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| | #21 | ||
| Mitglied Registriert seit: 07.2012
Beiträge: 158
![]() | Zitat:
Zitat:
Und die Menschen ergreifen im Zweifelsfall immer den kurzfristigen Vorteil, weil sich dieser zunächst Hier und Jetzt durchsetzt. Worauf es bei einer Auseinandersetzung auf Leben und Tod ja primär ankommt. | ||
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| | #22 |
| Mitglied Registriert seit: 05.2011 Ort: Kreuzberg
Beiträge: 197
![]() | Wenn man ein bisschen sucht, wird man sicherlich ein paar Beispiele nachhaltigen Wirtschaftens finden. Mir fällt da meistens diese Amazonas-Indianderkultur und die Terra preda ein. Da es eine einigermaßen hochentwickelte Kultur mit entsprechend vielen Mitgliedern war, konnten die auch keinen Brandrodungslandbau betreiben und nach belieben weiterziehen, sobald die Böden erschöpft waren. Es blieb ihnen angesichts der örtlichen Bedingungen kaum etwas anderes übrig, denn die Böden dort sind ohne Regenwald bekanntermaßen sehr arm. Aber mal abgesehen von solchen Beispielen, die weitaus meisten Zivilisationen waren nicht nachhaltig, sei es Versalzung als Folge von Bewässerung, sei es Überweidung durch zuviel Haustiere, Vergiftungen durch Bergbau, Abholzung, Verschmutzung von Gewässern usw.. Und das wir trotz gegenteiligen Wissens mit Resourcenvergeudung immer weiter machen, zeigt ja die Gegenwart. Es ist halt der leichtere Weg. Die Autos werden immer protziger, der Energieverbrauch höher, jeder produziert tonnenweise Müll ect. Ich wage mal die Behauptung, dass Nachhaltigkeit eigentlich gar nicht funktioniert, jedenfalls nicht beim Homo sapiens. ![]() |
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| | #23 | ||
| Moderator Registriert seit: 04.2005 Ort: En un lugar de la Mancha de cuyo nombre no quiero acordarme...
Beiträge: 29.701
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Zitat:
Allerdings hat es auch gegen Überweidung oder Auslaugung des Landes immer wieder Methoden gegeben in der Geschichte, das sollte man nicht vergessen. Gerade in kärgeren Gebieten denke man an den Nomadismus, der durch moderne Grenzziehung behindert wird, wodurch es teilweise überhaupt erst zu Überweidung kommt, teilweise Überweidung intensiviert wird. Man denke aber auch an die Dreifelderwirtschaft, als Methode der Bodenerholung und die die Dreifelderwirtschaft ablösende Fruchtfolge. (Manche Pflanzen entziehen dem Boden Stoffe, andere geben sie ab, wenn man die richtigen Pflanzen miteinander kombiniert oder in verschiedenen Jahren verschiedene Pflanzen in der geeigneten Reihenfolge (dies ist die eigentliche Fruchtfolge) anbaut, kann man gleichzeitig die Produktion steigern und dennoch einigermaßen nachhaltig wirtschaften.
__________________ :urlaub: | ||
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| | #24 |
| Mitglied Registriert seit: 05.2011 Ort: Kreuzberg
Beiträge: 197
![]() | Ja richtig, es gab und gibt immer Beispiele von Nachhaltigkeit, aber das funktioniert(e) halt nicht überall und wenn es Alternativen gibt, nimmt der Bauer lieber Mineraldünger statt Dreifelderwirtschaft. Überweidung ist nicht so sehr ein Resultat von Grenzziehungen (obwohl das sicher gelegentlich eine Rolle spielt) sondern eher von Überbevölkerung und zu vielen Hirten mit zu viel Vieh. Sicherlich hat die Ausbreitung der Sahara bereits in der Antike nicht nur mit Klimaveränderungen zu tun, sondern auch mit mangelnder Nachhaltigkeit. Achso, dieses Terra preda Zeugs hat man mittlerweile entschlüsselt und nachgebaut bzw. versucht, auf dieser Basis wieder Landwirtschaft in Regenwäldern und auch anderswo einzuführen. Gibt's auf Youtube bisschen was dazu. Ich bezweifle aber, dass damit große Bevölkerungsschichten erreicht werden, solange die Kaffeeplantage in Monokultur mehr Gewinn abwirft. Geändert von Dackelhasser (16.08.2012 um 12:13 Uhr). |
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| | #25 |
| Mitglied | Ich moechte auf den alten Thread Gibt/gab es Naturvölker ? hinweisen. Der letzte Beitrag bezieht sich auf eine kleine Insel, die offenbar zur Nachhaltigkeit gefunden hat. Mein Fazit : Nachhaltiges Wirtschaften ist nicht "natuerlich", sondern eine gewaltige Kulturleistung
__________________ Auch der Versuch ist strafbar. |
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| | #26 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.721
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![]() heisst das nun, dass biologische Gründe für Umweltverschmutzung sozusagen verantwortlich sind? ![]() war in unserem Genom die Fähigkeit, fossile Brennstoffe zu entdecken (bzw. überhaupt allerlei zu entdecken) auch angelegt, oder kam das erst später dazu?welche irdische Spezies hat in ihrem Genom die Veranlagung, nachhaltig zu wirtschaften? | |
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| | #27 | |
| Mitglied | Zitat:
Zur Veranschaulichung : In dieser klassischen Simulation Wator fressen Haie Fische. Wenn dadurch der Fischbestand zurueckgeht, beginnen sie selbst zu verhungern. Dadurch kann sich die Fischpopulation wieder erholen und das Spiel beginnt von vorne. Natuerlich kann man die Haie auch durch Fischerboote ersetzen, dann funktioniert es genau so. Wenn aber die Boote mit Sonargeraeten ausgeruestet werden, so dass sie auch den letzten Fisch erwischen, dann endet das Spiel mit der Ausrottung der Fische und anschliessendem Verhungern der Haie/ Fischer.
__________________ Auch der Versuch ist strafbar. | |
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| | #28 |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.721
![]() ![]() ![]() | du willst auf das natürliche (oder angepasste) ökologische Gleichgewicht hinweisen? |
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| | #29 | |
| Mitglied | Zitat:
Dynamische (Un)Gleichgewichte entstehen dadurch, dass es zu einer Kraft eine Gegenkraft gibt. Im oben geschilderten Beispiel ist die (statistische) Gegenkraft gegen die Verminderung der Fischpopulation die sinkende Wahrscheinlichkeit fuer einen Hai, noch einen Fisch als Beute zu finden. Daraus ergibt sich die logistische Gleichung. ![]() Es gelingt dem Menschen, diesen (und so manche anderen) Selbstregulierungsmechanismus zu unterlaufen - weil er einfach zu gut ist (wenn auch meist nicht gut genug, dies zu durchschauen).
__________________ Auch der Versuch ist strafbar. | |
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| | #30 | |
| Mitglied Registriert seit: 01.2011
Beiträge: 2.721
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anders gesagt: existieren die Selbstregulierungsmechanismen, oder sind sie ein Erklärungsmodell? und angenommen, es hätte historische Selbstregulierungsmechanismen (aus unserer Sicht) gegeben - wie sollten die und zu welcher Zeit aussehen? ...oh weh, da kommt man in philosophische Fragestellungen... ![]() ![]() | |
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| | #31 | |
| Mitglied Registriert seit: 05.2011 Ort: Kreuzberg
Beiträge: 197
![]() | Zitat:
Ist nicht die Menschheitsgeschichte seit der Steinzeit sowas wie ein permanenter Kampf um Resourcen? Wenn man bedenkt, dass wir seit Jahrtausenden die ersten Deutschen upps äh Mitteleuropäer sind, die selbst keinen Krieg erleben. (Vorausgesetzt, das Geburtsdatum liegt nach 45.) Was mich zu der Frage bringt, wie der Einfluß andauernder militärischer Auseinandersetzungen auf die Entwicklung der Bevölkerungszahl ist. | |
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| | #32 |
| Moderator | Bevor es nun zu philosophisch wird: wo ist denn wirtschaftshistorisch die Nachhaltigkeit thematisiert worden, sozusagen verwissenschaftlicht und breit nachweisbar im praktischen Wirtschaften? Ist das in der neuzeitlichen Forstwirtschaft seit ein paar Jahrhunderten gegeben: Einschläge und Kalamitäten, von den außerordentlichen externen Faktoren (Kriege etc.) abgesehen, die diese Konzepte durcheinander bringen? |
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| | #33 |
| Mitglied | Forstwirtschaft ist ein gutes Beispiel. Es ist also möglich - aber alles andere als selbstverständlich - dass eine abgeholzte Fläche wieder aufgeforstet wird, obwohl der Ertrag sich erst hundert Jahre später einstellt. Gleichzeitig werden aber riesige Urwaldflächen ohne Wiederaufforstung gerodet, so dass sie sich in Wüste verwandeln. Ich glaube, dass nicht die Einsicht das Entscheidende ist, welcher der beiden Fälle realisiert wird, sondern die ökonomischen Rahmenbedingungen, nämlich ob derjenige, der den Gewinn hat, auch gleichzeitig derjenige ist, der den Schaden hat, wenn er nicht wieder aufforstet. Anderenfalls ist es natürlich immer günstiger, zu ernten ohne gesät zu haben.
__________________ Auch der Versuch ist strafbar. |
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| Stichworte |
| kollaps, nachaltigkeit, ökologie, ökonomie |
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