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Alt 13.07.2017, 19:22   #41
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Zitat:
Helmut406 Beitrag anzeigen
1) Wie weit ist die heutige schwedische Sprache denn von der Ursprungssprache der Wikinger entfernt ? - Es ist doch anzunehmen, dass die Wikinger ursprünglich einen Dialekt gesprochen haben.

Ich kann mir vorstellen, dass insbesondere die ISLÄNDER diesem Dialekt noch recht kommen, gerade wenn die dortigen Wikinger-Ansiedlungen sich weitgehend durch ein sesshaftes, unbeeinflußtes Leben kennzeichnen.
In der Tat ist das Isländische ursprünglicher, kommt dem, was die "Wikinger" früher gesprochen haben, am nächsten.
Schweden, Dänen und Norweger können sich mit gutem Willen untereinander unterhalten und verstehen, mit den Isländern aber nicht (mehr).

Gruss, muheijo
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muheijo ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 14.07.2017, 12:45   #42
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Zitat:
muheijo Beitrag anzeigen
... mit den Isländern aber nicht (mehr).
Eine interessante Aussage,

Hat sich das nordgermanische Isländische durch seine Isolation tatsächlich so weit von den anderen nordgermanischen Sprachen entfernt, dass deren Sprecher Isländisch nicht mehr verstehen können?
Dieter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.07.2017, 15:16   #43
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Zitat:
Dieter Beitrag anzeigen
Eine interessante Aussage,

Hat sich das nordgermanische Isländische durch seine Isolation tatsächlich so weit von den anderen nordgermanischen Sprachen entfernt, dass deren Sprecher Isländisch nicht mehr verstehen können?
Ist es nicht so, dass sich nicht das Isländische entfernt hat, sondern die anderen nordgermanischen Sprachen? Ich habe irgendwo einen Reisebericht über Island gelesen, in dem es hieß, dass da oben so wenig los ist. Deswegen hat man so wenig an Geprächsstoff. Die Sprache wird also kaum benutzt, und nutzt sich deswegen auch nicht ab. Vielleicht ist diese Erklärung für die konservative isländische Sprache eher humoristisch gemeint.

Andererseits sollen die Isländer noch ohne Probleme ihren alten Sagas lesen können. Das Isländische scheint also sehr konservativ zu sein.

Hier ist noch ein Artikel über das Isländische: Islands Kampf gegen die Fremdwörter - "Bildrausschicker" und "Rechenhexen" (Archiv)

Sehr witzig und passend erscheint mir die Bezeichnung "Rechenhexe" für Computer.
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Carolus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.07.2017, 23:57   #44
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Zitat:
Carolus Beitrag anzeigen
Ist es nicht so, dass sich nicht das Isländische entfernt hat, sondern die anderen nordgermanischen Sprachen?
Genauso schreibt es Muheijo:

Zitat:
muheijo Beitrag anzeigen
In der Tat ist das Isländische ursprünglicher, kommt dem, was die "Wikinger" früher gesprochen haben, am nächsten.
Oder, in den Worten William Burley Lockwoods:
"Die isländische Sprache ist so konservativ geblieben, daß Literatur, die vor fast einem Jahrtausend geschrieben wurde, mit Ausnahme einer Handvoll veralteter Wörter und Ausdrücke, von einem modernen Leser unmittelbar verstanden wird. Wie verschieden ist die Situation in England! Für einen Engländer unserer Tage ist die Sprache seines Landes so, wie sie vor eintausend Jahren beschaffen war, völlig unverständlich; sie hat für ihn den Charakter einer Fremdsprache."

Für das Deutsche könnte man dasselbe sagen.
Wer versteht schon auf Anhieb einen Text wie: "uone allen ménniſken. so diu einen hab&a.; Manige uuituuun. uuare in demo zîte helię. dere nehein ne karn&a imo ira disg rihten. uuane diu eina. diu kesta imfieng in den notin dere hunker iare. Saligiu uuituuua..."?
https://www.linguistics.ruhr-uni-boc...M182A_dipl.pdf
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"Nun ja! denkt sich der Jägersmann. Jetzt zieh' ich meine Handschuh an!" (W. Busch)
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Alt 15.07.2017, 17:47   #45
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Zitat:
muheijo Beitrag anzeigen
In der Tat ist das Isländische ursprünglicher, kommt dem, was die "Wikinger" früher gesprochen haben, am nächsten.
gilt dasselbe nicht auch für die färöische Sprache?
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Alt 16.07.2017, 00:00   #46
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Zitat:
dekumatland Beitrag anzeigen
gilt dasselbe nicht auch für die färöische Sprache?
Wikipedia ist ja immer mit Vorsicht zu genießen, trotzdem mal:

Zitat:
Generell lässt sich sagen, dass sich Färöisch mehr vom Ursprung entfernt hat als Isländisch. Dies zeigt sich besonders bei der Flexion der Substantive und Verben, die einfacher ausfallen als im Altnordischen, aber weitaus komplexer als im Dänischen.
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Alt 17.07.2017, 17:04   #47
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ralfgrabuschnig ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zitat:
Ist es nicht so, dass sich nicht das Isländische entfernt hat, sondern die anderen nordgermanischen Sprachen? Ich habe irgendwo einen Reisebericht über Island gelesen, in dem es hieß, dass da oben so wenig los ist. Deswegen hat man so wenig an Geprächsstoff. Die Sprache wird also kaum benutzt, und nutzt sich deswegen auch nicht ab.
Großartig!

Aber nochmal kurz zu dieser Frage:
Zitat:
Ist es richtig, dass die Angelsachsen lange Zeit bemüht waren eine tiefgreifende kulturelle Vermischung mit den Normanen zu vermeiden ?

Der Standpunkt das Normanen Besatzer waren hat sich unter den Angelsachsen meines Wissens doch recht lange gehalten.
Wie schon richtig bemerkt wurde, waren die Normannen nicht zahlreich genug, um eine echte (im körperlichen Sinne) Vermischung im großen Stil zu ermöglichen. Aber vielleicht eine kleine Statistik dazu, wie schnell und vollständig sich die normannische Elite in England durchsetzte: 1086, genau 20 Jahre nach Hastings, als William das berühmte Domesday Book (nichts Doomsday, wie ich es immer lese), quasi eine Liste der englischen Ländereien, verfassen lies, war 50% des Landes in Besitz normannischer Fürsten und je nach Schätzung nur 5-8% gehörte angelsächsischen Adeligen.

Da kann man sich dann schon vorstellen, welches kulturelle Gewicht die Normannen da ausübten, was sich auch in der Sprache gut niederschlägt (die Cow/Beef Geschichte ist da ja sehr bekannt). 200 Jahre später ist eine Trennung zwischen Normannen und nicht-Normannen unter den Adeligen nicht mehr erkennbar. Unter den nicht-Adeligen sowieso nicht.
ralfgrabuschnig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2017, 21:06   #48
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Was war 1066 passiert? Erst einmal der Tod von Edward dem Bekenner mit einer Rebellion im Norden. Dann die Invasion von Harald dem Harten mit nachfolgender verlustreichen Schlacht. Verlustreich für beide Seiten. Und danach die Invasion durch die Normannen mit der nachfolgenden Schlacht von Hastings. Auch wieder verlustreich. Die folge daraus war ein starker Aderlass des englischen Adels. Die englischen Witwen wurden nun mit den Normannischen Siegern verheiratet. Folge war das der Adel Altfranzösich sprach, das Volk weiter Altenglisch.
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