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| | #1 |
| Mitglied Registriert seit: 06.2010
Beiträge: 15
![]() | germanische Torques? Hallo, da ich auf dem Gebiet noch sehr unerfahren bin, würde ich gerne mal wissen, ob es Fundbelege zur Nutzung von Torques bei den Germanen gibt? lt. Wikipedia gibt es Funde von Torques bei Römern, in Iberien und bei den Kelten natürlich, aber gibt es solche auch für Germanen zB der Sueben des Ariovist? |
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| | #2 |
| Mitglied Registriert seit: 10.2008 Ort: Teutschland
Beiträge: 817
![]() ![]() ![]() | In der Spätantike übernahmen das Römische Heer den Troques als Auszeichnung für verdiente hochranige Soldaten. Die genauen Hintergründe, von wem das Imperium die Sitte übernahm, sind glaube ich unbekannt. Klar ist nur zur gleichen Zeit traten vermehrt Barbaren, barbarische Sitten und auch barbarische Waffen und Gebrauchsgegenstände in das Heer ein. Germanische Edle der Völkerwanderungszeit wie Childerich I, Stilicho oder auch der sogenannte "Fürst von Gommern" trugen entsprechend solche goldenen Halsringe. Ob einheimische oder römische Sitte, sie blieb schon aufgrund des Materialwertes der Oberschicht vorbehalten. Rückschlüsse auch Ariovist lässt das natürlich nicht, liegen ja ca. 500 Jahre dazwischen.
__________________ "Je mehr Bücher man liest, desto dümmer wird man" Mao Zedong Geändert von Maglor (08.03.2011 um 19:34 Uhr). |
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| | #3 |
| Mitglied Registriert seit: 06.2010
Beiträge: 15
![]() | Ich kam nur darauf, weil in der ARD Doku zu den Germanen Ariovist mit einem Torque gezeigt wird und ich auch schon germanische Reenacter gesehen habe damit. |
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| | #4 |
| Mitglied | Reenactor sind, bis auf Ausnahmen meist interessierte Laien, die manchmal unabsichtlich, oder auch aus Bequemlichkeit (Kostengründe, Arbeitsaufwand o.ä) nicht sehr viel Wert auf historische Genauigkeit legen. Du kannst aber auch die "Gefahr" eingehen und Fragen zu Ausrüstungen stellen, in vielen Fällen bekommst du leider absolut unqualifizierte Antworten (was dir freilich nur auffällt wenn du selbst Ahnung in der Materie hast), oder auch absoluten Humbug geboten. Die Krönung für mich war ein angsteinflößender Vortrag eines "Wikingers" über "germanische Herrenrasse" und ihre "Slawischen Sklaven." Aber ab und an können dir Reenactor doch gute Buchtipps geben. Allerdings muss man imme rnoch zwischen "Spaß" Reenactors, und Menschen die ernsthaft "Living History" "durchleben" wollen Unterscheiden. Die Grenzen hierzwischen sind nur oft schwer auszumachen. Zu Dokus als Quelle sage ich mal weniger, hier geschehen auch nicht gerade selten grobe Schnitzer. Hast du den zufällig Literatur zu deinem Thema gefunden? |
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| | #5 |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 7.458
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Ein Torques ist ein ganz typisch keltischer Halsreif der Latènezeit. Allerdings wird berichtet, dass der suebische Ariovist erstaunliche keltische Sprachkenntnisse gehabt haben soll. Vielleicht ist das der Grund, warum der germanische Reenacter einen Torques trug. Ariovists zweite Frau war die Schwester des keltischen Königs Voccio vom Stamm der Noriker. Demnach scheint es mit Sicherheit keltische Verbindungslinien zu geben. |
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| | #6 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.757
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Der Torques wird zwar normalerweise mit den Kelten in Verbindung gebracht, aber er wurde auch bei den Skythen, vereinzelt auch bei den Thrakern und Illyrern gefunden. Es ist also zumindest nicht auszuschließen, dass ihn auch mancher frühe Germane getragen haben könnte. |
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| | #7 |
| Mitglied Registriert seit: 12.2007 Ort: Düsseldorf
Beiträge: 635
![]() | Was ist ein Torques? Halsringe sind durchaus üblich bei den Völkern rechts des Rheins. Aus verschiedensten Materialien Eisen, Silber, Gold… Ich meine sogar einen Aufsatz im „Mythos Imperium Konflikt“ gelesen zu haben wie man durch Hals und Armringe verschiedene Völkergrüppchen auf der jütischen Halbinsel unterscheiden konnte. http://www.schloss-gottorf.de/archaeologisches-landesmuseum/ausstellungen/forschung/forschungsprojekte/fuerstengraeber-neudorf-bornstein Auch werden in der Literatur noch bis ins Mittelalter Torques vergeben in der Literatur jedenfalls, da dürfte man sich aber eher so etwas wie eine Bürgermeisterkette oder ähnliches vorstellen. |
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| | #8 |
| Mitglied Registriert seit: 04.2010 Ort: Nähe Wolfenbüttel
Beiträge: 1.808
![]() | ich habe mal Torques auf einer Abbildung der Warägergarde gesehen
__________________ Was ein Mensch denken kann , passiert irgendwann Murphy |
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| | #9 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.757
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Eine "originale" Abbildung (also z. B. aus einer byzantinischen Handschrift) oder eine neuzeitliche Illustration oder gar Historiengemälde? Letzterenfalls hat möglicherweise bloß die Fantasie des Zeichners/Malers als Quelle fungiert. |
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| | #10 |
| Mitglied Registriert seit: 04.2010 Ort: Nähe Wolfenbüttel
Beiträge: 1.808
![]() | eine byzantinische Handschrift, 9-11 jhdt
__________________ Was ein Mensch denken kann , passiert irgendwann Murphy |
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| | #11 |
| Mitglied Registriert seit: 02.2012
Beiträge: 3
![]() | Tacitus über die Chatten:Manche Chatten kennzeichneten ihre Mitgliedschaft in einem Kriegerbund durch das Tragen eiserner Halsringe und behielten auch die wildwachsende Haartracht ihr gesamtes Leben lang bei. Zudem heirateten sie nicht und ließen sich von anderen Stammesangehörigen versorgen |
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| | #12 | |
| Moderatorin Registriert seit: 04.2004 Ort: Eigenamt
Beiträge: 20.844
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Deine Kopie stammt von dieser Seite: Chatten ? Wikipedia Du kannst natürlich auch angeben woher Wiki das Zitat hat (steht auch auf der Wikiseite): Tacitus: Germania Kapitel 30,31.
__________________ Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit. Antoine de Saint-Exupery, 1900-1944 | |
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| | #13 |
| Mitglied Registriert seit: 02.2012
Beiträge: 3
![]() | das hätte ich machen können,aber dass hast du ja jetzt gemacht,danke! |
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| | #14 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.757
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Und zugleich haben wir hier wieder ein schönes Beispiel dafür, wieso man immer den Originaltext lesen sollte: In den Kapiteln 30 und 31 der "Germania" ist nämlich keineswegs von "eisernen Halsringen" die Rede. Es heißt lediglich: "Fortissimus quisque ferreum insuper anulum (ignominiosum id genti) velut vinculum gestat, donec se caede hostis absolvat.", also wortwörtlich übersetzt: "Jeder besonders Tapfere trägt obendrein einen eisernen Ring (dieses ist für den Stamm schimpflich) wie eine Fessel, bis er sich endlich durch die Tötung eines Feindes davon befreit." "Anulus" bedeutet lediglich "Ring", es wird nicht gesagt, wo dieser Ring getragen wurde. Und schon gar nicht kennzeichneten laut Tacitus diese Krieger ihre Mitgliedschaft in einem Kriegerbund durch das Tragen von Halsringen. Nichts davon steht in diesen beiden Kapiteln. |
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