslehrer hat sich da gelegentlich darüber lustig gemacht: "Und wenn die Leute auch nicht wussten, wie die zehn Gebote lauteten, dass es 10 waren wussten sie." Er durfte sich darüber lustig machen, er war evangelischer Pastor... Luther WOLLTE KEINE BILDERSTÜRMER. Deshalb musste der das 9. und 10. Gebot etwas unlogisch aufteilen... Diese gemeißelten Steintafeln aus den Hollywoodfilmen sind Gottseidank verloren gegangen.... Ganz offensichtlich geziehen sich das (katholische) 4. Gebot aber auf KULTBILDER, nicht auf schöngeistiges Zeug. Die orthodoxe Kirche hatte mit ihren Ikonen da ganz andere Probleme... Geändert von deSilva (07.08.2008 um 18:40 Uhr). |
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| | #11 | ||
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Zitat:
Bilderverbot ? Wikipedia Abbildungen von Jesus Christus (der ja als Gott verehrt wird) gibt es im Christentum schon lange, schon in den Katakomben Roms. http://www2.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Au...S/Christus.gif | ||
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| | #12 | |
| Mitglied Registriert seit: 08.2008
Beiträge: 77
![]() | Zitat:
Ein Abbild Gottes mag vielleicht kein Götzenbild sein, aber man verehrt doch einen Gegenstand und nicht den, der dahinter steht... Mir ist auch klar, dass die Regeln "mittlerweile aufgeweicht" sind, und kaum jemand Probleme damit hat, Gott abzubilden oder sich tatsächlich "Götzenbilder zu schaffen" @ el Quijote: Um so erstaunter bin ich, dass die Bilder erlaubt waren, wo sich die Bibelstelle, wie du richtig anmerkst nicht nur auf Gottesdarstellungen bezieht... @el Quijote / deSilva Interessant ist, was ihr hier anbringt: Anscheinend hatte die Kirche nie ein Problem damit, dieses Gebot zu brechen... In der Kirchengeschichte könnte man sich jetzt fragen, warum das so ist: Die schlüssige Antwort, die mir spontan einfällt ist der finanzielle Aspekt. Selbst in Klöstern kann man kleine Figuren von Jesus, Maria und anderen Heiligen kaufen, ganz zu schweigen von den Mini-schreinen, die die besten Wünsche enthalten... Ein anderer Grund der mir einfällt ist sicherlich auch der Narzissmus der Menschen die sich gerne mit, wie es hier so passend ausgedrückt wurde: schöngeistigen Dingen umgeben. Interessant, das dieses Gebot gleich zu Beginn der Kirchengeschichte aufgeweicht wurde, ohne das irgendjemand Skrupel gezeigt hätte. Das bringt mich auf die spontane Idee, die Bibelstelle einmal anders auszulegen: Möglicherweise war mit Abbild keine Abbildung in dem Sinne gemeint, sondern viel eher Vorurteile; der Stempel den wir Personen aufdrücken, wenn wir sie in Schubladen stecken? Geht man noch ein Stück weiter in der Geschichte, in die heutige Zeit könnten auch Klone gemeint sein: Was ist ein größeres Abbild eines Lebewesens als sein Klon... | |
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| | #13 | |||
| Gast
Beiträge: n/a
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| | #14 | |
| Mitglied Registriert seit: 03.2008
Beiträge: 2.000
![]() | Die drei oder vier relevanten Stellen des AT sehen etwa so aus: Zitat:
Kruzifixe gibt es seit dem 9. Jh. oder sogar vorher. Die theologische Kritik (auch Luthers) konnte sich natürlich leicht an den vielen Heiligen, der Person Mariens und ihrer Verehrung entzünden. --- Ich habe zwar einen ungewöhnlich guten Religionsunterricht in der Schule genossen, bin aber natürlich kein Theologe. | |
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| | #15 | |
| unvergessen Registriert seit: 07.2004 Ort: Jerichower Land
Beiträge: 10.976
![]() ![]() ![]() | Zitat:
__________________ Kritisches denken schützt vor Illusionen. Mitglied des Clubs des Ring- Zeigefingerproblems | |
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| | #16 |
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.701
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Das liegt aber an der schwammigen deutschen Übersetzung. Im hebräischen Original steht die Vokabel אליל für Götzenbild und in der Vulgata steht "Non facies in eo quidquam operis tu et filius tuus et filia, servus et ancilla et bos et asinus et omne iumentum tuum - mache dir von ihm kein wie auch immer geartetes Werk, Du und Dein Sohn und Deine Tochter, Sklave und Magd, Rind und Esel und alle unter Deiner Befehlsgewalt".
__________________ :urlaub: |
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| | #17 |
| Mitglied Registriert seit: 05.2009
Beiträge: 12
![]() | Bilderstreit Da damals die meisten Menschen Analphabeten waren, waren bildliche Darstellungen schon früh eine geeignete Möglichkeit um religiöse Inhalte zu vermitteln und Einfluß zu nehmen, daher die vielen Darstellungen biblischer Szenen und Heiliger.... "Johannes von Damaskus geht auf verschiedenen Ebenen gegen die Bilderstürmer vor. Er widerlegt den Vorwurf, in den Bildern werde ein Stück Holz angebetet, indem er erklärt: »Ich bete nicht die Materie an, sondern ich bete den Schöpfer der Materie an, der um meinetwillen selbst Materie wurde« (Reden, I,16). Und er bekräftigt, daß die Ikonen »die Bücher derer sind, die des Lesens nicht mächtig sind« (Reden, II,10). Aber sein wichtigstes Argument ist theologischer Natur; die dogmatische Grundlage des Bilderkultes ist die Inkarnation. Das Wort ist Fleisch geworden; Jesus ist das menschliche Antlitz Gottes, und daher können wir ihn bildlich darstellen ............. In den folgenden zwei Jahrzehnten wurden die Mönche, die am eifrigsten den Bilderkult unterstützten, gewaltsam verfolgt; zahlreiche Klöster wurden konfisziert und die Mönche waren gezwungen, in die kaiserliche Armee einzutreten; einige von ihnen wurden gefoltert. Papst Stephan III. berief 769 eine Synode im Lateran ein, bei der die Synode von Hiereia verurteilt wurde; auch die Patriarchen des Ostens, Theodoros von Jerusalem, Theodoros von Antiochien und Kosmos von Alexandrien widersetzten sich den Entscheidungen von Hiereia. ...........Erst eine auf Initiative der Kaiserin Theodora und des Patriarchen von Konstantinopel Methodius einberufene Synode führte im März des Jahres 843 den Bilderkult wieder ein und setzte in Erinnerung an dieses Ereignis das »Fest der Orthodoxie« ein, das in der Kirche des Ostens noch immer am ersten Sonntag der Fastenzeit gefeiert wird. Dieses Fest feiert den Sieg der Bilderverehrer und die endgültige Bestätigung der in den ersten sechs ökumenischen Konzilien ausgearbeiteten Christologie, das heißt der Lehre, die die Grundlage für die Bilderverehrung darstellt.............. Mit der offiziellen kirchlichen Lehre über die Bilder fand der Bilderstreit sein Ende. ..........."Ikonographie und Liturgie, Piero Marini Sein Deckenfresko war für die Kirche weniger eine Bedrohung als eine Verherrlichung, was allerdings eher auf sein Wandfresko zutrifft aufgrund seiner vielen "nackten Tatsachen"...
__________________ ..echte Freiheit ist nicht, alles tun zu können was man will, sondern nicht tun zu müssen was man nicht will... |
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| | #18 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2007 Ort: In den Bergen; das heisst, eigentlich eher zwischen diesen.
Beiträge: 1.824
Blog-Einträge: 1 ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Und das ist bis heute so Gruss Pelzer . | |
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| | #19 |
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.701
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Da muss man unterscheiden. Es gibt einmal die Biblia pauperum, das sind i.d.R. Wandmalereien, die biblische Szenen in Bilder umsetzen und nacherzählen und dann gibt es Wandmalereien, die sich an ein theologisch vorgebildetes Publikum wenden, was Schriftkenntnisse voraussetzt. Die Bilder unterscheiden sich dadurch, dass die der Biblia pauperum unchiffriert sind, die sich an ein gebildetes Publikum wendenden eigentlich so chiffriert sind, dass sie heute nur noch für Experten nachvollziehbar sind.
__________________ :urlaub: |
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| | #20 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2007 Ort: In den Bergen; das heisst, eigentlich eher zwischen diesen.
Beiträge: 1.824
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Wenn zusätzlich verklausulierte theologische Aussagen enthalten sind, so ist das ein Nebeneffekt, aber wohl nicht der Hauptgrund... Gruss Pelzer . | |
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