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| | #1 |
| Mitglied Registriert seit: 11.2004
Beiträge: 465
![]() | Chasaren - die Juden des Nordens Die Chasaren nahmen um das 10. Jhdt. das Judentum als Staatsreligion an. Es wird angenommen, dass viele Osteuropäische Juden Nachkommen der Chasaren sind... Wer weiß mehr darüber? |
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| | #2 | |
| Moderatorin Registriert seit: 06.2004 Ort: Regensburg
Beiträge: 7.855
![]() ![]() ![]() | Zitat:
Meines Wissens fand die Bekehrung nicht erst im 10. Jahrhundert, sondern bereits zwischen 740 und 861 statt.
__________________ Though this be madness, yet there is method | |
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| | #3 |
| Premiummitglied Registriert seit: 03.2004 Ort: ...wo Deutschland am schönsten ist
Beiträge: 8.347
![]() | Biete Links.....: http://www.khazaria.com/khazar-quotes.html http://de.wikipedia.org/wiki/Chasaren http://www.khazaria.com/khazar-history.html http://www.hagalil.com/galluth/russia2.htm http://www.etrend.ch/fundgrube/win_f...sarenreich.htm
__________________ "G'schmacksach", hot dr Aff gsait ond hot en d' Soif bissa. |
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| | #4 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Noch umstrittener ist es, warum die Osteuropäischen Juden Jiddisch sprachen. Herrschende Lehre ist ja, das Einwanderer aus Deutschland diesen Sprachstandart unter den Juden in der heutigen Ukraine durchsetzten. Nun kann man aber auch vermuten, das unter den noch zahlreich im Chasarenreich lebenden Germanen auch viele das Judentum angenommen hatten. Diese Germanen könnten eine Grundlegende Bedeutung für das jiddische haben, auch wenn spätere Einwanderer aus Deutschland die Struktur des jiddischen überprägten. Es gibt ja viele interessante Einzelheiten im Judentum, welche nicht besonders orientalisch sind. So ist die Kippa ja typisch für die Tataren Zentralasiens. Die Schläfenlocken sind sicherlich auch keine orientalische Tradition. Die Hochzeitstradition ganz Europas wurde sehr stark aus dem Orient gepragt, wenn man an den Hochzeitsschleier denkt. |
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| | #5 | |||
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Zitat:
Zitat:
Das haben wir aber alles bereits unter diversen anderen Themen diskutiert. | |||
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| | #6 | |
| Mitglied Registriert seit: 11.2004
Beiträge: 465
![]() | Zitat:
nun wirst Du doch hoffentlich nicht auch noch behaupten, dass Juden und Deutsche einen einheitlichen Vorfahren unter dem Neandertaler gefunden haben? | |
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| | #7 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Unabhängig von diesem Diskussionthema glaube ich schon, das die Neandertaler wichtige Vorfahren der Europäer einschließlich der Vorderasiatischen Bevölkerung sind. |
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| | #8 | ||
| Premiummitglied Registriert seit: 07.2004
Beiträge: 2.770
![]() | Zitat:
Zitat:
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| | #9 |
| Mitglied Registriert seit: 11.2004
Beiträge: 465
![]() | ... lieber Paul, schreib lieber nichts mehr dazu zu diesem Thema, die Leute könnten es noch glauben... Geändert von Lungos (27.12.2004 um 01:44 Uhr). |
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| | #10 |
| Mitglied Registriert seit: 03.2008 Ort: BW
Beiträge: 55
![]() | Kleiner zeitlicher Sprung: Ein Überbleibsel der Chasarischen Juden waren/sind die sog. Bergjuden in Teilen des Kaukasus. Die hatten das "Glück", von den Nazis nicht eindeutig als "Rassenjuden" eingeordnet zu werden und wurden somit vor systematischer Ausrottung bewahrt. krank... |
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| | #11 |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Eine interessante Information! Die Bergjuden waren mir zwar ein Begriff, doch habe ich nie darüber nachgedacht, woher dieses Volk gekommen ist. Das habe ich gerade nachgeholt. Interessanterweise stammen die Bergjuden ursprünglich aus Persien und sprechen bis heute eine iranische Sprache. Die chasarischen Khane nahmen sie in ihren südrussischen Staat auf, nachdem eine judenfeindliche Strömung sie aus dem arabischen Abbasidenkalifat vertrieben hatte. Ihre Eigenbezeichnung "Juhuro" bedeutet nichts anderes als "Juden". Wie ich gerade las, haben die Nazis, als sie 1942 den nördlichen Kaukasus besetzten, lange darüber debattiert, ob man die Bergjuden nun als "Rassejuden" oder lediglich als "Glaubensjuden" einordnen solle. Zum Glück haben die Nazischergen "nur" einige hundert Bergjuden umgebracht, den größten Teil der Bevölkerung bis zu ihrem Abzug 1943 aber ungeschoren gelassen. |
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| | #12 |
| Mitglied | über diese Links bin ich grad gestolpert, für den ersten verbürge ich mich, den zweiten muss man vielleicht selektiver nehmen? (Immerhin "Golden" ist vertreten): Chasaren - EEO Khazaria.com - History of Jewish Khazars, Khazar Turk, Khazarian Jews |
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| | #13 |
| Gast
Beiträge: n/a
| Juhuro!!!!!.....Bezmi Alem....die Mutter des Abdülmecid I war eine Bergüdin aus dem Kaukasus.....Sehr interessantes Thema....Berguden. |
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| | #14 |
| Mitglied | irgendwie sind die Mods anscheinend seit geraumer Zeit eher mit den neuen Forumsfunktionen ausgelastet? ![]() Daraus könnte man durchaus ne Pressemeldung machen, aber bevor ich ne PN schreibe, und die Meldung dann irgendwo einsam und allein bei den News versauert, poste ich sie mal hierein, denn hier ist der Kontext: Das jüdische Imperium - DIE WELT - WELT ONLINE |
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| | #15 |
| Mitglied Registriert seit: 07.2008 Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 1.330
![]() ![]() ![]() | Ich möchte noch erwähnen, dass das Chasarenreich sehr tolerant mit Religionen umging. Das schuldete es schon dem freien Handel, der innerhalb dieses Reiches herrschte. In der Hauptstadt, Atil, gab es neben Synagogen auch Kirchen und Moscheen. Die Nomadenvölker innerhalb des Reiches hingen sicher noch ihrem Schamanismus an. Der Vasallenkönig der Kaukasus-Hunnen soll Freitags mit den Muslimen, Samstags mit den Juden und Sonntags mit den Christen gebetet haben. Der Chasarenkönig, Joseph, um 950, besitzt eine Söldnertruppe aus ca. 7000 Muslimen. 967 wird das Chasarenreich von aus dem Norden kommenden, nie genau bezeichneten Kriegern überrannt und fast vollständig zerstört. Die Juden fliehen. Die meisten in westlich gelegene, muslimische Fürstentümer und konvertieren, andere in den Kaukasus. Als 1016 die Rus gemeinsam mit den Byzantinern gegen das chasarische Restreich ziehen, nehmen sie dessen König, Georgius Tzul, dem Namen nach wahrscheinlich ein Christ, gefangen.
__________________ Ich habe keine Macken, das sind Special-Effects. |
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| | #16 |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Um die Mitte des 7. Jh. werden die Chasaren historisch fassbar. Damals organisierten sie ein Khanat im Nordosten des Kaukasus. Im Verlauf des 8. Jh. dehnte sich ihr Herrschaftsgebiet weiter nach Nordwesten und Westen aus. Im 9. Jh. erlebte das chasarische Khanat seine größte politische und kulturelle Blüte. Das Chasaren-Khanat hatte eine multiethnische und multilinguale Bevölkerung. Außer den Chasaren lebten dort andere verwandte Turkstämme wie die Onoguren, außerdem iranische und finno-ugrische Gruppen. Ferner waren die Chasaren den benachbarten Slawen gut bekannt und mehrere ostslawische Stämme wie die Poljanen, Sewerjanen, Wjatitschen und Radimitschen waren ihnen tributpflichtig. Die Ethnogenese der Chasaren erfolgte im Verlauf des Frühmittelalters, wobei sie ein von anderen türkischen Stämmen verschiedenes Volkstum ausbildeten. Dennoch zählt das Chasarische natürlich zum Kreis der Turksprachen und steht verwandtschaftlich der Sprache der Protobulgaren am nächsten. Im übrigen vermutet man, dass ein Teil der alten turksprachigen Entlehnungen im Ungarischen chasarischer Herkunft sein könnte, was plausibel erscheint, da die Ungarn auf ihrer Wanderung chasarische Gebiete durchzogen. Die Chasaren profitierten vom Handel entlang der Seidenstraße, der Asien mit Europa verband. Itil an der unteren Wolga war der wichtigste Umschlagplatz für Waren aus dem Osten. Ein Phänomen ist die Annahme des jüdischen Glaubens durch die Chasaren. Gegen Ende des 8. Jh. konvertierte Khan Bulan (reg. 786-909) zum Judentum. Der Überlieferung zufolge waren ein Vertreter der christlichen Kirche, ein Muslim und ein Rabbi nach Sarkel, der Hauptstadt, zu einem Streitgespräch über Religionsfragen eingeladen worden. Angeblich soll den Khan die Argumentation des Juden am meisten beeindruckt haben. Eine erste Erwähnung der Chasaren als Anhänger des jüdischen Glaubens findet sich in den Schriften des Mönchs Druthmar von Aquitanien 864. Damals unterhielt das mächtige Chsaren-Khanat diplomatische Beziehungen zu vielen Staaten, u.a. zum Kalifat von al-Andalus im maurischen Spanien. Der in Toledo wirkende Historiograph Judah Halevi (1075-1141) feierte den Chasaren-Khan in sienem Traktat über das Judentum ("Sefer ha-Kuzari") als Helden des jüdischen Glaubens. Die Annahme des jüdischen Glaubens blieb nicht auf die chasarische Elite beschränkt, sonden verbreitete sich auch bei der einfachen Bevölkerung. Was ich aber ebenso erstaunlich finde ist die Tatsache, dass sich beim Volk der Karaimen (auch Karäer) im Bergland der Krim die jüdische Religion bis in die heutige Zeit gehalten hat. Ob die 3400 Bergjuden des Kaukasus einst dazugehörten, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Die Karäer verließen im Spätmittelalter ihre Wohnsitze im Süden und migrierten in die westliche Ukraine, ins östliche Polen und nach Litauen, wo noch heute einige hundert Karäer als ethnisch-religiöse Minderheit leben. Interessante Informationen hierzu: Karäer ? Wikipedia |
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| | #17 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 05.2009
Beiträge: 674
![]() ![]() | Zitat:
Die jüdische Sekte der Karäer entstand aber erst im 8. Jahrhundert n. Z.. Die Anhänger dieser Sekte lehnen beispielsweise die talmudisch- rabbinische Gesetzestradition ab (vgl. Julius Schoeps, HG.: Neues Lexikon des Judentums, Gütersloh 2000, S. 450 u. 456). Mir ist nicht bekannt, dass Bergjuden Anhänger dieser Sekte waren. Sie stehen in einer völlig anderen religiösen Tradition. Zudem kann ich nirgends (in der mir momentan zur Verfügung stehenden Literatur) etwas finden, das belegen könnte, dass Karäer Bergjuden und Chasaren missioniert hätten. Nach meinem Dafürhalten ist es nicht so erstaunlich, dass sich religiöse Grundsätze einer Sekte (hier: Karäer) bis heute erhalten haben. Geändert von Hulda (28.05.2009 um 18:36 Uhr). | |
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| | #18 | |||
| Mitglied | Zitat:
Zitat:
Gleichwohl kann man von einem "Massenübertritt" durchaus sprechen, wenngleich die näheren Umstände unklar bleiben (Nicht durch Geburt allein: Übertritt ... - Google Buchsuche). Zu aktuellen Implikationen der Diskussion siehe auch Die Juden im mittelalterlichen Reich - Google Buchsuche. Zitat:
Schon vor 900 sandten die Karäer ihre Sendboten nach Armenien, nach den Gegenden des Kaspischen Meeres, nach den Gebieten des Kaukasus, nach der Krim oder nach Taurien aus. [...] ... auch von den Ansiedelungen zwischen den Völkergruppen des Kaukasus, von den Chazarischen Gemeinden, die zum Theil nach karäischen Grundsätzen lebten ..., erfahren wir aus mannigfachen Mittheilungen."Ich lese das so, dass die karäischen Sendboten zu bestehenden jüdischen Gemeinden kamen und dort für ihre "Richtung" warben (zu letzterer siehe auch Graetz, Geschichte der Juden, Bd. 5, S. 181-229).
__________________ Man soll sich vor Menschen hüten, die nur ein Buch gelesen haben (Giacomo Casanova) | |||
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| | #19 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Die überall unbeantwortete Frage lautet: Wer waren die "Karäer"? Waren sie eine Abspaltung der Chasaren, die im Lauf der Jahrhunderte eine eigene Gruppen-Identität ausbildete? Oder, falls nicht, welcher Ethnie gehörten sie an? Darüber schweigen die Publikationen! | |
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| | #20 | |
| Mitglied | Zitat:
Vielleicht liegt hier ein sprachliches Problem vor. Die Karäer werden etwa im Pierer (Bd. 9, S. 295 f.) gleichgesetzt mit den Karaiten (Karaim), die von anderen wiederum als (ethnischer) "Rest" der Chazaren angesehen werden. - Auf welche Publikationen nimmt Du Bezug? [1] Die andere, traditionelle jüdische Glaubensrichtung hießen "Rabbaniten". Ein wenig erinnert der Glaubenskonflikt an die mitteleuropäische Reformation mit Luther als "Anan", für den nur die Bibel maßgeblich ist.
__________________ Man soll sich vor Menschen hüten, die nur ein Buch gelesen haben (Giacomo Casanova) | |
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