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| | #1 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 8
![]() | ich weiß, dass streitwagen ihren ursprung in syrien bzw. im mesopotanischen raum haben, aber auch die kelten nutzten diese. Als eine der letzten kulturen wurden diese von den Puniern im 2. Punischen Krieg verwendet. Aber warum fanden diese keinen platz in der "modernen" antiken kriegsführung |
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| | #2 |
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.737
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Streitwagen sind im Gelände denkbar ungeeignet. Sie waren wohl mehr Statussymbol als wirklich ein taktisch einzusetzendes Mittel.
__________________ Chi vuku Ah xel roxa ru camay yuhuh. Und darum Kinder eins bedenket: Wer Trollen respondieret Zeit verschenket! |
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| | #3 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.754
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Eigentlich stammen sie eher aus dem zentralasiatischen Raum. Es ist aber auch eine Definitionsfrage, was man unter "Streitwagen" versteht: Nur einen Wagen, der auch im Kampf taktisch verwendet wird, oder auch Wagen, die eher als Truppentransporter für Adlige fungierten, deren Besatzungen aber für das eigentliche Gefecht abstiegen (wie es z. B. in der "Ilias" geschildert wird). Letztere gab es in der Tat schon früher in Mesopotamien. Zitat:
Zu einem noch späteren Zeitpunkt wurden Streitwagen noch in Britannien, im Orient und in China verwendet. Einen wesentlichen Punkt hat El Quijote schon genannt. Sie waren aber auch gegenüber Reitern eine Ressourcenverschwendung: Für einen Streitwagen brauchte man in der Regel zwei Pferde, einen Wagen, einen Lenker und einen Kämpfer. Wenn man stattdessen auf jedes der beiden Pferde einen Kämpfer setzte, bekam man mehr Kampfkraft und Wendigkeit für weniger Aufwand. Teilweise hast Du sicher recht. Allerdings wurden Streitwagen durchaus taktisch eingesetzt, z. B. um den Gegner zu umkreisen und zu beschießen, außerdem sollte man die psychologische Wirkung nicht unterschätzen. Sie wurden aber auch für den Nahkampf eingesetzt, u. a. in der Ausführung als Sensenstreitwagen. | |
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| | #4 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 8
![]() | meine informationen stammen hierbei auch von diesen forum wobei aber diskutiert wurde wie unmodern die karthagische armee war trotzdem danke |
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| | #5 | |
| Mitglied | Zitat:
Xanthippos (Sparta) ? Wikipedia | |
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| | #6 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.754
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Stimmt, früher haben die Karthager Streitwagen verwendet, auch in den Kämpfen gegen die Griechen auf Sizilien, als die Griechen schon lange keine Streitwagen mehr verwendeten. Z. B. setzte der karthagische Sufet und Feldherr Himilkon in seinen Kämpfen gegen Dionysios I. von Syrakus laut Diodor 400 Streitwagen ein. Himilkon setzte sie zusammen mit (laut Diodor) 4000 Reitern ein. Auch im Krieg gegen Agathokles von Syrakus 310/309 setzten die Karthager noch Streitwagen ein, angeblich 2000. Da wurden sie aber auch mit Streitwagen konfrontiert, da der mit Agathokles verbündete Ophellas von Kyrene auch 100 Streitwagen verwendete. Für wann letztmalig ein Einsatz von Streitwagen durch Karthager erwähnt wird, ist mir nicht bekannt. |
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| | #7 | |
| Mitglied Registriert seit: 05.2007 Ort: Berlin
Beiträge: 1.558
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Mit den Kelten hast Du Recht, aber dass sind Berichte von Caesar über die Bewohner Britanniens und hat nichts mit den keltischten Söldnern der Karthager zu tun. Der Grund, warum Streitwagen ausstarben? Weil sie wenig Sinn machen, wenn andere, schnelle Formen der Fortbewegung, namentlich das Reiten, verfügbar sind. Ein Wagen hat gegenüber einem berittenen Krieger erhebliche Nachteile; so ist er nur auf ebenem Gelände effektiv anwendbar, und er benötigt neben dem Krieger (meist ein Schütze mit Bogen oder Wurfspeeren) einen Lenker, also zwei Mann und zwei Pferde für einen effkektiv Kämpfenden. Streitwagen haben sich zu einer Zeit entwickelt, als Pferde noch nicht zum Reiten tuagten. Pferde sind von Natur aus wesentlich kleiner als es heutige Reitpferde. Es bedurfte einer Zeit, in der sie durch Zucht an Grße zunahmen. Sobald das erreicht war ist eine Reiterei (zB berittene Bogenschützen) sinnvoller als eine Streitwagentruppe, und der Streitwagen wurde zu einem Gerät, dass primär der Repräsentation diente (Rom) oder völlig verschwand. Die Briten sind da die große Ausnahme.
__________________ "Klug hat der Mann gehandelt, der die Menschen lehrte, den Worten auch der Anderen Gehör zu schenken." Euripides | |
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| | #8 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.754
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Nachzügler in der Nutzung von Streitwagen waren auch die Garamanten: Laut Herodot verwendeten sie zu seiner Zeit noch Streitwagen mit vier Pferden. Sie verwendeten sie, um mit ihnen von ihm als "Troglodyten" bezeichnete Schwarzafrikaner zu jagen. |
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| | #9 | |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.885
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| | #10 |
| Mitglied Registriert seit: 04.2010 Ort: Nähe Wolfenbüttel
Beiträge: 1.806
![]() | Vor dem Mittelalter? Nö, bis auf wenige Ausnahmen eigentlich bis zur Renessaince waren wohl die meiste Reitpferde mehr in der Größe Dülmener, Welsh Pony, Norweger und Isländer anzusiedeln. Auch die amerikanischen Mustangs sind ja jetzt nicht so riesig.
__________________ Was ein Mensch denken kann , passiert irgendwann Murphy |
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| | #11 | |
| Mitglied Registriert seit: 05.2007 Ort: Berlin
Beiträge: 1.558
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Auf Islandponys und Haflingern kann man reiten, ebenso wie es offensichtlich die Skythen oder Parther und später die Hunnen und Mongolen auf ihren Pferden konnten konnten; all diese Tiere werden nicht sonderlich groß gewesen sein, war auch nicht notwendig. ![]() Auf den Pferden, die die Ägypter oder Hethiter vor ihre Streitweagen spannten, war das mE nicht möglich; zumindest nicht am Anfang der Streitwagennutzung. Sonst hätten sie das getan, und nicht unpraktische Konstruktionen ersonnen, die einem gerittenen Pferd in den meisten Punkten unterlegen sind. Die Pferdezucht machte "später" (in Europa ab dem Frühmittelalter) eine ganz andere Sache möglich: Schwer gepanzerte Reiterei, bei der die Pferde ein sehr viel größeres Gewicht tragen mussten, und durch die Kampfweise dieser Reiter (Lanzenstoß) ganz besonders gefordert wurden. Aber das hat wenig mit Streitwagen zu tun, das ist die "ncähste Stufe". ![]()
__________________ "Klug hat der Mann gehandelt, der die Menschen lehrte, den Worten auch der Anderen Gehör zu schenken." Euripides | |
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| | #12 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.754
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| | #13 | |
| Moderatorin Registriert seit: 04.2004 Ort: Eigenamt
Beiträge: 20.834
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Denn bevor du ein Pferd vor einen Wagen spannen kannst, musst du es zähmen und es an Trense und an das Geschirr gewöhnen. Danach an das anspannen und ziehen.
__________________ Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit. Antoine de Saint-Exupery, 1900-1944 Geändert von ursi (21.03.2011 um 19:02 Uhr). | |
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| | #14 | |
| Moderatorin Registriert seit: 04.2004 Ort: Eigenamt
Beiträge: 20.834
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Als Vergleich der Trakehner, der hat ein Stockmass von bis zu 170 cm. Und dann noch der Brabanter, das ist ein belgisches Kaltblutpferd, dessen Ursprung in der Römerzeit vermutet wird. Dieses Pferd hat heute ein Stockmass von bis zu 173 cm. Die Stockmasszahlen stammen von den heutigen Zuchten. Wer sich für die Geschichte des Araberpferdes interessiert, hier gibt es einen Beitrag davon: Die Geschichte des Arabers
__________________ Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit. Antoine de Saint-Exupery, 1900-1944 Geändert von ursi (21.03.2011 um 19:32 Uhr). | |
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| | #15 | |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.885
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| | #16 | |
| Moderatorin Registriert seit: 04.2004 Ort: Eigenamt
Beiträge: 20.834
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Und es gibt auch heute noch Trensen, die nicht jeder gerne sieht. Es gibt die Hackamore und andere gebisslose Zäumungen. Da findet man natürlich bei Grabfunden nichts, weil es nichts gibt. Und dann kann man auch nur mit den Schenkeln ein Pferd lenken, wobei man hier schon einen Sattel benötigt, sonst kann man keinen Druck ausüben. Mit einer Gerte alleine kann man schon ein Pferd lenken, nur ob das wirklich in einer Schlacht geht, da setzte ich wie du ein Fragezeichen.
__________________ Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit. Antoine de Saint-Exupery, 1900-1944 Geändert von ursi (21.03.2011 um 19:49 Uhr). | |
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| | #17 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 1.640
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Als reine Überlegung: Was jetzt so ein Streitwagen an Vorteil in die Schlacht bringen würde, ist Masse. Ähnlich den schwer gepanzerten Rittern mit den Lanzen. Die walzten alles nieder, was ihnen in den Weg kam. Man braucht nur draufzu und die feindliche Linie durchbrechen. Das hat wenig Raffinesse und wenn man da auf einen Gegner trifft, der etwas unorthodoxe Methoden anwendet, dann endet es im Fiasko, wie z.B. in der Sporenschlacht 1302. Ich denke, Streitwagen waren immer eine Waffe für den, der sich so etwas leisten konnte. Besonders reiche Stadtstaaten in Mesopotamien.
__________________ "...solang die Semmelnknödeln aus mehreren Semmeln gemacht werden, sagt man unerbitterlich: Semmelnknödeln." Karl Valentin | |
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| | #18 |
| Mitglied Registriert seit: 03.2006 Ort: Niedersachsen
Beiträge: 549
![]() | Die Quadriga war im 3. Jt. v. Chr. bereits in Mesopotamien bekannt, ab dem 8. Jh. v. Chr. im Mittelmeerraum. Im 2. Jt. v. Chr. wurden Reiter noch im seitlichen Sitz dargestellt. Die Haltung erlaubt zwar eine Fortbewegung, aber keinen Kampf zu Pferde. Nach der Erfindung des Wagens waren zunächst Rinder die Zugtiere. Der Schritt, diese durch die schnelleren Pferde zu ersetzen und im Krieg zu verwenden, ist naheliegend. Dass die Reitkunst im Krieg entscheidende Vorteile bringen konnte, demonstrierten im 1. Jt. v. Chr. die Kimmerer und Skythen. Reitsporen brachten in Folge eine bessere Kontrolle über die Pferde. Die bereits längst von den Skythen verwendeten Sättel fanden erst gegen Ende der Eisenzeit in Europa Eingang.
__________________ Il cuore ha le sue ragioni - che la ragione non conosce |
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| | #19 |
| Mitglied Registriert seit: 04.2010 Ort: Nähe Wolfenbüttel
Beiträge: 1.806
![]() | Nun, ich kann mich erinnern an Bilder Vorderasiatischer Streitwagen, vor diesen waren Onager gespannt. Also keine Pferde, sondern sehr schnelle, aber nicht reitbare Wildesel
__________________ Was ein Mensch denken kann , passiert irgendwann Murphy |
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| | #20 | |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.885
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Mir persönlich sind Pferde irgendwie suspekt, vielleicht bin ich ja mal in einem früheren Leben vom Gaul gefallen. ![]() | |
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| antike, ende der nutzung, kriegsführung, streitwagen |
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