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| | #161 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2012
Beiträge: 158
![]() | Und noch zwei Links: historische "Wikingerschwerter" waren leicht und führig: What Did Historical Swords Weigh? und sie waren möglichst multifunktional, die Einteilung als Hiebschwerter ist eine Erfindung der Jetzt-Zeit: The Myth of Thrusting Vs. Cutting Swords |
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| | #162 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.760
![]() ![]() ![]() | Der Faden hat ja, ausgehend von der Diskussion der Bewaffnung und des Waffengebrauchs, einiges erbracht an diskutierenswürdigen Überlegungen Was mich wundert: die Wikinger auf ihren Beutezügen sollen nur im Fall von wehrunfähigen Opfern erfolgreich gewesen sein - dem steht die Tatsache gegenüber, dass wikingischen Aufgeboten gelegentlich hohe Tribute gezahlt wurden. Aus der Sicht der (spät)karolingischen Zeitgenossen waren die Nordmänner offenbar keine leichten Gegner (und das, obwohl sie Waffen höherer Qualität importieren oder erbeuten mussten) (nebenbei: dass man Schwachstellen des Gegners sucht, und wenn man sie findet, dann auch nutzt - das gilt wohl immer und überall, d.h. es kann den Wikingern nicht negativ angelastet werden) Resultieren die Erfolge der Wikinger des 8.-10. Jh. nur und einzig daraus, dass ihre Gegner geschwächt bzw. zerstritten waren? Wenn ja, dann hätte es für ein ungeschwächtes spätkarolingisches Aufgebot kein allzu großes Problem gewesen sein dürfen, die ungebetenen Gäste aus dem Norden drastisch abzuweisen - das aber scheint nicht eben oft der Fall gewesen zu sein. Zu den Details der Bewaffnung und möglichen Kampfweise fand ich das bisher gesagte hier insgesamt sehr interessant: es zeichnet ein recht grausames Bild der Kampfweisen im frühen Mittelalter! Das deckt sich mit den Beschreibungen zur agonalen Haltung des Kriegers in merowinigscher Zeit in Scheibelreiters lesenswerter "barbarischer Gesellschaft". |
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| | #163 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.754
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Dass Karl der Dicke nicht gerade angriffsfreudig war, darf man auch nicht vergessen. Zweimal bekam er große Wikingerheere zu fassen - und beide Male zog er es vor, mit ihnen einen Vertrag zu schließen. | |
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| | #164 | ||
| Mitglied Registriert seit: 07.2012
Beiträge: 158
![]() | Es gab ja auch ganz verschiedene Phasen der skandinavischen Expansion. Die organisierten Angriffe dänischer Berufskrieger unter Königen wie Sven Gabelbart oder Knut dem Großen hatten ja beispielsweise eine ganz andere Form und Qualität als die direkt nach dem Tod Karls des Großen einsetzenden unorganisierten Plünderungszüge einzelner Adeliger. Eine Armee wie das Große Heer hatte eine ganz andere Schlagkraft als der übliche saisonale Beutezug einer Schar Norweger von Irland nach Wales. Die Besetzung der Normandie hatte eine ganz andere Form und Auswirkung, als die heillose Anarchie in der Zeit der Besetzung der Bretagne. Zitat:
Die Erfolge völlig unterschiedlicher skandinavischer Angriffe in dieser Zeit hatten ebenso völlig unterschiedliche Gründe. Zitat:
Im angelsächsischen Bereich hatten nur die Danegelder selbst schon sehr negative ökonomische Folgen, insbesondere zur Zeit von Sven Gabelbart. Ohne diese Schwächung und umgekehrt zugleich die Stärkung der Dänischen Könige wären die Eroberungen Knuts des Großen gar nicht möglich gewesen. Geändert von Robert Guiskard (16.08.2012 um 04:33 Uhr). | ||
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| | #165 | |
| Mitglied Registriert seit: 12.2007 Ort: Düsseldorf
Beiträge: 635
![]() | Zitat:
Ich habe den Verdacht die Herrscher haben die Überfälle billigend in Kauf genommen und sich mehr auf Bürgerkrieg und Gebietsgewinne konzentriert. Die Wikinger waren so schnell weg, wie Sie gekommen sind und keine echte Gefahr, während der Nachbar einem den Thron strittig gemacht hat. Für beide Fronten hätte das Geld nicht gereicht. Die These ist natürlich ziemlich verheerend gegen die Zivilbevölkerung. | |
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| | #166 | ||
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Österreich
Beiträge: 5.754
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Zitat:
Ich würde also nicht sagen, dass die damaligen Herrscher die Wikingereinfälle nicht als echte Gefahr, die ihr Handeln erfordert hätte, gesehen hätten. Die Antwort sehe ich eher in Deinem vorletzten Satz: Die Frankenkönige hatten einfach zu viel, worum sie sich kümmern mussten oder wollten, daher konnten sie alles nur halb machen, wozu dann noch kam, dass die Wikinger aufgrund ihrer hohen Mobilität nur schwer zu fassen waren, weswegen es oft sinnlos erschienen sein mag, ihnen überhaupt entgegenzuziehen. | ||
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| | #167 | |
| Mitglied Registriert seit: 07.2012
Beiträge: 158
![]() | Ravenik: Zitat:
Als Ergänzung dazu: vor der sogenannten "Wikingerzeit" war fast der gesamte Handel zwischen Skandinavien und dem Rest Europas in friesischder Hand und Friesland die Drehscheibe für den Handel mit nordischen Erzeugnissen. Friesland war vor der Wikingerzeit wirtschaftlich sehr bedeutsam, und diese Angriffe auf Friesland beendeten die Stellung der friesischen Händler im Norden, und stärkten Skandinavien und insbesondere Dänemark ökonomisch. Es gab gerade im 8 Jahrhundert eine Zeit lang ein großes Wirtschaftswachstum, dass aber dann im frühen 9 Jahrhundert wieder einbrach. Hier stellt sich die Frage nach Henne und Ei. Die dänischen Könige bzw Adeligen konnten ihre Ausgaben nicht mehr aus den Steuern und Abgaben im Land finanzieren, andererseits diese Steuern und Abgaen aber auch nicht erhöhen. Von daher hatte speziell der Angriff auf Friesland auch zu einem erheblichen Anteil ökonomische Gründe. | |
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