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Alt 18.03.2017, 18:47   #1
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Herrmann3 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Lässt sich die mongolische Abstammung Dschingis Khans überhaupt nachweisen?

Woher weiß man überhaupt, dass Dschingis Khan ethnisch-mongolischer Abstammung im heutigen Sinne des Wortes war? Es gibt keine evidenzbasierte Beweise dafür, dass die Borjigin ein mongolischer Stamm waren. Es gibt keine schriftlichen Quellen, die belegen, dass die Borjigin ein mongolischsprachicher Stamm waren. Vielleicht waren sie Tungusen oder sprachen eine Sprache, die ausgestorben ist? Kollmar-Paulenz merkt in dem Buch „Die Mongolen“ an, dass sich aus den Quellen nicht mehr rekonstruieren lässt, welche Sprache die einzelnen Stämme sprachen.
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Alt 20.03.2017, 10:35   #2
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Caro91 wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Herrmann3 Beitrag anzeigen
Woher weiß man überhaupt, dass Dschingis Khan ethnisch-mongolischer Abstammung im heutigen Sinne des Wortes war? Es gibt keine evidenzbasierte Beweise dafür, dass die Borjigin ein mongolischer Stamm waren. Es gibt keine schriftlichen Quellen, die belegen, dass die Borjigin ein mongolischsprachicher Stamm waren. Vielleicht waren sie Tungusen oder sprachen eine Sprache, die ausgestorben ist? Kollmar-Paulenz merkt in dem Buch „Die Mongolen“ an, dass sich aus den Quellen nicht mehr rekonstruieren lässt, welche Sprache die einzelnen Stämme sprachen.
Was meinst Du denn mit "ethnisch-mongolischer Abstammung im heutigen Sinne des Wortes"? Die Mongolen waren ja kein einheitliches Volk, sondern eher eine Gruppe nomadisierender Stämme. Anscheinend führten sie sich auf eine gemeinsame Abstammung zurück, wobei meines Wissens sogar eine Wölfin unter den Vorfahren gewesen sein soll (was bereits deutlich macht, dass es sich um eine fiktive Herkunftssage handeln dürfte, wie sie zahlreiche Kulturen kannten). Ethnisch werden sie also vermutlich recht vielfältig gewesen sein.

Temüdschin/ Dschingis Khan selbst entstammte offenbar einer Familie, die bereits lange vor seiner Geburt eine bedeutende Stellung in der kulturellen Gemeinschaft der mongolischen Stämme eingenommen hatte (einer seiner Vorfahren war Kabul Khan). Seine Mutter war aber (was wohl recht häufig vorkam) aus einer anderen kulturellen Gemeinschaft geraubt und zur Ehe gezwungen worden. Insofern hatte er ganz sicher keine rein "mongolische" Herkunft, aber das dürfte ohnehin kaum eine Rolle gespielt haben. Wichtiger war wohl, dass der junge Temüdschin der mongolischen Tradition angehörte und schließlich auch als wichtiges Clanoberhaupt Anerkennung fand. Er dürfte also nicht als "Fremder" aufgefallen sein und daher kaum eine andere Sprache gesprochen haben als andere Mitglieder seiner kulturellen Gemeinschaft (allenfalls vielleicht einen eigenen Dialekt).
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Alt 27.03.2017, 11:45   #3
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Zoki55 ist ein sehr geschätzer MenschZoki55 ist ein sehr geschätzer Mensch
Seltsame Frage und was ändert es an der Geschichte wenn Dschinghis Khan nicht 100 % ein Monogole ist (was er sowieso nicht war).

Wird er für die mongolische Geschichte weniger wichtig sein??
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Alt 27.03.2017, 13:41   #4
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silesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblicksilesia ist ein wunderbarer Anblick
Zitat:
Zoki55 Beitrag anzeigen
Seltsame Frage und was ändert es an der Geschichte wenn Dschinghis Khan nicht 100 % ein Monogole ist (was er sowieso nicht war).

Wird er für die mongolische Geschichte weniger wichtig sein??
Gute Frage.

Die Quellenlage - komprimiert - habe ich auf deutsch nicht gefunden. In einer englischen Publikation wird folgendes ausgeführt:

"Chinggis Khan’s youth and his rise to power are known mainly from the Secret History of the Mongols, the only surviving Mongol work of the thirteenth century, of which the chapters dealing with Chinggis are now usually dated to 1228.

Another Mongol chronicle of the thirteenth century, the Altan Debter (Golden Book), did not survive, but we have both Chinese and Persian works based on it.The shorter, anonymous Chinese version is known as Shengwu qinzheng lu (Record of the Personal Campaigns of the Holy Warrior). It was written under Qubilai Khan (r. 1260–1294) and later served as a main source for the chapter on Chinggis Khan in the official history of the Mongol dynasty in China,the Yuan shi.

The Persian version of the life and times of Chinggis Khan is narrated by Rashid al-Din (d. 1318), the greatest historian of the Mongols. Rashid al-Din, further discussed in chapters four and five, had access to the Mongol chronicle through oral transmission of Mongolian officials in Iran, where he served as one of the grand viziers of the Mongol rulers (ca. 1295–1318).

To this he added information from earlier Muslim records, mainly the History of the World Conqueror by Juwayni, a Persian bureaucrat serving the Mongols (d.1283) whose book is by far the most detailed report on Mongol conquests in the Muslim world and also a relatively elaborate record of Chinggis’s early life.All three sources and especially the Secret History contain many legendary, mythical and folk- loristic elements, yet they reflect the reality of nomadic life in thir- teenth-century Mongolia. These three main sources, while sharing episodes, often contradict each other in terms of details and chrono- logy, and only a very general outline of Temüjin’s youth will be given below."


Biran, Chinggis Khan, 2008, S. 32-33.
__________________
In der Theorie sind Theorie und Praxis das Gleiche. In der Praxis sind sie es nicht (Yogi Berra). Der Unterschied ist Unsicherheit (Stephen Ross).
silesia ist offline   Mit Zitat antworten
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