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Alt 29.07.2011, 18:26   #21
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Die Geschichte ist ganz einfach-nach den Gründungsmythen gab es eine trojanische Abstammung der Römer über Aeneas.Die Merowinger als Rechtsnachfolger der Römer in West- und Mitteleuropa mußten das natürlich toppen- also gerierte man eine Abstammungslinie zum Chef von Aeneas, zu Priamos.
Die Franken/Franzosen wollten es nicht einfach so toppen. Natürlich wurde auch Aeneas neben Priamos als Urvater herangezogen. Wilhelm der Bretone (La Philippide) ließ König Philipp II. Augustus(!) vor der Schlacht von Bouvines im Mantel des Aeneas gehült zu den Nachfahren der Trojaner (Franzosen) sprechen.

Von den Trojanern abzustammen bedeutete nach mittelalterlichem Verständnis auch von den Römern, genauer von Caesar abzustammen, von dem man spätestens im hohen Mittelalter allgemein wusste das er sich von Aeneas ableitete. Und von Caesar als dem Stammvater der "Caesaren" konnte man sich zugleich auch in eine kaiserliche Linie stellen, mit der man den "deutschen" Kaisern auf Augenhöhe begegnen konnte.
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"...aber ich begehre noch lange nicht Eure Gebeine als heilige Reliquie zu küssen." (Joinville zu dem im Staube sitzenden König)
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Alt 29.07.2011, 20:29   #22
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joinville,fürs hohe Mittelalter und die frühe Neuzeit geb ich dir recht,es gibt dazu jede Menge Beispiele (ich denk nur an fränkisch-hohenzollernsche Markgrafen mit illusteren griechischen Vornamen) aber damals war das wohl eher Protzerei mit einer vornehmen Abkunft.Und möglicherweise war ja auch Hagen von Tronje im Nibelungenzyklus eine Anspielung auf Troja.,

Die Merowinger dagegen standen noch als unmittelbare Nachfolger des Imperiums in einem ganz anderen Rechtfertigungszwang auch gegenüber ihren neuen galloromanischen Untertanen-die mußten also versuchen,die Römer zu toppen um sich quasi selbst zu legitimieren.
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Alt 29.07.2011, 21:00   #23
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joinville,fürs hohe Mittelalter und die frühe Neuzeit geb ich dir recht,es gibt dazu jede Menge Beispiele (ich denk nur an fränkisch-hohenzollernsche Markgrafen mit illusteren griechischen Vornamen) aber damals war das wohl eher Protzerei mit einer vornehmen Abkunft.Und möglicherweise war ja auch Hagen von Tronje im Nibelungenzyklus eine Anspielung auf Troja.
Und nicht die Askanier vergessen, die sich ab dem 15. Jahrhundert von Askanios, einem Sohn des Aeneas, herleiteten.
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"...aber ich begehre noch lange nicht Eure Gebeine als heilige Reliquie zu küssen." (Joinville zu dem im Staube sitzenden König)
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Alt 30.07.2011, 14:07   #24
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(...) die sich ab dem 15. Jahrhundert von Askanios, einem Sohn des Aeneas, herleiteten.
das ist schon ein bischen sehr lange nach der Merowingerzeit
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Alt 10.12.2011, 15:34   #25
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Hallo zusammen,

welchen Sinn macht es, wenn ein „Germane“ zu seinem röm. Feind
nach dem Sieg sagt: „Eigentlich haben wir doch das gleiche zuhause?“ Keinen!
Erst wenn man der Erzählung Glauben schenkt, dass die fränkischen Heerführer
keine Germanen waren kann eine solche Aussage logisch nachvollziehbar werden.

Gruß
samy
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Alt 10.12.2011, 16:06   #26
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Zitat:
samy Beitrag anzeigen
welchen Sinn macht es, wenn ein „Germane“ zu seinem röm. Feind nach dem Sieg sagt: „Eigentlich haben wir doch das gleiche zuhause?“ Keinen!
Erst wenn man der Erzählung Glauben schenkt, dass die fränkischen Heerführer
keine Germanen waren kann eine solche Aussage logisch nachvollziehbar werden.
welcher fränkische Heerführer hat mit besiegten Feinden über ein gemeinsames Zuhause sinniert??

warum trugen die meisten merowingischen Heerführer (duces) aber auch Könige fränkisch-germanische Namen?

...wenn die fränkischen Heerführer keine Germanen waren, was waren sie dann? Äthiopier? Indianer? wohl kaum

... ...und was hat das mit den Königslisten der Merowinger zu tun?
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Alt 10.12.2011, 16:26   #27
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Zitat:
samy Beitrag anzeigen
welchen Sinn macht es, wenn ein „Germane“ zu seinem röm. Feind
nach dem Sieg sagt: „Eigentlich haben wir doch das gleiche zuhause?“ Keinen!
Erst wenn man der Erzählung Glauben schenkt, dass die fränkischen Heerführer
keine Germanen waren kann eine solche Aussage logisch nachvollziehbar werden.
Könntest Du bitte den Kontext dieser Aussage nennen, am besten die Quellenstelle?
Ansonsten kann man nämlich nur spekulieren, z. B. dass der römische Feldherr fränkischer Herkunft war (wie es in der Spätantike vorkam), dann hätten sie ursprünglich das "gleiche Zuhause" gehabt.
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