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| | #41 | |
| Mitglied Registriert seit: 11.2004
Beiträge: 131
![]() | Zitat:
Es ist auch überhaupt nicht klar, daß "Tengis" ein rein türkisches Wort ist. Es ist wie"Altan"(Gold), das in Türkischen, Mongolischen und Tungusischen vorkommt. Geändert von mangus (10.03.2006 um 13:18 Uhr). | |
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| | #42 | |
| Gast
Beiträge: n/a
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| | #43 | |
| Gast
Beiträge: n/a
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| | #44 | |
| Gast
Beiträge: n/a
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Die glaubwürdigste Primärquelle über sein Leben ist mMn immer noch die Geheime Geschichte. Obwohl sicher diese Chronik einiges verfälscht oder falsch darstellt, so ist sie doch mMn näher dran am wirklichen Geschehen und an der Person als die anderen Werke. Die Älteste Quelle war glaube ich eine Chinesische Schrift dazu, die noch während des Beginns der Auseinandersetzung enstand, aber da fragt man besser einen Mongolisten, ich weiß nicht mehr wie die hieß, das hat mir nur mal ein Student der Mongolistik eben erzählt. | |
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| | #45 |
| Mitglied Registriert seit: 11.2007 Ort: Kaarst - NRW
Beiträge: 48
![]() | Der mongolische Traum Hier geht es um die Frage, was Dschinghis Khan zu seinen Eroberungen motivierte. Dazu hatte ich einmal einen Artikel gelesen, doch leider habe ich versäumt, mir diese Quelle zu notieren. Überhaupt ist das eine Crux mit historischen Quellen. So wird gesagt, dass die politischen Pläne Dschinghis Khans schon zu seinen Lebzeiten aufgezeichnet wurden und das halte ich für glaubhaft. Ich glaube wohl weniger, dass es heute noch möglich ist, davon Originale zu finden. Wahrscheinlich waren das wieder mal Abschriften, die zu späterer Zeit angefertigt wurden. Zum besseren Verständnis beginne ich mit Dingen, die historisch gesichert sind. So hatten die Mongolen bereits eine Post und über 1.000 Km hinweg dauerte die Zustellung eines Briefes ungefähr 5 Tage. Rechnerisch wären das 200 Km am Tag und das war nur möglich, weil unterwegs die Pferde ausgetauscht wurden. Dazu gab es Stationen mit Ställen, in welchen ermüdete Pferde eingestellt wurden. Umgekehrt musste die Station auch frische Pferde bereithalten und zusätzlich mussten alle Pferde mit Futter und Wasser versorgt werden. Auch erschöpfte Reiter mussten einmal ausgetauscht werden und für diese Menschen gab es Rasthäuser mit allen notwendigen Einrichtungen. Aufgrund der spärlichen Mauerreste lassen sich Pferdestationen und Rasthäuser nicht mehr eindeutig unterschieden, doch ist erwiesen, dass die Mongolen solche Einrichtungen bereits kannten. Für den Transport von Waren konnte man das gleiche Prinzip auch auf Packpferde anwenden. Solche Pferde sind naturgemäß langsamer und dann hätte man eben in kürzeren Abständen Stationen bauen müssen. Die antike Seidenstraße ist heute noch bekannt und Teile dieser Straße führen nahe am Siedlungsgebiet der Mongolen vorbei. Dschingis Khan wird wohl gewusst haben, welche wirtschaftliche Bedeutung die Seidenstraße hat. Dazu meine Schätzung - steht nicht in der Quelle - nach dem Prinzip von Station und Pferdewechsel hätte Dschinghis Khan 1.000 Seidenstraßen einrichten und die Kapazität der Seidenstraße um den Faktor 1.000 steigern können. Dazu hätten wiederum 1.000.000 solcher Stationen gebaut werden müssen. Wäre das gelungen, dann hätten die Mongolen nahezu den gesamten Handel zwischen Europa und Asien kontrollieren können. Folgende Gedanken von Dschinghis Khan sind wiederum überliefert. Um den Handel zu erleichtern, sollte es einheitliche Gesetze und eine einheitliche Sprache geben. Gemeint waren natürlich die mongolischen Gesetze und die mongolische Sprache. Ebenso wollte der Herrscher sämtliche Zölle abschaffen und durch eine einheitliche Steuer ersetzen. Das wäre also eine gigantische Freihandelszone geworden und so gesehen war Dschinghis Khan der Vordenker der Globalisierung. Der große Plan hatte nur einen winzigen Haken. Die Stationen zum Pferdewechsel waren nämlich aus Steinen gemauert. Die Mongolen waren dagegen ein Reitervolk und nicht gerade Maurer. Demnach haben die Mongolen ihre Stationen nicht eigenhändig gebaut. Für die Arbeiten am Bau benutzten sie vielmehr Angehörige anderer Völker, welche sie zuvor unterworfen hatten. So muss sich der Khan das wohl vorgestellt haben: zuerst unterwerfen wir andere Völker und dann teilen wir die Menschen zur Arbeit ein und dann bekommen wir unser Handelsimperium. Wäre dieser Plan umgesetzt worden, dann wäre die Mongolei heute noch Weltmacht. Von diesem Plan wurde aber nur Punkt eins umgesetzt. Andere Völker wurden tatsächlich unterworfen. Punkt zwei wurde nur unvollständig umgesetzt. Ja, es gab vereinzelt solche Routen, doch reichten die bei weitem nicht aus, um ein blühendes Imperium zu schaffen. Es erwies sich als unerwartet schwierig, qualifizierte Arbeitskräfte zu rekrutieren. Deshalb bezeichne ich die Sache als einen mongolischen Traum. Da bin ich wieder beim berühmten “was wäre wenn?” Was wäre wenn es die Mongolen geschafft hätten, nach den Vorstellungen Dschinghis Khans reich zu werden? Am Anfang wird wohl manch ein Mongole davon geträumt haben. Dieser Traum erfüllte sich jedoch nicht und danach ging den Feldzügen die Luft aus. Die Mongolen kehrten deshalb in ihre Heimat zurück, weil sie von ihren Eroberungen keinerlei Nutzen hatten. Damit will ich auch ein Klischee aus dem Mittelalter korrigieren. Angeblich waren die Mongolen blutrünstige Teufel gewesen, denen es Spaß macht, fremde Menschen abzuschlachten. Also ein Volk von Sadisten? Da wundere ich mich aber, weil die heutigen Mongolen recht friedfertig sind. Ihre früheren Fähigkeiten werden heute als Sport betrieben. So die Fähigkeit, von einem galoppierenden Pferd aus mit Pfeil und Bogen zielsicher treffen zu können. In der heutigen Mongolei werden dafür Zielscheiben verwendet und dabei ist noch eine Schwierigkeit eingebaut: die Reiter müssen über eine Wand hinwegschießen und ihr Ziel blind treffen können. Okay, was ihre sportlichen Fähigkeiten anbelangt, so sind sie auch heute noch stolz auf ihre Vergangenheit. Jeder waschechte Mongole behauptet, dass wir Europäer ihren Sport nicht nachahmen können. Dennoch waren sie kein Volk von Massenmördern und das sind sie heute auch nicht. Der Traum von einem Handelsimperium dürfte ihre Phantasie sehr viel mehr beflügelt haben. Selbst der einfachste Mongole kannte noch das 1x1 der Seidenstraße. Aha - da kommt Silber aus Rom und im Gegenzug Seide aus China. Das wollen wir auch und am liebsten in tausendfacher Vergrößerung.
__________________ VLG - Olaf |
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| | #46 | |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.947
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
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| | #47 | |
| Premiummitglied Registriert seit: 08.2004 Ort: meist nicht im Geschichtsforum
Beiträge: 6.263
![]() | Dschingis Khan als Händler mit großem Ambitionen, der nur eroberte um Arbeitskräfte für seine Handelsposten und Poststationen zu bekommen? Sehe ich eher als nützlichen Beieffekt Zitat:
Ob es ihnen Spaß machte, mag bezweifelt werden, aber eventuelle Skrupel haben sie mehrfach überwunden.
__________________ | |
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| | #48 |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.947
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Noch eins drauf: Warum sollten die frühen Mongolen die begehrte Seide eintauschen, wo China vor der Haustür liegt. Sie hatten für die Chinesen, für die alle auswärtigen Völker eh nur primitive Barbaren waren, nix als Gegenwert zu bieten. Ein wenig Tauschhandel zwischen den Steppenstämmen wird es gegeben haben: 2 Stuten + 10 Hammel gegen eine Schwiegertochter. |
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| | #49 | |
| Gast
Beiträge: n/a
| Zitat:
Das alles als Mongolenerfindung zu bezeichnen trifft den Kern nicht. Dass die Reiter ausgetauscht wurden, halte ich für sehr offensiv. Die Post war keine Postkartenpost oder Liebesbriefzustellung sondern ausschliesslich geheim oder politisch hochwichtig. Hierfür wurde ausschliesslich ein Reiter beauftragt, diese Info an den Zielort/Zielperson auszuhändigen. Wenn dem so wäre wie du malst, dann müssten in allen Poststationen zuverlässige Reiter campiert und mitunter sich monatelang gelangweilt haben. Dieses Wagnis ging man nicht ein. Die Chinesen hatten vorher ohne Mongolen auch Pferde gekannt und haben diese für Post genutzt. Ebenso die mittelasiatischen und westasiatischen Staaten. Und im Europa des 13. Jahrhunderts kam mit den Mongolen auch kein wesentlicher wissenschaftlicher Fortschritt was Pferde und Informationsweiterleitung betrifft. | |
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| | #50 |
| Mitglied Registriert seit: 11.2007 Ort: Kaarst - NRW
Beiträge: 48
![]() | Zur Klarstellung Mir geht es weniger darum, etwas zu beweisen und deshalb der Zusatz, dass die Zahlen von mir stammen. (Wenn man so will, meine Erfindung). Es wurde jedoch die Frage der Motivation gestellt. Also die Frage, was mag Dschinghis Khan dazu bewogen haben, mit den Eroberungen zu beginnen? Und umgekehrt. Warum haben die Mongolen dann wieder aufgegeben? Warum haben sie Schlachten gewonnen und sind dann doch wieder abgezogen? Warum haben sie später nie wieder versucht, andere Länder zu besetzen? Da spreche ich eben von einer mongolischen Spekulation, die in einen Lernprozess mündete. Dabei ist die Aussage, dass Pferdewechsel und Post keine mongolische Erfindung war, nicht einmal so falsch. Genau dieser Umstand mag Dschinghis Khan zu einem Trugschluss verleitet haben und das ist heute noch ein typischer Denkfehler. Ich meine damit den Fehler der Verallgemeinerung. Der Herrscher mag ein paar nette Fremde gekannt haben, die zudem der mongolischen Sprache mächtig waren. Nun dachte er sich, dass alle so wären und dem war natürlich nicht so. Ebenso das Argument, dass man so eine Poststation mit 4 Mann besetzen musste und das man eine gewisse Logistik brauchte um genügend Futer bzw. Lebensmittel beschaffen zu können. Wohl wahr. Das mag sich der gute Khan wohl ewas zu einfach vorgestellt haben. Die mongolischen Reiter werden wohl auf hartem Wege gelernt haben, dass es so einfach nicht war. Mit meiner These wollte ich nur den ziemlich abrupten Wechsel der Motivation erklären. Zuerst waren alle Mongolen hellauf begeistert und danach nicht mehr. Darauf wollte ich hinaus. Das war ein großer Traum, der recht bald ausgetäumt war. Meine Begründung ist rein psychologisch. Träume beflügeln den Menschen weitaus mehr als Tatsachen. Wer hier faktisch argumentiert, der hat im Sinne der Wisenschaft durchaus recht. Natürlich gab es objektive Hindernsse. Doch die Mongolen erkannten solche Hindernisse erst nachdem sie ihre Erfahrungen bereits gemacht hatten.
__________________ VLG - Olaf Geändert von chamaeleon (09.12.2007 um 16:02 Uhr). |
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| | #51 |
| Gast
Beiträge: n/a
| quote]Da wundere ich mich aber, weil die heutigen Mongolen recht friedfertig sind.[/quote] Die Mongolen sind auch heute durchaus nicht friedfertig. Es gibt in der Mongolei sehr viel Gewaltkriminalitaet, Schlaegereien sind sehr hauefig, viele Mongolen sind ausgesprochen agressiv. Das von den Medien gezeichnete Bild der Buddistischen Nomadennation ist weit entfernt von der Realitaet. Der mongolische Staat war und ist einfach schwach, das ist alles. Oft wird Friedfertigkeit mit politischer und oekonomischer Schwaeche verwechselt. Daruber hinaus haben die Mongolen im Zweiten Weltkrieg gegen die Japaner zusammen mit der Roten Armee grosse Schlachten geliefert und heute sind mongolische Soldaten beispielsweise im Irak, waren in Ost Timor und Sierra Leone usw |
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| | #52 | |
| Ehemaliges Mitglied Registriert seit: 10.2007
Beiträge: 8.947
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| | #53 | |||
| Premiummitglied Registriert seit: 12.2004 Ort: Ostfalen
Beiträge: 6.400
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Zitat:
Zitat:
Wie oben schon gesagt: Es gab keinen "Wechsel der Motivation", sondern die Mongolen verloren nach Abschluss aller Eroberungen und der Beherrschung riesiger Gebiete allmählich ihre anfängliche Durchschlagskraft. Sie wurden satt und zufrieden, wie man das in der Weltgeschichte bei aggressiven Völkern oft beobachten kann. | |||
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| | #54 |
| Mitglied | vor allem wurden die mongolischen Eliten in vielen der eroberten Gebieten von der ansässigen Kultur integriert, schließlich assimiliert (Annahme des Islam, Gründung einer kaiserlichen Dynastie, etc.). Ausserdem führten Streitigkeiten unter den Brüdern zu einer Aufspaltung der Einheit, usw. |
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| | #55 |
| Mitglied Registriert seit: 05.2008
Beiträge: 1
![]() | h [ Daruber hinaus haben die Mongolen im Zweiten Weltkrieg gegen die Japaner zusammen mit der Roten Armee grosse Schlachten geliefert und heute sind mongolische Soldaten beispielsweise im Irak, waren in Ost Timor und Sierra Leone usw[/quote] Die waren auch mit der Roten Armee in Berlin! Он-Толь - Монголын топ Ñайтын нÑг |
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| | #56 | |
| Mitglied Registriert seit: 03.2008 Ort: McPomm
Beiträge: 21
![]() | Zitat:
Kurzum also von mongolischenm Qaghan bzw. altem persischen Qâghân weiter über jüngeres persisches Châqân zu persischem Chân bzw. türkischem Han - und im deutschen wurde es dann unscharf zu Khan bzw. Chan ... was wie der Nachname eines gewissen Oliver gesprochen wird. Bye mulan Geändert von Mulan (13.01.2012 um 09:02 Uhr). | |
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