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| | #1 |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Stilicho - was waren seine Ziele? Wenn ich Stilichos (* um 365; † 22. August 408 in Ravenna) Biografie betrachte, dann ist mir bis heute nicht ganz klar, welche Ziele er eigentlich verfolgte: War er lediglich ein guter weströmischer Heermeister? Strebte er für seinen Sohn oder gar für sich die Kaiserwürde an, wie man ihm vorwarf? War er Römer, romanisierter Germane oder gar Germane pur? Fragen über Fragen! ![]() |
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| | #2 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
![]() ![]() ![]() ![]() | Teilweise wurde darüber bereits hier diskutiert: Herrschaft der Theodosius I.- Söhne Ich würde sagen, er war romanisierter Germane. Als was er selbst sich fühlte, können wir aber nicht wissen. Welche Ziele er hatte, lässt sich schwer sagen, schließlich können wir nicht in ihn hineinsehen. Ob er für sich oder seinen Sohn die Kaiserwürde anstrebte, lässt sich somit nicht beantworten. Ich glaube es allerdings nicht so wirklich, denn wozu wartete er dann so lange? Honorius war deutlich jünger als er, auf dessen natürliches Ableben konnte er nicht warten. Und wenn Stilicho erst einmal gestorben war, konnte er auch nichts mehr für seinen Sohn tun. Wenn Stilicho die Macht an sich reißen wollte, wäre dafür gleich nach Theodosius I.' Tod oder nach den Siegen über Alarich und Radagaisus der beste Zeitpunkt gewesen. Ich denke, er war klug genug, um zu erkennen, dass er ohnehin die reale Macht hatte, und sich damit zufriedenzugeben, so wie es auch die Heermeister nach ihm taten. Ein Putsch hätte auch unweigerlich zu einer Reaktion Ostroms geführt, und auch im Westen wäre mit antigermanischen Unruhen zu rechnen gewesen (wie es sie nach seinem Tod auch wirklich gab), vielleicht auch mit der Erhebung eines nationalrömischen Gegenkaisers. (Andererseits war die Kaisererhebung des Magnentius im Westen auch akzeptiert worden.) Letztlich konnte Stilicho durch einen Putsch eigentlich nur verlieren. |
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| | #3 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Aber Odoaker hat das nur 60 Jahre später getan - also nicht gleich Kaiser, aber immerhin erster Mann im Staat! Und Ostrom war zu keiner Reaktion fähig, abgesehen davon, dass es den Teufel Odoaker mit dem Beelzebub Theoderich austrieb. | |
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| | #4 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2010 Ort: Stadt Lahn
Beiträge: 785
![]() | Von Germane pur kann keine Rede sein - er bemühte sich sehr um eine Karriere innerhalb des römischen Systems, heiratete in das (ost-)römische Kaiserhaus ein, auch die Vorwürfe seiner Gegner, mit Alarich gegen Rom konspiriert zu haben sind kaum zu halten. Stilicho war Römer, auch wenn er vandalischer Herkunft war. De Facto war er Regent des Westreiches, weitergehende Ambitionen sind nicht zu belegen. |
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| | #5 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
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| | #6 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2010 Ort: Stadt Lahn
Beiträge: 785
![]() | Angeblich etwa 359/360 in der Nähe von Konstantinopel, sein Vater diente wohl in der Kavalerie des Valens. Es gibt doch einige Germanen, die es zum magister militum oder ähnlichen Positionen brachten, da scheint es selten Probleme gegeben zu haben. Fragt sich auch, zu wem (außer Rom) sie ein besonderes Verhältnis hätten haben sollen. |
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| | #7 |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.947
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Vielleicht war ihm seine (halb)vandalisch-germanische Herkunft sogar eher peinlich. So hat er sich jedenfalls verhalten. |
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| | #8 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2010 Ort: Stadt Lahn
Beiträge: 785
![]() | Es wurde ihm doch permanent unterstellt, er habe mit Alarich gegen das Reich paktiert. Allerdings ist es fraglich, ob er - auch und gerade im Sinne Roms - großartige Alternativen hatte. |
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| | #9 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Wo wurde Stilicho eigentlich geboren? | |
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| | #10 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2010 Ort: Stadt Lahn
Beiträge: 785
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| | #11 |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Oh sorry - hatte ich glatt überlesen! bb sagte oben, dass dem Herrn Stilicho seine teilweise germanische Abkunft sogar peinlich gewesen sein könnte. Das ist sicherlich denkbar. Überdenkt man die militärische Lage zu Beginn des 5. Jh., so hätte statt des lahmen und in der Höhe schwebenden Honorious besser ein Kaiser wie Stilicho an der Spitze gestanden. Es ist ja schlimm, dass kein weströmischen Kaiser mehr an der Spitze seiner Truppen stand, wie das noch 50 Jahre zuvor die Regel war. Schlug der Valens nicht 371 noch die Schlacht bei Adrianopel gegen die Goten? |
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| | #12 | ||||
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
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Zitat:
Zitat:
Zitat:
Im Westen weniger, aber im Osten instrumentalisierten die germanischen Heermeister mitunter ihre Stammesgenossen für die innerrömischen Machtkämpfe. | ||||
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| | #13 | |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.947
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| | #14 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
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Die Schlacht war 378, und ja, er schlug sie selbst. Theodosius I. kommandierte seine Truppen aber auch noch selbst, ebenso die weströmischen Gegenkaiser unter Honorius. | |
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| | #15 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
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Selbst wenn Stlicho zu einer solchen "Zusammenarbeit" bereit gewesen wäre, ist es doch die große Frage, ob er z.B. bei den Vandalen überhaupt Gehör gefunden hätte, die bei Gefahr der Unterwerfung durch die Hunnen zusammen mit den Sueben 407 über den Rhein nach Gallien flüchteten. | |
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| | #16 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
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Dass die Hunnen Ursache für den Rheinübergang waren, ist Spekulation. | |
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| | #17 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2010 Ort: Stadt Lahn
Beiträge: 785
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| | #18 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 4.582
![]() ![]() ![]() ![]() | Macht O'Flynn genauere Angaben (Werk, Stelle)? |
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| | #19 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Warum hätten sie sonst flüchten sollen? Sie wollten oder mussten den großen Völkerverschiebungen ausweichen, die die Hunnen hervorgerufen hatten. Ob nun mittel oder unmittelbar: Der Zug der Vandalen und Sueben fügt sich in die Völkerwanderung ein, wie auch die Züge der anderen Germanenstämme. | |
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| | #20 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2010 Ort: Stadt Lahn
Beiträge: 785
![]() | Im ersten Buch von "De consulatu Stilichonis", so Zeile 35-40 ist von Stilichos Vater unter Valens die Rede: LacusCurtius ? Claudianus de Consulatu Stilichonis ? Liber I Aber da reicht nun mein Latein nicht mehr ![]() |
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