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Alt 19.06.2017, 09:12   #21
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Hannes ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
ja stimmt wir haben schon über söldner im Osten geschrieben.
Ich werde unseren Thread von damals zu Hilfe nehmen.
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Alt 19.06.2017, 09:20   #22
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Hannes ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zu dieser Zeit in Europa lagen keltische stämme doch ständig im Krieg untereinander oder gegen ihre Nachbarn oder?

Ich habe auch gelesen das kelten vor dem Kampf ihre Haare mit Kalk beschmiert haben sollen.
Wurde das gemacht um die Haare zu färben oder um sie aufzustellen um im Kampf bedrohlicher zu wirken?
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Alt 19.06.2017, 10:15   #23
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Hannes ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
gab es in Europa Beschäftigung Möglichkeiten für einen keltischen Krieger zu dieser Zeit?
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Alt 19.06.2017, 16:53   #24
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Zitat:
Hannes Beitrag anzeigen
Ich habe auch gelesen das kelten vor dem Kampf ihre Haare mit Kalk beschmiert haben sollen.
Nur vor dem Kampf?

"Ihr Haar ist nicht nur von Natur aus blond, sondern sie verstärken diese natürliche Farbe noch durch künstliche Behandlung. Sie reiben nämlich das Haar beständig mit Kalkwasser ein und streichen es von der Stirn nach oben gegen den Scheitel und zum Nacken hin zurück, so daß sie im Aussehen Satyrn und Panen ähneln. Durch diese Behandlung werden die Haare so dick, daß sie sich nicht mehr von einer Pferdemähne unterscheiden."

(Diodor, zit. nach Bernhard Maier)
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Alt 23.06.2017, 22:29   #25
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Guten Abend, heute nur zwei Texte zum Thema: der erste gibt einen guten Überblick über die Textstellen bei griechischen und römischen Schriftstellern, in denen keltische Söldner benannt werden, aber auch archäologische Quellen, die auf keltische Söldner hindeuten - es sind zwei Texte, also nicht wundern, sondern herunterscrollen: Keltische Wanderungen nach Italien - das Bild der antiken Sagen und Quellen / Keltische Söldner im Süden | Maya Hauschild - Academia.edu

Der zweite Text geht auf den mediterranen Einfluss sehr wahrscheinlich durch praktische Kampferfahrung aus dem mediterranen Raum zurück in die Keltike ein,
herauszuheben sind die Lanzenschuhe, die eigentlich nur im Kampf in geschlossener Formation als Phalanx oder gegen Kavallerie Sinn machen, und Anstöße für die Entwicklung neuer Helmformen (Wangenklappen, Verstärkung der Kalotte).
Grundsätzlich wird die Schlagkraft keltischer Einheiten hier eher unterschätzt, so mein Eindruck, keltische Söldner werden jedoch nicht nur begehrt gewesen sein, weil sie eventuell billig waren (bei ihrer Liebe zum Gold fraglich). Entwicklungen wie der Hörnersattel, aber auch Anstöße bei den Schutzwaffen (hellenischerThureosschild inspiriert vom keltischen Ovalschild mit Mittelrippe) sind Hinweise für ein in manchen Bereichen "fortschrittliche" Militärtechnik. Auch ein Hinweis, zur Kavallerie, im 1.Jahrhundert AD stellte die Gallia Lugdunensis mit 27 Alen, die Belgica mit 6 Alen den überwiegenden Teil römischer Auxiliarkavallerieeinheiten.

Zurück aus Griechenland ? Spuren keltischer Söldner in Mitteleuropa. | Martin Schönfelder - Academia.edu
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Alt 01.07.2017, 14:34   #26
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Ich habe einen Text von Brendan Mac Gonagle, Universität Dublin "ausgegraben",
der einige weitere Quellen, unter anderem sehr eindrucksvoll Plutarch, Große Griechen und Römer, Pyrrhus, zitiert. Leider besitze ich den Plutarch-Band nicht. Insgesamt macht mir der Text jedoch den Eindruck, dass er zu wenig quellenkritisch ist, und die politische und militärische Bedeutung der keltischen Söldner (leicht) überhöht. Beispiel ist für mich die Schlacht von Raphia 217 BC (Seite 13 unten), berichtet von Polybios im Buch V.https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Raphia
In dieser Schlachtbeschreibung stehen die keltischen Söldner (bei Ptolemaios IV Schlachtaufstellung 4000 Thraker und Kelten unter Führung von Dionysios, dem Thraker (Poly5,65) an einem Flügel der "makedonischen" Phalanx des ptolemäischen Heeres, die auf beiden Seiten der zentrale und mächtigste Gruppenkörper sind (ca. 25.000 "makedonische" Phalangiten), Polybios erwähnt meiner Ansicht nach keine keltischen Söldner auf Seite der Seleukiden, nur einen Truppenführer Lysimachos, den Kelten, der 1000 Kardaker kommandiert (Pol 5,79) . Nach Polybios Bericht waren die keltischen Söldner jedoch nicht schlachtentscheidend, der Sieg der ptolemäischen Phalanx über die seleukidische wird als Wende in der Schlacht bewertet, nachdem Antiochos III. zuerst den linken Flügel des Heeres des Ptolemaios IV. geschlagen hatte (Pol.5,83-85), der rechte Flügel des Ptolemaios jedoch den linken des Seleukiden. Auf beiden Seiten kämpften zahlreiche Söldner (Kavallerie, Kreter, griechische Söldner), Elefanten, so dass man anhand dieser Schlacht kaum entscheiden kann, auch von der Größe des Kontigents, welche Rolle in ihr die keltischen Söldner hatten. Meiner Ansicht nach hatten sie auf ptolemaischer Seite die Funktion die Widerstandskraft der Phalanx durch den Schutz ihrer verletzlichen rechten Flanke zu erhöhen, waren also ein ähnlicher taktischer Truppenkörper wie Alexanders Schildträger https://de.wikipedia.org/wiki/Hypaspistes oder die hellenischen Thorakitai https://de.wikipedia.org/wiki/Thorakitai.

In dieser Schlacht jedenfalls kann ich keinen ausschlaggebenden Anteil keltischer Söldner erkennen, der eine Abhängigkeit der hellenistischen Herrscher von ihnen begründen könnte, wie es Mac Gonagle anhand der Quellen darstellt. Dies mag im Krieg zwischen Pyrrhus und Antigonus anders gewesen sein.

https://www.academia.edu/4910243/THE...ic_Mercenaries
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king-2.jpg  

Geändert von Biturigos (01.07.2017 um 15:01 Uhr).
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Alt 01.07.2017, 18:55   #27
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Zitat:
Biturigos Beitrag anzeigen
... Plutarch, Große Griechen und Römer, Pyrrhus, zitiert. Leider besitze ich den Plutarch-Band nicht.
Ältere Übersetzungen sind im Netz zu finden:

https://archive.org/details/biographiendespl04plut

https://books.google.de/books?redir_...yrrhus&f=false
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