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Alt 16.08.2016, 10:17   #1
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LEG XVII wird schon bald berühmt werden
Martialischer Ursprung germanischer Namen

Fast jeder Name germanischen Ursprungs hat ja was mit Kämpfen zutun, wie eben der Speerschwinger Gernot oder der Heerkämpfer Günther. Auch bei Frauennamen ist dies nicht anders, wie bei der kühnen Kämpferin Kunigunde, teilweise auch etwas defensiver wie bei des Volkes Schild (Verteidigerin des Volkes) Dietlinde.

Sind kriegerische Namen in dieser Ausgeprägtheit etwas typisch germanisches, oder ist dies auch in anderen antiken Kulturen so? Bei einer (kurzen) Recherche ist mir bei den Römern nur der Name Markus (aus *mart-kos, „dem römischen Kriegsgott Mars geweiht“) aufgefallen.
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Alt 16.08.2016, 11:20   #2
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Sepiola ist einfach richtig nettSepiola ist einfach richtig nettSepiola ist einfach richtig nett
Keltische Namen sind oft auch ziemlich aggro:

Zitat:
Typische Namenbildungen

Der wichtigste Unterschied zwischen der zweigliedrigen Namenbildung im Altkeltischen und in den neukeltischen Sprachen besteht in der formalen Anordnung der den Namen bildenden beiden Elemente. Der im Festlandkeltischen und Altbritannischen vorliegende altkeltische Typus folgt den Regeln der idg. Komposition (mit Determinans vor Determinatum bei Determinativkomposita), z. B. in gallischen PN (Pokorny 1955; Schmidt 1957; Evans 1967): Bahuvrīhi: Cuno-barrus, Cuno-pennus ‚Hunde- oder Wolfs-kopf’, Dago-durnus ‚der eine gute Faust hat’; mit umgekehrter Stellung als ‚umgekehrtes Bahuvrihi’: Bussu-marus GN ‚der große Lippen (bussu-) hat’; Tatpuruṣa: Cingeto-rix ‚Kriegerkönig’, Matu-genus ‚Bärensohn’. Der frühe irische Dichter Colmán Mac Lénéni (6. Jh.) analysiert den Namen des Helden Fergus Mac Roich unter Umkehrung der Kompositionsglieder *viro- ‚Mann’ + gussu- ‚Kraft’ korrekt als ainm gossa fer „Name von ‚Kraft der Männer’“ (Thurneysen 1933,199 f.). Auch sonst finden sich in der inselkeltischen Überlieferung noch viele PN, die die altkeltischen Kompositionstypen in petrifizierter Form bewahrt haben (zu den Ogom-Inschriften s. 1.), z. B. in der mittelirischen Sage: Fergus Mac Roich mit Roich <Roïch als Genetiv zu *Ro-ech ‚das große Pferd’, Conall < *kuno-u̯alos ‚stark wie ein Wolf’, Briccriu Nem-thenga ‚B. Gift-Zunge’ usw.
Namenforschung
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