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Alt 02.05.2004, 13:05   #1
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Caesarion ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Spartacus

:p Wo ich so gerne über Geschichtsfälschungen diskutiere...

Spartacus ist wohl Bestandteil jedes Gechichtsunterrichtes.
Das ganze gilt als das "Paradebeispiel" für einen Sklavenaufstand.

Doch war es wirklich so?

Glaubt Ihr an den Massenaufstand von Sklaven, oder welche Anmerkungen oder anderen Varianten habt Ihr zu diesem Ereignis?
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Alt 02.05.2004, 14:44   #2
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ursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekannt
Der Spartacusaufstand ist keine Geschichtsfälschung, die Zahlen sind vermutlich übertrieben aber es gab tatsächlich mehrer Aufstände von Sklaven im römischen Reich.

Der erste Sklavenkrieg fan 135 bis 132 v. Chr. auf Sizilien statt. Hirten die sich als bewaffneten Räuberbanden zusammengeschlossen hatten eroberten die Stadt Enna und riefen dann ihren Führer Eunus zum König aus. Gleichzeitig erhoben sich im Süden Silziliens weitere Sklaven unter Führung des Kilikers Kleon, diese schlossen sich dann mit der ersten Gruppe zusammen. In Kleinasien kam es zur selben Zeit zu einem weiteren Aufstand, hier wurden arme Bauern und Sklaven mobilisiert, dieser Krieg dauerte von 133 - 129 v. Chr.

Der nächste Sklavenkrieg fand wieder auf Sizilien statt und zwar um 104 v. Chr. Die Römer hatten den Aufstand 101 v. Chr wieder unter Kontrolle.

Der grösste Sklavenkrieg war der Aufstand des Spartacus es soll sich dabei 120 000 Sklaven handeln (diese Zahl findet man bei Appian im Buch De bell. civile, 1, 545, genauere Zahlen finden sich bei Kamienik, R., Die Zahlenangaben über den Spartakus-Aufstand und ihre Glaubwürdigkeit, in: Das Altertum, Bd. 16, Heft 2, Berlin 1970) Es gilt als erwiesen, dass Spartacus tatsächlich gelebt hat, wie er nach Rom als Gladiator kam ist ungewies, aber das ein Sklave aus der Gladiatorenschule in Capua ausbrach gilt als gesichert. Auch das die Sklaven 71 v. Chr, an der via appia ans Kreuzgeschlagen wurde steht fest. Einzig die Zahl der Aufständischen ist ungewies.

Hier ein paar Literaturhinweise:

Bradley, K., Slavery and Rebellion in the Roman World, 140 B.C. –70 B. C. Indianapolis/London 1990.

Alföldy, G., Römische Sozialgeschichte. 3., völlig überarb. Aufl., Wiesbaden 1984.
Vogt, J., Zur Struktur der antiken Sklavenkriege, in: ders., Sklaverei und Humanität. Studien zur antiken Sklaverei und ihrer Erforschung, 2. erw. Aufl., Wiesbaden 1972.

Höfling, H Römer, Sklaven, Gladiatoren - Der Spartakusaufstand.", Carl Habel Verlag 1987

Und als Quelle

Appian, De bellum civile. Übersetzt von Otto Veh, Römische Geschichte II. Teil: Die Bürgerkriege, Stuttgart 1989.
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Alt 02.05.2004, 20:02   #3
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Caesarion ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ja was Du dort "herbetest" ist das, was man allgemein üblich in Büchern und Lehrmaterialien über den Spartacus-Aufstand liesst und erfährt.

Zu Deinen Ausführungen Sizilien betreffend - und die vorangegangenen Aufstände - Sizilien war als Getreideanbaugebiet so mit Sklaven überschwemmt, dass dort immerwährend Aufstandsgefahren schwelten und es zu diesen Ereignissen kam.

Was Spartacus angeht... nicht unbedingt.

In diesen Gegenden Italiens gab es einen sehr viel geringeren Teil von Sklaven die in der Landwirtschaft arbeiteten.
Die Zeit in der es zu diesem Aufstand kam - lässt auch vermuten, das die Mehrzahl der Kämpfer unter Spartacus Italiker waren... freie Menschen!
Seit dem Bundesgenossenkrieg war erst wenig Zeit vergangen und die Italiker hatten schwer unter dem römischen Sieg zu bluten. Da war die Bereitschaft zum neuerlichen Kampf gegeben.
Diese waren solatisch geschult durch ihren Dienst in den römischen Legionen und damit in der LAge - römische Truppen auch in offener Feldschlacht zu schlagen.
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Alt 02.05.2004, 20:44   #4
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Titus_Livius ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
@cäsarion: Tasächlich befanden sich in Spartacus Heer viele römische Bürger. Das ist nichts Neues. Aber ob diese römischen Bürger tatsächlich so frei waren, wie Du glaubst, bezweifele ich. Denn die meisten versuchten ihrem Klienteldasein oder der Bettelei zu entgehen, indem sie für ein "besseres" Dasein kämpften. Sie hatten sowieso nichts mehr zu verlieren und hatten genauso viel wie Sklaven, nämlich nichts, außer der römischen Staatsbürgerschaft.
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Alt 02.05.2004, 21:15   #5
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ursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekanntursi ist jedem bekannt
Caesarion lies mal die Quelle von Appian, der schrieb ein Buch über die Bürgerkriege. Das Sizilien die Kornkammer war ist mir schon klar

Auf den Landgütern arbeiteten nicht nur Sklaven, sondern auch freie Arbeiter die vertraglich Eingestellt wurden und dann gab es Tagelöhner und solche die sich für eine Zeit einem Gutsherren verkauften (eine andre Art der Sklaverei). Viele Bauern dienten in den Legionen und waren somit Militärisch ausgebildet, wenn sie zurück kamen waren ihre Höfe zerrstört oder so vernachlässigt dass sie zu Tagelöhner wurden. Viele Sklaven waren Kriegsgefangene, die im Landbau eingesetzt wurden. Die kleinen Bauernhöfe die bis ins 3 v. Chr. die Grundlage im römischen Reich waren verschwanden und an ihre Stelle kamen Grossgrundbesitzer.

Dazu mehr in Catos de agri cultura darin beschreibt er die verschiedenen Arbeiten auf dem Gutshof und wer diese verrichteten. Sklaven wie römische freie Menschen.
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Alt 02.05.2004, 23:35   #6
Hurvinek
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Appian hat doch aber bestimmt nichts mit der Via Appia zu tun. Oder?
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Alt 03.05.2004, 06:07   #7
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Zitat:
ursi
Der Spartacusaufstand ist keine Geschichtsfälschung, die Zahlen sind vermutlich übertrieben aber es gab tatsächlich mehrer Aufstände von Sklaven im römischen Reich.

Der erste Sklavenkrieg fan 135 bis 132 v. Chr. auf Sizilien statt. Hirten die sich als bewaffneten Räuberbanden zusammengeschlossen hatten eroberten die Stadt Enna und riefen dann ihren Führer Eunus zum König aus. Gleichzeitig erhoben sich im Süden Silziliens weitere Sklaven unter Führung des Kilikers Kleon, diese schlossen sich dann mit der ersten Gruppe zusammen. In Kleinasien kam es zur selben Zeit zu einem weiteren Aufstand, hier wurden arme Bauern und Sklaven mobilisiert, dieser Krieg dauerte von 133 - 129 v. Chr.

Der nächste Sklavenkrieg fand wieder auf Sizilien statt und zwar um 104 v. Chr. Die Römer hatten den Aufstand 101 v. Chr wieder unter Kontrolle.

Der grösste Sklavenkrieg war der Aufstand des Spartacus es soll sich dabei 120 000 Sklaven handeln (diese Zahl findet man bei Appian im Buch De bell. civile, 1, 545, genauere Zahlen finden sich bei Kamienik, R., Die Zahlenangaben über den Spartakus-Aufstand und ihre Glaubwürdigkeit, in: Das Altertum, Bd. 16, Heft 2, Berlin 1970) Es gilt als erwiesen, dass Spartacus tatsächlich gelebt hat, wie er nach Rom als Gladiator kam ist ungewies, aber das ein Sklave aus der Gladiatorenschule in Capua ausbrach gilt als gesichert. Auch das die Sklaven 71 v. Chr, an der via appia ans Kreuzgeschlagen wurde steht fest. Einzig die Zahl der Aufständischen ist ungewies.

Hier ein paar Literaturhinweise:

Bradley, K., Slavery and Rebellion in the Roman World, 140 B.C. –70 B. C. Indianapolis/London 1990.

Alföldy, G., Römische Sozialgeschichte. 3., völlig überarb. Aufl., Wiesbaden 1984.
Vogt, J., Zur Struktur der antiken Sklavenkriege, in: ders., Sklaverei und Humanität. Studien zur antiken Sklaverei und ihrer Erforschung, 2. erw. Aufl., Wiesbaden 1972.

Höfling, H Römer, Sklaven, Gladiatoren - Der Spartakusaufstand.", Carl Habel Verlag 1987

Und als Quelle

Appian, De bellum civile. Übersetzt von Otto Veh, Römische Geschichte II. Teil: Die Bürgerkriege, Stuttgart 1989.


da gibts nix hinzuzufügen, meine Literatur kann oben genanntes nur bestätigen.

Eventuell noch, daß Karl Liebknechts Deckname Spartakus war und seine Anhänger sich deshalb "Spartakisten" nannten.
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Alt 03.05.2004, 07:58   #8
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Caesarion ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Nach dem Bericht Appians war Spartacus ursprünglich ein freier Einwohner Thrakiens, der in der römischen Armee gedient hatte. Später desertierte er, wurde aber von den Römern ergriffen und unter die Gladiatoren gesteckt. Wegen seiner Tapferkeit und geschickten Waffenführung, seiner Kraft und Gewandtheit wurde er freigelassen. Er war dann als Fechtlehrer an einer Gladiatorenschule in Capua tätig.

Plutarch sagt, Spartacus habe mehr einem gebildeten Hellenen als einem "Barbaren" geglichen.

...

Die Aufständischen verschanzten sich im schwer zugänglichen Massiv des Vesuv. An der Spitze dieser Sklavenschar stand Spartacus mit seinen Gehilfen Krixos und Oinomaos. Die kleine Gladiatorenschar überfiel die Besitzungen der großen Sklavenhalter. Die Aufständischen füllten ihre Reihen ständig durch neuhinzukommende Gladiatoren und Feldsklaven auf. Auch "Freigeborene vom Lande", wie Appian sagt, schlossen sich den aufständischen Sklaven an.

Der Sieg über Gaius Claudius Glaber am Vesuv hatte bedeutende Folgen: Sklaven, aber auch verarmte italische Bauern strömten der Schar des Spartacus in Massen zu, so daß sie rasch bis auf 10 000 Mann anwuchs. In kurzer Zeit war ganz Kampanien in den Händen der Aufständischen.

In den Kämpfen im Herbst des Jahres 73 v. Chr., gegen Publius Varinius, zeigte sich, wie zersetzend der Sklavenaufstand auf die römischen Truppen wirkte. Ein Teil der Legionäre weigerte sich, gegen die aufständischen Sklaven zu kämpfen, und die in den Reihen der römischen Legionen dienenden Italiker liefen sogar zu Spartacus über. Die Bauernschaft Süditaliens schloß sich ebenfalls den Aufständischen an. Apulien, Lukanien, Kalabrien und Bruttium wurden vom Aufstand erfaßt. Das zahlenmäßige und moralische Übergewicht war auf seiten der aufständischen Sklaven, deren Streitkräfte nach einigen Angaben bis auf 60 000 Mann (Eutrop), nach anderen sogar bis auf 120 000 (Appian) angewachsen waren.

Als der Aufstand dieses Ausmaß erreicht hatte, mußte entschieden werden, welche Ziele weiter verfolgt werden sollten. Darüber zeigten sich bei den Führern große Meinungsverschiedenheiten. Spartacus wollte sie aus Italien herausführen und ihnen die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen. Er verzichtete bewußt auf einen Feldzug gegen Rom.

Krixos dagegen vertrat die Interessen der ?Freigeborenen vom Lande", der Mitläufer und der Süditaliker, deren Hauptziel die Lösung der Agrarfrage, die Expropriation der großen Sklavenhalter war. Er bestand darauf, gegen Rom zu ziehen. So kam es in den Reihen der Aufständischen zur Spaltung. Spartacus zog 72 v.Chr. mit den Hauptkräften nach dem Norden Italiens, nach Gallia Cisalpina, um dann die Sklaven in ihre Heimat zu entlassen. Krixos aber blieb mit einer 10 000 Mann starken Abteilung im Süden (in Apulien).

------
@ ursi

Also geben selbst Appian ua. an, das grosse Teile des Heeres aus "Freien" bestanden.

:p Mit Sizilien... es war EINE Kornkammer des Reiches... - aber Scherz beiseite, das machte den Unterschied zu Italien aus. Zwar war auch dort Landwirtschaft, aber bei weitem nicht in dem Maße wie auf der Insel.

Catos Schriften stammen aus viel früherer Zeit! ...und seit dem war die Inbesitznahme des ager publicis? durch wenige immer weiter fortgeschritten.
Doch gerade Kampania und Süditalien- und die Gebiete in denen sich der Aufstand ausbreitete, hatten unter dem Bundesgenossenkrieg stark gelitten. Die Bereitschaft gegen die Zustände vorzugehen war stark ausgeprägt.

Was Titus sagt - mit den nicht wirklich "Freien" mag ja stimmen, doch sie waren keine Slaven.
Worauf ich hier eigentlich hinauswollte, war, dass das Heer eben nicht nur aus Sklaven bestand, sondern einen grosser Teil die verarmte Landbevölkerung und unzufriedene Italiker ausmachten.

Du hast recht, das Teile der Landbevölkerung aus alten Soldaten, oder welchen die schon mal gedient hatten bestand. So hatte Sulla seine Legionen in Süditalien angesiedelt - nach dem er sie auflöste.
Doch die waren zum einen entweder wieder im Kampf in Spanien mit PM oder mit Lucullus im Osten, oder schon recht alt....
Ausserdem möchte ich bezweifeln, dass sich ehemalige römische Legionäre einem "Sklavenheer" anschliessen, was es ja nach deiner Aussage war.

Was die Kriegsgefangenen anging... woher sollten die kommen?
Marius Erfolge über Kimbern und Teutonen lagen 30 Jahre zurück... Wer von diesen schon mal ein Schwert in der Hand hatte - war zu alt oder tot.
Es gab seitdem keinen Krieg, der grosse Massen von Sklaven nach Italien gebracht hätte, die dazu noch als Soldaten gegen Rom gekämpft hatten....

Geändert von Caesarion (03.05.2004 um 08:02 Uhr).
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Alt 03.05.2004, 09:22   #9
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Die Zeit zwischen 88 v. Vhr. und 42 v. Chr. war die von Bürgerkrieg und Revolutionen. Die 70er Jahre endeten mit dem Sklavenaufstand. Es gab wohl Kriegsgefangene in Rom und dies waren zum Teil solche die als Pfand in Rom sein mussten und das Lösegeld konnte nicht bezahlt werden und deshalb wurden sie als Sklaven im Landbau eingesetzt. Es waren keine Kriegsgefangenen in unserem Verständniss.

Das Heer des Spartacus hatte grossen zulauf von den in den Arbeitshäusern unter elenden Bedingugen zusammengepferchten Landarbeitersklaven, darunter viele Kelten und Germanen.

Du hast schon recht Cato war viel früher, er beschreibt aber sehr genau wie das Leben auf dem Lande war und dies hat sich nicht geändert in dieser Zeit. Somit kann man schon Rückschlüsse ziehen wie die Sklaven gelebt haben und was für Bedingungen sie hatten. Cicero und Vergil haben ebenso die Lebensbedingugen beschrieben und sich mit dem Thema auseinandergesetzt.

Interssant ist ja auch das es keine Städtischen Sklaven waren, denn ihre Lebensbedinugen waren doch einwenig besser als die der Bauern und Landarbeitersklaven.

Zur römischen Armee:

Die Armee hat sich im Laufe der Zeit verändert. Es gibt drei Zäsuren die in diesem Zusammenhang wichtig sind:

1. Expansion des 5 und 4 Jahrhunderts v. Chr.
2. Krieg gegen Karthago
3. Die Verlagerung des Krieges jenseits der Küsten des Mittelmeerraums

Auf alllen drei Ebenen verändert sich der Charakter und die Armee musste neu definiert werden. Was durchgehend war, ist das immer mehr Männer in die Armee mussten. Das führte dazu das immer breitere Schichten der Gesellschaft rekrutiert wurden bis Marius die unterste Stufe der Gesellschaft, die Besitzlosen in die Armee aufnahm.
Es waren Bauernsöhne die vorwiegen angeworben wurden und diese wurden dann ausgerüstet, ausbebildet und entlassen sobald der jeweilige Kampfauftrag erfüllt war. Die Dienstzeit wurde regelmässig unterbrochen und wenn kein Bedarf da war, waren diese Legionäre ohne Arbeit. So kann man sich erkären, dass es in Quellen heisst auch römische Legionäre haben sich dem Sklavenaufstand angeschlossen.
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Alt 03.05.2004, 09:36   #10
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Ich link mal kurz:

http://www.web-der-weltgeschichte.de/Caesar_4.html

http://www.vroma.org/~bmcmanus/spartacus.html
__________________
"G'schmacksach", hot dr Aff gsait ond hot en d' Soif bissa.

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Alt 04.05.2004, 11:39   #11
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@ Ursi

Also deine Ausführungen zur römischen Armee ... kann sein das ich Dich falsch verstehe, aber die 3 Punke die Du anführst - Wie sollen die zu einer Veränderung der Armee geführt haben ...und wenn zu welchem?

Bis zu den Kämpfen des Marius in Numidien gegen Jurgurtha war Aufbau und Ausrüstung der Armee so ziemlich gleich geblieben.

Ich glaube halte 3 Personen / Ereignisse für eine Änderung des Charakters der Armee für ausschlaggebend.
Zum einen die Heeresreform des Marius die du auch schon angesprochen hast. Sie schuf natürlich genau die Probleme, welche dann das ganze nächste Jahrhundert bestimmen sollten. Aber sie gab Rom auch die Zahl von Soldaten, um das Riesenreich zu kontrollieren und weiter zu expandieren.

Der zweite Punkt ... waren die Bürgerkriege.
Sie änderten etwas am Verhältnis Feldherr - Armee. Bürgerkrieg bedeute keine Beute...also gingen die Feldherrn dazu über, Prämien zu zahlen. Das nahm erstmals 44 / 43. zwischen Octavian und Antonius in Gallien / Norditalien ziemliche Ausmasse an... setzte sich dann im Kampf der Triumvirn gegen die Caesarmörder auf beiden Seiten fort - und hielt sich bis in die Kaiserzeit - wo Prämien von Gegenern im Kampf um den Kaisertron gezahlt wurden.

Der dritte Punkt.
Die von Octavian ins Leben gerufenen Lebenslange Verpflichtung von Soldaten. Also nicht mehr nur für eine Sasion, oder einen Krieg, sondern für sein ganzes Leben ....
Damit verbunden auch die Schaffung von Garnisonen und die dortige Stationierung dieser Truppen.

So gerne ich darüber diskutiere... evtl. eigenes Thema???
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Alt 04.05.2004, 12:05   #12
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Zu Spartacus....

Also erstmal - Ich bestreite nicht, dass es Sklaven im Heer gab... und das sie einen grossen Teil ausmachten. Aber es gab eben noch andere grosse Gruppierungen innerhalb der Aufständischen, so daß ich die Bezeichnung Sklavenheer und Sklavenaufstand eigentlich etwas unpassend finde.

Spartacus selber und die Gladiatoren die ausbrachen ... sie waren doch noch privelegiertere unter den Sklaven.
Zulauf erhielten sie ...naturlich von Sklaven aus den Landwirtschaftlichen Betrieben... aber auch, verarmte Freie, unzufriedene Freie - und nicht zu vergessen, Italiker, die so nochmal die Chance ergreifen konnten, gegen Rom zu kämpfen.

Mit den städtischen Sklaver hast du vollkommen recht. Diese wurden idR. ganz anders behandelt, als Landarbeitersklaven, oder auch Bergbausklaven.
Sie erhielten oftmals sogar Lohn, einige hatten sich selber in die Sklaverei verkauft usw.

----
Wo ich wieder mal nicht mitgehe, ist das, was du zu Kriegsgefangenen schreibst.
Zwischen Gefangenen für die man ein Lösegeld verlangen konnte oder Geiseln die Rom gestellt wurden, war ein himmelweiter Unterschied zu denen, welche über den Verkauf an Sklavenhändlern in der Landwirtschaft oder in Bergwerken landeten.
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Alt 04.05.2004, 12:50   #13
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Zitat:
Caesarion
Ich glaube halte 3 Personen / Ereignisse für eine Änderung des Charakters der Armee für ausschlaggebend.
Zum einen die Heeresreform des Marius die du auch schon angesprochen hast. Sie schuf natürlich genau die Probleme, welche dann das ganze nächste Jahrhundert bestimmen sollten. Aber sie gab Rom auch die Zahl von Soldaten, um das Riesenreich zu kontrollieren und weiter zu expandieren.

Der zweite Punkt ... waren die Bürgerkriege.
Sie änderten etwas am Verhältnis Feldherr - Armee. Bürgerkrieg bedeute keine Beute...also gingen die Feldherrn dazu über, Prämien zu zahlen. Das nahm erstmals 44 / 43. zwischen Octavian und Antonius in Gallien / Norditalien ziemliche Ausmasse an... setzte sich dann im Kampf der Triumvirn gegen die Caesarmörder auf beiden Seiten fort - und hielt sich bis in die Kaiserzeit - wo Prämien von Gegenern im Kampf um den Kaisertron gezahlt wurden.

Der dritte Punkt.
Die von Octavian ins Leben gerufenen Lebenslange Verpflichtung von Soldaten. Also nicht mehr nur für eine Sasion, oder einen Krieg, sondern für sein ganzes Leben ....
Damit verbunden auch die Schaffung von Garnisonen und die dortige Stationierung dieser Truppen.
Kleiner Vermittlungs- und Dolmetschversuch:

Ursi hat nur von den Veränderungen bis Spartakus gesprochen ("drei Zäsuren die in diesem Zusammenhang wichtig sind."), Caesarion nennt jedoch zwei Entwicklungen, die nach Spartakus Tod stattfanden und deshalb für die Fragestellung nicht mehr relevant sein können.

Mein Vorschlag: Schwamm drüber, zurück zu Spartakus...

Ich hab nichts dagegen, wenn ihr den Thread weiter benutzt, solange ihr euch über das Thema und die Definitionen einig seid, ich bin ja eine begeisterte Leserin...
__________________
"Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus)
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Alt 04.05.2004, 13:40   #14
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Caesarion ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Und ich habe damit sagen wollen, dass bis auf Marius - es keine solchen einschneidenden Veränderungen in der Armee gab wärend der Republik!

Und die Armeen zur Zeit des Spartacus waren schon solcher Art, wie sie durch die Heeresreform des Marius geschaffen wurden!

Aber das weiter auszudiskutieren ist wirklich Thema für ein eigenes Thread.... genauso wie die Art der Armeen eigentlich keine grosse Rolle für den Kreig gegen Spartacus spielte.
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Alt 19.05.2004, 16:52   #15
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Avariel ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
War Spartacus eigentlich des Spartacus echter Name oder nur ein Name, unter dem er in der Arena auftrat? Letzteres halte ich für wahrscheinlicher, da Spartacus stark nach Namen wie Germanicus oder Africanus aussieht - Spartacus, "der Spartaner"?
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Alt 19.05.2004, 17:41   #16
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Angeblich soll er Thraker gewesen sein.
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Mensch sein heißt, an dem Ort zu stehen, wo ein neugieriger Affe einem stürzenden Engel begegnet.

Gevatter Tod in Terry Pratchetts: Hogfather
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Alt 19.05.2004, 19:24   #17
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Avariel ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ist mir bekannt - deshalb habe ich "der Spartaner" auch mit Anführungszeichen versehen. Die Frage zielt darauf, ob Spartacus sein richtiger Name war oder ob die Römer ihn - aus was für einem Grund auch immer - so nannten, obwohl er in Wahrheit anders hieß.
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Alt 10.06.2004, 16:13   #18
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Einige Quellen berichten sogar davon Spartacus sei ein thrakischer Königssohn oder höher gestellter Adelige gewesen, das würde seine hohe Bildung erklären.....
Angeblich soll er bei einen Aufstand in die Hände der Römer gefallen sein.
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Alt 22.05.2006, 17:49   #19
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Also das Spartacus aus Thrakien stammte würd ich mal als ziemlich sicher sehen. Ob er wirklich ein Königssohn war, na ja. Das könnte auch einfach spätere Propaganda gewesen sein. Fest steht ist, dass er ein fähiger Heerführer gewesen sein muss und das er Crassus zu seinem größten Triumph verhalf.

s.d.caes.
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"Oh my goodness." - Murray Walker, Japan GP 1989, nach der Senna-Prost-Kollision.
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