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Alt 23.03.2010, 15:19   #1
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Sharline ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Skythen - Reich, Imperium oder nur Gebiet?

Ich muss ein Referat darüber halten ob die Skythen ein Reich, Imperium oder nur ein Gebiet hatten.
leider finde ich nichts im Internet und deswegen hoffe ich das ihr mir damit weiterhelfen könnt.
Ich würde mich sehr über ein paar Informationen über die Skythen und Begründungen, warum ihr es für ein beispielsweise Imperium gemeint ist.
Also es geht hauptsächlich um die Herrschaft bzw die Ordnung dort und wie das früher bei denen abgelaufen ist.
Vielen Dank schonmal im vorraus
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Alt 23.03.2010, 17:05   #2
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Vielleicht hilft ein wenig das weiter:
Iškuza – Wikipedia
Atheas – Wikipedia - die Liste skythischer Könige – Wikipedia gibt freilich noch nicht allzuviele Linkeinträge her.

Leicht erhältlich ist die Mongraphie aus der Beckschen Wissensreihe von Hermann Parzinger: "Die Skythen" (München: Beck, 2004) Gewissermaßen von einem Spezialisten, von dem im selben Verlag auch der dicke Wälzer erschienen ist: Die frühen Völker Eurasiens. Vom Neolithikum bis zum Mittelalter. Historische Bibliothek der Gerda-Henkel-Stiftung, Band 1. München: 2006; oder auch als Herausgeber: Hermann Parzinger, Wilfried Menghin und Manfred Nawroth (Hg.), Im Zeichen des Goldenen Greifen. Königsgräber der Skythen. Prestel Verlag, München 2007

Ich würde vermuten, daß man Skythien historisch und archäologisch eher als ein Kulturgebiet einschätzt, was Dynastiebildungen nicht ausschließt; letztere will man in den Gräbern von Aržan (Arschan) ausmachen, die der Aldy-Bel-Kultur – Wikipedia zugerechnet wird (vgl. auch http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_i...r_03_07_02.pdf - der Link bei Wikipedia ist so nicht mehr aktuell)

Vielleicht findest du auch schon über Suchfunktion hier im Geschichtsforum etwas.
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Alt 24.03.2010, 10:40   #3
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Zananga wird schon bald berühmt werden
Interressantes Thema.

Studien zum Kimmerierproblem
Encyclopaedia Iranica
Scythians
http://www.kroraina.com/sarm/jh/index.html
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Alt 24.03.2010, 11:39   #4
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ansonsten gäbe es ein gutes Buch über die Skythen
von Hermann Parzinger (Ch. Beck Wissen Verlag), relativ günstig
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Alt 24.03.2010, 13:42   #5
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Traklson ist ein sehr geschätzer MenschTraklson ist ein sehr geschätzer Mensch
Welche Begriffsdefinitionen wurden Dir denn mit auf den Weg gegeben?
Wenn ich spontan raten müsste:

Gebiet = mehrere Fürstentümer nebeneinander
Reich = eine zentrale Herrschaft
Imperium = schließt Herrschaft über fremde Völker ein

Würde mich interessieren, welche Unterscheidungsmerkmale es da gibt.
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Alt 24.03.2010, 18:07   #6
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Sharline ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Hey, also danke schonmal für die Links.
Ich habe mir auch schonmal überlegt ein Buch zu lesen aber ich dachte, dass ich das Referat bis Ende der Woche fertig bekomme. Na ja anscheinend ist das nicht so ein Thema mit dem man sich nur einen Tag beschäftigen muss
Ja also vorgegeben wurde mir eigentlich keine Definition ich denke mal sie setzt vorraus, dass ich weiß was sie damit meint deswegen geb ich euch einfach mal meine Definitionen
Imperium = So wie das Rom um Cäesar. Mit Imperium ist gemeint beispielsweise Rom steht am aller höchsten und der Rest das heißt wie die gallischen Völker eher untergeordnet. (Ich hoffe ich hab jetzt nciht was völlig falsches gesagt )

Reich = so wie das Perserreich oder das Reich des Alexander des Großen. Es gibt nicht nur ein Volk was höher steht als die anderne sondern die verschieden Länder gehören zum Reich.
( Ich hoffe ich konnte damit den Unterschied klar machen)

Gebiet = Ich denke mit Gebiet ist sowas gemeint wie ein Riesenvolk was aber keine Politik oder Herrschaft hat die ale umfassen. Sie sind unabhängig und gehören nur zu einem Stamm.


Also von dem was ich gelesen habe würde ich eher vermuten das die Skythen nur ein Gebiet hatten, weil ihr höchster Stand mit bogenausgestatte Reiter waren. Andererseits hatten sie auch eine extreme Handfertigkeit was man auch an dem Gold der Skythen erkennen kann.
Mir fehlt einfach die Hintergrundinformation zu den Skythen um mir ein Bild davon zu machen wie sie gelebt haben und dann beurteilen zu können wie sie von der Staatsform her gelebt haben.
Vielleicht könnt ihr mir eure Meinung dazu sagen denn ich denke ihr kennt euch ein bisschen besser damit aus :p
Danke für die Hilfe
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Alt 24.03.2010, 19:13   #7
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Zitat:
Sharline Beitrag anzeigen
Ich habe mir auch schonmal überlegt ein Buch zu lesen aber ich dachte, dass ich das Referat bis Ende der Woche fertig bekomme. Na ja anscheinend ist das nicht so ein Thema mit dem man sich nur einen Tag beschäftigen muss [...]
Also von dem was ich gelesen habe würde ich eher vermuten das die Skythen nur ein Gebiet hatten, weil ihr höchster Stand mit bogenausgestatte Reiter waren. Andererseits hatten sie auch eine extreme Handfertigkeit was man auch an dem Gold der Skythen erkennen kann.
Mir fehlt einfach die Hintergrundinformation zu den Skythen um mir ein Bild davon zu machen wie sie gelebt haben und dann beurteilen zu können wie sie von der Staatsform her gelebt haben.
Zu dieser Ausstellung Kunsthalle München der Hypo-Kulturstiftung: "Königsgräber der Skythen" gab es gewiß auch einen Katalog, der in deiner nächsten Stadtbibliothek auch zu finden sein könnte.
Und hier Im Zeichen des Goldenen Greifen | Königsgräber der Skythen kannst du dir Audio-Infos zum Thema herunter laden.
Wie gesagt, ich denke auch eher ein Kulturgebiet, mit leider nicht gut überlieferter Reichsbildung, wobei die Differenzierung von "Imperium" schon fast überflüssig ist.
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Alt 24.03.2010, 19:57   #8
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Zitat:
Sharline Beitrag anzeigen
Gebiet = Ich denke mit Gebiet ist sowas gemeint wie ein Riesenvolk was aber keine Politik oder Herrschaft hat die alle umfasst. Sie sind unabhängig und gehören nur zu einem Stamm.
Ich sehe das auch so: es ist ähnlich wie bei den Kelten: die waren zwar ein Volk, aber unterteilt in viele Stämme mit Königen, lokal unterteilt. Es gab aber keine keltische Gesamtherrschaft. Siehe dazu auch den Wikipedia-Artikel, Herodot: Skythen – Wikipedia

Man könnte vereinfachend sagen:
- berittene Bogenschützen, nomadierend in dem Sinne nach der Suche nach neuen Herrschaftsgebieten, wo sich die skythischen Könige die lokale indigene Bevölkerung zu untertan machte und dort auch sesshaft wurde. Insofern auch wieder ähnlich wie bei den Kelten.

Schon in der Antike wusste man, wie man so richtig zu Geld/Gold kommt: - sich andere Völker zu untertan machen, diese für sich schuften lassen ("den Zehnten abliefern" oder wie auch immer), dann wird man stinkreich... Das erbeuten von fremden Wertsachen war nur dann interessant, wenn sich auf der anderen Seite erhebliche Vermögen angehäuft hatten.

Um ein Riesenreich aufrechtzuhalten, braucht es eine enorme Armee, welche auch unterhalten werden muss (finanziell, optimale Waffentechnik, Reiterei etc.). Das haben nicht viele geschafft, aber z.B. die Römer oder Alexander der Grosse haben es geschafft. Kommt hinzu: je mächtiger jemand ist, desto mehr Neider hat er (man denke dabei an die Ermordung von römischen Kaisern wie Cäsar).

Die Skythen hatten damals den Vorteil, dass sie der jeweiligen indigenen Bevölkerung kriegstechnisch überlegen waren (Waffen, Reiterei).
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Geändert von megatrend (24.03.2010 um 20:01 Uhr).
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Alt 24.03.2010, 21:03   #9
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Zananga wird schon bald berühmt werden
Es liegt natürlich daran zu welchem Zeitpunkt (zur Zeit der Assyrer oder der Herodots) mann sie betrachtet und wem mann zu den Scythen rechent (nur die über das Schwarze Meer, oder auch die Saken). Das Reich der "Königsscythen" am Schwarzem Meer war größeres und mächtiger wie die stärkste keltische Fürstentümer. Es beherrschte mehrere Stämme, so wie das thrakische Odrysenreich oder Makedonien bevor Philipp II. Es war stärk genug während der Regierung von Alexander der Große ein 30.000 Mann starkes makedonisches Heer zu besiegen, und auch eine Persische Invasion hatte es früher überlebt.

Zur Zeit der Assyrer aber waren die "Asch-ku-zaa" wohl noch nicht unter einem König vereint, so das eine Splittegruppe (vielleicht auch mehrere Gruppen) unter einem Stammeskönig den Kaukasus überqueren konnte um den Nahen Osten unsicher zu machen.
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Alt 14.12.2016, 17:56   #10
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silesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblick
Eine Meldung am Rand des Themas, aber...

... ziemlichen Wirbel gibt es inzwischen um die Rückgabe des "Skythenschatzes", Gold und Kulturschätze, die aus Krim-Museen vor der Krim-Annexion in die Niederlande gelangt waren.

Ein Amsterdamer Gericht hat nun die Rückgabe an die Ukraine verfügt, Russland wird in die Berufung gehen.

Kiew und Moskau streiten um das Gold der Skythen | NRS-Import | DW.COM | 05.10.2016
Dutch court rules Crimean gold treasures must be returned to Kiev | Reuters
Crimean gold must be returned to Ukraine - but not yet, a Dutch court rules | Culture | DW.COM | 14.12.2016
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In der Theorie sind Theorie und Praxis das Gleiche. In der Praxis sind sie es nicht (Yogi Berra). Der Unterschied ist Unsicherheit (Stephen Ross).
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Alt 20.12.2016, 18:08   #11
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PapaSchlumpf ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
'Skythen' gibts übrigens auch heute noch in Form des Volkes der Osseten. Diese haben sich nach der mongolischen Invasion von 1240 aus einer Fusion von Alanen und diversen Kaukasusvölkern herausgebildet. Vor der Mongoleninvasion kontrollierten die Alanen ein beachtliches, teilweise christianisiertes Königreich, das sich entlang des nordkaukasischen Gebirges erstreckte und durch die Kontrolle eines Teils der Seidenstraße zu beachtlichen Reichtum kam.
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Alt 21.12.2016, 12:17   #12
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Dieter ist jedem bekanntDieter ist jedem bekanntDieter ist jedem bekanntDieter ist jedem bekanntDieter ist jedem bekanntDieter ist jedem bekanntDieter ist jedem bekannt
Zitat:
PapaSchlumpf Beitrag anzeigen
'Skythen' gibts übrigens auch heute noch in Form des Volkes der Osseten. Diese haben sich nach der mongolischen Invasion von 1240 aus einer Fusion von Alanen und diversen Kaukasusvölkern herausgebildet.
Dass die Alanen eine zentrale Rolle bei der Ethnogenese der Osseten spielten, zeigt schon der Name. Die Alanen wurden von Griechen und Römern Asioi, von den Slawen und Iranern As genannt. Aus der Dualität der Namen "Alanen" und "Asen" ging der Name "Osseten" hervor.

Die ossetische Sprache ist wahrscheinlich der einzige lebende Fortsetzer des Skythischen bzw. des Nordost-Iranischen Zweigs der iranischen Sprachen..
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Alt 10.02.2017, 06:18   #13
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TASS meldet sich mit Neuigkeiten zum Streit über den Skythenschatz ("Skythian gild dispute") zwischen den Niederlanden, Ukraine und Russland:

TASS: Society & Culture - Diplomat: Cooperation between Russian, Dutch museums unaffected by Scythian gold dispute
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Alt 08.03.2017, 16:49   #14
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"Zufällig" erscheint nun ein anthropologischer Beitrag im AJoPA zweier Forscher der Lomonosow-Universität Moskau, wonach aufgrund von Schädeluntersuchungen Beziehungen zur Yamnaya-Kultur bzw. Srubnaya Kultur (Dnjepr-Ural) bestehen und die Herkunft vom nördlichen Rand des Schwarzen Meeres nahegelegt wird:

Nonmetric cranial trait variation and the origins of the Scythians - Movsesian - 2017 - American Journal of Physical Anthropology - Wiley Online Library

Das kommt gerade noch rechtzeitig um das rechtmäßige Eigentum an Skythen-Schätzen klarzustellen.
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altertum, herrschaft, ordnung, politik, skythen

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